† Christian

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: vor 5 Stunden

 

Büdingen
Ehemaliger Postminister Schwarz-Schilling gestorben
 [1]

Der ehemalige Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen, Schwarz-Schilling, ist tot.

Wie ein Sprecher der hessischen CDU mitteilte, starb Schwarz-Schilling gestern im Alter von 95 Jahren in Büdingen. Der in Innsbruck geborene Politiker war von 1982 bis 1992 Minister im Kabinett von Bundeskanzler Kohl. Unter seiner Leitung wurden unter anderem das Kabelfernsehen und Privatfernsehen eingeführt, auch die Privatisierung der damaligen Bundespost leitete sein Ministerium ein.
Der hessische Ministerpräsident Rhein würdigte Schwarz-Schilling als „prägende Stimme der Demokratie“ und engagierten Europäer. Dieser habe sich zudem hohe Verdienste um die Völkerverständigung erworben, erklärte Rhein mit Blick auf Schwarz-Schillings Eintreten für die Befriedung des Balkans.

Leseprobe

Jenseits der Bilder, die sein öffentliches Auftreten bestimmten...

...und jenseits von dem eigenen Engagement bei der (DBP-)Telekom in Bonn und weltweit, bei dem wir noch nichts miteinander zu tun hatten, gab es wahrlich vieles, was Christian und mich später miteinander verbunden hat:
Die Nähe zur Kultur und Geschichte Chinas [2] [3] bis zu unseren Lebensgeschichten, in denen wir, beide aus Musikerfamilien stammend [4], uns jeweils erst spät unserer Nähe zur jüdischen Kultur bewusst wurden.

Da es mir leider verwehrt war, darüber in den letzten Jahren - und erst recht nach dem Tod seiner Frau - wie zuvor mit ihm reden zu können, sollte auch in diesem schweren Moment an dieser Stelle nicht öffentlich darüber Zeugnis abgelegt werden.

Christian,
Du hast mir schon zu Lebzeiten gefehlt - und jetzt erst recht.

Wolf

Anmerkungen

[1Diese Nachricht wurde am 07.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

[2

Woher rührt Ihr Interesse an China und dem asiatischen Raum?

China hat mich in meiner Jugend schon so fasziniert, dass ich darüber möglichst viel erfahren wollte. Ich habe an der Universität in München Sinologie studiert und dann promoviert. Chinas Völker und die reichhaltige Kultur bieten ein Füllhorn an Erkenntnissen über das Zusammenleben von Menschen und das Entstehen von Kultur und Gesellschaft. Als Minister für Post und Telekommunikation war ich dann auch häufig in China, wo wir unter anderem die Modernisierung des chinesischen Telekommunikationswesens beraten haben. Gerade als Sinologe habe ich sehr gerne mit den chinesischen Kollegen gearbeitet. Ich habe dann später als Vorsitzender des Unterausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe im Deutschen Bundestag den Dalai Lama, das Oberhaupt der Tibeter, kennen gelernt und somit die sino-tibetischen Beziehungen stark in den Blick genommen. Mein lebenslanges Interesse an China rührt somit aus verschiedenen Quellen: Zuerst stand die wissenschaftliche Auseinadersetzung über Jahre hinweg im Studium; hinzu kamen dann meine Erkenntnisse und Beobachtungen als Politiker, zahlreiche Reisen sowie Gespräche mit Verantwortungsträgern in China. Schließlich ist dadurch der feste Wille gereift, mich einzubringen und zu helfen, wo ich es kann und es der Situation nutzt.

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