Was Photoshop kann, wenn man weiss, wie...

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 27. November 2015 um 13 Uhr 29 Minutenzum Post-Scriptum

 

Vor einer Woche war auf dieser Seite erstmals wieder von adobe und deren Lizenzbestimmungen die Rede: "Was adobe® verlangt, wenn man adobe® will"

Heute nun der Hinweis auf ein Schulung im Rahmen eines Seminars, das sich an alle Bildjournalisten/-innen richtet,
"die ihre Fotos professionell nachbearbeiten müssen. Vermittelt werden Techniken und Shortcuts für eine zeitsparende, effektive Bearbeitung, die einem hohen journalistischen Anspruch genügt. Lernen Sie, wie Sie mit Photoshop Ihre Aufnahmen knackiger, schärfer und optimaler gestalten und so einen Vorsprung zur Konkurrenz bekommen."
Weiter, so die Ankündigung:
"Im Kurs beginnen wir mit der RAW-Entwicklung des Bildmaterials und erlernen, wie hier das Maximum aus unserem digitalen Negativ herausgeholt werden kann - Objektivverzerrungen und Vignetten korrigieren, Farbstiche entfernen, über- oder unterbelichtete Bildbereiche korrigieren, Rauschen entfernen, die richtige Bildauflösung für die Weiterverarbeitung in Photoshop wählen.
Weiter geht es dann in Photoshop mit verschiedenen Einstellungen für Farben, Belichtungen, Kontraste, Schärfe und Unschärfe. Außerdem lernen Sie die mächtigen Werkzeuge des Programms zur Bildretusche kennen - optimale Techniken für das Entfernen von Staub, Unreinheiten, unerwünschten Gegenständen oder Personen im Bild etc.
"
"Zuletzt beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Arten des Bild-Exports aus Photoshop, mit Farbräumen, Auflösungen, Bildrahmen, dem Einfügen von Logos, Wasserzeichen etc.
Nach dem Kurs sind Sie in der Lage, die erlernten Techniken selbstständig anzuwenden und mit ein bisschen Übung Ihre Bilder ab dann professionell zu bearbeiten. Es handelt sich um einen Mitmach-Kurs, keinen Frontalvortrag.
"

Als Voraussetzung wird "Das Mitbringen eines eigenen Laptops mit Maus und installiertem Adobe Photoshop (ab CS)" empfohlen.

Zeit:
Donnerstag, 26. November 2015, 10.00 bis 17.30 Uhr

Ort:
DJV Berlin, Geschäftsstelle, Alte Jakobstraße 79/80, 10179 Berlin

Seminarkosten inkl. Imbiss und Getränke:
99 Euro für DJV-Mitglieder, 199 Euro für Nicht-Mitglieder

Dozentin:
Fotografin und Bildbearbeiterin Evangeline Cooper (http://blog.evangeline-cooper.de/?page_id=2)

Anmeldung:
Bitte melden Sie sich verbindlich an: info@djv-berlin.de


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Zur Vorbereitung:
Die Empfehlung, sich eine Reihe der Tutorials anzusehen - und vielleicht auch in der Praxis zu nutzen - die heute schon free-of-charge im Netz zu finden sind. Wie zum Beispiel dieses hier:
http://www.photoshop.com/tutorials/5834
Hier ist zu sehen, wie "die Software" "er-findet", was die Kamera gar nicht mit erfasst hat. Und wie die Software das Bild nach jenen Wünschen verändert, die der Fotograf als Designer an sein Bild hat.
Faszinierend - aber auch erschreckend? - zugleich.

Zur Durchführung
Alle wissen Bescheid, kennen sich aus, können folgen.
Beim eigenen Start gelingt dieses nicht. Und während schon Zug um Zug die einzelnen Features beim Bearbeiten von RAW-Bildern erläutert wird, gelingt es im gesamten Verlauf des ersten Kursteils nicht einmal das für die Übung vorgegebene Beispiel-Bild anzuzeigen:

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Damit werden alle Funktionen wie Rauschreduzierung und Objektiv-Korrekturen etc. nicht erprobt, da es nicht gelingt, aus der Bildvorlage ein Format abzuleiten, das von der aktuellsten Version von Photoshop gelesen ist.
Also bleiben nur Hinweise hängen, wie
- die "8 bit genügt", das das Auge kaum in der Lage sei, mehr als das aufzulösen
- Farbraumbestimmungen wie ADOBE-RGB sind von Vorteil, vor dem Druck sind Umwandlungen wie in CMYK ggf. notwendig. Diese sind am besten zuvor abzufragen. Achtung: SRGB-Farbräume können gar nicht gedruckt werden.

Stopp: Es stellt sich heraus, dass die auf dem Rechner vorliegende Version 5.5. NICHT die aktuellste ist. Nach dem Öffnen auf dem eigenen Rechner sind ganz andere Dinge zu sehen sind als die, die bei der Schulung vorgeführt werden.

Also wird in der ersten Pause die aktuellste Version über die Creative-Cloud heruntergeladen, nachdem zunächst einmal diese aktualisiert wurde. Danach wird die vorliegenden Version 5.5 gelöscht und die CC 2015 - Version gestartet... mit einem verheerenden Ergebnis:


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Inzwischen ist die Mittagspause angesagt - und durch. Während dieser Zeit wurden alle Adobe-Anwendungen vom Rechner gelöscht.


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In der Schulungszeit des Nachmittags wurde dann die aktuelle Photoshop-Version erneut geladen, extrahiert und installiert. Mit genau dem gleichen Ergebnis.


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Damit ist das Ergebnis dieses Tages ein doppelt negatives:
- statt der noch funktionierenden Version 5.5. gibt es nunmehr keine Version mehr auf dem Rechner, die einsatzfähig ist.
- der Kurs dieses Tages - der auch nicht gratis war - hat letztendlich kaum irgendeinen Nährwert gehabt, da all die auf der Leinwand vorgführten Möglichkeiten und Optionen nicht selber durch praktisches Nachvollziehen hätten eingeübt werden können.

P.S.

Noch in der Nacht werden alle Systemfunktionen des Rechners, eine DELL PRECISION Workstation, geprüft und für gut befunden.
Am Folgetage gibt es ein Gespräch mit dem ADOBE-Support. Nach der Prüfung alle Vorgänge wird das System nochmals im abgesicherten Modus gestartet. In dem es läuft. Weiter wird telefonisch erklärt, dass alle Standard-Windows 7 Prof. 64-bit-Dienste mit der aktuellen Version einwandfrei laufen sollen.
Für die weiteren Test wird der Directory-Service-Repair-Dienst eingeschaltet und alle Startprogramme, die nicht von Microsoft, von Adobe, Intel oder Dell stammen, ausgeschaltet.
Deaktiviert werden auch der
— ITbrain Agent von Teamviewer
— AMD External Events Utility
aber auch diese Dienste waren nicht für den Konflikt verantwortlich. Also wurden nochmal alle Dienste und Startoptionen aktiviert. Mit dem vorhersehbaren Ergebnis.
Also werden alle bisherigen Nutzer des Rechners nochmals angeschrieben und nach möglichen anderen Verursacher-Programmen zu fahnden.
Parallel dazu werden in der "msconfig.exe"-Datei alle Microsoft-Dienste ausgeblendet und alle anderen noch aufgeführten Dienste deaktiviert. Dann wird der Rechner neu gestartet... und das Problem bleibt dennoch weiterhin bestehen.

Anzumerken bleibt noch, dass bei der Inanspruchnahme des telefonischen Supports folgende Aussage zu akzeptieren ist, als Default-Ansage sozusagen:
Ihr Anruf kann überwacht oder aufgezeichnet werden, um qualitativ hochwertigen Service zu geleisten.“


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