Einladung zur I4J-Konferenz

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 12. Mai 2016 um 13 Uhr 37 Minuten

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Digitalisierung und Automatisierung schreiten voran und zerstören aktuell mehr Arbeitsplätze, als sie neue schaffen. Auch wenn diese Veränderungsprozesse gerade bei gering qualifizierten Arbeitnehmern Existenzsorgen verursachen, kann man dem "Jobkiller" Digitalisierung mit innovativen Lösungen und Geschäftsmodellen begegnen, um verheerende Auswirkungen abzuwenden.

Das Hasso-Plattner-Institut veranstaltet deshalb am 11. und 12. Mai 2016 die Konferenz "i4j Summit Germany - Innovation for Jobs" mit dem Ziel, diese Transformation der Arbeitswelt frühzeitig mit allen involvierten Stakeholdern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu diskutieren. Bereits im Vorfeld der Konferenz hatten Teams, bestehend aus HPI-Studierenden und Experten aus dem Silicon Valley, im Design Thinking-Modus an den thematischen Schwerpunkten „Kompetenzen: Digital vs. Analog“ und „Neue Erwerbsmodelle: Technologie als Treiber“ gearbeitet. Die Ergebnisse werden am 11. Mai zusammen mit Konferenzteilnehmern weiter bearbeitet, um dann am 12. Mai Teil der Paneldiskussionen zu sein.

Wir erwarten einen intensiven Austausch mit hochrangigen Experten sowie fruchtbare Paneldiskussionen. Die Anmeldung zu der Veranstaltung ist ab sofort auf unserer Website unter www.hpi.de/i4jkonferenz möglich. Folgen Sie der Konferenz auch auf Twitter: #i4j_konferenz. Sollten Sie Fragen haben, so schreiben Sie uns bitte eine Email an innovation-for-jobs@hpi.de

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Beste Grüße
Rosina Geiger, Jacqueline Kundt, Claudia Nicolai & Jeremias Schmitt

Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH
Prof.-Dr.-Helmert-Straße 2-3 | 14482 Potsdam
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10:00 Uhr - Eröffnung und Begrüßung

- Prof. Dr. Christoph Meinel, CEO Hasso-Plattner-Institut
"Als ich habilitiert habe, da gab es noch kein Internet. Die Studenten heute können sich das gar nicht mehr vorstellen."
Die digitale Transformation hat neue Risiken zur Folge - aber auch neue Chancen.
Ich als Informatik-Professor habe keine Ahnung, wie ich (m)einen Computer einzustellen habe.
Universitäten müssen lebenslange Begleiter des Lernprozesse sein -> werden. Und dazu gehören all die Internet-und Online-Medien.
IT-Themen: nicht nur darüber reden: "machen"!
Und weil sich sehr viele bewerben, können wird auch gut auswählen.
Es gibt viele interaktive, web-basierte Lernangebote mit 270tsd Kursteilnehmern.
Der englische "Design"-Begriff ist sehr viel weiter gefasst. Und aus der D-School in Stanford wird ein Modell für Potsdam abgeleitet.

- Video Intro

Wir machen oft den Fehler, die Leute den Anforderungen anzupassen, die die Testprogramme von ihnen verlangen, das müssen wir ändern, wir müssen herausfinden, welche Stärken diese Leute haben und wie diese ausgebaut werden können.

-  David Nordfors, Innovation for Jobs

Wirtschaft - "Economy" - wird definiert, ob sich die Menschen mehr brauchen mehr oder weniger. Je mehr sich die Leute brauchen, desto besser gehe es der Wirtschaft.

Und diese Definition - so seine These - wird stärker sein als die "Task-Driven-Economy". Wenn ich Geld ausgeben, wirst Du welches verdienen.

In der "anderen Wirtschaft" - people centered economy - lautet die Formel: Wenn ich was verdiene, hast Du auch was davon.

Und in dieser Formel liegt (auch) ein hohes wirtschaftliches Potential.

Die Position "I Need A Job" bedeutet nicht, ein Taxi fahren zu müssen.

-  Yasmin Fahimi, Staatssekretärin Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Nicht nur die digitale Transformation ist das Thema, sondern auch die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, In Zukunft werden wir nicht nur über die Industrie 4.0 reden, sondern über die Arbeitswelt 4.0 reden.

In der chemischen Industrie ist inzwischen jeder vierte Arbeitsplatz mit einem Akademiker besetzt.

Die substanziellen Veränderungen der Industrieprozesse sind heute schon Realität. "Just in time" ist längst Gegenwart.

Wir müssen uns heute viel grundsätzlicher Fragen, wie wir morgen noch arbeiten wollen - und können.

Was ist zum Beispiel ein "crowdworker"? Er ist nicht angestellt, aber ist er wirklich noch selbstständig? "Qualifikation mal Zeit gleich Lohn" - diese Formel gilt heute nicht mehr für solche Leute. Wir müssen dahingehend ein neues Verhältnis definieren.

Das Ziel ist eine Abschlusskonferenz am 29. November 2016. Und dann?
— Wir brauchen neue wirtschaftspolitische neuen Ideen! Wird die sharing-economy das halten, was sie verspricht? "Das sehe ich noch nicht so ohne weiteres". Das könnte sich auch demaskieren als das, was wir eigentlich schon kennen. Weil die Regeln der Verteilung sich nicht wirklich ändern werden.
— In der Transformation stehen neue kulturelle Herausforderungen an - und deren Chancen. Aber die Vorstellung davon, was "gute Arbeit" ist, die müssen wir uns erhalten. Und das geht nur durch kollektiven Regelungen. Und damit für ein "Recht Aller". Die Chancen dieser Entwicklung bedeuten auch mehr Flexibilität der politischen Gestaltung.
— Mit der Veränderung der Berufsbilder bedarf es der neuen Qualifikationsanforderungen. Das Thema des "Digital Thinking, nein "Design-Thinking" kommt zwar an, macht aber vielen auch Angst, dass sie da nicht mehr mithalten können. Die Bundesagentur soll ein Begleiter der Erwerbsbiographie werden. Und nicht nur diejenigen bestrafen, die mit ihrem Versuch, in die Selbständigkeit zu gehen, gescheitert sind. Wir wollen die Möglichkeiten der digitalen Welt annehmen. Aber auch die Segnungen der alten Welt wahren.

-  Steven Hill, Autor und Holtzbrinck Fellow der American Academy

Es gibt viele schöne Träume von dieser neuen Welt. Ich komme aus San Francisco. Und ich weiss, dass das alles auch ganz anders ausgehen kann. Beispiel die Firma "upwork" mit ca. 200 Mitarbeitern vermittelt ca. 10.000 Freiberufler. Und die konkurrieren sich gegenseitig nach unten. Ist das die Zukunft?

Uber oder airb&b setzen neue Regeln: Sie zahlen keine Steuern. Und haben keine Verpflichtungen gegenüber den "traditional corporate rights". Und sie haben eine verschwindend geringe Anzahl von Angestellten im Vergleich im Mittelstand in Deutschland. Und diese Leute sind sehr viel mehr innovativ als diese grosse Firmen.

Aber auch in Deutschland gibt es solche Positionen, die nicht mehr über die Sozialversicherungen abgesichert sind. Und die im internationalen Wettbewerb stehen.
Die Start-up-Companies sind allein noch keine Lösung für die aktuellen Entwicklungen. Drei von Vieren werden scheitern.

Am Schluss ruft er dazu auf, eine Car-Pooling-App zu entwickeln.

11:30 Uhr - Pause
12:00 Uhr - Kompetenzen: Digital vs. analog

Keynote: Franz-Joseph Schürmann, CEO Adecco DACH
Präsentation der Ergebnisse aus dem Design-Thinking-Workshop
 [1]
Paneldiskussion
- Franz-Joseph Schürmann, CEO Adecco DACH
- Van Bo Le-Mentzel, Erfinder der Hartz-IV-Designermöbel
- Tanja Smolenski, IG-Metall-Vorstand Berliner Büro
- Thomas Jarzombek, Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion für Digitale Agenda
- Christopher Rheidt, Geschäftsführer TA Triumph-Adler

Einige Stichworte aus der Diskussion:
— Angst vor dem Kontrollverlust bei den Führungskräften
— Spiel und spielerisches Umsetzen ist soooo wichtig: Aber dass nur noch 25% der fest Beschäftigten Spass haben an ihrer Arbeit, das sei erschreckend.
— "Wir müssen schneller werden, wir müssen uns an die Spitze der Bewegung setzen"
— "Wer das Spiel mit der Angst beherrscht, ist der Gewinner."
"Es ist nicht die Aufgabe der Politik, Unternehmer zu spielen. Aber: der Deutsche Mittelstand ist mega-international." Upscaling? Dazu kann man Niemanden zwingen.
"Das Google-Entwicklerzentrum geht mit 800 Leuten nach München, warum nicht nach Aachen oder nach Dortmund?"
"Wie kann ich ein Unternehmen zur Disruption zwingen?" "Wir leben seit Jahrzehnten vom technischen Fortschritt." "Wir haben tolle Unternehmen, die sich neu erfunden haben."
Es ist so schwer, etwas bewegen zu wollen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.
"Was ich aus der Gründerszene gelernt habe: Die sind ganz anders in der Lage, Ziele positiv aufzuladen. Wenn das gelingt, dann muss ich viel weniger kontrollieren."
"Da jeder heute in Smartphone hat, kann ich meine Leute heute jederzeit zu ’enablen’ und zu ’qualifieen’

13:00 Uhr - Lunch
14:00 Uhr - „Disrupting unemployment“

Keynote: Monique Morrow, CTO, Cisco
Aleksandar Kocic, Deutsche Bank
Paneldiskussion: i4j Community
- Monique Morrow
- Sven Littorin
- Pat Windham
- Aleksandar Kocic
- Anka Wittenberg, Senior Vice President und Chief Diversity & Inclusion Officer, SAP

15:00 Uhr - Pause
15:30 Uhr - Neue Erwerbsmodelle: Technologie als Treiber

Keynote: Dr. Christian P. Illek, Personalvorstand Telekom AG
Präsentation der Ergebnisse aus dem Design-Thinking-Workshop
Paneldiskussion

- Dr. Christian P. Illek, Personalvorstand Telekom AG

- Inger Paus, Microsoft, Head of Economic and Social Policy, Microsoft Deutschland
- Dr. Stefan Heumann, Mitglied der Geschäftsführung stiftung neue verantwortung
- David Hanf, Vorstand Bundesverband Deutsche Start-ups

16:30 Uhr - Abschließende Diskussion
17:00 Uhr - Ende der Veranstaltung

Anmerkungen

[1leider verpasst. Es gab draussen auf der Terrasse eine sehr wertvolle Diskussion mit einem Hochschul-Kollegen und Freund, die einen hohen Wert hatte, den wir beide durchaus genossen haben - im Dialog.


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