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VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 31. Dezember 2014 um 02 Uhr 08 Minuten

 


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Dass dem ZDF gleich zwei Tages-Seiten eingeräumt werden, sowohl diese als auch die des nachfolgenden Dienstags, ist dem Umstand zu verdanken, dass sich die Redaktion nun doch wohl nach allen Kräften zu bemühen scheint, in der neuen Zeit angekommen zu sein. Sogar eine Sascha Lobo Persiflage muss herhalten, um an-zeigen zu können, dass man auch bereit und in der Lage ist, sich selbst auf die Schippe und die Sache, um die es geht, dennoch durchaus ernst zu nehmen [1]


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Im Originalton-Text liesst sich das so:

Das ZDF experimentiert: Am 26. Mai präsentiert das ZDF-"Montagskino" den ersten Kinofilm mit Second-Screen-Technologie als Free-TV-Premiere.

Der niederländische Spielfilm "APP" erzählt die Geschichte der Studentin Anna, die nach einer feucht-fröhlichen Studenten-Fete eine allwissende App namens IRIS auf ihrem Handy findet. Was sich zunächst als ganz nützlich erweist, entwickelt sich schon bald zu einem Albtraum, der Annas ganzes Leben verändern wird. [...]


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Nach einer feucht-fröhlichen Studenten-Fete entdeckt Anna (Hannah Hoekstra) auf ihrem Smartphone eine App namens IRIS, die Antwort auf alle Fragen verspricht. Aber IRIS ist nicht nur allwissend, sondern drängt sich immer stärker in das Leben der Studentin hinein. Plötzlich tauchen intime Videoclips von ihr und ihrer besten Freundin Sophie (Isis Cabolet) im Internet auf. Der Philosophieprofessor wird auf unangenehme Weise vor seinen Studenten geoutet, und mysteriöse Anrufe versetzen Anna in Angst und Schrecken. IRIS hat sich wie ein gefährlicher Virus in das Leben all ihrer Freunde und Bekannten eingeschlichen. Mit tödlichen Folgen.


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Klar, dass jegliche Ähnlichkeit des Namens dieser APP im Film mit dem der IRIS Media rein zufälliger Natur sind...


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Auf einer parallel zum Spielfilm laufenden App, die auf Tonsignale reagiert, wird das Geschehen auf dem Fernsehschirm im Second Screen hintersinnig kommentiert. Der Zuschauer wird über SMS, Filmszenen und Animationen zum Mitakteur des Films, und er ist den handelnden Figuren auch einmal einen Schritt voraus. Die Kinoproduktion aus dem Jahr 2013 treibt dabei ein raffiniertes Spiel mit der Lust am crossmedialen Konsum, übt aber zugleich auch Kritik an unserem häufig zu leichtsinnigen Umgang mit unseren Daten und unserem allzu großen Vertrauen in die "freie", weite Welt des Internets.

Wer sich dieses interaktive Programmformat wirklich reinziehen will, muss ein Smartphone aktueller Bauart haben, um sich damit bei Apple oder bei Google die entsprechende Software herunterzuladen und diese dann mit Beginn der Sendung in Betrieb zu setzen.

Anmerkungen

[1Dazu Giga.de vom 20. Mai 2014: Wann auch immer man in diesen Tagen die Chefs von Sendeanstalten reden hört, um ein Thema scheinen diese seit Wochen und Monaten nicht mehr drumherum zu kommen: Second Screen. Was bei den „Digital Natives“ schon seit Jahren selbstverständlich ist, haben nun auch die Verantwortlichen in den Sendern erkannt.


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