Netz-Alltag: Text & Kommentar

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 31. Dezember 2014 um 02 Uhr 07 Minuten

 

Nachfolgend beziehen WIR uns auf die Textfassung des Rundfunk-Beitrages vom 29. Mai 2014, ab 9:30 Uhr, aus der Deutschlandfunk-Reihe: Essay und Diskurs

Gleichschaltung oder Befreiung?
Soziales Gefüge Netz-Alltag
 [1]

von Christiane Bender, Professorin für Soziologie an der Helmut Schmidt-Universität Hamburg.

Wir werden hier diesen Text hier in Kursivschrift so einstellen, wie er auf der Seite
http://www.deutschlandfunk.de/neue-medien-gleichschaltung-oder-befreiung.1184.de.html?dram:article_id=282516
zur Darstellung gebracht wird - und sukzessive kommentieren. Und zwar von zwei Positionen als auch Standorten aus, aus bundesdeutscher als auch aus US-amerikanischer Sicht, in Alameda, CA und aus Berlin.

WIR, das sind:

WS = Wolf Siegert, Berlin
&
MS = Marco Schmoecker, Alameda, CA

Was uns dazu in einem parallel geführten Diskurs dazu gebracht hat, sich dieses Textes ausführlicher in Form von darin eingebundenen Anmerkungen, Fragen und Kommentare anzunehmen, ist schnell erklärt: Wir versuchen uns mit Bezug auf diese Aussagen sowohl aus dem Blickwinkel eines US-Bürgers als auch eines BRD-Bürgers zu nähern.

Marco hat vor Jahr und Tag mit seiner Liebsten Berlin den Rücken gekehrt, ist heute Amerikaner, lebt und arbeitet in jener Gegend, die hier in Deutschland vor allem als "Bay Area" oder "Silicon Valley" bekannt geworden ist.

Wolf hat sich bereits in seinem zweiten Lebensjahrzehnt in den USA aufgehalten und arbeitet auch heute noch dort für kleine und grosse, rennomierte Adressen an der West- und an der Ost-Küste, formal gesehen ist sein Lebensmittelpunkt - und sein HUB - die Stadt Berlin.

Die hier wiedergegebene Kommentierung dieses Textes ist Teil eines kontinuierlichen Dialoges dieser beiden - und zugleich eine weitere Fingerüberübung für ein Buch, das aus zwei Welten und in zwei Sprachen ein Thema behandeln wird, sein Titel:

Die postglobale Gesellschaft
The Postglobal Society

Hier gilt es konkret herauszufinden, ob und wie sich ihre Blickwinkel auf die hier vorgestellte Thematik nicht nur aus ihrer individuellen Sicht unterscheiden, sondern auch - bei allen hier angebrachten Vorsicht - aus der kollektiven Sicht ihres Landes.


Die Sendung wurde der folgende Text der Redaktion vorangestellt:


"Täglich erleben Menschen in modernen Gesellschaften, wie sich ihr Alltag durch den Einsatz der neuen Medien verändert. Dem Gewinn an individuellen Zugangschancen zu Kommunikation, Konsum und Wissen stehen erhebliche Verluste im Angebot von personenbezogenen Dienstleistungen gegenüber, an deren Existenz und Qualität die Bürgerinnen und Bürger großes Interesse haben.

WS: Wer oder was bitte sind “Menschen in modernen Gesellschaften”? Die Folgen dieser Entwicklungen sind auch und gerade in Ländern zu spüren, die vielleicht aus Sicht der Redaktion / der Autorin noch nicht als “modern” gelten mögen. Warum etwa gibt es in den Ländern Schwarzafrikas vor allem dort eine steigende Anzahl von Mordopfern, wo die Getöteten “Handys” ihr eigen nannten, mit denen sie auch haben bezahlen können…

MS: Es gilt auch genauer zu betrachten und zu differenzieren, welche "personenbezogenen Dienstleistungen" hier betroffen sind und ob die Buergerinngen und Buerger an diesen auch ein grosses Interesse haben. Eventuell entsteht hier ja auch ein "neuer Freiraum" fuer die wirklich wichtigen "personenbezogenen Dienstleistungen", die eben sehr stark auf der persoenlichen Komponente beruhen.

Schon jetzt ist erkennbar, dass der Online-Handel zu Defiziten in der Versorgung der Bevölkerung durch Läden des Einzelhandels (beispielsweise durch Buchhandlungen) an vielen kommunalen Standorten führt. Der Verlust des spezifischen Primats auf Wissensvermittlung, den Bibliotheken, Schulen, Volkshochschulen und Hochschulen durch das Internet zu bewältigen haben, stellt für diese Institutionen eine enorme Herausforderung dar, mit ungewissem Ausgang. Erlebt die digitalisierte Gesellschaft die Gleichschaltung oder Befreiung des Individuums? Überlegungen zu den Auswirkungen der Entwicklungen auf das soziale Gefüge in Deutschland stehen im Zentrum dieses Essays."


Und hier nun das von uns auskommentierte Sende-Skript:


Watson heißt der neue Arzt. Vor ein paar Monaten wurde er vorgestellt, aber nicht etwa auf einem Ärzte-Kongress, sondern auf der CeBIT, der großen Computermesse in Hannover. Denn Watson ist kein Mensch. Er ist ein gigantischer Parallelrechner, ein Supercomputer von IBM. Künftig soll er in Krankenhäusern und Praxen das medizinische Personal bei der Behandlung von Patienten unterstützen und kontrollieren, wenn nicht gar ersetzen.

WS: Auch wenn sich das journalistisch gut vor-lesen lässt, dieser Satz "Watson heißt der neue Arzt" ist die Projektion einer Haltung, die das Ergebnis einer Analyse zum Besten gibt... die in dem nachfolgenden Text erst noch folgen soll. Oder eben auch nicht folgt. Denn hier wird ganz bewusst im dem Format eines Essays gesprochen und nicht von einer wissenschaftlichen Abhandlung.

MS: Und die vielen existierenden, technischen (computergestützten) "Hilfsmittel" und -Apparaturen werden unter den Teppich gekehrt. Gezielt wird ein (mögliches) Zukunftsszenario herausgegriffen, um die eigene These zu untermauern.

Außerdem lässt sich Dr. Watson mit den Datenpools von Patienten vernetzen, die mit Apps ihren Gesundheitszustand rund um die Uhr überwachen und optimieren. Der digitale Arzt und das digitale Krankenhaus sind keine Utopien einer fernen Zukunft: Schon seit Jahren rufen Patienten in den USA die Tipps der Electronic Nurse zuhause am Computer auf. Sie ersparen sich so eine teure Behandlung und den Weg in die nächste Praxis. Auch die Deutschen, die viel häufiger als ihre Nachbarn zum Arzt gehen, nutzen längst Onlineportale und Chatrooms, um ihre Krankheit selbst zu diagnostizieren.

Computer bekommen eine immer größere Bedeutung für die Behandlung von Patienten. Schon seit Langem werden erfolgreich computergestützte Erhebungs- und Auswertungsverfahren in der Medizin verwendet. Aber der Trend, dass die algorithmisierte Auswertung von massenhaften Patientendaten zunehmend die Grundlage für ärztliche Entscheidungen bildet, beunruhigt. Es ist zu begrüßen, dass Ärzte die Chance bekommen, ihre Praxis vor dem Hintergrund umfangreicher Daten zu überdenken. Aber wenn es für sie schwieriger wird, die Algorithmen ihrer Computerprogramme zu durchschauen, ist Kompetenzverlust die unvermeidliche Folge. Die Patienten sehen sich mit der Frage konfrontiert: Wem vertrauen sie eigentlich? Den Ärzten, den Computern oder sich selbst?

WS: Mit dieser Aussage wird nahegelegt, dass sich "die Ärzte" von "den Computern" die Kompetenz der Entscheidung abnehmen lassen, oder diese nach und nach "in die Cloud" verlegt und damit vom Arzt als Menschen und Fach-Mann /-Frau entfernt wird.

Aus der persönlichen Erfahrung der letzten Jahre liesse sich dieses Thema hier sehr viel weiter entfalten. Und das wird sicher auch für viele andere Personen gelten, deren Erfahrungen nicht unbedingt deckungsgleich sind mit den eigenen. Ob allerdings die nachfolgend geschilderten Mängel in einem ursächlichen Zusammenhang mit der Einführung der EDV stehen, so wie hier behauptet, ist allerdings in Frage zu stellen, solange dafür keine belastungsfähiges Material vorliegt.

MS: Interessant ist die gewählte Herangehensweise, den Ärzten gleich von vornherein die Kompetenz abzusprechen, dass sie den "Computer verstehen" könnten. Der Computer wird hier zum "Uber-Arzt", wo der menschliche Gegenpart nur noch das nachsehen hat. (Was ich selbst betrachten konnte ist, dass Aerzte oft auch versuchen "unkonkret" zu bleiben, da sie sonst auch schnell verklagt werden koennten. Nicht wirklich menschlich, sowohl fuer den Arzt also auch fuer den Patienten.)

Das digitale Krankenhaus

Die Ärzte leiden jedoch nicht nur unter dem Entzug des Vertrauens durch die Patienten. Auch die eigenen Organisationen vertrauen ihnen nicht. Deren Betreiber nutzen elektronische Systeme, vergleichbar wie in vielen anderen Organisationen, zur Steuerung und Kontrolle von Abläufen, Kosten und Personal. Als Folge klagen Ärzte und Krankenschwestern über bürokratische Belastungen und den Abbau ihrer Freiräume. Die Patienten vermissen Aufmerksamkeit und Zuwendung durch das Personal.

WS: siehe oben.

Das digitale Krankenhaus ist ein komplexes Gebilde, auf das verschiedene gesellschaftliche Akteure Einfluss nehmen. Dazu zählen die Unternehmen der Gesundheitsindustrie und Produzenten der digitalen Technologien, die privaten und öffentlichen Betreiber, die Beschäftigten auf den unterschiedlichen Stufen der Hierarchie, die medizinischen Forschungsinstitute und schließlich die Patienten mit ihrem Interesse, nichts für ihre Gesundheit zu versäumen. Im Zuge des demografischen Wandels und des medizinischen Fortschritts ist Gesundheit zu einem massenhaft nachgefragten Konsumgut geworden. Bei nahezu allen beteiligten gesellschaftlichen Akteuren besteht daher Einigkeit, dass die Digitalisierung das probate Mittel ist, um medizinisches Personal mit dem notwendigen Wissen zu versorgen und um Leistungen massenhaft und kosteneffizient anzubieten.

Doch die Gefahr ist groß, dass eine solche technologische Modernisierung im Gesundheitssystem - letztlich nach industriellem Vorbild - zu einer Standardisierung der Beziehungen zwischen den Beteiligten führt. Die nicht-technischen Aspekte der medizinischen Dienstleistungen wie individuelle Zuwendung, gewachsene Erfahrungen und persönliches Vertrauen werden unterminiert und für viele Patienten zu raren Gütern.

WS: Eine reichlich gefährliche These. Hier wird der Arzt in (s)einer Praxis gleichgesetzt mit dem, der in einer Einrichtung arbeitet, die sich ganz anders organisieren muss, wenn sie denn nicht vor den Anforderungen der Patienten kollabieren will.

Dass diese Anforderungen gewachsen sind, zeigt sich daran, dass eine Reihe der ins Krankenhaus Eingewiesenen mehr Vorwissen über ihren Zustand haben als früher. Ob dieses Vorwissen allerdings für die Anamnese, geschweige denn für den Heilungsprozess wirklich immer hilfreich ist, ist noch ein offenes Kapitel.

MS: Fuer mich spiegelt sich hier ein "altes Bild" des Computers wieder. Ziel war es frueher zu standardisieren, damit der einfache Computer die Abläufe abarbeiten kann. Inzwischen (siehe "Watson") entwickeln sich die Computer allerdings in eine Richtung, die vielleicht mehr dem menschlichen Gehirn und Entscheidungsprozessen nachempfunden ist. Also wird alles immer mehr standardisiert wegen dem Computer oder weil die Menschen etwas zu skalieren versuchen, wie ein Produkt oder Firma? Also ist der Computer hier nicht die Ursache, sondern nur das Mittel, um das "menschliche Ziel" zu erreichen?

Krankenhäuser sind in vielerlei Hinsicht ein Brennspiegel des raschen gesellschaftlichen und vor allem technologischen Wandels, den wir derzeit beobachten. In mancher Hinsicht sind wir "bloße" Zeitzeugen, zumeist aber Promotoren, also aktiv daran beteiligt. Die Politik gibt der Bevölkerung Impulse, noch forcierter als bislang, die digitalen Technologien in das Alltagsleben zu integrieren.

MS: Aus meiner perspektive ist die (deutsche) Politik weit hinter den aktuellen technologischen Entwicklungen hinterher hinkt. Jetzt soll "die Politik" ein Impulsgeber sein. Auf der anderen Seite finde ich es recht lobenswert, wenn die Politik hier zumindest versucht den Weg zu bereiten, um Deutschland "im Spiel" zu halten. Am Ende des Tages werden die Konsumenten selbst entscheiden muessen, ob sie die Technologien akzeptieren oder nicht.

Wissenschaftsjahr der digitalen Gesellschaft

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, an dessen Spitze die Diplom Mathematikerin und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, steht, hat 2014 zum Wissenschaftsjahr der digitalen Gesellschaft erklärt. Die Ministerin fordert Auf- und Nachrüstung in Richtung Digitalisierung, Big Data und elektronischer Vernetzung, um Wachstum und Wohlstand für Deutschland zu sichern. Angesichts dieser Mobilisierung können wir damit rechnen, dass die noch nicht digitalisierten Räume unseres Lebens über kurz oder lang unter Veränderungsdruck geraten.

WS: Hier wird in dieser Überleitung nahegelegt, dass "die Politik" dazu aufrufe, solche Verhältnisse herzustellen, wie sie heute schon in den Krankenhäusern schon vorliegen - und also von nur zweifelhalftem Wert sind.

Doch verstehen wir überhaupt, was Digitalisierung bedeutet?

WS: Richtig: Gute Frage. Eine sehr gute Frage!

MS: An dieser Stelle wuerde ich gerne die Politik selbst betrachten, um zu sehen, wie digitale Technologien hier eingesetzt werden. In den USA ist der "digitale Kanal" laengst zur wichtigsten Waffe im Arsenal erklaert worden. Damit werden inzwischen Wahlen entschieden.

Viele Individuen, vor allem jüngere, feiern begeistert die technischen Möglichkeiten, die sich ihnen bieten: Vervielfältigung der Kommunikationsmöglichkeiten, Optimierung der eigenen Handlungschancen, Zugang zu Informationen sowie Steigerung der Selbstkontrolle. Andere fühlen sich hin- und hergerissen von ambivalenten Gefühlen innerhalb eines Prozesses, der immer schneller Tempo aufnimmt, der scheinbar subjektlos verläuft und nicht zu stoppen ist. Denn es geht nicht nur um technische Veränderungen und individuelle Nutzungsstrategien, sondern auch um tief greifende kulturelle Eingriffe, die das Leben der Bürger neu strukturieren. Dafür benötigen sie Einsicht und Überblick, vor allem, wenn sie an der Gestaltung der digitalen Gesellschaft mitwirken wollen.

WS: Gut. Und was sagt uns das auf die soeben gestellte Frage?

MS: Am Besten veraendern wir moeglichst wenig. Veraenderungen veraendern immer so viel. (sorry! :)

Geht es also in der digitalen Gesellschaft um mehr persönliche Freiheit und Befreiung oder droht Gleichschaltung, Kontrolle und Abhängigkeit?

WS: Ist wirklich die Digitalisierung der "Trigger" zur Beantwortung dieser Frage???

MS: Die Digitalisierung als trojanisches Pferd?

Dramatische Veränderungen für die Bürger weltweit

Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments, hat zu dieser Frage Stellung bezogen. Er zweifelt nicht daran, dass weitere dramatische Veränderungen auf die Bürger weltweit zukommen. Er vergleicht daher die digitale Revolution mit der frühen Industriellen Revolution. Mechanisch arbeitende Maschinen ersetzten damals vorwiegend manuelle Tätigkeiten. Die Auswirkungen immer weiterer maschineller Anwendungen waren radikal: Die agrarisch-feudale Welt mit ihren Lebensformen, zwischenmenschlichen Beziehungsmustern und ihrer Kultur wurde in den Abgrund getrieben. Das Industriezeitalter brachte neue soziale Akteure, die Unternehmer und die Arbeiterschaft, mit völlig neuem Selbstverständnis hervor. Ihre Lebensbedingungen waren durch fortschreitende betriebliche Arbeitsteilung, die Trennung von Arbeit und Freizeit, kleinere Familienhaushalte und durch wachsende Städte geprägt. Karl Marx analysierte dieses Zeitalter der Industrialisierung: Die Lohnarbeit habe die besitzlose Masse aus der feudalen Abhängigkeit befreit und individualisiert. Sie brachte ihnen also Vorteile. Aber der Preis dafür sei der kollektive Zwang, der auf jedem Einzelnen lastete, sich mit geradezu militärischer Disziplin der mechanisierten Arbeitswelt anzupassen und zu unterwerfen.

Heutzutage klagen viele Berufstätige, dass die seit der Industrialisierung überlieferten Formen der Arbeitsteilung, insbesondere die Unterscheidung zwischen Arbeit und Freizeit, nicht mehr gelten. Diese Entgrenzung der unterschiedlichen Lebensbereiche erzeugt Stress. Mit Smartphones wird - wie niemals zuvor - die Freizeit an die Arbeitswelt angepasst. Die Leitbilder der modernen Arbeitswelt, Multitasking, Mobilität, permanente Erreichbarkeit und Flexibilität, steuern zunehmend das Privatleben. Mobilfunkgeräte symbolisieren diese Ziele auf unnachahmliche Weise. Viele Organisationen erwarten von ihren Mitarbeitern flexible Verhaltensweisen, die auf deren Freizeit übergreifen. "Abschalten" wird aufgrund des gestiegenen Erwartungsdrucks und der erweiterten Kontrollmöglichkeiten schwer.

Aber auch Individuen ohne beruflichen Druck inszenieren sich mit dem uniformen Verhaltensmuster der Mobilkommunikation. Der Anpassungsdruck an die Technik, den schon die frühe Industrialisierung ausgelöst hat, ist aus den betrieblichen Arbeitsprozessen in das Freizeitverhalten vieler moderner Menschen gewandert. Dennoch haben auch Erwerbstätige ein Interesse daran, die Technik für ihre Ansprüche an eine moderne flexible Arbeitswelt zu nutzen. Die Möglichkeit, am Computer vom Home Office zuhause zu arbeiten und mit den relevanten Informationen und Kommunikationen vernetzt zu bleiben, bietet große Chancen für eine selbstbestimmte Einteilung der Arbeit und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

WS: Gut abgeschrieben. Aber ist das schon eine ausreichende Legitimation, sich mit Bezug auf diesen Diskurs als Essay zu qualifizieren?

MS: Hier sehe ich eine sehr grosse Herausfoderung fuer Deutschland. Die Trennung von Arbeit und Freizeit ist hier traditionell sehr viel ausgepraegter, als z.B. in der USA. In den USA konnten die Menschen also schon seit einiger Zeit lernen damit umzugehen, im positiven und negativen Sinne. In Deutschland sehe ich sehr stark die Tendenz, dass Arbeit nach wie vor 100% Arbeit ist und dann auch noch in die Freizeit etwas "eingedrungen" werden kann. Das kann dann schnell zu einem immer groesseren Ungleichgewicht fuehren. [2]

Kampf um die Macht

Martin Schulz gibt noch einen zweiten wichtigen Hinweis: Der Einsatz von Maschinen im frühen Industriezeitalter spielte sich als politischer Kampf um die Macht zur Regulierung der industriellen Arbeitswelt und des Technikeinsatzes ab. Die dabei erzielten Lösungen unterschieden sich jedoch in den europäischen Kernländern und den USA erheblich: In Europa konnten traditionelle, nicht-technisch dominierte Arbeits- und Lebensformen bewahrt und mit den Interessen vieler Menschen, beispielsweise an der Aufrechterhaltung von patriarchalen Herrschaftsformen im Handwerk und in der Familie, in Übereinstimmung gebracht werden. Die Bändigung des Industriekapitalismus durch weitreichende Regulierungen des Marktes, vor allem des Arbeitsmarkts, durch sozialpolitische Absicherungen, genossenschaftliche Selbsthilfestrategien und die berufliche Bildung prägten und prägen Deutschlands Ringen um eine sozial verträgliche Gestaltung des industriellen Technikeinsatzes bis heute. Dies sollten wir uns vor Augen halten, wenn wir den digitalen Herausforderungen begegnen.

Ganz anders verlief die Entwicklung beim industriellen Späteinsteiger USA: Weder Tradition noch Politik boten nennenswerte Widerstände gegen den marktwirtschaftlich vorangetriebenen, technikorientierten Fortschritt. Energieversorgung, Produktion, Kommunikation, Transport und Konsum wurden technologisch vernetzt und forderten von den Menschen eine ihr gesamtes Leben bestimmende Anpassung ein. Der American Way of Life hieß schon bald Massenproduktion für den Massenkonsum. Die Fließbandarbeit, mit der die Güter des Alltagslebens gefertigt wurden, machte das Prinzip einer im großen Stil erreichten Integration und Kontrolle der arbeitenden Massen deutlich. Deren Anpassung an die technologischen Bedingungen der Arbeitswelt wurde mit der Chance belohnt, die von ihnen nach standardisierten Verfahren produzierten Massenwaren (Häuser, Wohnungen, Autos, Elektrizität, Küchengeräte) zu konsumieren. Massenproduktion und kommerzialisierter Massenkonsum galten und gelten noch heute als Kern einer funktionierenden freiheitlichen Gesellschaft und als Ideal der amerikanischen Demokratie.

WS: Jetzt wird es spannend. Denn hier wird - mit Verweis auf Schulz - gesagt, dass es zwei unterschiedliche Kulturen in den USA und in Europa - sprich Deutschland - gäbe und von daher auch die Bedeutung des Prozesses der Digitalisierung von ganz unterschiedlicher Qualität sei: in seinen direkten wie indirekten Folgen.

MS: Das vermittelte Bild der "Gleichmacherei", die in Amerika vorherrscht finde ich hier interessant. In Amerika kann "man" durchaus Massenwaren konzumieren und gleichzeitig einen sehr individuellen Lebenstil pflegen (wenn man will). In Deutschland finde ich die Menschen da sehr viel klarer aufgeteilt in eines der Lager....

Amerika prägt das Internet

An dieses Produktions- und Konsumideal setzt die Fertigung des Computers für breite Bevölkerungsschichten in den USA an. Thomas Betschon, Experte für Medien und Informatik der "Neuen Zürcher Zeitung", bringt es auf den Punkt: "Das Internet ist durch und durch amerikanisch geprägt." Es sollte in den 70er Jahren kein elitäres Projekt amerikanischer Universitäten bleiben, sondern massenhaft in privaten Haushalten Anwendung finden. Die rasche Eroberung dieses Marktes war das Ziel der Entwicklung von Hard- und Software aus dem vormals militärischen Kontext zum Massenkonsumgut im großen Maßstab.

WS: Dieser Hinweis darauf, dass vieles aus den neuen Entwicklungen zunächst im militärischen Umfeld seine Anwendung fand - oder finden sollte - und dann in den der zivilen Nutzungszusammenhang übergegangen ist, sollte, wenn das Thema ernst genommen wird, mehr Platz finden als nur in diesem kleinen Hinweis. Und dass dann ausgerechnet dieser Hinweis an das Thema der Apple-Nutzung angekoppelt wird - wie hier nachfolgend geschehen - ist schwer nachzuvollziehen.

Die Firma Apple beispielsweise produzierte 1984 den Macintosh als leicht bedienbaren PC, der auch für private Nutzer erschwinglich war. Erst die durchdringende Digitalisierung löst sukzessive das Steuerungs- und Kontrolldefizit der industriellen Massenproduktion, das Verhalten der Individuen zwar zu kontrollieren, aber auf deren Bewusstsein kaum Einfluss nehmen zu können.

WS: Sorry, aber die Apple-Produkte sich nun nicht gerade die sinnstärksten Repräsentanten dieser Entwicklung - oder haben wir einfach nur diesen Satz nicht verstanden - nicht verstehen können?

Worin liegt also das Neue der Digitalisierung? Die digitale Revolution führt die Industrielle Revolution fort.

WS: Nein - und nochmals "Nein": sie führt sie nicht fort, sondern ist das, was man langläufig so gerne als eine "neue Qualität" bezeichnet: Eine ganz eigenständige neue disruptive Entwicklung, die die Grundfesten unseres Wirkens in Kultur und Gesellschaft, Ökonomie und Politik in Frage stellt und neu definieren wird.

Diesmal geht es aber nicht um manuelle Tätigkeiten, die durch Technik ersetzt werden, sondern um die Objektivierung von Wissen, Erfahrungen und Kenntnissen.

WS: Nein - und nochmals "Nein": sie führt sie nicht fort, sondern ist das, was man langläufig so gerne als eine "neue Qualität" bezeichnet: Eine ganz eigenständige neue disruptive Entwicklung, die die Grundfesten unseres Wirkens in Kultur und Gesellschaft, Ökonomie und Politik in Frage stellt und neu definieren wird.

In dieser Hinsicht stehen die elektronischen Technologien in einer langen kultur- und zivilisationsgeschichtlichen Tradition der Menschen, ihr Bewusstsein auszudrücken und zu vergegenständlichen. Aber die Fähigkeit, Informationen und Kommunikationen massenhaft und ohne größeren Zeitaufwand zu speichern, zu vervielfältigen und global zugänglich zu machen, stellt alle bisherigen Methoden, beispielsweise die des Buchdrucks, in den Schatten. Jede Äußerung, jedes Gespräch, jeder Text oder jedes Bild könnte im Prinzip schon während der Herstellung, ohne Bezug auf den Produzenten und auf dessen Kontrolle, gespeichert und weltweit vertrieben werden.

WS: Ist das, wovon hier die Rede ist, eine "Fortsetzung" der industriellen Revolution, oder ist dieser Prozess nicht ein disruptiver Paradimenwechsel, in dessen Verlauf die Welt - einmal mehr - vom Kopf auf die Füße gestellt werden wird...?

MS: Aus dem gleichen Grund ("...ohne Bezug auf den Produzenten und auf dessen Kontrolle, gespeichert und weltweit vertrieben werden...") hatte auch die Musikindustrie lange versucht an "dem Alten" festzuhalten, ist grandios gescheitert und hat sich dabei (fasst) selbst zerstoert. Wo wird sich Deutschland in dieser neuen Welt befinden?

Zunaechst muessen wir unterscheiden, wie und wo ein Gespraech, Text oder Bild endsteht. Wenn ich dies "in der Oeffentlichkeit" (z.B. soziale Netzwerke) mache, dann kann mein Text/Bild sehr schnell (und ohne meine Kontrolle) in the Umlauf gebracht werden, richtig. Aber dessen sollte ich mir Bewusst sein, wenn ich dies tue. Hier sind manche sicherlich zu unbedarft und unueberlegt.

Auf der anderen Seite ergeben sich auch neue Moeglichkeiten fuer einen redaktionellen Prozess. Jeder Text kann schon zur Zeit seiner Entstehung im Netz stehen - damit er wie in diesem Fall zwischen den Autoren, in ständiger Absprache, in einer "Cloud" redigiert wird. Dies widerspricht nicht den "Methoden des Buchdrucks", sondern wird schon seit langem in aehnlicher Weise so betrieben. Neu ist hingegen, dass dieses nunmehr zeitgleich und zugleich an unterschiedlichen Orten stattfinden kann. Der Text zu diesem Skript hat also sozusagen Flügel bekommen, ist schneller als jede Brieftaube. Selbst ihr Flug würd immer noch den Weg von Autor MS zum Autor WS in Anspruch nehmen. Hier hingegen vergeht die Zeit nicht nur "wie im Flug", sondern sie ist quasi in diesem Redaktionsprozess aufgehoben, findet als - scheinbar- gar nicht mehr statt. "Instant collaborartion" ist das Stichwort für diese neue Art des Schreibens. Und ihre neuen Chancen - und Risiken - zu besprechen wäre aus Sicht jener, die schon in der digitalen Welt angekommen sind, viel interessanter. Und zu keiner Zeit haben wir die Kontrolle ueber unser Dokument dabei verloren oder den Zugang fuer Jederman ermoeglicht bevor wir damit zufrieden waren.

Zugang zu immateriellen Gütern

Wissen, Erfahrungen und Kenntnisse sind die Grundlage von Kultur und Zivilisation. Bislang werden in den modernen Gesellschaften diese immateriellen Güter vor allem von Berufstätigen durch personenbezogene Dienstleistungen gepflegt, entwickelt und weitergegeben. Ein ausgebautes Beschäftigungsfeld von Dienstleistungen, die der Öffentliche Dienst, der Markt und der Non-Profit-Sektor anbieten, gewährleistet den Bürgern Zugang zu den immateriellen Gütern, die sie für ihr selbstbestimmtes Leben benötigen. Immer mehr Bürgern steht beispielsweise das medizinische Wissen von Ärzten, das bibliografische Wissen von Bibliothekaren, das überlieferte Fachwissen von Lehrern und das Beratungswissen von Sozialarbeitern zur Verfügung.

WS: Hier scheint es - immer noch - das Modell eines Widerspruchs zwischen der im Arbeitsleben eingebundenen und der des Bürgers zu geben - selbst die Bundeswehr ist da ja schon seit Jahren mit ihrem Modell-Bild vom "Bürger in Uniform" weiter als jenes hier entwickelte Bild von dem "Bürger vor’m Bildschirm".

Ein besonderes Merkmal von personenbezogenen Dienstleistungen ist die unmittelbare Beziehung von Konsumenten und Produzenten. Die digitalen Medien als zunehmend global vernetzte und ent-personalisierte Wissensspeicher werden höchstwahrscheinlich dazu beitragen, viele dieser personenbezogenen, wissens- und letztlich auch vertrauensbasierten Dienstleistungen zu verändern, wenn nicht gar zu beseitigen, die das innerste Wesen heutiger moderner Dienstleistungs- und Wissensgesellschaften ausmachen.

MS: Die "Entpersonalisierung" zieht sich als Thema durch die gesamte Sendung, ohne dass dazu konkrete Beispiele genannt werden. Gerade in Zeiten von "social media" eine interessante Behauptung, aber leider ohne Beweis. Auf der anderen Seite koennten auch Beweise angefuehrt werden, wie Informationen & Fakten evtl staerker personalisiert werden, mit Hilfe des Internets....?

WS: Die Behauptung, dass es mit dem Aufkommen des Internets zu einem potentiellen Zusammenbruch der "Zwischenhändler", der Intermediäre aller Art kommen wird, ist, sorry, naiv. Da hier nicht der Ort für ausführliche Begründungen und Ableitungen ist, an dieser STelle nur dieses eine Beispiel: mehr als die Hälfte aller im Netz ausgewiesenen URL’s, also Adressen, über die man eine Webseite ansprechen könnte, gehört "niemandem", sondern werden ausschschliesslich zum Zwecke des Wiederverkauf von solchen Zwischenhändlern - im Jargon auch "commercial framegrabber" genannt - eingekauft und zur Disposition gestellt.

In Deutschland kristallisierte sich eine dienstleistungsstarke Gesellschaft erst spät mit der Expansion der Bildungseinrichtungen seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts heraus. Nicht Fabriken, sondern Bildungs- und Kultureinrichtungen, wohlfahrtsstaatliche Organisationen, Medienanstalten, Verwaltungen, Tourismus, Museen, Bibliotheken, Restaurants, Cafés, Einzel- und Großhandel mit ihren Angeboten prägen seitdem das attraktive Profil unserer Großstädte. Kulturelle und gastronomische Angebote bieten einem wachsenden Tourismus dankbare Orte. Mit einem vielfältigen Dienstleistungsangebot sichern Kommunen ein hohes Niveau der Versorgungs- und Lebensqualität ihrer Einwohner, zumal für Individualisten. Und Individualisten, die sich aus traditionellen Lebensverhältnissen befreien, sind zumeist besonders bedürftig nach immateriellen Gütern, sei es für ihre Bildungszwecke, sei es für Freizeitvergnügen, sei es um gesund zu bleiben oder lediglich, um das alltägliche Leben mit seinen Risiken zu bewältigen.

WS: Fragen über Fragen: Fabriken: "bäh" - Medienanstalten: "beau"??? Warum gab es denn die Landflucht, doch wegen der Fabriken in den Städten. Sie waren - damals - die "Attraktion". Dass sich diese Pole der Attraktion seitdem geändert haben,ist nun wahrlich anderen dominanteren Faktoren zuzuschreiben als "der Expansion der Bildungseinrichtungen seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts". Oder: Wo soll denn bitte diese Unterscheidung zwischen den Menschen-Massen und den Individualisten hinführen? Oder: ...

Soziale Unterschiede nivelliert

Zudem gelten Gesellschaften, die ihrer Bevölkerung einen umfangreichen Zugang zu sozialen Dienstleistungen bieten, als äußerst friedfertig. Sie haben so die schweren Konflikte der frühen Industrialisierungsphase überwunden und soziale Unterschiede nivelliert. Partizipation und Integration von sozialen Gruppen setzen die Wirksamkeit von Dienstleistungen voraus, oder - um es pathetisch zu sagen - die personenbezogenen Dienstleistungen tragen zur sozialen Ankerung im alltäglichen Training der Kunst des Sich Aufeinander Einstellens bei.

WS: Na, das ist doch zumindest mal eine These [sic!].

Die sich permanent weiterentwickelnden Nutzungsmöglichkeiten der digitalen Technologien werden - soviel ist schon zu erkennen - die persönliche Struktur dieser Tätigkeiten verändern, ja gefährden. Davon sind einfache wie hoch qualifizierte Tätigkeiten betroffen, und besonders Berufe, die mit der Erarbeitung und Weitergabe von Wissen befasst sind. Das in den Dienstleistungen vermittelte Wissen wird sukzessive ent-subjektiviert und objektiviert und mithilfe von industriell gefertigten Konsumgütern global zugänglich gemacht. Die Konsumenten gewinnen dabei zunächst mehr Wahlmöglichkeiten. Sie erhalten zusätzliche Alternativen, die sie sich selbst über ihren Netzzugang erschließen.

WS: Ihre These lautet also: es gibt von Allem immer mehr, aber immer mehr davon ist mit all dem Anderen identisch. Oder?

Aber wie lange werden die realen Angebote der "virtuellen" Konkurrenz standhalten?

WS: Die Frage klingt gut: Der Sieg der "Netzwelt" gegen die "realen" Bedürfnisse der Menschen? In einem Schulaufsatz hätte nach der Rückgabe an der Seite der Kommentar gestanden: "schiefes Bild".

Hier aber soll es nicht um Beckmesserei gehen sondern versucht werden mit diesem Widerspruch darauf aufmerksam zu machen, wie schwer es offensichtlich ist, sich mit einer Denke "des zwanzigtsten Jahrhunderts" sich auf die aktuellen Phänome so einzulassen? Wir können diesem Text viel abgewinnen und gewinnen doch sogleich den Eindruck, wie schwer es der Autorin offensichtlich fällt, die aktuellen Veränderungen überhaupt auch nur er-klären zu können.

Die Ökonomisierung vieler Einrichtungen nach dem McDonald’s-Prinzip hat einer entindividualisierten Massenproduktion von Dienstleistungen nach industriellem Vorbild bereits vorgearbeitet. Manche Ökonomen glauben, dass sich die meisten Dienstleistungsberufe von dieser Schwächung niemals erholen und künftig sogar verschwinden.

MS: Bleibt die Frage, wann wir denn die Zeit finden all diese Informationsgueter zu konsumieren. Wird es nicht weiterhin Gatekeeper, wie z.B. Zeitungen geben - aber in veraenderter Form?

WS: Ja, Frau Bender, aber von welcher Zeit reden Sie jetzt, von den späten Ausläufern des Manchester-Kapitalismus’, der jetzt sich jetzt in digitaler Gestalt nochmals neu zu entfalten beginnt, oder von Entwicklungen, die überhaupt erst in Folge der Digitalisierung ene "neue Qualität" angenommen haben?

Die Prosumenten von Dienstleistungen

Jonathan Gershuny wagte bereits 1977 eine derart pessimistische Prognose.
Er skizzierte idealtypisch einen neuen sozialen Akteur, der die moderne Dienstleistungsgesellschaft mit ihren Berufen untergräbt und der Industrie hilft, den tertiären Sektor mit neuen Produkten zu erobern. Gershuny nennt diesen Akteur Prosument. Prosumenten sind Produzenten und Konsumenten von Dienstleistungen in einer Person. Sie investieren Eigenarbeit, um sich zu informieren, und nutzen industriell gefertigte Produkte und Technologien, die sie von den Diensten anderer Personen unabhängig machen. Sie können so, weitgehend ohne soziale Verankerung, ihre Bedürfnisse befriedigen.

Durch die Digitalisierung gewinnen die Prosumenten rasant an Bedeutung. Das Internet ermöglicht ihnen Zugang zu dem vielfältigen Wissen, ohne die dafür bislang zuständigen Berufstätigen mit den entsprechenden Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. Beispielsweise der Trend, sich über die Bestände von Bibliotheken über das Internet zu informieren und Bücher online einzusehen, erübrigt oft den Besuch vor Ort. Die Frage bleibt offen, ob die geschaffenen Zugangschancen für die digitalisierten Güter, hier: die gespeicherte Literatur, die Nachfrage sichern oder erweitern können.

WS: Der Student als "Prosument", na das ist ja eine tolle These... - dabei hat die hier gestellte Frage durchaus ihre Berechtigung. Aber doch nicht so - oder doch? Ein Gegen-Beispiel wäre die Frage, warum es zum Beispiel das Haus Bertelsmann in Gütersloh und das Bibliographische Institut in Mannheim und Leipzig nicht geschafft haben, trotz eines Investitionsvolumens eines zweistelligen Millionenbetrages ihren Brockhaus nicht ans Netz - und damit an alte und neu Nutzerschichten - zu bringen? Gerade dieses hier als "par pro toto" herausgestellt, da die Autorin später selber noch fragen/sagen wird: "Wikipedia hat das Interesse am Kauf von Nachschlagewerken zum Erliegen gebracht."

Eine Gesellschaft, in der Prosumenten dominieren und personenbezogene Dienstleistungen übergangen und eingespart werden, nennt Jonathan Gershuny "Self-Service-Economy" oder "Selbstbedienungsgesellschaft". Ihm stand deutlich vor Augen, dass eine Gesellschaft von individualisierten (optimierungssüchtigen) Prosumenten, gerade aufgrund ihrer Vereinzelung und schwächeren sozialen Ankerung, autoritären Entwicklungen wenig entgegenzusetzen hat.

MS: Das Thema der "Vereinzelung und schwaecheren sozialen Ankerung" ist ein sehr genau zu betrachten im Zeitalter der Digitalisierung. Ich stimme der Autorin zu, dass wir eine starker Vereinzelung, am Anfang dieser Bewegung, gesehen haben. Die Gesellschaft hatte die neue Technologie nur zehr vereinzelt akzeptiert. Inzwischen besuchen Firmen aktiv Computerspiel-Messen und Konferenzen, um hier ihre neuen Mitarbeiter zu finden.
[Why SpaceX And Other Non-Gaming Companies Scout Talent At Video Game Conventions: An inceasing number of non-gaming firms are using the popular video gaming expo to source creative and technical talent.]

SpaceX sieht die Gamer als optimale Kandidaten, da diese strategisch denken und im Team arbeiten koennen. Zwei wichtige Elemente in den heutigen Strategie-Computerspielen. Dies konnte am Anfang nicht beobachten werden, da die Technology einfach noch nicht weit genug entwickelt war, um dies zu ermoeglichen.

Veränderungen im stationären Einzelhandel

Betrachten wir die Veränderung in einem Wirtschaftszweig, den die meisten von uns als selbstverständlich gegeben voraussetzen, der aber durch den Wandel im Verhalten der Konsumenten zu Prosumenten massiv unter Druck gerät: der stationäre Einzelhandel.

Prognosen zufolge sinken künftig dessen Umsätze rapide, während die des Online-Versands rasant steigen: Elektrogeräte, DVDs, Bücher, Textilien, Spielwaren, Kosmetikartikel, Brillen, Medikamente, ja sogar Lebensmittel werden zunehmend online bestellt. Da immer mehr Menschen Laptops, Smartphones und Tabletcomputer besitzen und viele ihre Handys mit Internetzugang weniger als zwei Stunden am Tag aus der Hand legen, wird die Entwicklung voraussichtlich noch zunehmen. Die Verbraucher wollen sich möglichst an jedem Ort und zu jeder Zeit, ohne lästige Hemmnisse wie Öffnungszeiten, Sortimentsgrenzen und Bedienungsmängel informieren und ihre Bestellungen auf den Weg bringen. Vor allem den Läden kleinerer und mittlerer Händler, die unsere Quartiere so lebens- und liebenswert machen, zumeist familiengeführte Geschäfte, fällt es schwer, strategisch, etwa durch Kombination von Offline- und Online-Handel, zu reagieren.

WS: Siehe zum Beispiel die Absatzkrise bei Metro, weil deren Saturn- und Media-Märkte zu spät - und immer noch bis heute unzureichend - auf diese Herauforderung reagiert haben.

MS: Eine neue Entwicklung ist die des "mobilen Einzelhandels" (grow & produce locally). Junge Bauern verstaerken den Trend in den USA lokal anzubauen und zu verkaufen. Weg von der Massenproduktion, langen Vertriebswegen und grossen Supermaerkten. Diese jungen Unternehmer nutzen die neusten Technologien, um Zahlungen zu aktzeptieren (Kreditkartenzahlung ueber Tablets oder Smartphones) und betreiben online Shops, um Ihre Waren zu vertreiben (nachdem sie vor Ort verkostet wurden).
[Small fruit and vegetable farms booming in the U.S. thanks to the local food movement]

In weniger beliebten Quartieren von Großstädten, in kleineren und mittleren Kommunen, zeigt sich schon jetzt, dass stationäre Läden und ganze Einkaufszentren nicht mehr modernisiert werden und - nach einiger Zeit - schließen. Hinzu kommt, dass das beschäftigungspolitische Stiefkind, der Einzelhandel mit überwiegend Frauenarbeitsplätzen, einem hohen Anteil an Teilzeitarbeitsplätzen und niedrigen Verdiensten, aufgrund der schlechten Ertragslage vermehrt kurzfristig angelernte Beschäftigte einstellt. Ausgebildete Fachkräfte haben das Nachsehen. Die Masse der Käufer wird - über kurz oder lang - wenige Alternativen zum Online-Shopping haben, die dahinter stehenden Unternehmen gewinnen zusehends an Marktmacht.

WS: Ja. Und?

MS: Ein spannendes Thema sind die Fachkraefte. Hier gibt es einen grossen Unterschied zu den USA. Im guten, wir im Schlechten. Braucht Deutschland in so vielen Bereichen eine "Fachkraft"? Auf der anderen Seite sehnt man sich in den USA in bestimmten Situation eine Fachkraft (z.B. Handwerker oder Bankberater). Vielleicht bietet die Digitalisierung hier eine Chance das Stiefkind mehr zu qualifizieren?
Online-Shopping muss nicht gleich Grossunternehmen gesetzt werden. Kleinunternehmer koennen ihre Staerken z.b. im Kundenservice und -Beratung ausspielen, um so gegen die Grossen zu bestehen.

Genossenschaftliche Gegenwehr

Prosumenten als Bürger, die ein lebenswertes Umfeld mit vielfältigen Dienstleistungsangeboten assoziieren, werden sich schon bald veranlasst sehen, ihre durch Selbstbedienung gewonnene Zeit zu nutzen, um die Versorgungssituation in ihren Quartieren - nach frühindustriellen Modellen genossenschaftlicher Gegenwehr - selbst zu organisieren. Oder sie helfen den heimischen Anbietern, mit lokal- und wirtschaftspolitischen Lösungen wie Regionalwährungen, ihre Existenz zu sichern.

WS: Also nach der individuellen auch eine kollektive DIY-Bewegung?

MS: Regionen wirtschaftlich abzuschotten und Waehrungsbarrieren anzustreben hoert sich sehr gefaehrlich an. Wuerden wir damit nicht neue Probleme schaffen und "schwache Regionen" haetten dabei das Nachsehen?

Die Schatten der künftigen Entwicklung wirft das Verschwinden der Buchhandlungen voraus. Das Verhalten der Prosumenten trägt, neben weiteren Faktoren, dazu bei, die Branche in die Knie zu zwingen: Aus vielen Kommunen und Quartieren sind Buchhandlungen längst verschwunden. Verbleibende Läden bieten ihren Kunden ein immer geringeres Buchsortiment an. Kundenbindung, gute Beratung, Öffnung von Erlebnisräumen und intellektuellen Oasen heißen Rezepte, um Standorte zu sichern.

Aber in den Läden sind immer weniger ausgebildete Buchhändler anzutreffen. Die Zukunft des Berufes ist ungewiss. Das Internet hat das Leseverhalten massiv verändert. Zwar lesen die Deutschen noch, aber viele Texte, etwa wissenschaftliche Abhandlungen, erscheinen nur Online. Wikipedia hat das Interesse am Kauf von Nachschlagewerken zum Erliegen gebracht. Hinzu kommt die elektronische Verfügbarkeit von Büchern über Lesegeräte.

WS: Dessen ist sich "der Buchhandel" durchaus bewusst: Diese macht - kurz nach der Ver-Sendung dieses Textes - die Entscheidung klar, im Jahr 2014 die Kriterien für die Verleihung arg zu dehnen und den Friedenspreises des Buchandels an Jaron Lanier zu vergeben. Denn, so der Stiftungsrat in der Begründung seiner ausser-ordentlichen Entscheidung, er habe erkannt, welche Risiken die digitale Welt für die freie Lebensgestaltung eines jeden Menschen habe, welche Gefahren "unserer offenen Gesellschaft drohen, wenn ihr die Macht der Gestaltung entzogen wird und wenn Menschen, trotz eines Gewinns an Vielfalt und Freiheit, auf digitale Kategorien reduziert werden"

Doch inzwischen wird den meisten Prosumenten klar: Der Großversand Amazon ist kein vertrauensvoller Partner wie es vielleicht der Buchhändler vor Ort war. Amazon verdient nicht nur am Versand von Konsumgütern und als Verlag.

Beispiel Amazon

Jeff Bezos, der Gründer, nennt seine Motive: Eine Buchhandlung sei ein guter Ort, um möglichst viele Daten von zahlungskräftigen und gebildeten Kunden zu erlangen. Amazon rationalisiert also nicht nur den massenhaften Vertrieb von Konsumgütern, sondern greift auf die üblicherweise vertraulichen und geschützten Informationen seiner Kunden zu, sammelt Mailadressen und erstellt Kundenprofile für eigene Werbezwecke oder um sie weiterzuverkaufen. Diese Aspekte erweitern Gershunys Sozialfigur vom Prosumenten als Selbstbediener: Die mächtigen Internetkonzerne Amazon, Facebook und Google bedienen sich ihrerseits am Prosumenten. Sie greifen auf dessen persönliche Daten zu, kommerzialisieren diese und kontrollieren darüber die Nutzer.

Der frühen industriellen Massenproduktion und Massenkonsumtion gelang lediglich der Einfluss auf die äußere Verhaltensanpassung. Der Einsatz der elektronischen Medien dagegen erreicht das Bewusstsein der individuellen Prosumenten unmittelbar als Gegenstand von Kontrolle und Manipulation. So generiert Amazon über das elektronische Lesegerät Kindle unmittelbare Daten zum Leseverhalten: Welche Bücher werden gelesen? Wo steigen Leser aus? Wie viel Zeit benötigen sie? Welche Passagen werden mehrfach aufgerufen?

MS: Bevor ich hier auf ein digitales Beipsiel eingehe moechte ich gerne kurz eine Firma, wie Otto, beleuchten. Versandhaeuser betreiben schon immer Kundenprofilierung, um Ihren Vertrieb und damit den Gewinn zu optimieren. Ob Papierkatalog oder im Digitalen. Deutsche Versandhaeuser nutzen zum Beispiel auch die Lieferadresse, um zu ermitteln, wie hoch das Zahlungsausfallrisiko ist, usw.

Auswirkungen auf das Angebot der Massenliteratur

Der enge Zusammenhang zwischen der wachsenden Marktmacht der Internetgroßhändler und dem kontrollierten Bestell- und Leseverhalten der Kunden wird sich künftig mit Sicherheit auf das Angebot der global verfügbaren standardisierten Massenliteratur auswirken.

MS: Es entstehen hier neue Leseformen, die ganz neue Moeglichkeiten bieten. Ein Beispiel ist Amazon’s Kindle Service und Endgeraete. Mit meiner Einwilligung speichert Amazon meine Markierungen im Buch zentral ab und macht diese Daten anderen Lesern zugaenglich ( https://kindle.amazon.com/faq#PublicNotes3 ). Das Buch gewinnt dadurch eine soziale Komponente und ermoeglicht eine neune tiefe bzgl. Buchrezensionen. Der Leser kann so den Kommentaren bestimmter Personen folgen und bereits waehrend des Lesens im Buch selbst folgen. Diese Art von Rezensionen war bisher nicht oder nur sehr begrenzt moeglich. Diese neue Eigenschafft leitet auch sehr gut in den naechsten Abschnitt ueber und deutet an, in welchen Richtungen sich Verlage, Buchhandlungen, usw., veraendern muessen. "Fachleute" und Vertriebsorganisation werden weiterhin benoetigt, lediglich in anderen Formen. Eine neue Herausforderungen, die sicherlich positive und negative Auswirkungen haben wird.

Die Existenz von Autoren, Verlagen, Buchhandlungen und schließlich auch von Printmedien könnte massiv gefährdet werden. Die digitale Revolution lässt vermutlich die arbeitsteilige Grundstruktur einer ganzen Branche, die die Kultur und Bildung der Bürger fördert, erodieren. Berufe, vor allem personenbezogene Dienstleistungen, deren Ausübung gerade in diesem Bereich an eine Kombination von Ausbildung, Erfahrungen und persönlichem Engagement gebunden ist, verschwinden vom Markt.

Diese Entwicklung berührt die Interessen der Bürger an einer nicht durch Marktmacht beherrschten demokratischen Öffentlichkeit, die für eine konsensbasierte Gesellschaft wie Deutschland so unverzichtbar ist. Die Politik der amerikanischen Internetkonzerne mit ihrer Begeisterung dafür, der Bevölkerung auf kommerzieller Basis, Zugänge zum Wissensuniversum zu verschaffen, stößt hierzulande auf eine differenzierte kulturelle Infrastruktur, die nicht zum Einsturz gebracht werden sollte. Daher benötigen wir dringend ein gesellschaftliches Bündnis und eine politische Strategie zur Sicherung und Förderung der Qualität aller Medien, die an dem "alteuropäischen" Projekt einer aufgeklärten Öffentlichkeit mitwirken.

WS: Gut gebrüllt, Löwin. Aber warum gibt es dann keinen Hinweis - zum Beispiel aus schon im letzten Jahrzehnt gescheiterte QUAERO-Projektes, bei dem es explizit u.a. um die Umsetzung der Idee einer "europäischen Suchmaschine" ging? [3] [4]

MS: Es sollte auch betohnt werden, dass es seit 2008 bereits eine neue Suchmaschine gibt (Made in USA), die keine personenbzogene Daten speichert und eher einen "Open Source" getriebenen Ansatz verfolgt: DuckDuckGo.com . Vielleicht sollte Deutschland/Europa hier versuchen, sich eine Scheibe abzuschneiden?

Lösungen für das Alltagsleben der Deutschen gefunden

Der Bundesrepublik Deutschland ist es bislang gelungen, Veränderungen zu bewältigen und dennoch als besondere Gesellschaft in ihren Lebensformen unverwechselbar zu bleiben. Sozialer, politischer, kultureller und technologischer Fortschritt konfrontierte die Bevölkerung immer wieder mit schwierigen Herausforderungen, erzeugte Spannungen und Konflikte, aber letzten Endes wurden Lösungen für das Alltagsleben der Deutschen gefunden, die manche Neuerungen im Zaum hielten und die Lebensqualität hierzulande nicht schmälerten, sondern verbesserten. Auf der Basis dieser Stärke lässt sich die Digitalisierung sozial verträglich "bändigen". Die in den USA tief verwurzelte Überzeugung, dass nahezu alle Entwicklungen, die technisch möglich sind, auch technisch zu realisieren sind, wird hierzulande nicht geteilt. Die Europäer und die Deutschen müssen sich auf ihren eigenen Weg besinnen.

MS: Ich hoffe, dass Deutschland seinen Weg finden wird. Beispiele waeren schoen, wo/was in den USA denn alles so "einfach gemacht wird". Die Argumentation koennte auch umgedreht werden, den in Deutschland wird erst Mal sehr viel und lange Diskutiert und Nachgedacht. Wir haben hier einfach zwei sehr grundsaetzlich verschiedene Herangehensweisen. Eventualitaeten und moegliche Szenarien werden in Deutschland bis ins Detail ueberdacht, dabei wird oft vergessen, dass es vielleicht doch ganz anders kommen kann oder die Entwicklung dann schon laengst an Deutschland vorbeigezogen ist. Positiv formuliert koennte man also sagen, dass die USA hier probierfreudiger ist. Sollte es nichts taugen, dann wird es wieder rueckgaengig gemacht. Warum eine "neue Sache" auslassen, wenn die Chance besteht, etwas im positiven zu veraendern. Diese Herangehensweise ist manchmal recht erfrischend, andere Male auch frustrierend.

Wenn jemand den strukturierten, alle Eventualitaeten durchdachten Ansatz gewohnt ist, dann kommt man sich im amerkianischen System schnell verloren vor. Solche "Loecher" werden hier ueber soziale Netzwerke (Nachbarn helfen Nachbarn, etc.) aufgefangen und gemeinsam beaweltigt. Niemand verlaesst sich auf "das System", sondern versucht damit zu arbeiten und erwartet nicht Perfektionismus.

WS: die Deutschen als "die besseren Amerikaner"???

Gerade jetzt, da sich die Industrie in Deutschland ihrer alten Stärke wieder bewusst wird und ihre Produkte - seien es Autos, Heizgeräte oder Umkleidekabinen - digital aufrüsten will, darf nicht vergessen werden: Der breite Zugang der Bevölkerung zu den immateriellen Gütern von personenbezogenen, vor allem sozialen Dienstleistungen stellt eine Qualität dar, die das Leben schichtenübergreifend frei, vielfältig und lebenswert macht.

WS: "Am deutschen Wesen..."???
Um es nochmals auf den Punkt zu bringen. Das sich aus guten Gründen neu entwickelte nationale Selbst-Verständnis - erstmals fähnchenschwingend aus Anlass der Fussball-WM anno 2006 auch sinn-optisch zu erleben - ver-führt die Autorin dazu Wunsch und Wirklichkeit in eine Beziehung zu setzen, die so keine operative Umsetzung wird erfahren können, die so "naiv", wie hier gefordert, wird scheitern müssen.

Was wir aber brauchen sind Beiträge - gerne auch in Form eines Essays - die Mut machen zur produktiven Umsetzungen des Einfachen, das so schwer zu machen ist.


Ist dieses hier ein Beispiel des Versuchs, auf solche "alte Stärken" zurückzugreifen?


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Am gleichen Vormittag lief in der Reihe "Denk ich an Deutschland" der Beitrag von Paul Ingendaay, der von Spanien aus auf Deutschland schaut und sich dabei auch zum Thema der Traditionslosigkeit - vor allem in aktuellen Deutschland - Gedanken macht.

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/05/29/dlf_20140529_0821_851d7ddc.mp3

Will man diese Indikationen auch nur annähernd richtig ausdeuten, dann hat der zuvor in dem Essay vorgegebene Ansatz einer eigenständigen Antwort auf das Thema der Digitalisierung kaum noch eine Chance auf (s)eine wirkungsvolle Umsetzung.