DLD16 Bitchain-Nachlese...

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 27. Januar 2016 um 15 Uhr 01 Minuten

 

I.

Eben noch in München, jetzt schon wieder in Davos... aber wer Don Tapscott an keinem der beiden Orte erlebt hat, der kann ja das neue Buch bestellen, das sein Sohn, Alex Tapscott, und er zusammen zum Thema BLOCKCHAIN REVOLUTION geschrieben haben. Das Buch wird ab dem 10 Mai bei Penguin Random House erscheinen. Sein genauer Titel lautet: BLOCKCHAIN REVOLUTION: How the Technology Behind Bitcoin is Changing Money, Business, and the World

Am 18. Januar 2016 hatte Don zu diesem Thema auf der DLD 16 gesprochen. Es gibt dazu eine Art LIVEBLOG, aber keine Aufzeichnung.

Dazu Don auf seinem twitter-account: "Sorry everyone. The electrical power failed here at #DLD16 I guess that means there won’t be a video of my talk. :( "

Aber nein: Don was wrong. Und hier ist er, livehaftig, mit seinem Vortrag:

II.

Wenden wir uns nun aber seinem Sohn Alex zu. Er hat 2015 in London über die zweite Internet-Generation gesprochen.

Zum einen im Rahmen dieses Blockchain Workshops:

Aber eigentlich macht es fast noch mehr Spass ihm zuzuhören, wenn er beschreibt, wie ihm sein Vater im Alter von 7 Jahren erstmals gezeigt hat, was ein Computer kann- und was er damit anfangen konnte:

Zuvor haben sich beide schon im Blog der Huffingtonpost geäussert: What’s the Next-Generation Internet? Surprise: It’s All About the Blockchain!

III.

Am 19. Januar gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema: "Disrupt the Banks!" unter der Beteiligung folgender Herren [1]:
— Christian Angermayer, Apeiron Investment Group, Founder and CEO
— Markus Braun, Wirecard AG, CEO
— Jeff Stewart, Lenddo, Founder

Frage von Harry Nelis: Warum wird die Bank-Industrie (erst) jetzt bedroht?
- durch die massive Dichte der Mobiltelefone und der "social footprints"
- ...
- durch geringere Transferkosten
- durch neue FIN-Technologien wie NFC
- Vertrauensbildung in den Online-Handel
- der Markt hat sich - seit der Krise in 2008 - erheblich verändert
- die "dummen Banken" riskieren von den "neuen Banken" geschluckt zu werden
- nicht mehr die Bank ist die Referenz, sondern eine der erfolgreichen Dienstleistung
- Dienstleistungen jenseits der Regulierung und Basel III werden schnell wachsen
- die Bonität wird mehr und mehr erfolgreich durch Algorithmen geprüft (werden)

Beispiele: InterHyp, Craigs-List, Apple-Pay,

Der grosse Vorteil in "Continental Europe" ist die weitgehende homogene Regulierung über alle Länder hinweg. Das ist ein Vorteil, da das Internet keine nationalen Grenzen hat.

Ja, in Europa geht es eher darum, die Dienstleistungen zu verändern, zu verbessern, ...
In den "Emerging Markets" sind die Aufgaben viel deutlicher auf die Sicherung und Entwicklung der jeweiligen Existenz gerichtet.

Achtung: Wer sich auch diese Diskussion nochmal anhören will, versuche die Aufzeichnung nicht über die Suchfunktion auf der DLD-Seite zu finden: Wird dort der Filter "Business & Finance" aktiviert, lautet das Suchergebnis: "Sorry, we don’t have any video matching those search parameters."

Hier aber ist ein Mitschnitt der Diskussion dann doch zu finden:

Im focus-Onlne-Interview vom 19. Januar 2016, 11:23, wird der Burda-Digitalvorstand Stefan Winners danach gefragt, welche Trends unsere Zukunft bestimmen werden. Und auch für ihn gehören die FinTecs zu einem dieser drei wichtigsten Trends:

IV.

Dass dieses Thema (erst) jetzt und an dieser Stelle nochmals aufgegriffen wird, hängt mit einem Artikel von Stefan Betschon aus der NZZ vom 21. Januar 2016, 16.26 Uhr zusammen. Er lautet:

Kryptografie
Bitcoin am Scheideweg
Kapazitätsengpässe behindern das digitale Zahlungs-system, Bitcoin leidet unter dem eigenen Erfolg

und bezieht sich auf einen Eintrag von Mike Hearn in medium.com vom 14. Januar 2016: The resolution of the Bitcoin experiment und die daraufhin einsetzenden Reaktionen, die er danach auch ein einem eigenen "followup" weiter auskommentiert hat. [2].

Eine lange Geschichte in einem Satz zusammengefasst: Einer der Ziehväter dieses "Experiments" sieht diese als gescheitert an - und hat mit dieser Sicht der Dinge für einen echten "Währungscrash" und viel Aufregung in der Szene gesorgt.

V.

Ebenfalls in dieser Woche, am 20. Januar 2016, wurde von Markus Köbnik im puls-Netzlexikon ein Text über "B wie Blockchain" veröffentlicht, über dessen letztem Teil die Überschrift steht: "Klingt irre. Aber da muss es doch noch einen Haken geben, oder?"

Wer auch jetzt immer noch nicht weiss, worum es eigentlich wirklich geht, kann sich ja den akustischen Info-Floh aus der gleichen BR-Redaktion ins Ohr setzen:

Anmerkungen

[1Einmal mehr: Alles "nur" Herren. Und alle in der selben Kostümierung: Weisses Hemd, offener Kragen, dunkler Anzug (Zweiteiler) , leichtes dunkles Schuhwerk.

[2"I got a lot of feedback on my last article, both positive and negative. Most of the negative feedback was in the form of conspiracy theories about me, rather than addressing the issues raised. That’s disappointing."


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