7 Tage nach der WISO Google Doku

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 18. Januar 2016 um 19 Uhr 38 Minutenzum Post-Scriptum

 

Vorbemerkung

Nach der Erstausstrahlung des Films als WISO-Doku vom 4. Januar 2015 ist dieser Beitrag zumindest 7 Tage in der ZDFmediathek zu sehen (gewesen?). Da wir nicht wissen, ob dieser Film auch über diese Zeit hinaus noch online zur Verfügung stehen wird, werden an dieser Stelle einige ausgesuchte Zitate zur Diskussion zur Verfügung gestellt.

Dies ist die Ausgangsthese des Films:

Es folgen Zitate von:

Prof. Sivia Vaidhyanathan (Autor des Buches: The Googlization of Everything [1] )

Brian Kennish (war 7 Jahre Programmierer bei Google)

Yvonne Hofstetter (Unternehmerin) versus Kay Oberbeck (Sprecher Google Nordeuropa)

Stefan Fraedrich (Student beim Google Developers Launchpad Training im Werk 1)

Kay Oberbeck (Sprecher Google Nordeuropa versus Prof. Julian Nida-Rümelin (Philosoph)

Eric Schmidt (Verwaltungsratsvorsitzender Google) & Prof. Wolfgang Schulz (Direktor Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft)

Christina Deckwirth (Lobby Control)

Dieter Janecek (Wirtschaftspolitischer Sprecher B90 / Grüne)

Prof. Heribert Prantl (Chefredaktion, Süddeutsche Zeitung)

Zum Abschluss Zitate von:

Yvonne Hofstetter, Prof. Julian Nida-Rümelin, Christoph Hertz, Julia Köberlein, Prof. Heribert Prantl

Im Abspann dieses Films sind genannt:

Eike Petering, Alexander Poel (Autoren)
Thorsten Eifler, Georg Schönhofer, Thomas Stille (Kamera)
Hubert Müller, Ralf Hartwig (Schnitt)
Roland Meyer, Ernst Münzhuber, Louis Münzhuber (Ton)
Matthias Plarre (Grafik)
Frank Glaubrecht (Sprecher)
Elisabeth Haarmann (Archiv)
Till Stegmann (Produktionsleitung)
Marcus Niehaves, Thomas Klein (Redaktion)

Nachbemerkung

Selbst wenn dieser Film nicht länger als bis zum heutigen Datum online zur Verfügung stehen wird, werden die dort vorgeführten Beispiele und ausgeführten Äusserungen weiterhin food for thought geben.
Denn es stellt sich nicht nur die Frage: nutzen oder nach Alternativen suchen? Es stellt sich auch die Frage: mitmachen oder die Mitarbeit meiden? Und: die Angebote der Förderung annehmen oder nicht?
Mehrere der hier im Film auftretenden Personen sind dem Autor dieses Beitrags bekannt, teils seit vielen Jahren und aus Zeiten, wo diese noch keine Angestellten dieses Konzerns waren.
Als sich das geändert hatte, waren die Lebensentwürfe nicht mehr identisch. Aber gerade das macht es umso interessanter, diesen Dialog nach diesem kritischen Spotlight fortzusetzen: Mit Respekt und ohne Reue vor der eigenen Entscheidung, einem anderen Weg den Vorzug gegeben zu haben.

P.S.

Dieser Beitrag hat eine Reihe von Reaktionen ausgelöst, auch in den USA.

Eine von diesen, von einem Deutsch-Amerikaner, auf deutsch geschrieben, wird hier, exemplarisch und in Auszügen, zitiert.

Wahrlich: "food for thought"!

Darin wird gefragt, warum dieser Art von Berichterstattung vor allem aus Deutschland zu kommen scheint. Und weiter: "Mir ist bewusst, dass die Reportage (hauptsaechlich) nur die eine Seite beleuchtet hat, aber gibt es irgendjemanden, der auch Mal Erfolge/positive Seiten aufzeigt?"

Da sei zum Beispiel der junge Unternehmer, der in der "Zusammenarbeit" mit Google ein eigenes Unternehmen aufgebaut habe. Darauf könne er ebenso wie sein Land, Deutschland, doch stolz sein. "Im Bericht kommt es mir so vor, als wenn er sich schlecht fuehlen muesste und einen Packt mit dem Teufel geschlossen hat."

Es folgt die Frage, warum denn bei den vielen Beispielen aus München nicht auch jemand vom (weltweiten) [Google] "’Privacy Team’ (sogar eine recht grosse Abteilung)" zu Wort gekommen sei: "Ein Sprecher von denen waere im Bericht super gewesen, darf aber wahrscheinlich sich nicht oeffentlich aeussern?"

Hier in Auszügen einige weitere Beobachtungen:
- "Den "Test" am Anfang, halte ich fuer puren Unsinn, da nicht erklaert wird, was dort wirklich gemacht wird."
- "Bin geschockt, dass also [als] Loesung nur der Ruf nach den Politikern folgt. Die ja schon der ’Verstuemmelung’ des Internets durch die Telekom u.a. zugestimmt haben (derren Lobbyarbeit funktioniert also praechtig)."

Wie schon gesagt, hier spricht kein Google-Lobbyist, sondern ein kritischer Deutscher, der sich jetzt in den USA eine neue Existenz aufgebaut hat - und von dort aus aus dem Staunen nicht herauskommt, wenn er in der ZDF-Videothek sieht, wie skeptisch "wir Deutsche" diesem Konzern gegenüberstehen.

Dialoge wie dieser bedürfen dringend der Fortsetzung!

Anmerkungen

[1"So how, exactly, does Google rule the Web? Through its power to determine which sites get noticed, and thus trafficked, Google has molded certain standards into the Web. Google has always tended to degrade the status of pornography sites in response to generic or confusing search terms, thus making it less likely that one will stumble on explicit images while rarely blocking access to such sites entirely. Google has ensured that the Web is a calmer, friendlier, less controversial and frightening medium-as long as one uses Google to navigate it."


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