Schlosspark-Klinik Krankenhaus in Charlottenburg ist insolvent - Betrieb geht weiter
Das meldete der rbb am Donnerstag, den 26.06.2025, ab 11:32 Uhr
Auf der Webseite des Krankenauses ist zu lesen:
Die Schlosspark-Klinik auf Sanierungskurs
Informationen für unsere Patientinnen und Patienten
Mit neuem Schwung werden wir gemeinsam unser Krankenhaus stark für die Zukunft machen!
Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Angehörige,
wie Sie vielleicht aus den Medien erfahren haben, befindet sich unsere Schlosspark-Klinik und die Tochterunternehmen Therapiezentrum und SCS Catering & Service seit Ende Juni in einem sogenannten Eigenverwaltungsverfahren. Das Verfahren dient ausschließlich der gesicherten Weiterführung und Sanierung des Krankenhausbetriebs.
Unser Krankenhausbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. Alle unsere medizinischen, therapeutischen und administrativen Leistungen erbringen wir auf höchstem Niveau. Wir versichern Ihnen, dass Sie weiterhin bei uns in der Schlosspark-Klinik und dem Therapiezentrum in guten Händen sind.
Die Schlosspark-Klinik ist ein patientenorientiertes und leistungsfähiges Krankenhaus. Mit ihren erfahrenen und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem medizinischen, pflegerischen und administrativen Bereich erbringt die Schlosspark-Klinik wichtige medizinische Leistungen für unsere Stadt Berlin.
Haben Sie Fragen, so wenden Sie sich gern per E-Mail mit Ihren Fragen und Informationswünschen an uns:
mail-charlottenburg@parkkliniken.de
Wir werden so schnell wie möglich Ihre Frage bzw. Ihr Anliegen beantworten.
Dr. Gunnar Pietzner
Geschäftsführer
Pressemitteilung vom 15.12.2025 von ver.di Berlin-Brandenburg ist dann zu lesen:
Schlosspark-Klinik-Schließung ist Warnsignal für fehlende demokratische Krankenhausplanung
Die vergangene Woche öffentlich gewordenen Schließungspläne für die privat geführte Schlosspark-Klinik in Charlottenburg-Wilmersdorf sorgt bei ver.di Berlin-Brandenburg für erhebliche Kritik und Besorgnis. Nur ein kleiner Teil der Versorgung soll künftig vom kirchlichen Träger Alexianer übernommen werden. Ob die übrigen Betten ersatzlos wegfallen oder an andere Anbieter übergehen, ist weiterhin unklar.
Aus Sicht von ver.di zeigt dieser Fall exemplarisch, wie die Krankenhausreform nicht umgesetzt werden darf: „Hier wird ein Krankenhaus durch wirtschaftlichen Druck in die Insolvenz getrieben und geschlossen, bevor es überhaupt eine transparente, bedarfsorientierte Planung für den Bezirk und für ganz Berlin gibt“, so die stellvertretende ver.di Landesfachbereichsleiterin für den Bereich Gesundheit in Berlin-Brandenburg Gisela Neunhöffer.
Bis heute fehlt jede öffentlich zugängliche, demokratisch legitimierte Bedarfsanalyse, die beantwortet,
ob und in welchem Umfang die Schlosspark-Klinik sowie andere Häuser tatsächlich nicht mehr gebraucht werden,
wie die Patient:innen der neun nun wegfallenden Fachabteilungen künftig versorgt werden sollen,
ob die ambulanten Strukturen, die diese Versorgung auffangen sollen, dafür überhaupt geeignet und ausreichend ausgestattet sind.Ebenso fehlt eine offene Debatte darüber, ob die Berliner Bevölkerung die krisengeplagten Krankenhäuser nicht lieber in öffentlicher Hand, mit starken Mitbestimmungsstrukturen und verlässlicher Tarifbindung sehen möchte – anstatt sie abzuwickeln oder in die Hände kirchlicher Träger zu übergeben, bei denen grundlegende Arbeitnehmer:innenrechte wie Tarifverträge, Betriebsräte und das Streikrecht weiterhin eingeschränkt sind.
Statt demokratischer Planung werden aktuell Fakten durch ökonomischen Druck geschaffen, denen die Krankenhausplanung nur noch hinterherlaufen kann.
ver.di fordert den Senat sowie die beteiligten Träger auf:
Eine Versorgungslücke im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf unbedingt zu verhindern.
Alle Beschäftigten in neue Arbeitsverhältnisse mit mindestens gleichwertigen Bedingungen zu überführen.Dafür braucht es einen verbindlichen, intensiven Dialog mit Betriebsrat und Belegschaft.Einen Kahlschlag können weder Patient:innen noch Beschäftigte verkraften“, so Neunhöffer abschließend.
Alle diese hier exemplarisch zusammengestellten Informationen wurden uns im Therapiezentrum nicht mitgeteilt, weder von der Anmeldung der Insolvenz noch von der nun bevorstehenden Schliessung. Auch des Therapiezentrums. Obwohl - wie aus den ’gut unterrichteten Kreisen’ zu erfahren war - diese Einrichtung keine roten Zahlen geschrieben hatte.
Was tun? Am Dienstag dieser Woche telefonisch einen Termin mit einer anderen privat betriebenen Einrichtung ausgemacht, für Donnerstag, 11: 30 Uhr.
Dort pünktlich am Tresen vorgesprochen, worauf mir signalisiert wurde: "Es wird gleich jemand bei Dir sein..."
Alle an diesem Tresen beschäftigten Frauen sprechen Dich sogleich und ohne Vorwarnung per Du an. Dennoch eine kaum vertrausensbildenden Etikette: Nach zwanzig Minuten wieder unverrichteter Dinge gegangen, denn gekommen war niemand …
