Berlinale: Stop’n Start

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 10. Januar 2016 um 01 Uhr 31 Minutenzum Post-Scriptum

 

Natürlich ("natürlich"?) standen an diesem Abend die Preisträger der 63. Internationalen Filmfestspiele zu Berlin im Vordergrund der Rampe des Berlinale "Palastes". [1]


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PREIS FÜR DEN BESTEN DARSTELLER (Silberner Bär)
Nazif Mujić in
Epizoda u životu berača željeza (An Episode in the Life of an Iron Picker) _ von Danis Tanović


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PREIS FÜR DAS BESTE DREHBUCH (Silberner Bär)
Jafar Panahi für
Pardé (Closed Curtain) von Jafar Panahi, Kamboziya Partovi


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GROSSER PREIS DER JURY (Silberner Bär)
Epizoda u životu berača željeza
An Episode in the Life of an Iron Picker
von Danis Tanović


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PREIS FÜR EINE HERAUSRAGENDE KÜNSTLERISCHE LEISTUNG
AUS DEN KATEGORIEN KAMERA, SCHNITT, MUSIK, KOSTÜM oder SET-DESIGN (Silberner Bär)
Aziz Zhambakiyev für die Kamera in
Uroki Garmonii (Harmony Lessons) von Emir Baigazin


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ALFRED-BAUER-PREIS (Silberner Bär) in Erinnerung an den Gründer des Festivals für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet
Vic+Flo ont vu un ours
Vic+Flo Saw a Bear
von Denis Côté


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GOLDENER BÄR für den Besten Film
Poziţia Copilului
Child’s Pose
von Călin Peter Netzer


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Und, zum guten Schluss mit auf der Bühne: Claude LANZMANN mit seinem goldenen Ehrenbär. [2] [3]


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Knapp dreihunderttausend verkaufte Kinokarten: Diese Filmfestspiele, das sind nicht nur die Stars und Sternchen, die Crews und Coaches, die Produzenten und Partygäste. [4] Diese vergangenen 9 Tage waren einmal mehr vor allem ein Fest für das Film-Fan-Publikum.

Auch der noch folgende 10. Tag, der Sonntag, ist ein reiner "Berlinale Kinotag". Für Alle. Und immer noch nicht für jeden, der gerne hätte hingehen wollen.

So läuft am Sonntag um 17:30 Uhr das letzte Mal der Film über einen der ehemaligen Arbeitsplätze des Autors: La Maison de la Radio in Paris.

Ob es noch Karten gibt? Im Vorverkauf ist auch hier alles weg. Ob es dennoch das Risiko wert ist, sich nochmals vor der Kasse am Cubix-Kino am Alexanderplatz anzustellen und ohne Presse-Bonus Ausschau nach einer Karte zu halten?


Nachtrag vom Sonntag, den 17. Februar 2013

An dieser Stelle einen Dank den "Gatekeepern" im Cubix-Kino am Alex. Denn sie machten es möglich, dass es möglich wurde, noch einen der allerletzten Plätze zugesprochen zu bekommen. In der ersten Reihe sicherlich nicht optimal zum Sehen - und doch eine echte Freude.

All das, was dieser Film LA MAISON DE LA RADIO ausgelöst hat, ist zu komplex, als dass es hier in aller epischen Breite entfaltet werde könnte.
Dennoch in aller Kürze dieses: Der Film...
... weckt Erinnerungen an viele der abertausend in Paris gehörten Programm-Stunden
— ... zeigt, wie sich die technischen Bedingungen der Produktion verändert haben
... knüpft dennoch an die eigenen vor Ort als Reporter und Korri gemachten Erfahrung an
... vermittelt bis heute die hohe Qualität und Interaktonshöhe der Zusammenarbeit
... zeigt einige Gesichter bekannter Stimmen, die bis heute die Aura des Senders geprägt haben.

Einschränkend ist zu sagen, dass die Kenntnis der französischen Sprache und Alltags-Kultur schon ein grosser Vorteil wäre, um all das aufnehmen zu können, was dieser Film an Wahrnehmungsmöglichkeiten anbietet. [5]

Andererseits aber ist zu vermuten, dass selbst beim Nicht-Können dieser Sprache dieser Film zumindest jenen viel zu geben vermag, die selber einen solchen Beruf an einem anderen Ort, in einem anderen Land ausüben.

In der Interview-Sendung "Eine Hommage ans Radio: Der Film "La Maison de la Radio" bei der Berlinale" spricht Dr. Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios und Französischer wie Deutscher Staatsbürger darüber, wie er diesen Film gesehen hat:

Der Film soll in Frankreich ab dem 3. April 2013 in den Kinos zu sehen sein.

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DOSSIER DE PRESSE: LA MAISON DE LA RADIO

P.S.

Zu Beginn des Jahres 2016 gab es die Gelegenheit den hier erwähnten Film über LA MAISON DE LA RADIO nochmals in einer Videotheque abzurufen Und einmal mehr ist es ein grosse Freude, den Beobachtungen zuzusehen und zuzuhören.
Zugleich wird aber auch klar, dass man sich nicht auf den Moment verlassen kann, zu dem dieser Film erstmals in Frankreich und dann später auch in Deutschland gezeigt wurde.
So sind beide Links in beiden "Funkhäusern" auf diesen Film zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aktiv. Allerdings hat die Redaktion zumindest das Interview auch als Backup vorgehalten und lässt es hiermit stehen.

Anmerkungen

[1Dieses Mal war es möglich, die Abschlussveranstaltung auf 3sat und im Internet mitzuverfolgen. Danke Technik.

[2Besser später als nie mehr. Eigentlich schon fast ein Skandal, dass es bis zu diesem Jahr gebraucht hat, dass ihm diese Ehre endlich zuteil wurde. WS.

[3Absolut und ganz und gar ausverkauft: Die Retrospektive "The Weimar Touch". Harold Nebenzal, geboren am 31. März 1922 in Berlin, weilt erneut in Berlin.

[4
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Eine wunderbare Foto-Show über all diese Menschen findet sich auf der Berlinale-Website unter diesem LINK. Ein grosses Kompliment an all die Fotografinnen und Fotografen (und die Bauchbindenschreiber), auch wenn Sie namentlich ausschliesslich als Pool samt ihren jeweiligen Veranstaltungsschwerpunkten genannt werden: Bettina Ausserhofer, David Ausserhofer, Piero Chiussi, Dirk Michael Deckbar, Brigitte Dummer, Chiara Ferrau, Ali Ghandtschi, Trevor Good, Lydia Hesse, Peter Himsel, Richard Hübner, Peter Kreibich, Gundula Krüger, Max Kullmann, Dario Lehner, Olivier Marceny, Oliver Möst, Andreas Teich, Alexander Janetzko, Daniel Seiffert, Kay Strasser, Heinrich Völkel, Sandra Weller, Jan Windszus.

[5Für die, die diese Sprache lesen können ein kurzer Auszug aus dem Rentrée-Dossier des PDG (Président-directeur général) von Radio France: Jean-Luc Hees:
"La Maison Radio France, dois-je le rappeler, vit exclusivement des impôts des contribuables et de la fidélité de ses auditeurs. La Maison Radio France bouge en permanence, à leur rythme, en fonction de leurs désirs et de leurs besoins. Elle a de l’ambition et des ambitions. Celles et ceux qui nous écoutent, et je le dis sans modestie, ont besoin d’elle et nous avons besoin d’eux. L’indépendance nous a apporté la crédibilité qu’ils exigent. La folie douce de certains de nos programmes nous offre la gaieté qu’ils réclament. La curiosité culturelle et artistique de nos personnels d’antenne nous assure de la qualité qu’ils demandent. Le travail de nos techniciens nous garantit la beauté de ce qu’ils entendent."
Bingo: Der Film zeigt, dass diese Sätze mehr sind als die gerade in Frankreich so geliebten und gehegten (wie würden wir in Deutschland sagen:) Sprüche. Sondern tagtäglich gelebte und erlebbar gemachte Wirklichkeit.


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