Digitalisierung als Achillesferse...

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 2. Februar 2015 um 11 Uhr 28 Minuten

 

15. Januar 2015 • Senatssaal des Bayerischen Landtags  [1]


Digitalisierung als Achillesferse für die deutsche Wirtschaft?
Wege in die digitale Zukunft

Vorab gleich der editorische Hinweise, dass alles wenn vielleicht auch nicht mit heisser Nadel gestrickt, aber doch sogleich und unmittelbar Online auf diese Seite geschrieben wurde.
Das bedeutet, dass dieser Text weit davon entfernt sein könnte, fehlerfrei zu sein [2], oder vollständig [3].
Auch sogleich die Bitte um Nachsicht, dass nicht in allen Fällen die Namen der Urheber der einzelnen Beiträge genant werden. [4]

Hier also zunächst das im Verlauf des Vormittags auskommentierte Programm:

09:30 Pressekonferenz

- Dr. Malthe Wolf, TNS Deutschland GmbH, München
präsentiert die Teilnehmer, darunter auch seinen jungen Kollegen, dessen Name leider durch den vor ihm aufgebauten Monitor versteckt war... [5]

und der u.a.folgende Findings präsentierte:

— Es gibt nach wie vor ein Bestreben, sich an dem Bestehenden festzuhalten
— Es gibt grosse Herausforderungen an die Lehrer, sich dieser Aufgabe zu stellen
— Auch die Politik hat sich endlich diesen Herausforderungen zu stellen und hier noch viel aufzuholen
— Funktionale und monetäre Ziele sind wichtiger als der Datenschutz
— Viele Deutsche (vor allem die über 40) lassen lieber die Finger weg vom Internet
— Höhere Dominanz anderer Regionen, und zwar der USA und in Asien
— Wieder "Think Big" denken: "für die Siemens’ und Bosch’ dieses Landes"
— Forschung, Entwicklung und Vermarktung müssen besser genutzt werden
— Kooperationsbereiche sind die der Innovation, Forschung und Entwicklung

Es gibt ein Wechselspiel von Wirtschaft und Gesellschaft. Auch heute sind Männer immer noch digital kompetenter als Frauen. Hier stehen noch grosse Aufgaben an, denn dieser Wandel wird nicht schnell passieren können. Auch dann, wenn wir gerne von den "Schnellbooten" in der Wirtschaft sprechen.

Summa Summarum:
Ja. Die Digitalisierung IST die Achillesferse. Es gibt Optimismus, aber wenig Vertrauen in die Politik. Und: die Digitalisierungskompetenz ist DIE Schlüsselqualifikation.

- Staatssekretär Franz Josef Pschierer:
Die Strategie "Bayern Digital" bedeutet: Schaffung einer Infrastruktur, die den aktuellen Anforderungen entspricht. 18,5 Milliarden Euro sollen bis 2018 für den Ausbau an eigenem Geld ausgegeben. In Garching soll das ZD.B für 100 Millionen ein Zentrum für Digitalisierung gegründet werden. Ausgebaut würde auch ein Gründer-/ Start-up-Zentrum für Internet und digitale Medien in München. Und: drei Plattformen werden eingerichtet für Industrie 4.0, für vernetzte Mobilität und für die Fragen der Sicherheit. Das Ganze soll - zusammen mit der ACATECH - von einem Beirat begleitet werden. Das Leitmotiv: "Wir wollen keine digitale Spaltung dieser Gesellschaft"
Ja, diese Studie hat keine ausreichende Kompetenzzuweisung für die Politik erbracht. Und dabei gäbe es eine enge Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsministerium.
Wichtig ist auch eine anstehende europäische Regulierungsinitiative "Wir müssen uns hier anders aufstellen"
Ein weiterer Schwerpunkt: die Aus- Fort- und Weiterbildung für die MINT-Programme

- Jürgen Walter, Fujitsu
Die Wertschöpfungskette ist zu digitalisieren. Vor allem bei den global erfolgreichen deutschen Unternehmen.
Die technische Dimension und die Datenschutzdimension sind von hoher Bedeutung. Hier sind viele Unternehmen auch heute noch überfordert.

Fragen aus der Journalistenrunde [6]: Die Software kommt aus den USA, die Technik aus Asien. Kann Europa, kann Deutschland wieder zu einem technischen Treiber werden? Wenn ja: Wo sind noch die Stärken?
Walter: Ja, es gibt kaum noch deutsche IT-Champions. Auch in R&D gibt es Tag für Tag neue Kämpfe um neue Märkte. Aber: "Wir bei Fujitsu müssen in unsere Server keine von diesen ’Schweinereien’ einbauen".
Ja: Dieser Drift ist eine grosse Herausforderung. "Ich teile diese Sorge".

Eine weitere Frage: Kann in Deutschland eine industrietaugliche Plattform aufgebaut werden?
Pschierer: Die These war: das sei nicht die Aufgabe des Staates. Heute ist die Breitbandversorgung der ländlichen Regionen aber eine staatliche Herausforderung geworden. "Wir werden das bis 2018 schaffen und wollen dann hier in Deutschland Spitzenreiter sein." "Wir stellen uns diesen Voraussetzungen".

Frage: Was ist mit dem Patentwesen? Was bedeutet das nach TTIP?
Dowling. Das ist fachlich sehr sehr speziell.... aber das Thema ist wichtig.

Die Veranstaltung


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10:30 Begrüßung
- Staatssekretär Franz Josef Pschierer, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, München

Dank an Picot, an Blume, an Dowling...
Diese Digitalisierung gibt es grosse neue Herausforderungen. Heute verschwimmen die Branchengrenzen. Zum Beispiel zwischen den Autobauern und den Softwarehäusern. Aber der Rechtsrahmen stammt noch aus dem analogen Zeitalter. Die Studienergebnisse sollen in die aktuellen Aufgaben der bayerischen Wirtschaft einfliessen. Die Innovationsbereitschaft der Politik ist noch nie so gross wie zuvor. "Bayern soll zur Leitregion des digitalen Aufbruchs in Europa werden." "Wir messen und hier mit Paris, London und anderen Regionen".
Der Beweis ist die Finanzierung, mit zwei Säulen: In die Infrastruktur in die Regionen. Hier hat es einen Paradigmenwechsel gegeben. Die Breitbandversorgung ist auch eine Aufgabe der öffentlichen Hand. Und dort, wo der Markt versagt, müsse die Politik eingreifen. Mit 1,5 Milliarden. Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern mit insgesamt 500 Millionen bereitstellen wollen. Und mit ZD.B, einem Zentrum für Digitalisierung für ganz Bayern. Mit 100 Millionen zu finanziert. Und ein Gründerzentrum für Internet und Medien in München. Der Beirat soll kein geschlossener Kreis bleiben.
Und: es geht auch im Gesellschaftspolitik.

- Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags ist nicht anwesend

- Prof. Dr. Michael Dowling, Universität Regensburg und MÜNCHNER KREIS leitet ein und preist seinen nachfolgenden Redner, seinen Vorgänger auf der Position des Vorsitzenden des Münchner Kreises [7].

10:40 Digitalisierung – eine Achillesferse für die deutsche Wirtschaft?
- Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot, Ludwig-Maximilians-Universität München

Seine Aufgabe: für die Thematik sensibilisieren. Es geht um die Metapher der Achillesferse und der "digitalen Achillesferse". Es geht um neue Herausforderungen auch des Trainings, es geht um neue Handlungsfelder. In diesem Zusammenhang führt er u.a. aus:

Die deutsche Wirtschaft ist gut gestählt, gesichert und gerüstet.
Aber es gibt die Möglichkeit der Verwundung. Wird aber die deutsche Wirtschaft daran gleich sterben? Nun, die Wirtschaft in Deutschland ist ausgesprochen kleinteilig. Zu mehr als 50% sind das Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern. Ist das ein Vorteil oder ein Angriffspunkt?
Dazu die folgenden Fragen nach den Prozessen, nach den Produkten und Dienstleistungen - und nach den Geschäftsmodellen.
Das Thema der Echtzeitsteuerung der Wertschöpfungsnetze ist die Folge der hohen digitalen Durchdringung. Internet und Big Data sind aber nicht mehr die Themen, die in Deutschland beherrscht werden. Und das ist eine Risikosituation. Dann ALLE Wirtschaftsbereiche werden von der Digitalisierung erfasst. Auch so traditionelle wie die des Handwerks oder der Pflegedienste oder der Gastronomie. Es folgt ein Verweis auf die These Andreessens aus dem Jahr 2011: "Software is eating the world". Und ein aktueller Bezug auf ein deutsches Premium-Auto, das heute schon mit über 30 intern installierte Antennen bestückt ist.

Aber: SAP und SIEMENS und DATEV und SOFTWARE AG sind die einzigen deutschen Unternehmen, die in den Top 50 der global Players noch zu nennen sind.

Sind wir also wirklich auf diese neue Welt vorbereitet?
All das ist auch eine mentale Herausforderung. Viele der "Alten" sind zu sehr "pfadabhängig". Wichtig ist "die schonungslose Aufklärung und Schulung". Und das bedeutet auch Prozesse der Selbstkannibalisierung zu entwickeln und zu akzeptieren. Und sich zu internationalisieren.
Beispiele, die Mut machen sollen: schnell starten, einen CDO berufen, Leuchtturmprojekte installieren. Denn: "Trotz vieler schöner Broschüren ist hier viel wichtige Zeit verloren worden" [8].

11:00 Zukunftsstudie Phase VI in Schlaglichtern
- Dr. Malthe Wolf, TNS Deutschland GmbH, München

Motivation und Umsetzung:
Das hier ist keine Auftragsstudie, sondern eine gemeinschaftliche Arbeit von ganz vielen Menschen aus ganz viele Unternehmen.
Die Digitalisierung soll immer in ihrer ganzen Breite erfasst werden. Und das Thema damit interdisziplinär entwicklet. Und: Als offene Diskursplattform wirken.

Ergebnisse:
"Amerika & Asien dominieren" - (wie) wollen wir wieder Treiber und Gestalter dieser Entwicklung sein?
Kundennähe, Kundenmacht, Netzeffekte und Koproduktion... was ist die Zukunft des industriegetriebenen Denkens?
_ Es gibt eine extreme Vielschichtigkeit. Digitalisierung ist durch die Vernetzung zunehmend komplex: "Wir brauchen so was wie digitale Osteopathie"
Es gibt DAS eine Leitbild nicht mehr.
Wir brauchen systemische Lösungen.

Übergreifende Erkenntnisse und Resümees:
Es gibt 6 Zukunftsräume und 29 Thesen. Man kann sich nicht mehr auf 1 These konzentrieren, daher zumindest diese Konzentration auf die folgenden Zukunftsräume:
— Verharren in ausgedienten Handlungsmustern: Zu wenige denken in brachenübergreifenden Wertschöpfungsnetzen, das meinen aktuell 60% der Experten. Wir müssen auch das Scheitern zulassen um daraus zu lernen.
— Aus- Fort- und Weiterbildung müssen auf die neuen Herausforderungen angepasst werden.
— Die Ministerien und ihre Ressorts werden den Herausforderungen der digitalen Gesellschaft nicht gerecht: das meinen derzeit 86% der Befragten.
— Es gibt nach wie vor einen grossen Mangel an Datensouveränität: das meinen immerhin 65% der Experten. Datensouveränität ist ein Schlüssel zur digitalen Ökonomie.
— Ist "Made FOR Germany" nicht eine Sackgasse? Mehr als die Hälfte der Experten sieht das so. Wir seien zu perfektionistisch, so der Vorwurf. [9]]. Weg vom Kopieren, hin zum Adaptieren der digitalen Prinzipien.
— Die Entwicklung ist zu schnell für die deutsche Wirtschaft, das meinen aktuell 63% der Befragten. Des bedeutet auch neue Methoden der Forschungsförderung. Und eine neue Nutzung der Netzwerke des Mittelstandes. [10]

Ja: Die Digitalisierung ist eine Achillesferse. Und dennoch gibt es einen extremen Optimismusfaktor. Und wenn so wenig Vertrauen in die Politik besteht, muss die Wirtschaft hier in die Bresche springen. Mit Mut und Unternehmertum. Und mit der Entwicklung neuer Kompetenzen und Qualifikationen.

Abschliessend wird das Selbstfahrer-Auto von Google dem Mercedes-Projekt gegenübergestellt, das jetzt in Las Vegas auf der CES zur Präsentation gekommen ist. [11]

11:20 Freischalten der Zukunftsstudie
- Kernprojektteam Zukunftsstudie

http://zuku14.de/

Es wird an dieser Stelle nochmals ausführlich darauf hingewiesen, dass die in diesem Jahr vorgelegte Print-Version [12] nicht mehr die Studie selber beinhalte, sondern deren wichtigste Ergebnisse zusammenfasst: Als Leitfaden zum Studium des Online-Angebotes.

11:30 Impulsvorträge der Herausgeber

Hier eine unsystematische Zusammenfassung wichtiger Aussagen und Thesen:

— Skalierbarkeit, um schnell auf den internationalen Markt zu kommen, ist nicht ausreichend gegeben. Aber machbar! Weil der Markt es erfordert. Das meinen derzeit 24% aber für die Zukunft 65% aller Befragten. Dabei ist das Kapitalerfordernis in der Bewertung eher nachrangig wichtig.

— Komplette Aufgabe von bewährten traditionellen Geschäftskonzepten. "Der flexible Mensch" ist inzwischen auch eine Aufgabe für das Management. Das meinen heute bereits mehr als 30% der Experten.

— Der Wandel zum Positiven muss in den Schlüsselindustrien gelingen. Auch das meinen schon heute mehr als 30% der Befragten... wenn es denn eine digitale Infrastruktur gibt und eine deutlichere Orientierung an dem Kunden. Digital Natives und Start-ups sind mit in diese Prozesse einzubeziehen.

— Kreativität und vernetztes Denken verlieren immer mehr an Relevanz, obgleich diese Anforderung immer relevanter wird. Und die es zu fördern gilt. Das meinen 25% der Experten. [13]

— Die Aus- und Weiterbildung von IT-Spitzen-Fachkräften wird unzureichend gefördert: "Ja" sagen über 40% der Experten. Wichtig sei es auch, die Attraktivität des Standortes zu erhöhen, damit die guten Fachkräfte nicht allzu schnell wieder abwandern.

— Insgesamt ist das Ausbildungssystem eine Achillesferse, aber hier sind viele Veränderungs- und Verbesserungs-möglichkeiten geplant und schon auf den Weg gebracht worden.

— Digitale Politik ist nicht "up-to-date". Das sagen die über 500 Interviewpartner, die Hälfte mit einem IKT-Hintergrund, die andere Hälfte nicht. Vor allem die Gesetzgebung hinkt hinterher: 47% der Befragten stimmen dieser Ansicht zu. Und behaupten mit 39%, das sei 2025 immer noch der Fall. Aber EU-seitig gäbe es Hoffnung für die folgenden Jahren!

— Das Thema der Datensouveränität ist nur eine "gefühlte Achillesferse". Die hohen Standards sind ein Vorteil für den Standort Deutschland, sagen 2/3 aller Befragten. Die Nutzer akzeptieren die Erfassung und Verwertung ihrer Daten, wenn sie davon wissen. Das meinen heute schon knapp 40% der Befragten. Ein Geldschein ist "securtity by design" - und dahin müssen wir in der IT noch hinkommen. Zur Zeit sehen nur 7%, dass diese Aufgabe schon erfüllt sei. 2025 wären das schon über 50%.

— Die Durchsetzung von weltweit akzeptieren, offenen Standards gelingt der Deutschen Wirtschaft nicht. Dieser Meinung waren 48% der Experten.

— Der Anlagen- und Maschinenbau kann für die deutsche Erfindung einer "Industrie 4.0" neue offenen Standards setzen. Hier ist aber die Kooperation mit der Politik von grosser Bedeutung.

— Ist das Silicon Valley wirklich die Orientierungsmarke für die deutsche Industrie? Das meinen nur 18% der Experten. Kopieren würde nicht weiterführen, das Adaptieren dagegen schon.

— Kreativität und Kooperationsbereitschaft und unternehmerisches Handeln werden in Zukunft neue Früchte tragen können, meinen schon heute 30% der Befragten.

Jörg Heuer, Telekom Innovation Labs: Ist die Entwicklungsdynamik zu schnell für die deutsche Wirtschaft?
— erfolgversprechende Innovationen aus Deutschland scheitern zu oft im internationalen Markt, das meinen 40% der Befragten.
— Kann Deutschland zum aktiven Treiber und Gestalter werden? Nein: Forschungsförderung kommt nicht an, das haben 60% der Befragten behauptet. Ja: 31% sagen, dass sich das auch scalieren lässt.
Wir als Telekom kaufen kaum noch Waren und Angebote aus dem deutschen Markt. [14]
— eigene Ökosysteme sind Standard im internationalen Wettbewerb... da behaupten nur 20% der Befragten. [15]

Soweit das Ende der Mitschrift dieses Tages. Was folgt ist ein Hinweis auf die noch nachfolgenden Programmpunkte, auf die Programmfolge des Vorabend und einige spontane Einlassungen des Autors:

14:00 PARALLELE WORKSHOPS “WEGE IN DIE DIGITALE ZUKUNFT”

16:00 Zusammenfassende Berichte aus den Workshops und Abschlussdiskussion

17:00 Ende der Fachkonferenz Get-Together


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Am Abend zuvor gibt es die Auftaktveranstaltung im Max-Joseph-Saal in der Residenz München mit dem folgenden Programm:

18:00 Begrüßung
- Markus Blume, MdL, Bayerischer Landtag und Mitglied im Beirat Bayern Digital des Bayerischen Wirtschaftsministeriums
- Prof. Dr. Michael Dowling, Universität Regensburg und MÜNCHNER KREIS

18:15 Digital und vernetzt – welche Innovationen braucht Deutschland?
- Prof. Dietmar Harhoff, PhD, Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, München

18:45 Digitalisierung als Achillesferse für die deutsche Wirtschaft?
Wege in die digitale Zukunft – Übergreifende Ergebnisse
- Tanja Kessel, EICT Berlin
- Prof. Dr. Jörg Eberspächer, Technische Universität München

19:00 PODIUMSDISKUSSION
Moderation: Daniel Finger, rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg, Berlin [16]
- Markus Blume, MdL, Bayerischer Landtag
- Prof. Dr. Michael Dowling, Universität Regensburg und MÜNCHNER KREIS
- Dr. Bernhard Engel, ZDF Mainz
- Thomas Hahn, Siemens AG, Erlangen
- Prof. Dietmar Harhoff, PhD, Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, München
- Dr. Rainer Kallenbach, Bosch Software Innovations GmbH, Waiblingen
- Dr. Jan Krancke, Telekom AG, Bonn
- Rupert Lehner, Fujitsu Technology Solutions GmbH, München
- Robert A. Wieland, TNS Deutschland GmbH, München

20:15 Aufbruch in die digitale Zukunft
- Dr. Bernd Wiemann, deep innovation GmbH, München

Get-Together

Kommentar und Ausblick:

Dieser kommt an dieser Stelle noch sehr kursorisch daher. Und dennoch sei für die Folgezeit ein Break vorgeschlagen. Und angeregt, für das nächste Mal die Erkenntnisfindung einer solchen Studie in einer anderen Form voranzubringen.
Wie das geschehen könnte, dazu hier erste Anregungen, die aus dem Rückblick auf die vergangenen Jahr und unter dem Eindruck dieses Tages spontan entstanden sind:
- weniger Komprimieren, sondern versuchsweise einmal ganz bewusst die Vielfalt der zunächst fast 100 Thesen "zur Blüte zu bringen"
- und dafür - damit das nicht zu einer Überforderung sondern eher zu einem Vergnügen wird - ganz andere Möglichkeiten und Formen der Darstellung wählen; jetzt, wo die eigentliche Tiefe dieser ungeheuren Fleissarbeit nicht mehr zwischen zwei Buchdeckeln zusammengefasst wird
- einen Rückblick auf die bisherigen Findings zu wagen und offen zu diskutieren, was das "Alles" wirklich bisher gebracht hat und welche Motivation es noch gibt, so weiterzumachen wie bisher
- im Verlauf eines Jahres einmal das "Wilde Denken" riskieren und die Positionen nicht mehr nach Mehrheiten zu werten, sondern in der Opposition zueinander
- die eigene wissenschaftliche Methodik in Frage zu stellen, das "disruptive thinking" aus seiner Exotenecke herauszuholen und selbst als Format zu erproben
- selber zu schauen, was sich jenseits der Fachwissenschaft an Indikatoren für diese neue Zeit der Digitalisierung tut: In der Kunst, in der Philosophie - und vor allem auch im internationalen Diskurs.
- ja: all diese Findings sollten noch stärker in den Zusammenhang einer internationalen Diskussion zu stellen: Die Trends und Kulturen in den USA und Asien sollten nicht kopiert, sondern kompetent gegen die Strich interpretiert und als Herausforderungen angenommen werden.

Will man diese und noch viele weitere Vorschläge in diese Richtung auf einen oder zwei oder drei Nenner bringen - trotz aller Komplexität - dann wären das diese:

1. Die Zukunft nicht länger nur aus dem Zeitstrahl von dem Heute ins Morgen betrachten, sondern a: historisch aus-/be-werten und b: von Positionen aus eruieren, die jenseits der aktuell vorstellbaren Zeit- und Zukunftsachsen liegen (Stichwort: Beyond Vision Methodology)

2. Erfahrungen als Qualitätssensoren erlauben, selbst wenn diese nicht wissenschaftlich begründet werden können, ja, selbst solche Versuche wie das systematische Zulassen des Zufalls erlauben (Stichwort: Serendipity)

3. Sich - und sei es zunächst nur in einem Probelauf - dazu entscheiden, nicht länger nur die Zukunft der Digitalisierung gedanklich erfassen zu wollen, sondern anzufangen darüber nachzudenken - ja: zu spekulieren - was nach der Digitalisierung kommt.

Und: Was man als Teil dieser Gesellschaft "eigentlich" will.

Anmerkungen

[1Herr Staatssekretär Pschierer, seit vielen Jahren der Schirmherr der Studie, sagt: "Dies hier ist eines der schmuckesten Parlamente der Bundesrepublik", macht jedoch darauf aufmerksam, dass der Hausherr nicht der Staat, sondern die Stiftung des Maximilianeums sei.

[2... und ein Online-Korrekturlesen nicht möglich war, da es nur auf der Strecke bis Nürnberg einen W-LAN-Anschluss im Zug gab, nach dem Umstieg in Richtung Berlin dagegen nicht mehr

[3... vollständig ist er schon deshalb nicht, da zu Beginn der PK mehrmals die Onlineverbindung zusammenbrach und die zwischenzeitlich hier eingeschriebenen Zeilen nicht abgespeichert wurden, sondern im Nirwana des Vergessens verschwunden sind.
Der erste Teil der Eintragungen zur PK ist damit samt und sonders nicht mehr Gegenstand der Aufzeichnungen.

[4In den uns zur Verfügung gestellten Unterlagen waren weder die Teilnehmer an der PK namentlich ausgewiesen, noch die der einzelnen Herausgeber, die in ihren "Impulsvorträgen" Stellung bezogen haben. Klar, normalerweise lässt sich sowas schnell nachfragen und eintragen, aber nicht, wenn man zeitlich eins-zu-eins diesen Bericht hier verfertigt.

[5Dank einer aufmerksamen Leserschaft wurde der Name alsbald souffliert: Robert A. Wieland. Merci! WS.

[6... für die keine Mikros bereitstehen, so dass diese sich schliesslich vor das Podium stellen und die Mikros der Redner nutzen...

[7Habe im Dezember seinen Siebzigsten gefeiert und mache keinerlei Anstalten, sich "zur Ruhe zu setzen", was er nunmehr sogleich unter Beweis stellen würde.

[8Wohl wahr. WS.

[9???

[10Ein sehr interessanter Punkt, dem grosse Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Denn die in diesen Unternehmen langfristig entwickelten Werte und Wertschöpfungsprozesse stehen zu Revision an, können aber zugleich mit fortschreitender Digitalisierung eine ganz neue Art einer Wertigkeit erfahren.

[11Ein Kommentar aus dem Kreis der HerausgeberInnen: Wie gut, dass Google dieses Projekt auf die Beine gestellt hat, in Deutschland hatte man diese Konzeptionen schon ebenso frühzeitig entwickelt - und dann zunächst auch wieder einstellen wollen.

[12Hier als PDF zur Kenntnis:

PDF - 1.4 MB

[13Auch dieses Thema verdiente an anderer Stelle nochmals ein höheres Mass an Aufmerksamkeit. Zumal wenn es um die Zeitenwende in jene Entwicklungen geht, die nach der Digitalisierung einsetzen werden.
Die These - ganz kurz: Das Verschulen der Ausbildungsgänge in Deutschland / Europa kann allein nicht die Kompensationsstrategie gegen die Gewohnheiten des Auswendiglernens und "Paukens" sein, die in Asien noch weit ausgeprägter sind als hier in Deutschland. Vielmehr geht es um Kompetenzen wie die Bewältigung von hochkomplexen Aufgabenstellungen - ja, vielleicht sogar um den Entwurf einen "Dialektik 2.0" (ohne die auch eine "Industrie 4.0" auf Dauer nicht wettbewerbsfähig sein wird).

[14Aber warum, hier die Frage, werden die Router heute nicht mehr bei AVM, sondern aus der VR-China eingekauft?

[15Gründlichkeit braucht Zeit, so die These: Das gilt insbesondere für Datenschutz u.v.a.m. Frage, warum wird dann ISDN jetzt abgekündigt???

[16Sein Wirken wurde übereinstimmend in nachfolgenden informellen Gesprächen bei Saft und Wein gelobt und darauf hingewiesen, wie schwer es sei, eine solche grosse Runde in tatsächlich zu einem belebenden Diskurs zu motivieren.


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