Literatisches Leben deutscher Juden im NS-Deutschland

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 8. Juli 2025 um 02h03min

 

Das digitale Archiv jüdischer Autorinnen und Autoren in Berlin 1933–1945 [1]: Ab dem 7. Juli 2025, 18:00 Uhr, unter diesem Link zu erreichen:

 https://dajab.de

Das ist das Ergebnis eines langjährigen Forschungsprojektes der Europa-Universität Vidadrina Frankfurt/Oder, Leitung Prof. Dr. Kerstin Schoor, in Zusammenarbeit mit diesen Partnereinrichtungen [2]:
 Archiv und Bibliothek des Jüdischen Museums Berlin
 BMBF-Projekt DARIA-DE/TextGrid und der darin federführenden Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
 Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt am Main (DNB)
 Deutsches Literaturarchiv Marbach am Neckar (DLA)
 Informations-, Kommunikations- und Multimediazentrum (IKMZ) der Europa-Universität Viadrina
 Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg
 Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main
 Universitätsbibliothek der Europa-Universität Viadrina

Mit dem inhaltlichen Aufbau und der strukturellen Implementierung eines Digitalen Archivs jüdischer Autorinnen und Autoren in Berlin 1933–1945 (DAjAB) an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) setzt der Axel Springer-Lehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration seine Bemühungen um die Dokumentation der Verfolgung jüdischer Autorinnen und Autoren innerhalb Deutschlands während der Zeit des Nationalsozialismus auf virtueller Ebene wie in einschlägigen Forschungsarbeiten fort.

Ziel des Projektes ist es, ein Portal zu etablieren, das in über 1.000 Bio-Bibliographien die nach 1933 in Berlin lebenden Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft erstmals in einem thematischen Schwerpunkt erfasst. Auf einer online zugänglichen Plattform werden seltene, nach 1945 nicht wieder aufgelegte Primärtexte (Bücher, Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge) und Originaldokumente, Fotos und Interviews für Forschung und Lehre bereitgestellt. Das DAjAB wird als Gesamtprojekt mit seinen umfassenden Recherchemöglichkeiten innerhalb der erfassten Bestände über interne Verlinkungen sowie nach außen – zu internationalen Institutionen und Archiven – den seit Jahrzehnten betriebenen Forschungen zur Literatur des Exils, zur Literatur der sogenannten „Inneren Emigration“ und der NS-Literatur eine Erschließung von Dokumenten und Zeugnissen des literarischen Lebens von Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft, ihrer kulturellen und literarischen Aktivitäten im nationalsozialistischen Berlin vergleichend zur Seite stellen. Es soll unter bibliothekarischen, archivarischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten ein neues literarisches Feld für Forschung und Lehre in einer virtuellen Forschungsumgebung erschließen und international zugänglich machen. Einschlägige Forschungs- und Qualifizierungsarbeiten im Forschungsfeld sind Teil des Projektes, die hier auch digital veröffentlicht werden können.

[...]

Das DAjAB stellt damit einen beispielhaften Brückenschlag zwischen Archiv, Bibliothek, Wissenschaftsplattform, Forschungskooperation und Lehrplattform dar. Es ist als Forschungs- und Digitalisierungsprojekt seit 2016 in die Forschungen im Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg integriert. Das DAjAB richtet sich an alle interessierten WissenschaftlerInnen sowie an eine breitere Öffentlichkeit und ist als eine offene Wissenschaftsplattform konzipiert.

Anmerkungen

[1

Viadrina eröffnet Digitales Archiv jüdischer Autorinnen und Autoren in Berlin (DAjAB) – Online-Präsentation

Nach zehnjähriger Arbeit am Aufbau eines Digitalen Archivs jüdischer Autorinnen und Autoren in Berlin 1933–1945 (DAjAB) an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) wird das Portal am Montag, dem 7. Juli, 16.00 Uhr, vorgestellt und eröffnet. Mit Tausenden bisher unbekannten oder unerforschten Texten, Fotografien, Originaldokumenten, Interviews und vielen weiteren Informationen, ermöglicht das digitale Archiv erstmals einen umfassenden Zugang zu Leben und Werk von mehr als 1.000 jüdischen Autorinnen und Autoren, die nach 1933 im nationalsozialistischen Berlin unter den Bedingungen antisemitischer Ausgrenzung und Verfolgung lebten und arbeiteten.

[2

Gestützt durch einen institutionellen Verbund des Lehrstuhls mit der Universitätsbibliothek (UB) und dem Informations-, Kommunikations- und Multimediazentrums (IKMZ) der Europa-Universität Viadrina, der Universitätsbibliothek der Freien-Universität Berlin, dem Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg (seit 2016) und dem Archiv sowie der Bibliothek des Jüdischen Museums Berlin, dem Deutschen Literaturarchiv Marbach am Neckar, der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main (seit 2019), der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main (seit 2020), dem BMBF-Projekt DARIA-DE/TextGrid und der darin federführenden Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und dem Konrad Zuse-Institut Berlin (ZIB) wird das DAjAB überlieferte Texte verzeichnen und bewahren sowie einschlägige Sekundärliteratur präsentieren.


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