Medien Tage München (II)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 24. September 2015 um 16 Uhr 19 Minutenzum Post-Scriptum

 

Gestern gab es ein ausdrückliches Lob für die BR-Lounge. Dort gab es auch den Hinweis, dass heute um 7:20 Uhr auf dem B5-aktuell Sendeplatz das "Top-Thema des Tages" zu den Medientagen ein Experteninterview ausgestrahlt werden wird. Der Versuch, dieses auf der Position http://www.br.de/radio/b5-aktuell/programmkalender/sendung-732310.html zu einem späteren Zeitpunkt nachzuhören oder als Podcast aufrufen, scheiterte, da es in dieser Form nicht angeboten wird. [1]

Thesen

Nele Heise, Hans-Bredow-Institut

Publikumsdiskussion

Nele Heise, Hans-Bredow-Institut
Daniel Bröckerhoff, freier TV-Journalist
Thomas Hinrichs, Informationsdirektor BR
Jochen Rausch, Programmchef WDR 1LIVE

Moderation

Andrea Kister, stv. Leiterin B5 aktuell/Nachrichtenredaktion


- Stefan Liebig: Viacom Int. Media Neworks.
Ja, die neuen Verbreitungswege haben massiv zugelegt. Web TV in einem Jahr 50% Zunahme. Aber das klassische TV hat nicht deshalb abgenommen. 94% auf 93% "Rückgang". Von 24 - 43 % Zugang an Tablet-Nutzung.
Die vielen Endgeräte, die breitbandigen Kapazitäten sind da: Das ist heute schon "normal". Die Frage ist heute die nach den Geschäftsmodellen. "Wie kriege ich die ganze Party bezahlt"? Ein Content sollte über 5 Jahren abgeschrieben worden sein. Das gesamte Ecosystem dazu passt dazu noch nicht. Das zu machen ist nicht so spektakulär, aber genau so wichtig.
Die Plätze 1 bis 5 auf der Fernbedienung sind nicht mehr so entscheidend? Oder doch?!
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es die Digital Natives akzeptieren, dass es in dieser neuen Verbreitungswelt "free-to-air"-Angebote gibt, eine Bezahlschranke voraussetzen - und so aktzeptiert werden: in einem Jahr von 14 - 25%.

- Jonathan Dähne: dailyme.tv

500 tsd unique user online. Die Smartphone-Nutzung ist höher als die Tablet-Nutzung. Das Verhältnis ist 70 zu 30. Und es gibt nur wenig Überschneidungen.
3% haben keinen Fernseher mehr.
Nutzungsanteil vor allem zwischen 6 bis 9 Uhr, oder Nachts gegen 23 Uhr.

Man kann "TV" überall dann sehen, wann man will. Und ohne Buffering, weil die Inhalte schon auf dem Gerät vorliegt. Die Nutzer gucken im Durchschnitt 16 bis 18 Videos im Monat.

Ist "Engagement" eine eigene Währung?

Nach wie vor gibt es Vorurteile gegen eine werbefinanzierte Angebotsform.

- Thorsten Schütte-Gravalaar: smartclip
Bestätigt im Gegensatz zu den zuvor Genannten diesen Shift weg vom Fernseher. Verweis auf die ARD-ZDF-Online-Studie und die Nutzung-Daten der Videotheken.
Über die Nutzung werden eine halbe Milliarde Downloads gefahren pro Monat.
Jetzt gilt nicht länger nur die Reichweite, sondern auch die Verweildauern. Diese neue Währung hat jetzt eine neue Bedeutung und Wirkung.
Wie soll das denn gehen, wenn "jeder" heute pro Monat Geld haben will: von Spottify bis Zattoo.
Wir haben Möglichkeiten, die unterschiedlichen Ansprachen auf den unterschiedlichen Plattformen neun zu koordinieren.
80% der Gelder für lineares TV gehen an zwei Häuser
die Umfelder im Digitalen sind sehr fragmentiert, das ist aber nicht nur ein Nachteil, sondern auch ein Vorteil. Ja: Ein Riesenpotenzial. Und das bedeutet eine neue Art der Refinanzierung. "Programmatic Buying" ist das Stichwort.
Heute wird nicht mehr Reichweite bezahlt sondern Wirkung?

- Jörg Meyer: ZATTOO [2]

1.5 Mio Zugang. Und von denen haben 15% keinen Fernseher mehr. Es gibt keine festen Adressen für den klassischen TV-Konsum mehr.
Das Angebot wird vor allem dann genutzt, wenn sonst kein Fernseher zur Verfügung steht oder anderweit genutzt wird.
Mit 700 tausend Zahlenden (mit knapp 10 Euro pro Monat) sind wir noch "die Kleienen" im bundesdeutschen Markt.
Es gibt Urheberrechtsprobleme, vor allem in Deutschland, nicht dagegen in der Schweiz.

"Männer wollen nur Sex, Frauen wollen nur Schuhe kaufen - es ist leider umgekehrt."

Ich werde erobert durch die Wikipedia-Nerd und mein Recht auf meine eigene Biographie, das ich

Unternehmen können Schrott verkaufen, solang sie Leute finden, die diesen Schrott kaufen.

80% aller Kaufentscheidungen werden von Frauen getroffen.

Die Privatisierung der Öffentlichkeit verhindert die Diskussion um die Politik.

"Wenn Penisse sprechen verstummt die Demokratie"

"Die Menschen haben nicht mehr das Kapital, sie sind das Kapital"

"Es gibt die Verwandlung zur lebendigen Münze: Mensch"

Die Kopernikanische Wende wird erst jetzt festgestellt. Dass hat Hannah Ahrend in ihrer "Vita Aktiva" schon 1967 festgestellt."

"Dass die Formate des Personalausweises die gleichen sind wie die der Kreditkarte, ist k e i n Zufall."

P.S.

Im Nachgang zu dem Kongress wurde versucht, die hier nur angedeuteten Aufzeichnungen mit den im Netz vorgehaltenen Dokumentationen zu koppeln. Aber auch dieser Versuch misslang.

In der Mediathek wurden sowohl die Suchbegriffe "Hans-Bredow" als auch die Namen einzelner Referenten eingegeben. Als Ergebnis werden 40 Vorträge angezeigt.

Unter dem ersten dieser Namen: "Werner Ballhaus" findet sich dann ein PDF mit den Daten des "German Entertainment and Media Outlook 2014-2018".

Auf der Suche nach "Nele Heise" werden ebenfalls diese 40 Namen angezeigt, jedoch keiner von diesen Einträgen verweist auf die hier gesuchte Referentin.

Ein qualifizierte Auf- und Nachbereitung dieser kursorischen Einträge wird daher zurückgestellt.

Anmerkungen

[1An dieser Stelle könnte sich das Haus echt an dem neuen Webauftritt des Deutschlandradios, aber auch anderer Sender, ein Beispiel nehmen.

[2Jörg schafft es
- zu moderieren u n d die eigene Position zu vertreten
- die Mitbewerber auch zu benennen anstatt zu "bashen".


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