Medien Tage München (I)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 24. September 2015 um 16 Uhr 26 Minutenzum Post-Scriptum

 

Geht man auf die deutschsprachige Programm-Seite der diesjährigen Medientag München findet sich auf http://www.medientage.de/kongress/programm/themen/ eine gute Auflistung der Inhalte nach den folgenden Themen:
Medien
Medien & Gesellschaft
Medien & Netzpolitik
Radio & Audio
Werbung & Marketing
Technik & Innovation
Social Media
Paid Content
Breitband-Internet
Content Marketing

Die URL: http://www.medientage.de/kongress/programm/ dagegen gibt nicht den erwarteten Gesamtüberblick, sondern verweist auf die bereits vorab genannte Themen-Seite.

Das Gesamtprogramm findet sich dagegen auf der Startseite hinter einem "download-button" in englischer als auch in deutsche Sprache und wird hier nochmals zu Kenntnis vorab zu Beginn der Veranstaltungswoche mit eingestellt:

PDF - 622.7 kB

Da die Berichterstattung gerade zu diesem - angeblich dem grössten Medien-Kongress in Europa - auch in diesem Jahr sehr breit sein wird, werden wir uns neben dem Online-Steno-Pflicht-Programm zur Eröffnng an diesem und den beiden folgenden Tagen ganz bewusst auf ehr kommentierende Einzelbeobachtungen beschränken - in der Absicht, diese so auszuwählen und dieses so zu tun, dass wir dabei dabei nicht nur an der Oberfläche hängen bleiben.

Dabei auch gleich der erste Kommentar: Dank der Gastfreundschaft des BR ist es zumindest möglich, in deren Lounge an der Übertragung des Live-Programms ihres Senders teilzuhaben. In der Presse-Lounge dagegen steht ein solcher Stream nicht zur Verfügung und wird auch auf Anfrage nicht angeboten.

So, und jetzt zum Vormittag, an dessen Ausgstaltung offensichtlich noch bis kurz vor Beginn lange herumgefeilt wurde.

Als gesetzt gilt dabei der Eröffnung durch

- Siegfried Schneider, Präsident BLM
Er fasst alle anstehenden Veränderungen nochmals zusammen und verspricht, dass in Zukunft das Angebot auch internationaler sein und in verstärktem Masse auch Frauen berücksichtigen würde.

- Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom
Er macht in den ersten Sätzen auf mit den Kritikern des Internet: Lobo, Zeh, Döpfner. Ja: Diese Debatte sei "richtig und wichtig", das "industrial internet" wird Realität. Und das, das ist der Kern der deutschen Industrie. Und davor solle man keine Angst haben. Und: Die Kunden zahlen lieber mit ihren Daten als mit Geld. [1]. Die Medien sind unfreiwillig die Opfer einer neuen Entwicklung, die sie selber mit angestossen haben.
Wir dürfen die Chancen der Digitalisierung nicht ausgrenzen. 4% aller Beschäftigten arbeiten heute in diesem Bereich. "wir müssen uns einen eigenen Fortschritt bauen" und das solle "bodenständig" sein und "anständig". Und er plädiert für den Aufbruchs der vertikalen Silos.
"Die Regulierung ist zu analog", sagt er. Warum macht Amazon keinen Gewinn? Der Profit der Unternehmen ist kein Punkt mehr, "nur Grösse zählt". Und das haben die Kapitalmärkte gut begriffen. Und daher können diese Dienst auch kostenlos angeboten werden. Siehe i-tunes-Bibliothek oder den Kindle.
Und so macht "das virtuelle Kaufhaus" Amazon zum grössten Retailer der Welt.
Das Prinzip lautet: Je grösser, desto profitabler, da der Wettbewerb ausgeschlossen wird.
Peter Thiel habe gesagt: das Ziel sei die Monopolisierung des Unternehmens. Und das bedeutet aus der Sicht von TH eine grosse Gefahr.
Seine These: "Die Inseln im Softwarebereich wachsen, die Welt wird eher kleiner"
Was tun? Kopieren und geschlossene Standards setzen, oder "bodenständig und anständig" sein: Keine Insellösungen, sondern eine horizontale Integration der Dienstegrenzen. Beispiel: Tolino hat heute 35% des Marktes erobert, mit offenen Standards. Libri ist der neue Partner. Und zuhause gibt es inzwischen KiwiCon. Das sind einige der Antworten auf die Monopolunternehmen.
Also: Vorreiter werden für die Industrie 4.0, so wie es Cisco [2] sieht. Big Data nicht zu machen ist keine Lösung. Die Daten sind in ihrer Gesamtheit und in Echtzeit zu analysieren. "Heute kann der Heuhaufen gar nicht gross genug sein." Aus "BIG" "SMART" machen.
Auch für den Journalismus gibt es neue Arbeitsfelder und Chancen. Die intellektuelle Analyse muss der Journalist liefern. Darin steckt seiner Zukunft.
Die "Datenveredlung" ist heute schon die Zukunft, auch in den Medien. Das Erfolgsrezept sind die Nutzer-Auswertungen von Netflix. Alle Inhalte haben Metadaten. Und diese werden analysiert. Statt dem deutschen TV-Panel mit 10tausend Personen gibt es nun 40 Millionen ständig analysierte Kundennutzungsdaten.
Personalisierte Angebote auf dem first und auf dem second screen. Und alles wird zusammenwachsen und zugleich individualisiert.
Der Mut, das eigene Modell komplett in Frage zu stellen und neu zu strukturieren: Heute ist nicht mehr nur der Inhalt King, sondern ebenso die Empfehlung und die Nutzerfreundlichkeit.
"Hybride Netze mit ausreichender Qualität und Bandbreite sind die Zukunft". 4 Milliarden Euro werden allein in 2014 investiert. Aber wie ist die Refinanzierung möglich? Eine Allianz von Inhalten und Infrastruktur ist angesagt.
Es gibt heute Überregulierung und Fehlregulierung. Bedeutet aber ein "must carry" auch ein "must not pay"?
Die Daten werden die Quelle einer neuen Währung sein. Und das bei dem Schutz der Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger. Big Data zulassen, aber anonymisiert. Und mit den gleichen Regeln für alle in Europa.
Die europäische Datenschutzverordnung muss für alle gleich sein, für ALLE.
Es wird in Zukunft Qualitätsklassen für den Datentransport geben. Und dafür wird es unterschiedlichen Zahlungsmodelle geben. Aber immer unter Wahrung der "digitalen Neutralität".
Die Vermittlerrolle und die Kreativität der Branche ist von entscheidender Bedeutung, um nicht nur das Gehirn der Menschen zu erreichen, sondern auch ihr Herz sei das Ziel.
Weg von den negativen Zukunftsszenarien. Stattdessen Utopien entwickeln, die umsetzungsfähig sind. Keine geschlossenen Inseln, sondern ein ganzer - angstfreier - Kontinent.
"Eine digitale Gesellschaft also, die sich am Menschen orientiert"

Und dann tritt nicht Ilse Aigner, MdL, die Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft, Medien, Energie und Technologie auf, sondern eine kleine schwarzgekleidete wortgewandte Gestalt mit Namen Jeannine Michalsen, die sich traut, dem Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern, Horst Seehofer, entgegenzutreten und in ihr Mikro reden zu lassen.

Hier einige Zitatfetzen aus einen Antworten [3]

Der FC Bayern München hat einen Führungsanspruch. In der Medienwelt? "Ist Bayern einfach top". | Die Digitalisierung ist ein "Segen für die Menschheit" | Es geht um den "digitalen Aufbruch Bayern", um so auch in der Weltspitze mitspielen können. 1, 5 Milliarden Zuschüsse an die Gemeinden im Land. | Telemedizin, elektronische Akten, selbstfahrende Autos | "Ich schimpf nicht über Google, ich nutze Google. Aus. | Ich bin ein ganz intensiver Internetnutzer | [...]

Nicht aufteten werden die danach noch angekündigten:
- Will Keenan, President of Endemol beyond (USA) und
- Marcus Wolter, Geschäftsführer Endemol Deutschland

Stattdessen gibt es dann doch wieder eine Elefanten"Runde" , wenn auch nicht mehr so, wie in den vergangenen Jahren. Stattdessen gibt es jetzt - wieder - einen FERNSEH-GIPFEL zum Thema: "Diskussion: NextTV – Wer dirigiert den Big-Screen im Wohnzimmer?" gemäss der Aussage, dass dem Fernsehen ein neues goldenes Zeitalter bevorstünde.

Es sprechen, in Reihenfolgen ihrer ersten Wortbeiträge:

- Frau Shahrzad Rafati von Broadband TV aus Kanada:
Wir haben immer versucht, mit den grössten Playern zusammenzuarbeiten.
Die Vision? Wir müssen Online-Video weiterentwickeln. Man muss die neuen Konsummethoden kennenlernen - und auch aus den Misserfolgen lernen. Fehler darf man machen, aber nur einmal!
Deutschland ist für uns ein wichtiger Markt und eine hohe Messlatte, was das Thema Qualität betrifft.
Wir wollen auf allen Screens vertreten sein. Auch Live. Auch mit den grossen Shows.

-  Lutz Marmor, Vorsitzender ARD, Intendant NDR
Wir haben alle die Chancen, auch die, Fehler zu machen. Wir können heute vieles auch gemeinsam machen. Auch mit SKY. Wir müssen heute ein Programm für Alle machen. Auch für diese, die heute noch offline sind. Und das sind immer noch 20%. Nicht nur das Internet ist gewachsen, sondern auch das Fernsehen. Wir brauchen Netzwerke, wir suchen Partner.
Im neuen Jugendkanal? Da fallen nun die Fragen der Regulierung weg. "Da musst Du nachhaltig denken". "Und da sind wir lebendiger, als sie vielleicht den Eindruck haben."
Die Leute sind aber nicht permanent unterwegs. Aber die Smart-TV-Nutzer zuhause schliessen die Geräte gar nicht ans Netz an (50%) und von den anderen nutzen es auch nur die Hälfte.
Wir müssen schnell ausprobieren, reagieren. Aber wir haben auch die starken Marken wie die tagesschau oder den Tatort.
_Dass ORAD aus Israel für das tagesschau viel programmiert hat zeigt, dass man das Gute immer noch besser machen kann. Auch international.
Wenn wir im NDR-Fernsehen um 20:15 ein Vollprogramm gegen Rechts machen, dann erreichen Sie nur Minderheiten. Und das müssen wir wissen, und das müssen auch Sie wissen.

- Christoph Krachten, Präsident Mediakraft Networks
Die Nutzer selber sind zu Produzenten geworden. Und die machen das Programm. Und die brauchen auch keinen "Sender" mehr. Das ist ein neues gesellschaftliches Format. Das ist ein neues Öko-System. Es tut ihm leid um die 45 Millionen Gebührengelder der ARD, die für den Jugendkanal ausgegeben werden.
Wer hat noch einen Fernseher - und wer hat ein Smartphone.
Auch wir haben damit die Möglichkeit zu sehen, was das Publikum sehen will.
Wir brauchen Kreativität und wir brauchen Leute, die ideen haben.

- Nico Hofmann, Produzent, Vorsitzender der Geschäftsführung UFA Fiction
Das Event im TV ist für uns nach wie vor der entscheidende Aufschlag. Aber die Online-Verwertung ist wichtig. Und wir haben das auch für die Kollegen im MDR gebaut. Wir müssen und in Zukunft neu positionieren gegenüber Netflix und SKY. Wir haben heute eine ganz andere Konkurrenz am Markt.
"Die Leute picken wie die Trüffelschweine die Qualität aus dem Programmangebot heraus". "Wir wollen nicht diese Berieselungsmethoden" Der Tatort ist deshalb so gut, weil er das einzige Format ist, das sich permaent neu erfindet. Es geht um dieses neue Denken!
Erst am Nachmittag gibt es eine immer breitere Möglichkeit, sich Qualitätsprogramme anzuschauen.
Die riskantesten Entscheidungen, die wir getroffen haben, haben zumeist die grössten Chancen, auch dann am Screen ein Erfolg zu sein. Oft haben die heftigsten Debatten zu den besten Entscheidungen geführt.

- Christoph Schneider. Geschäftsführer Amazon Instant Video
Wir sind keine Konkurrenten, wir sind komplementär.
Und er bringt eine Fernbedienung mit, die man sprachgesteuert nutzen kann.
Wir haben die Chance, eine Geschichte spannend erzählen zu können, so wie ein spannendes Buch, das auch erst nach wie vor eine Spannung aufbauen kann.
Wir bieten an, den Leuten die Drehbücher schreiben, diese bei uns hochzuladen und wir werden sie dann auch schnell fördern oder nicht.

- Wolfgang Link, Vorsitzender der Geschäftsführung ProSiebenSat.1 TV Deutschland
Ist das wirklich so wichtig, das erste "must see" für das free-TV. Das geht klassisch so in Ordnung. Und wir verlängern das dann über die APP, über andere Kanäle, über andere Formate, über Maxdome. Wir müssen heute schauen, was ist drumherum und wie können wir da bespielen? Germanys next Top-Modell hatte online zuletzt eine Steigerung von 80%.
Aber die grossen Shows, das Live-Programm, das möchte man immer noch gerne im Gemeinschaft sehen.
Wir haben in Deutschland ein Qualitäts fernsehen, das seinesgleichen sucht.
Anzubiedern übers Netz, das funktioniert auch nicht. Und wir haben viel riskieren müssen. Und auch mit viel Geld. Und sind damit auch auf die Schnauze gefallen.

- Gary Davey, Sky Deutschland
Jetzt sind wir plötzlich ein Bestandteil der "alten Medien", das ist lustig zu sehen. Und wir haben immer noch nicht das Ziel erreicht, was Pay-TV betrifft. Das gute TV-Programm in Deutschland ist dafür kein Hindernis. Es gibt eine neue Ebene, die wir erreichen wollen. Die Fragmentierung hat viele Veränderungen gebracht. Und wir wissen heute viel mehr über unsere Zuschauer. Aber über 90% schauen immer noch linear.
Wenn man mit einer zu grossen Zuschauerschaft zu tun hat, haben wir zu viele Entscheidungen zu treffen, die sie betreffen.
Wir dürfen uns nicht der Tyrannei der Zuschaltquoten unterwerfen.

- Klaas Heufer-Umlauf, Fernsehmoderator, Produzent, Comedian
T-Home hat bei ihm zuhause Einzug gehalten, da es so einfach ist, auf Knopdruck sofort das richtige Programm zu bekommen.
Fernsehen als der Versuch, "am Leben teilzuhaben"?!
Unterm Strich: Qualitität stetzt sich durch. Dieses positive Vor-Urteil galt nicht immer. Das ist doch was Schönes, um sich auf die Fahnen zu schreiben.

Womit wir auch schon bei ersten Kommentar angelangt sind: Nein, nicht über die erneut mit 100% nur aus Männern besetzten Riege von Podkumsteilnehmern, sondern darüber, dass offensichtlich der Versuch aufgegeben wurde, in dem klassischen Format einer Podiumsdiskussion die alten und neuen "Player" dieser Medien-Szene an prominenter Steller in einen Dialog zu bringen.

Gleich mehrmals ist im Verlauf diese Programm-Angebote dieser Tage von einem neuen "goldenen Zeitalter" des Fernsehens die Rede. Und die Fixierung dieser ersten Diskussionsrunde auf eben dieses Thema macht deutlich, wie sehr man bemüht sich, sich ganz offensichtlich auf "das Bewährte in neuem Gewandt" zu konzentrieren, ja, zu fixieren.

Ist das wirklich gut so?

Zum Nachmittag

Journalismus in Zeiten des Netzes

Einführung

Robert Amlung, Head of Digital Strategy, ZDF

Podiumsdiskussion

- Christian Bollert, Geschäftsführer BEBE Medien
Ja, es geht darum, ganz konkrete Zielgruppen anzusprechen. Wir machen ein junges Kultur-Radio für eine ganz bestimmte Zielgruppe, die nicht nach den aktuellen Hits fragen oder nach Mainstream-Angeboten. Bei Podcast-Angeboten gilt Länge (fast) für einen Ausweis an Qualität. "Do, what you do best, and Link to the rest" (JJ.)
Es geht darum, gute Inhalte zu produzieren. Und Qualität setzt sich auch durch. Wir werden gefunden bei Google-News oder bei Detecor.FM. Und es gibt den Serendipity-Effekt.
Es ist ein privat finanziertes "öffentlich-rechtliches Radio". Denn bei diesen Sendern ist man zu träge.

- Matthias Fornoff, Leiter der HR Politik und Zeitgeschehen, ZDF
in den etablierten Medien ist mehr Vielfalt entstanden. Aber die "Generation Praktikum" allein kann es auch nicht sein.

- Carolin Neumann, Leiterin Vocer Innovation Medialab
Nischen-Projekt-Themen haben ein Zukunft

- Jochen Wegner, Chefredakteur ZEIT ONLINE
Die Zeit, dass man den "Erklärbär" zu machen - nach innen wie nach aussen - die ist Vorbei.
Dem Journalismus ging es nie besser. Wie grauenhaft das "damals! war.
Journalismus ist fantastisch zur Zeit.

Moderation
- Jo Schück, Moderator aspekte, ZDF
Macht das schick und flott: Danke Jo.

- Doug Knopper, CEO Free Wheel [4]

Podiumsdiskussion

- Joachim Bause, Regional Manager, Germany + Switzerland, Avid
Wir verkaufen immer noch 30 tsd Media Composer weltweit. Aber wir produzieren in Umgebungen, die auf zentralisierten Plattformen laufen... um so wieder die Kreativität zu fördern.
Nein, Broadcast ist nicht tot. HD läuft schon jetzt. Und 4K ist in der Vorbereitung. Und OTT wird kommen.
Der Mitbewerber Arvato kann heute Daten austauschen in der Cloud.

- Jürgen Burghardt, Geschäftsführer FKTG und Broadcast Management Berater, Sony Broadcast
Die "Zukunft" ist schon heute. Aber nur dann, wenn es die richtige Standards gibt, und die richtige Managementebene, die darüber liegt.
Der "Asset", der Unternehmenswert ist es, Sicherheit zu garantieren.
Die Technik-Layer, die betrieblichen Layer, die redaktionellen Layer und der Busniess_Layer müssen noch effizienter mitenander verbunden werden.

- Ernst Feiler, Technischer Leiter UFA Serial Drama
Das Wort "Postproduktion" haben wir bei uns schon gestrichen. Wir haben eigentlich nur noch eine Chance in dieser Zeit und in dieser "Schicksalsgemeinschaft". Die Frage ist, wie können wir uns neu vernetzen?
Technologie war bisher "a pain in the ass" - und heute ist der Kreative davon befreit. Heute können wir das alles ermöglichen. Und heute suchen wir nach den guten Ideen. Und was wir heute suchen, ist ein stimmiges Business-Modell. Beispiel: die Toneditoren arbeiten schon zuhause mit Signiant. Mit Webgate von ARRI, die Proxys zum Browsen liegen in der MS - Azure - Cloud. Jetzt ist "Broadcast" das neue Cellulloid.
Wir sind nichts anderes als wertige "Datenhändler" - und das sollte uns doch gelingen, auch die deutschen Tugenden der Branche für die Zukunft neu generieren zu können.

-  Carsten Higler, Abteilungsleiter der Außenübertragung und Technischer Leiter bei der Fußball-WM 2014, SWR
Der Schnitt wird es auch noch in einigen Jahren geben. Aber die Verarbeitung erfolgte zumeist in Baden Baden. Die eher gestalteten Geschichten, die mussten aus Brasilien kommen. Die Daten wurden noch nicht in der Cloud gespeichert, sondern im IBC in Rio und in Baden Baden. Dort in 60 Hz produziert und dann die Konversion auf 50 Hz in Richtung Deutschland gemacht.
Durch die Zusammenarbeit mit dem ZDF 25% gespart in Brasilien auf der Fussball WM. Es gab eine inhaltlich positives debreefing.
Aber mit einen geringeren Budget galt es zugleich, mehrere Kanäle zu bespielen.
Technisch ist heute alles kein Problem mehr, das Problem ist eher redaktioneller Art.

- Joachim Wildt, Vorsitzender der Geschäftsführung PLAZAMEDIA
Wir haben immer noch 6000 Stunden Postproduktion, die wir verkaufen. Aber das Spannende ist das kollaborative Arbeiten. Und wir müssen dahin, wo die Kreativen sind. Wir sind in der zeitkritischen Phase und arbeiten mit EVS und AVID. Seit einem Jahr arbeiten wir auch mit MAKE-TV in cloudbasierten Systemen.
Heute kann "jeder mitkochen" und es muss ganz unterschiedlichen Gruppen schmecken.
Wir müssen den Kunden auch in Zukunft auch ein gutes Reporting anbieten.
Wir müssen eine Media-Faktory sein und diese Generation X Leute einbinden, wo immer sie sich aufhalten werden.

Moderation
- Thomas Aigner, Geschäftsführer AignerMEDIA

Massive disrupted change.... in dieser einfachen Formulierung lässt sich die aktuelle Entwicklung zusammenfassen.
Dabei bleibt das Fernsehen was es ist: Fernsehen. Egal, wo es und wie es gesehen wird. Auf jeden Fall aus Sicht der Nutzer. Das gilt nicht für die Werbeleute. Die müssen sich auf die Wirklichkeit von fragmentierten Screens einstellen. Und auf die verschiedenen Methoden der Messung.
Und seine Firma versucht daraus wieder einen "unified approach" zu machen. Dieses ist ein neues Eko-System.
Sein Stichwort lautet: Programmatic
— dieser Begriff ist nicht richtig definiert.
— die Begriffe von Automatisierung und Data sind zwei verschiedene
— Brands investieren in DSP-channels
— das bedeutet, die Publisher müssen einen Teil ihrer Souveränität abgeben.

Wie mit diesen Herausforderungen umgehen?
Das ist das Angebot seiner Firma: Vertraulichkeit wahren und dennoch den Marketing-Leuten einen direkten Zugang ermöglichen. Und das nennen sie "FourFronts"

P.S.

Als Nachtrag der Hinweis, dass dieser eingangs gestellte Anspruch nicht wirklich umgesetzt werden konnte. Das bezieht sich auf den Versuch, wirklich qualifiziert und nachhaltig live zu schreiben als auch auf die Absicht, aufgrund der im Netz hinterlegten Materialien eine vernünftige Nachbearbeitung vorzunehmen.

Die Fragestellung für die Zukunft wird daher lauten, entweder zeitnah auf einem der inzwischen bekannten Kanäle "dazwisch(t)e(r)nzufunken" oder zunächst offline zu bleiben und dann zu ausgesuchten Themen und Thesen gezielt Stellung zu nehmen.

WS.

Anmerkungen

[1Und das findet TH offensichtlich gut? Er zitiert die Zugriffszahlen.

[2als neuer Telekom-Partner

[3nicht vollständig, da zwischenzeitlich der Onlien-Zugang abgebrochen war, bevor der Text hat gesicher werden können.

[4dknopper@freewhele.tv


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