AVIS Accident Announcement

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 24. April 2016 um 01 Uhr 57 Minutenzum Post-Scriptum

 

Eigentlich könnte ja die Reise mit dem richtigen Auto durch richtig beeindruckende Landschaften so schön sein, auch bei "schlechtem" Wetter ...


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... wenn es eben nicht doch ab und zu auch andere Autos geben würde ...


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...die von Menschen gesteuert werden, die die aufgestellte Verbote und zum Fahren ausgegebenen Gebot nicht respektieren.


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In diesem Fall war es ein Pontiac, der sich rückwärts aus seiner Parklücke in Bewegung setzte auf damit quer auf die Seite des gemieteten roten 2016er Mustangs aufprallte

Ein Unfall also.


Doch: Was danach passierte, war ebenso ärgerlich wie das Ereignis selber.

Der Verursacherin des Schadens gab unumwunden zu, hier Mist gebaut zu haben. So weit, so "gut".

Aber die Bitte, nun die Polizei anzurufen, wollte sie nicht erfüllen: Nein, die kämen nur bei Personenschäden oder anderen schwerwiegenden Unfallfolgen. Von denen hier nicht die Rede sein konnte.

Also, die zweite bitte an sie, dann doch zumindest die Mietwagenfirma AVIS anrufen um zu klären, wie weiter zu verfahren sei.

Was sie auch tut. Um 10 Minuten später zu berichten, dass sie dort niemanden habe erreichen können.


Da stehst Du nun, inmitten dem Schlamassel und musst selber entscheiden - und handeln.

Wie gut, dass zur Vorbereitung der Reise auch zwei Telefone präpariert worden waren. Mit dem einen, das mit der T-Mobile-US-Nummer, nochmals bei AVIS angerufen. Und dabei dann mit dem zweiten Smartphone Fotos gemacht , um die Situation zu dokumentieren.


Der Dialog mit AVIS- Agentin, die, wie sie am Schluss mitteilte, eigentlich von BUDGET war - war ein Spiessrutenlaufen.

Nachdem es ca. 15 Minuten gedauert hatte, um überhaupt jemanden sprechen zu können - die Einzelheiten dieser ganzen Schalt- und Wartezeiten mögen hier den geneigten LeserInnen erspart bleiben - hatte diese Dame am Ende der Hotline nichts anderes zu tun, als über das Telefon eine Reihe von Fragen abzurufen, die sie dann an ihrem Bildschirm einzutragen hatte.


Zu diesen Fragen gehörten selbst solche nach der eigenen Adresse und Telefonnummer. Dabei hatte sie schon zuvor schon die Reservierungsnummer erhalten. Dennoch war es ihr offensichtlich nicht möglich, über diese Nummer auf die eigenen Kundendaten zugreifen zu können.

Und nicht genug damit: Bereits die Abfrage der Stadt, von wo aus der Wagen reserviert worden war, war nicht einfach zu beantworten, da selbst der Name "Berlin" hatte buchstabiert werden müssen.

Im weiteren Verlauf des Interviews kamen dann Fragen wie: ob der Wagen versichert sei - und bei welcher Gesellschaft ... geradezu unglaublich, wie hier mangelndes Datenmanagement und schiere Bürokratie ineinandergreifen. Das ist ja unter "normalen" Zuständen kaum auszuhalten. Wie aber dann erst, wenn der Wagen gerade in einem fremden Land von einem anderen gerammt worden war.


Auch das Angebot an die Agentin, doch mit der "gegnerischen Partei" zu reden und sich über die Sachlage zu informieren, wurde ausgeschlagen.

Irgendwann - nach einer ebenso nachdrücklichen wie nachhaltige Wortattacke . war es schliesslich dann doch möglich, das Eine und Andere in Bewegung zu bringen.

Nachdem die beiden Damen dann schliesslich doch miteinander geredet hatten, sagte die Pontiac-Fahrerein, dass ja nun alles geklärt sei und dass sie nunmehr wegfahren könne.


Uns so fuhr sie ihren Wagen erneut aus dem Parkplatz heraus und macht sich von dannen,während die Fragen seitens er Agentin immer noch weitergingen.

Der langen Rede knapper Sinn war dann letztendlich die Genese einer incident #.

"00624797"

Am Schluss entschuldigen wir uns nochmals gegenseitig ob der harten Worten, die im Verlauf des Gesprächs gefallen waren und beenden damit - fast eine Stunde später - das Telefonat.

Wie gut, dass das Telefon gerade zuvor noch im Wagen aufgeladen worden war...

P.S.

Im Nachgang zu dem hier dargestellten Bericht sei pro forma noch angezeigt, dass sich weder auf die Mail-Nachricht an die Firma, noch bei der Rückgabe des Wagens am Abend des 21. April im Rent-a-Car-Building am McCarran International Airport in Las Vegas, noch bei einem Vorsprechen am AVIS-Preferred-Schalter in Tegel am Tag danach irgend jemand für die nochmalige Darstellung des Falls und Fragen zu seiner Bearbeitung interessiert hätte.

In Berlin war es sogar so, dass nach der Vorlage des entsprechenden Fahrzeugdokuments aus den USA der Vorgang nicht einmal (mehr) im System gefunden werden konnte.

WS.


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