25 Jahre B5 aktuell

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 10. Mai 2016 um 09 Uhr 47 Minutenzum Post-Scriptum

 

In dem Beitrag 25 Jahre Nachrichten im Viertelstundentakt von Uschi Braun macht sie mit diesem Zeilen auf:

"Seit 25 Jahren berichtet B5 aktuell im Viertelstundentakt über das Weltgeschehen. Sendestart: 6. Mai 1991 um 6 Uhr früh. Heute erreicht B5 aktuell täglich bundesweit 710.000 Hörer. Es ist das reichweitenstärkste Inforadio."


Unter der Überschrift 25 Jahre B5 aktuell findet sich ein Interview von Jeannette Winter mit dem B5-Redaktionsleiter Max Stocker.

"Am Montag, den 6. Mai 1991, um 6.00 Uhr, ist B5 aktuell auf Sendung gegangen. Wie haben Sie den Sendestart frühmorgens erlebt?

Das war ziemlich aufregend. Ich war der erste Chef vom Dienst und es waren wahnsinnig viele Menschen da: Kolleginnen und Kollegen, aber auch Hierarchen aus dem Haus, vom Programmdirektor bis zum Chefredakteur. Um viertel vor sechs habe ich allen, die nichts mit der Sendung zu tun hatten, gesagt, sie sollen bitte rausgehen, damit wir nicht noch nervöser werden. Und dann ging’s los."

Und im Internetauftritt des Medienmagazin vom Sonntag ab 14:05 Uhr kann man schon vorab das Gespräch von Sissi Pitzer mit Max Stocker, Chef von B5 aktuell, hören:
"Informationen fürs Leben": 25 Jahre B5aktuell

Basis für dieses Gespräch sind einige ausgewählte Ergebnisse der TNS Emnid BR-Glaubwürdigkeits-Studie, die von Florian Haas bereits am 2. Mai 2016 unter der Überschrift "Die Vormacher" vorgestellt worden war.


Nicht als Podcast vorgehalten: 25 Jahre B5 aktuell. Podiumsdiskussion, die an diesem Freitag in der Zeit von 17:00 bis 17:58 Uhr live auf B5 aus dem "Funkhaus" ausgestrahlt wurde.
Die Beteiligten, so wie sie auf der Bühne vorgestellt wurden: _ der Intendant Ulrich Wilhelm, die langjährige Korrespondentin Eva Corell und der Online-Journalisten Tilo Jung aus Berlin. Das von Max Stocker moderierte Thema: "Vertrauensverlust und Realitätsnähe der Medien"

Schade, denn wenige Tage zuvor war Tilo Jung noch als Gast des Deutschen Journalistenverbandes in Berlin zu erleben: Zusammen mit Michaela Skott, Miriam Eckert, Judith Bareiß diskutierten er rund um diese Position: "Authentische Geschichten statt Einheitsbrei" [1]


P.S.

Unverhofft, kommt oft: seit dem 8. Mai 2016 ist der Mitschnitt der gesamten Diskussion dann doch öffentlich zugänglich, wobei nicht klar ist, wer diese Aufzeichnung von Tilos Kameramann aus dem grossen Sitzungssaal für diese Ausstrahlung freigegeben hat:

Aber vielleicht muss man auch nicht jede Locke auf der Glatze drehen, sonst könnte man ja auch fragen, warum der Kuchen zum 25. Geburtstag nur 16 Positionen von 25 markiert, die sonst den Kerzen vorbehalten wären :-)


© all rights reserved

Anmerkungen

[1

Von Astrid Sonja Fischer

Journalismus verändert sich. Der Medienkonsum steigt, das Internet bietet mehr Informationen als jemals vorstellbar und der Nutzer gewöhnt sich daran. Vielen genügt die 20 Uhr-Ausgabe der Tagesschau und die Regionalzeitung nicht mehr, sie wollen Hintergründe und Details erfahren. Was das für die Arbeit von Journalisten bedeutet, darüber diskutierten Tilo Jung, Miriam Eckert, Judith Bareiß unter Moderation von Michaela Skott am gestrigen Abend in der Geschäftsstelle des DJV Berlin.

Von der Tageszeitung zum Online-Medium: Das erfordert andere Fähigkeiten von den Redakteuren. Miriam Eckert, die seit 2014 zum Team der impulse-Onlineredaktion gehört, berichtete, dass viele Aspekte des Online-Journalismus nicht Bestandteil ihrer journalistischen Ausbildung waren, aber es viele Möglichkeiten gebe, sich diese selbst anzueignen: Stammtische, Webinare, Seminare, Netzwerke seien hierbei hilfreich.
Tilo Jung, der mit dem Web-Format “Jung & Naiv - Politik für Desinteressierte” und seinen ungeschnittenen Einzelinterviews bekannt wurde, betonte die gestiegene Bedeutung von Authentizität: Junge Menschen haben einen „Bullshit-Detektor“ und erkennen schnell, wenn jemand nicht authentisch ist und wollen sich nicht damit zufrieden geben.“ Ältere Generationen bemerkten dies zwar auch, würden es aber eher akzeptieren.

Authentisch zu sein, ist auch ein zentrales Thema für Schauspieler. Judith Bareiß, Journalistin und Schauspielerin, geht es nicht darum, so zu tun als ob, sondern echte Berührungen zu finden und in den Dialog zu treten. Das genaue Zuhören prägt auch die Interviews von Tilo Jung. Es sei zwar wichtig eine Meinung zu haben, aber in den Gesprächen gehe es ja nicht um die Diskussion von Ansichten, sondern um die Darstellung des Gegenübers mit seiner Motivation.

Klicks, Reichweiten, Follower, Verweildauer – die permanente Analyse der Aufmerksamkeit setzt Onlinejournalisten stark unter Druck. Dennoch sollte niemand seinen Artikel nur darauf auslegen, wie gut er in der Suchmaschinenoptimierung abschneidet. „Es gibt Themen, die nach der Analyse des Leserinteresse nicht mehr gebracht werden, aber andere Themen bleiben einfach in der Berichterstattung“, berichtet Eckert. Die großen Chancen des Online-Journalismus sind noch weitgehend ungenutzt. Jung: „Warum bringen die vielen Anbieter überwiegend die gleichen Geschichten?“ Medienkonzerne setzten zuviel auf Einheitsbrei und sparten oft an langwierigen Recherchen, weil sie glaubten, sich diese nicht leisten könnten. Dabei wäre dies tatsächlich ein Weg, der sie retten könnte.


5392 Zeichen