Dr. Wolf Siegert in SchwarzHören#149 über Leben & Tod

VON Dr. Wolf SiegertZUM Samstag Letzte Bearbeitung: 9. Februar 2026 um 01h06minzum Post-Scriptum

 

Hier und heute das Gespräch von Petra Schwarz [1] mit Wolf Siegert vom 9. Juli 2025 am Prager Platz in Berlin:

Das am Ende dieser Sendung angekündigte Gespräch zum 150. Podcast-Jubiläum - in der umgekehrten Rollenverteilung, also von Wolf Siegert mit Petra Schwarz vom 23. Jänner 2026 am gleichen Ort - wird eine Woche später auf Lebendig-Reden.de zu hören sein.

… über Leben und Tod

„Schwarz hören“: Dr. Wolf Siegert (149)

„Doyen der Digitalisierung“ und „Changineer“: Diese außergewöhnlichen Charakterisierungen sind treffend für Wolf Siegert, der sich selbst auf seiner website, die übrigens deutsch, englisch, französisch und chinesisch daherkommt, als „… Kronzeuge und Konzept-Entwickler, als Moderator und strategischer Denker … zwischen analog und digital, real und virtuell, in Wirtschaft und Verwaltung wie in Kunst und Wissenschaft …“ bezeichnet.

Es ist wirklich herausfordernd, zu begreifen, was er alles getan hat und tut: Der 1949 in Bremen geborene und – nach diversen längeren Auslandsaufenthalten – nun lange schon in Berlin lebende Siegert hat in jungen Jahren Theater mit George Tabori und Rainer Werner Fassbinder gemacht, im Brecht-Archiv in Ost-Berlin über Brecht seine Doktorarbeit geschrieben, dann an der Uni Bremen promoviert und er beschäftigt sich schon seit Anfang der 70er Jahre mit virtuellen, digitalen Welten. Heute – so betont Wolf Siegert – arbeitet er, auch journalistisch, an der Frage: „Was kommt nach der Digitalisierung?“ und will Qualitäten, die in der analogen Welt entwickelt wurden, wieder aufleben lassen. „Analog 2.0“ nennt er das und analysiert „aus der Zukunftsperspektive rückwirkend“. Wie das funktioniert, erörtert er in dieser Podcast-Episode.

Neben diversen Büchern schreibt und veröffentlicht Wolf Siegert täglich, ja wirklich an jedem Tag eines jeden Jahres, einen Beitrag in seinem Blog, der – irgendwie logisch – Daybyday.press heißt. Ein Stück weit arbeitet er – auch so – wohl jetzt schon daran, alles für die Zeit nach der Digitalisierung zu „konservieren“.

Wir haben uns 2025 in seiner Wohnung in Berlin-Wilmersdorf getroffen und – wie es sich für „Schwarz hören“ gehört – übers Leben gesprochen, das – so scheint es mir – für ihn zum großen Teil von Arbeit bestimmt ist. Und natürlich war auch der Tod unser Gesprächsthema. Ihm, der an ALS erkrankt ist, hat man vor fünf Jahren noch rund drei Jahre „gegeben“; aber glücklicherweise entwickelt sich der Krankheitsverlauf bei ihm „schleppend“. Wege in der Stadt erledigt er noch immer mit dem Motorrad und ist ansonsten weiterhin auf der ganzen Welt unterwegs.

„Ich lerne mit den – auch gesundheitlichen, Herausforderungen – immer auch ein Stück weit nach vorn zu schauen.“ Und setzt noch einen drauf: „Ich gucke nicht nur bis zum Ende meines Lebens. Ich gucke darüber hinaus.“ Siegert befasst sich mit Traum-Analyse und hatte schon ein Nahtod-Erlebnis. Ja, und wenn es dann wirklich soweit ist, soll bei seiner Trauerfeier direkt in der Trauerhalle gefeiert werden …

Die nächste „Schwarz hören“-Episode – die runde 150. – gibt es schon in einer Woche nach seiner Idee mit mir. Petra Schwarz ist sozusagen zu Gast in ihrem eigenen Podcast und beantwortet Fragen von Wolf Siegert.

Jetzt zunächst aber viel Spaß mit der 149 Episode von „Schwarz hören“ mit Dr. Wolf Siegert.

P.S.

Als Bonustrack der bis zur Veröffentlichung dieses Beitrags eingestellt Auszug aus dem 146sten Gespräch, mit Pigor & Eichhorn von Petra Schwarz vom 21. Dezember 2025:

„Es muss auf der Bühne Überraschungen geben.“ betonen Thomas Pigor und Benedikt Eichhorn, die seit 30 Jahren das Berliner Kabarett- und Chanson-Duo „Pigor & Eichhorn“ sind. Ohne Konflikte, Spannung und Missverständnisse funktioniert es nicht – ein „uraltes Bühnengesetz“, wie Pigor aus vollstem Herzen sagt.

Pigor & Eichhorn sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt geworden durch ihren „Salon-HipHop“, wie WIKIPEDIA schreibt „eine moderne Spielart des kabarettistischen Liedes, ein deutsches Chanson à texte, das moderne Musik mit satirischen Inhalten zusammenbringt.“

„Pigor singt. Benedikt Eichhorn muss begleiten.“ steht über all ihren Programmen, eine – so Pigor wieder aus vollstem Herzen – treffende Beschreibung: „Man weiß, da ist Musik drin. Und man weiß, da ist eine Hierarchie drin.“

Thomas Pigor (Jahrgang 1956) kommt aus Unterfranken, hatte als Kind Violinenunterricht und ist diplomierter Chemiker. Benedikt Eichhorn wurde 1962 in Coesfeld im Münsterland geboren und hat Geschichte und Musik studiert. Wie die Beiden zusammengekommen sind, erzählen Sie in dieser Podcast-Episode.

Auch darüber, wie Pigor & Eichhorn „La Groete: SAG NICHT KLEINKUNST“, eine „Kleinkunstbibel“ auf die Bühne gebracht haben und warum Pigor 2023 das Buch über Kleinkunst, die es nur im deutschsprachigen Raum gibt und in der großen Kulturpolitik immer „unterbemittelt“ ist, geschrieben hat – illustriert übrigens von der „Universal-Künstlerin“ Anna Mateur. „Was der Fado für Portugal ist, könnte die Kleinkunst für Deutschland sein.“

Anlässlich der „Rede meines Lebens“, die in dieser Episode übrigens Benedikt Eichhorn ins Spiel bringt, haben wir uns in der Wohnung von Benedikt in Berlin-Prenzlauer Berg getroffen. Da ging es – wie es sich für „Schwarz hören“ gehört – neben dem Leben um den Tod. Pigor und Eichhorn erinnern sich an diverse Erlebnisse im Zusammenhang damit und nicht zuletzt haben Beide Erfahrungen mit dem Tod ihrer Eltern.

Benedikt erzählt über das „organische Aus-dem-Leben-Gehen“ seines 98 Jahre alten Vaters, der an Altersschwäche gestorben ist. „Diesen Weg möchte ich nicht gehen.“ sagt Pigor dazu und wir Drei diskutieren dann über einen selbstbestimmten Tod. In dem Zusammenhang erwähnt Eichhorn auch das Theaterstück und den daraus entstandenen Fernsehfilm „Gott“ von Ferdinand von Schirach. Hier beschäftigt sich von Schirach intensiv mit dem Tod und zentralen Fragen wie: Wem gehört unser Leben, wer entscheidet über den Tod, und wie weit darf der Staat in persönliche Entscheidungen eingreifen, wenn es um das Lebensende geht.

Zuletzt: Das Ganze wäre kein Gespräch mit Pigor & Eichhorn, wenn es nicht – auch beim Thema Tod – Skurriles gäbe. Beispielsweise die Asche eines Menschen in einer Feuerwerksrakete, das Einfrieren nach einem Unfall und die „Wiederbelebung“ nach 150 Jahren oder eine Haarsträhne von Pigor – was es damit auf sich hat, auch in dieser Episode.


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