Preview: BER -> JFK / -> LAX

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 16. Juli 2022 um 12 Uhr 08 Minuten

 

Am 30. Juni 2022 setzte die BER-Pressestelle diese Nachricht über alle ihre Kanäle ab: [1].

Erhöhtes Reiseaufkommen während der Sommerferien am BER. Passagiere sollten zweieinhalb Stunden vor Abflug im Terminal sein

Hintergrund ist die ungenügende Versorgung der PAX, um alle rechtzeitig an Bord zu bringen [2].

Aber es gab auch gute BER-Nachrichten in diesem Monat:
"Norse fliegt nach New York und Los Angeles":

Ab August fliegt die norwegische Airline Norse Atlantic Airways nonstop vom BER in die beiden größten US-Metropolen: New York und Los Angeles. Der Erstflug in die Ostküsten-Metropole startet am 17. August. Die Strecke BER – New York (John-F.-Kennedy-Airport) wird täglich bedient.

Zwei Tage später startet der Erstflug an die US-Westküste nach Los Angeles. Diese Strecke wird drei Mal wöchentlich geflogen. Die Preise starten für einen einfachen Flug bei 160 EUR (BER – New York) bzw. 189 EUR (BER – Los Angeles).

Zum Einsatz kommen neue Langstreckenflugzeuge des Typs Boeing 787 „Dreamliner“, die über zwei Kabinenvarianten verfügen: Economy und Premium.

Wie die Angebote vom 30. Juni 2022 zeigen, haben sich in der Zwischenzeit die preisgünstigsten Tarife schon erhöht [3]:

und werden auch noch weiterhin steigen. Dennoch hat sich neben den vielen Airlines, die schon jetzt günstige Stop-over-Tarife in die USA anbieten, nun endlich auch neben United [4] ein weiterer konkurrierender Anbieter gefunden, der Direktflüge ab BER in die beiden US-Metropolen anbietet.

Anmerkungen

[1

Während der Sommerferien in Berlin und Brandenburg erwartet die Flughafengesellschaft ein erhöhtes Reiseaufkommen. Während der sechswöchigen Sommerferien rechnet die FBB mit bis zu drei Millionen Passagieren. Das sind etwa eine Million Menschen mehr als in den Sommerferien des vergangenen Jahres, jedoch immer noch zwei Millionen Menschen weniger als in den Sommerferien des Vor-Corona-Jahres 2019.

Im Zeitraum vom 6. Juli bis zum 21. August werden jeden Tag zwischen 65.000 und rund 75.000 Fluggäste den Flughafen BER nutzen. Die Zahl der Passagiere verteilt sich über die gut sechs Ferienwochen relativ gleichmäßig. Nach den aktuell vorliegenden Anmeldungen der Airlines sind während der Ferien bis zu 22.000 Starts und Landungen am Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt geplant und damit ein Drittel mehr als während der Sommerferien 2021. Im Sommer 2019 waren es rund 37.000 Flugbewegungen.

Insgesamt fliegen in der Ferienzeit 52 Airlines vom BER aus zu 127 Zielen in 45 Ländern. Besonders gefragte Reiseländer sind die Türkei, Spanien, Großbritannien, Griechenland und Italien.

Die Flughafengesellschaft empfiehlt allen Passagieren, sich zweieinhalb Stunden vor Abflug im jeweiligen Terminal einzufinden und sich unmittelbar nach dem Check-in zur Sicherheitskontrolle zu begeben.

Für Fluggäste von easyJet gibt es ab dem 1. Juli zusätzlich die Möglichkeit, den Vorabend Bag Drop zu nutzen und nach dem Online-Check-in ihr Gepäck für Flüge am nächsten Morgen aufzugeben. Lufthansa und Eurowings bieten bereits einen Vorabend-Check-in an.

Viele Airlines ermöglichen zudem einen Self-Service-Check-in, mit dem Zeit gespart werden kann (siehe Reisehinweise). Dafür wurde die Anzahl der Self-Service-Automaten am BER deutlich ausgebaut. Insgesamt stehen den Passagieren des BER zum Ferienstart 99 solcher Automaten im Terminal 1 und 19 im Terminal 2 zur Verfügung.

Mehr Platz für eine bessere Orientierung und zusätzliche Bereiche zur Vorbereitung auf die Sicherheitskontrollen wurde durch Umbauarbeiten in der Check-in-Halle im Terminal 1 geschaffen. Im Sicherheitsbereich werden pünktlich zum Ferienstart acht instandgesetzte Fahrsteige in Betrieb genommen. [...]

[2In der Presseschau des Deutschlandfunks ist dazu am 30. Juni 2022 zu lesen:

An vielen deutschen Flughäfen stockt mitten in der Ferienzeit der Betrieb. Tausende Flüge werden teils in letzter Minute von den Fluggesellschaften annulliert. Die SÜDWEST-PRESSE aus Ulm merkt dazu an: „Schuld am Desaster haben die Unternehmen der Luftverkehrsbranche, die während der Pandemie Personal entlassen haben. Dabei hätte es mit dem staatlichen Instrument der Kurzarbeit durchaus andere Lösungen gegeben. Doch die Unternehmen wollten lieber Kosten sparen. Nun haben sich die Fachkräfte anderweitig umgesehen und kommen so schnell nicht wieder zurück. Was die Branche jetzt braucht, ist ein besseres Image, höhere Löhne und Wertschätzung für die Fachkräfte“, fordert die SÜDWEST-PRESSE.

Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN sehen es so: „Was sich derzeit an den Flughäfen und bei den Airlines abspielt, ist dem Fachkräftemangel geschuldet, der viele Unternehmen in ganz Deutschland trifft. Nur an den Flughäfen wird er besonders deutlich – und wirkt sich unmittelbar auf uns alle drastisch aus. Die Lösung kann nur sein: Die Arbeitgeber müssen attraktivere Arbeitsplätze mit fairer Bezahlung schaffen, damit das Personal zurückkehrt. Im Umkehrschluss werden die Flugtickets zwar teurer. Doch wer pünktlich und sicher mit dem Flugzeug verreisen will, sollte einen höheren Preis akzeptieren.“

Die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz wirft ein: „Die Luftfahrtbranche vor allem ist es, die sich und ihren Kunden einen Bärendienst erwiesen hat. Mal wieder. Die Lage an den Flughäfen ist zu einem großen Teil selbst verschuldet. Und einmal mehr zeigt sich, die Airlines haben ein besonderes Verständnis von Service und unternehmerischem Weitblick. In der Corona-Pandemie, als die Flieger am Boden bleiben mussten, kassierte man Milliarden an Steuergeldern vom Staat. Aber für viele Passagiere war es ein Kampf, das Geld für ausgefallene Flüge wiederzubekommen. Mit Gutscheinen statt mit finanzieller Rückerstattung wurde man vielfach abgespeist, so dass auch Verbraucherschützer befanden, die Airlines hätten sich gegenüber ihren Kunden ‚unrühmlich verhalten‘“, erinnert die RHEIN-ZEITUNG.

Die FREIE PRESSE erläutert: „Die Bundesregierung will jetzt im großen Stil Kurzzeit-Arbeitsvisa für ausländische Hilfskräfte ausgeben, um im Sommer die Situation an den Flughäfen zu entspannen. Die Dienstleister an den Airports sollen für einen begrenzten Zeitraum etwa Gepäckverlader aus der Türkei nach Deutschland holen können, müssen diese aber nach Tarif bezahlen. Es ist vernünftig, dass die Regierung auch die Unternehmen in die Pflicht nimmt: Mit Hilfen in Milliardenhöhe hat der Staat die Luftfahrtbranche durch die Pandemie gebracht. Für die Sicherung von Fachkräften nach der Krise aber ist der Staat nicht zuständig, das müssen die Unternehmen schon selbst tun.“ Das war zum Ende der Presseschau die FREIE PRESSE aus Chemnitz.

[3Wobei es zu beachten gibt, dass in der Eco-Preisklasse drei Varianten angeboten werden: Economy Light, Economy Classic, Economy Plus und für "little extra room" eine Buchung in den Premium-Kategorien Premium Light, Premium Classic, Premium Plus Voraussetzung ist.
Hier ein Blick auf das Angebot, Stand 30. Juni 2022, 16:31 Uhr:

[4Siehe dazu den Beitrag vom 28. März 2022:
BER->EWR: Ab nach New York .


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