Blick aus dem Zugfenster

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonntag Letzte Bearbeitung: 15. Juli 2017 um 22 Uhr 03 Minutenzum Post-Scriptum

 


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Dieses Foto gestattet einen Ausblick aus dem TGV 9551 auf dem Weg von Saarbrücken über Mannheim nach Frankfurt/Main. Und nimmt von vielen Vorurteilen Abschied, die sich im Vergleich der ersten Züge aufgebaut hatten, die einst auf die Reise geschickt worden waren: Enge Röhren, in denen man in der zweiten Klasse kaum Platz genug für die Knie hatte. Jetzt sind die Züge zweistöckig, fahren wie die modernen ICE’s auch über die Grenze hinweg und erlauben ausreichend Platz für die Beine.

Dieses Foto ist zugleich eine Reminiszenz an eine der ersten Fahrten mit diesem Zug in den frühen achtziger Jahren, zu einem Zeitpunkt, als der eigene Lebensmittelpunkt noch in Frankreich war.

Damals war mit dem allerersten Zug der damalige Minister Laurent Fabius im September 1981 von Paris bis Lyon gefahren; er, der die Geschwindigkeit des Transportmittels hoch gelobt hatte, zugleich aber die Qualität der Küche in diesem Zug bemängelt.

Daher stattdessen im Bahnhof in Saarbrücken eine mit Butter und Schnittlauch belegte Brezen aus der Bäckerei „BIEBELHAUSENER MÜHLE – SEIT 1647“ bestellt und verzehrt, und auf die aktuelle Probe auf’s Exempel verzichtet. Aber, wenn nicht, hätte wahrscheinlich auch dieses Vorurteil aufgehoben werden können.

Stattdessen lieber die Vorteile dieses Sitzplatzes in Anspruch genommen: samt einem ausklappbaren Arbeitstisch und zwei Steckdosen an beiden Seiten – wohl wissend, dass diese entsprechend der französischen Norm mit einem Mittelstift für das Erdkabel versehen sind.

WS.