A K K

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 8. Dezember 2018 um 00 Uhr 58 Minuten

 

Anstatt eines eigenen Kommentars über die Entscheidungen der 999 Delegierten auf dem CDU-Parteitag in Hamburg sei hier der Kommentar des Leiters der ZDF-heute-Redaktion zitiert: Wulf Schmiese: Neue CDU-Chefin mit Riesen-Last.

Der CDU ist denkbar knapp ein versöhnlicher Übergang gelungen. Mit der Ära Merkel wurde heute nicht gebrochen. Etwas mehr als die Hälfte der Partei findet das gut.

Kramp-Karrenbauer führt Partei mit zwei Lagern

Doch knapp die Hälfte hätte sich eine klare Abgrenzung gewünscht - nämlich all jene, die für Friedrich Merz gestimmt haben. Merz stand für den Wunsch, dass auch eine moderne Union wieder rechts stärker wird. Aber: Hätte Merz gewonnen, wäre es umgekehrt schwer geworden.

Nun hat Annegret Kramp-Karrenbauer eine Riesen-Last zu tragen, wie niemand vor ihr in diesem Amt. Sie startet mit dem schlechtesten Ergebnis, das es jemals gab in der CDU. Und trotz all der guten Wünsche von denen, wie Wolfgang Schäuble, die sie nicht gewählt haben: Sie führt eine Partei mit zwei Lagern.

AKK muss integrieren

Nach Wahl der CDU-Vorsitzenden - Angela Merkel hat ihrer Wunschnachfolgerin zudem eine geschrumpfte CDU übergeben. Ihre Öffnung nach links ging für ein paar Jahre gut und hat den Verlust nach rechts kompensiert. Doch die Laufkundschaft, die Merkel anlocken konnte, ist inzwischen vor allem zu den Grünen weitergezogen. Ihre Mitte ist klein wie nie.

Will die CDU Volkspartei bleiben, dann muss Kramp-Karrenbauer gelingen, was Merkel nicht konnte, oder nicht mehr wollte: integrieren. Dazu gehört, sich selbst nicht zu positionieren innerhalb der CDU.

Mit Merkels Hilfe Kanzlerin werden

Die neue Chefin muss im Ungefähren bleiben. Das war die Führungskunst ihrer erfolgreichen Vorgänger. War Kohl links oder rechts? Wo stand Adenauer in der CDU? Kramp-Karrenbauer kann daher die Kanzlerin nicht als eine Art Generalsekretärin de luxe bloß unterstützen. Denn dann wäre sie positioniert: und zwar links in der CDU.

Eine CDU-Vorsitzende kann aber auch nicht gegen eine CDU-Kanzlerin opponieren. Die große Operation, die ihr nun gelingen muss, und zwar mit Merkels Hilfe: Kanzlerin werden - möglichst vor Ende der Legislaturperiode. Falls die SPD dabei nicht mitmacht, dann muss ihr Jamaika gelingen. Oder es gibt Neuwahlen. Mit - für uns alle - völlig ungewissem Ausgang.

Und gleich danach, mit Oliver Welke die "heute - Show" und seinem Bericht über "den Schicksalsparteitag der Union" angesichts dieser drohende Perspektive:

© all rights reserved


2521 Zeichen