Blog-Notes

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 22. Februar 2015 um 18 Uhr 22 Minuten

 

Hier zunächst ein Ausschnitt / Zusammenschnitt aus der Sendung "Was mit Medien", die auf Deutschlandradio Wissen am 5. Februar zu hören war.

Dort entspinnt sich zwischen den Moderatoren "Daniel Fine" und " Herr Pähler" der folgende Dialog (hier zu hören samt Einleitung zur Sendung):

Sie zitieren Richard Gutjahr aus seinem Blog vom 5. Februar 2015, in dem er schreibt:
"Bloggen ist kein Beruf. Bloggen ist eine Lebenseinstellung. Man bloggt nicht, um damit reich zu werden. [...] "Oft steht das Geld sogar im Weg. Dadurch, dass man immer gleich ans Geldverdienen denkt, bringt man sich um das, was das Bloggen ausmacht: Leidenschaft und Authentizität."

Dass sich Richard Gutjahr nun gleich mehrmals mit seiner Schreibmaschine in Szene setzt, oder sitzend an seinem Laptop mit einer Kamera und dem Mikro daneben... wer’s mag, mag’s mögen. Das ändert aber Nichts an der inhaltlichen Übereinstimmung über das, was wir dort auf diesen Online-Seiten seit Jahr und Tag tagtäglich tun.

Allein: Es wird immer wichtiger, dieses Tun in einem grösseren Zusammenhang zu sehen - und zu stellen.

Dazu empfiehlt sich die englischsprachige Lektüre des Textes von Ben Thompson vom 2. Februar 2015, in dem er sich dem Abschied des Bloggers Andrew Sullivan von seinem Tun und der These von Ben Smith "blogging is dead" deutlich widersetzt.

Ja, so sein Credo auf http://stratechery.com/2015/bloggings-bright-future/: "Twitter has replaced link-posts and comments, Instagram has replaced pictures, and Facebook has replaced albums and blogrolls; now Medium is seeking to replace the essay."
Aber, so Ben Thompson, damit sei die Funktion eines Blog noch lange nicht aufgehoben - oder überholt, sondern sie sei die Wiege eines "new, sustainable journalism that strikes an essential balance to the corporate-backed advertising-based ’scale’ businesses".

Weiter zu schreiben bedeutet also - schlicht und einfach - weiter zu leben.

WS.

PS.

Zwei Tage nach dieser Publikation veröffentlicht die dpa am 18. Februar ab 10 Uhr ein erstes Whitepaper zu der Frage: "Welche Chancen Liveblogs den Medien bieten". In der Pressemitteilung ist gleich zu Beginn davon die Rede, dass für die Nachrichtenportale die Liveblogs " immer mehr zu einem wichtigen Element der Berichterstattung " werden.

Echt?

" Welche Erfahrungen führende Medienmacher mit den Liveblogs bereits gesammelt haben, zeigt nun das erste Whitepaper, das die Nachrichtenagentur dpa herausgegeben hat "

Hier ist das Inhaltsverzeichnis:

Editorial
Christoph Dernbach, dpa

Welche Themen eignen sich?
Süleyman Artiisik, dpa

„Ein guter Ticker will geplant sein“
Joachim Dreykluft, Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag

Liveblog „Zuckermuth“ von der Fußball-WM 2014 in Brasilien
Roland Schmitt-Raiser, Main-Post

Success factors and differing requirements
Nicklas Larson, Tidningarnas Telegrambyrå

„Kassel live“ als zentraler Nachrichtenticker einer Stadt
Horst Seidenfaden, Hessisch-Niedersächsische Allgemeine

Infografik: Fünf Erfolgsfaktoren für erfolgreiches Liveblogging

Das gesamte elektronische Konvolut kann von dieser Seite:
- http://www.dpa.de/dpa-Whitepaper.1137.0.html
nach Angabe einiger Empfängerdaten heruntergeladen werden.


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