ChariCheck VI

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 22. April 2017 um 12 Uhr 07 Minutenzum Post-Scriptum

 

in der Zeit vom 18. bis zum 22. August 2015 wurden unter dieser URL diese Berichte aus der Charité geschrieben:

ChariCheck I
ChariCheck II
ChariCheck III
ChariCheck IV
ChariCheck V

Wie es an diesem und den folgenden Tagen weitergeht... warten Sie’s ab.

WS.

Dienstag, 9:30 Uhr, auf der Station 116 im Bettenhaus

Viel wird es über diesen Tag nicht zu berichten geben. Die Gründe liegen dafür eher an den Umständen, als an dem Erlebten:
— gleich beim Arztgespräch ist eine Kanüle gelegt worden [2]. Und zwar auf der Oberseite der rechten Hand. Das macht das Schreiben zwar nicht unmöglich, erschwert dieses aber
— das Zweierzimmer mit allem Komfort befindet sich auf der 16. Etage des Bettenhauses der Charité. Dennoch ist der Datentransfer über die im Rechner eingebaute SIM-Karte eher schlecht den recht. Es wird im HSPA+Modus wird geliefert [3].

Und es gibt weitere Gründe, die eher im Zwischenmenschlichen liegen:
— es geht hier nicht ums "people bashing", auch wenn auch in diesen ersten Stunden schon Fehler gemacht wurden, die selbst für einen Laien kaum verständlich, geschweige denn in ihren Ursachen nachvollziehbar sind
— es ist dem Personal anzumerken, dass sich die Leute hier wirklich Mühe geben, für die Patienten da zu sein, auch wenn es immer wieder Umstände gibt, die es dann nicht zulassen, dass das auch so direkt ankommt.

Daher an dieser Stelle nur noch so viel:
- dies neue Haus ist sicherlich an vielen Ecken und Enden noch nicht fertig und in voller Funktion. Und doch ist das Ganze mit all seinem Drum und Dran sicherlich eine Empfehlung wert
- grundlegende Konzepte, nicht nur des Komforts, sondern vor allem der Sicherheit, wurden auf jeden Fall umgesetzt [4].
- grosses Kompliment an das Personal. Echt [5].

P.S.

Falls Sie des Französischen mächtig sind, oder eine Online-Übersetzer-Tool bei der Hand / auf dem Rechner haben, kann man sich ja schon mal einstimmen: Mit einem Text, den in diesen Tagen, konkret am 7. April 2017, Roger-Pol DROIT in LesEchos.fr publiziert hat: Ces erreurs de soins qui nous tuent.

In diesem Text ist gleich zum Ende des ersten Absatzes von einer geschätzten Zahl von alljährlich eintausend Toten die Rede, deren Tod auf eine Reihe von Fehlern in den Krankenhäusern zurückzuführen sei [6]. Also ist es vielleicht "besser", sich gar nicht erst die Mühe zu machen, hier nach einer Übersetzung zu suchen (sic!).

Wie sagt man doch im Deutschen so gerne: "Bangemachen gilt nicht"

Anmerkungen

[1

Pourtant, dans les hôpitaux, les cliniques, les établissements pour personnes âgées, les meilleurs experts estiment le bilan de ces erreurs à un millier de décès par an !

[2Grosses Lob an die "Frau Doktor". Sie hat das prima hinbekommen.

[3Früher war dieser Standard mal DER grosse Fortschritt bei der Datenübertragung, früher...

[4So fiel am Abend auf der gesamten Station das Licht aus, auch die super-eleganten AV-Stationen konnten nicht mehr betrieben werden... sei’s drum. Aber für den Betrieb der medizinischen Geräte war weiterhin über einen anderen Stromkreis ausreichend gesorgt.

[5Und hier kommt ein Satz, den man so eigentlich nicht schreiben sollte, da allzu pauschal - und der dennoch ein stille Wahrheit in sich birgt. Und der lautet: je niedriger die Dienstränge, desto freundlicher und menschenzugewandter die Leute.

[6

Pourtant, dans les hôpitaux, les cliniques, les établissements pour personnes âgées, les meilleurs experts estiment le bilan de ces erreurs à un millier de décès par an !


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