Startseite > Kalender-Artikel > BP: I -> Individualität
BP: I -> Individualität
Samstag 21. Februar 2026, von
In einem eigenen Kapitel werden wir die Entwicklung des Begriffs und der Funktion der Individualität aufzeigen, diskutieren und vielleicht sogar als eines der "buzzwords" der postdigitalen Zukunft weiterentwickeln.
Dafür als Hintergrund hilfreich: das Deutschlandfunk-Kultur-Gespräch vom 22. Februar 2026, ab 13:10 Uhr von Catherine Newmark mit
Raoul Schrott über den Zeitgeist
Mal Ungeist, mal Kleingeist
über - kurz gesagt und lang gedacht - die "Aura der Zeit".
Als Referenz für dieses Thema steht seit einer persönlichen Begegnung und Signatur seines Buchs "Zeit Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen": Rüdiger Safranski [1].
Als Pole werden in diesen Ausführungen Luther [2] und Leibniz [3] benannt werden. Und Fichte, dessen Bedeutung und Wirkung erst mit der Monographie "Fichte - Bürger einer freien Welt" von Harro Zimmermann wieder in den Vordergrund geriet: Dazu Helmut Böttiger im Deutschlandfunk vom 13. Januar 2026 [4]: „Fichte“. Ein polarisierender Intellektueller.
[1]
Das Thema "Zeit " in rund 270 Seiten unterzubringen, und dabei weder allgemein noch einseitig zu wirken, ist eine publizistische Glanzleistung. Rüdiger Safranski erfindet zwar die Metaphysik nicht neu, liefert jedoch ein beeindruckendes Panorama des Denkens über die Zeit. Er bedient sich dabei der Philosophie, der Literatur und der Naturwissenschaften, erwähnt antike Mythen, Goethes "Faust" sowie die Erfahrungen des Alltags. Nichts fehlt - auch nicht die Kritik an den bedenklichen Entwicklungen der Moderne. Er thematisiert sowohl die Langeweile, die uns in öden Einkaufspassagen beschleichen kann, als auch die Beschleunigung in der Arbeits- und Finanzwelt. Dass Safranski für das Ganze keine 1000 Seiten braucht, liegt vermutlich an einer dichten Sprache, die ohne Ausschweifungen und unnötige Adjektive und Konzepte auskommt. Dank eines verständlichen, bisweilen poetischen Stils kann der ungeübte Philosophie-Anfänger ganz gut die Zusammenhänge zwischen "Eigenzeit", "Weltzeit", "Lebenszeit" und "Weltraumzeit" mitverfolgen. Safranski nimmt den Leser an die Hand, führt ihn durch eine komplexe Thematik und bringt so das Kunststück fertig, jede Scheu vor großen Theorien zu nehmen, ohne zu simpel zu werden. Das wünscht man sich von jedem philosophischen Buch. (clt).
[2] - Mehr Mut zum Dialog: Ein Test-Fall/-File
– Nicht erschrecken: Heute ist auch Reformationstag
– B(r)uch-Stücke
– SOS! Werden wir die Digitalisierung überleben? (02)
– (Kar-)Freitag: Schreiben, was (gewesen) ist ...
– Luther und (das) Ich
– Klausur, Tag 19 (Digitalisierung! Was kommt dann?)
– Klausur, Tag 11 (er K enne d I ch ’selbst’)
– tm: ANGST - vor der eigenen Courage?
– Kirche wider Willen
[3] ... die noch ausführlichere Liste wird nachgetragen werden. WS
[4]