Juni 2007: HSDPA -> 3. Juli 2012: LTE

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 19. Januar 2015 um 16 Uhr 57 Minuten

 

O.

Am 19. Juni anno 2007 wurde im Megastore der Deutschen Telekom AG am Kurfürstendamm in Berlin auf Einladung der T-Mobile Pressestelle in Anwesenheit des Geschäftsführers Technik, Herrn Günther Ottendorfer, erstmals eine Demonstration des damals neu eingeführten HSDPA 7,2-Dienstes durchgeführt, um sodann einen Tag später mit diesem neuen Angebot an die Öffentlichkeit zu gehen [1].

Dieses Ereignis und die Folgen wurden erstmals in einem eigenen Beitrag vom 30. Juni 2007 unter dem Titel:

AT+CGDCONT=1, "IP", "internet.t-mobile

dokumentiert [2].

I.

Heute fand in der Berliner Vertretung der Deutschen Telekom AG erneut eine Pressekonferenz zum Thema mobile Dienste statt.

Der Pressetext dazu lässt u.a. verlauten:

"2012 wird das LTE-Jahr und wir setzen die Erfolgsgeschichte heute unter anderem in Berlin, Bremen, Bochum und Stuttgart fort ", sagt Bruno Jacobfeuerborn, Technikchef der Telekom Deutschland GmbH. "Fast auf den Tag genau 20 Jahre nach dem kommerziellen Start des Mobilfunks in Deutschland stoßen wir mit LTE in neue Dimensionen vor. Wir können unseren Kunden jetzt drahtlos Geschwindigkeiten anbieten, die man bisher nur aus dem Festnetz kannte.“

LTE steht für Long Term Evolution, die vierte Mobilfunkgeneration. In der Hochgeschwindigkeits-Variante wird der Mobilfunkstandard derzeit so nur von der Deutschen Telekom ausgebaut. Unter optimalen Bedingungen sind Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich. Dort, wo in den Städten heute noch kein Hochgeschwindigkeits-LTE zur Verfügung steht, können die Kunden UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) nutzen. Als einziger Netzbetreiber bietet die Deutsche Telekom in ihrem kompletten UMTS-Netz Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 42,2 Mbit/s an.

In einer anderen Variante wird LTE vor allem im ländlichen Raum eingesetzt. Diese Variante hat einen größeren Zellradius, ist damit sehr gut für die Flächenversorgung geeignet und bietet Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s. So werden Schritt für Schritt solche Gebiete mit schnellem Internet versorgt, die bisher nicht breitbandig erschlossen werden konnten, die so genannten "weißen Flecken". Auch diesen Ausbau treibt die Telekom voran. Jacobfeuerborn: "Im vergangenen Jahr haben wir rund Zweitausend weiße Flecken geschlossen. In diesem Jahr werden noch einmal rund Eintausend weitere weiße Flecken ausgebaut."

Wie die Bürgerinnen und Bürger LTE nutzen können
Der Empfang funktioniert über einen LTE Speedstick, der mit der USB-Schnittstelle am Computer oder Laptop verbunden wird. Auf dem Stick befindet sich bereits die notwendige Software, die sich selbstständig installiert. Bereits nach kurzer Zeit sind Computer oder Laptop einsatzbereit - egal ob Zuhause, im Büro oder unterwegs.
 [3]

Das Gute an diesen Veranstaltungen, die von Bonn aus an die Standorte Berlin, Bremen und Stuttgart als HD-Signal übertragen wurden, ist, dass nach den vielen guten Worten auch die Gelegenheit angeboten wurde, den Dienst selber testweise in Anspruch nehmen zu können, so wie es den "Bürgerinnen und Bürgern" seit heute auch offiziell als neue Diensleistung angeboten wird.

II.

Gesagt. Getan.

Dazu wird ein Exemplar des Huawei LTE Sticks E398 zur Anwendung gebracht.

Dieser war erstmals auf dem GSMA Mobile World Congress im Februar 2010 in Barcelona vorgestellt worden und ist inzwischen an eine ganze Reihe europäischer Länder ausgeliefert worden: Nach Österreich, Dänemark, Schweden, Norwegen - und nun auch offiziell nach Deutschland. [4]

Bei der DTAG wird das Set mit einem kleinen Kabel und Software unter der Bezeichnung
TDG Speedstick Business ws 3140
ausgeliefert.

Das Interessante an diesem multiplen USB-Modem ist, nahtlos zwischen den 2G, den 3G und den LTE-Netzen umschalten zu können.

Sollte sich dies im Test beweisen lassen, hätte die bisher von der gleichen Firma im Einsatz befindliche Web’n Walk PCMCIA-Karte mit ihrem Qualcom-Chipsatz, der maximal 7.2 MB durchlässt, ausgedient.

Allein, der Teufel liegt im Detail.

Schon im Nachgang der PK sollte die Probe auf’s Exempel gemacht und der Dienst auf eben jenem Rechner aktiviert werden, auf dem bislang die o.g. Karte zum Einsatz kommt.

Die Meldung, die aber alle weiteren Bemühungen ausser Kraft gesetzt hat, lautet:


© all rights reserved

"Eine frühere Version einer Verbindungssoftware inklusive ByteMobile Software ist auf Ihrem System installiert.
Die Version muss zuerst deinstalliert werden und Ihr Computer gegebenenfalls neu gestartet werden
."

III.

Der nachfolgende weiterführende Test findet im Büro statt, da dies laut der Online-Anfrage zur Funkversorgung schon im LTE-Einzugsbereich liegt.

Dabei ging es dann doch wieder an eine Reihe von Detailfragen, die man sich als Nutzer so nach und nach von hier und dort zusammensuchen muss, und deren Beantwortung sich nach den bisherigen Empfehlungen in den folgenden Ratschlägen zusammenfassen lassen:

- wenn möglich, diesen Stick um eine Aussenantenne ergänzen; ein Anschluss ist dafür vorgesehen

- wenn nötig, die SIM-Karte mit einer aktuellen auswechseln, auf der der Klein-Buchstabe "n" eingetragen ist

- die Software möglichst auf einem Rechner installieren, auf dem bislang keine Vorgängerversion des sogenannten "InternetManagers" installiert war.

IV.

Nachtrag

24 Stunden später... war es möglich, einen kompetenten Ansprechpartner beim Multi-Media-Service zu finden. Der Mann hatte nicht nur Ahnung, er verstand es auch, mit Geduld und Ruhe den Nutzer durch jene Bereiche der Microsoft-Welt zu führen, die aus eigenem Antrieb wohl nicht in Angriff genommen worden wären: Einträge aus dem Windows-Ordner "system32" waren zu löschen und anschliessend galt es auch noch in der Software-Abteilung der Registry alte "BM"-Files und Ordner zu entfernen.


© all rights reserved

Damit bestätigt sich die zuletzt genannte Empfehlung, bei der Nutzung von Vorgänger-Versionen diese zunächst "von Hand" und ggf. unter Anleitung vollständig zu entfernen, oder aber die Software auf einem Gerät einzuspielen, auf dem bislang noch kein Software diesen Typs eingespielt worden war.

V.

Preview:

Der Rechner wird mit dem neuen Modem nunmehr von Berlin aus nach Köln, Nürnberg und München auf Reisen gehen und die Ergebnisse werden in einem weiteren Beitrag in der Folgewoche (KW 28) dokumentiert werden.


Das Beste zum Schluss:

Vor 20 Jahren wurde in Deutschland das D1-Netz gestartet [5]

aber das Beste, das würde in der Folge von LTE erst noch kommen:


Smartphones werden die mobile Internetnutzung in andere Dimensionen führen – mit Hilfe superschneller Mobilfunknetze: Im August 2010 hat die Telekom in Kyritz an der Knatter den europaweit ersten LTE-Mobilfunkmast in Betrieb genommen. LTE (Long Term Evolution) steht für die die vierte Mobilfunkgeneration und ermöglicht schnelles Internetsurfen wie zuhause. Im vergangenen Jahr wurden mit LTE 800 vor allem die so genannten "weißen Flecken" im ländlichen Raum geschlossen. Also solche Gebiete, die bisher nur unzureichend mit schnellem Internet versorgt waren. In diesem Jahr wird die Telekom rund 100 Städte mit LTE 1800 ausstatten. In diesem Frequenzbereich können Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erzielt werden.

Und dann?
- Connected Home
- Connected Car
- die intelligente Vernetzung von Haushalts- und Kommunikationstechnik
- Mobile Payment (Bezahlung per Handy)
- Eye Control (das menschliche Auge steuert Handy-Funktionen)

Anmerkungen

[2Unter dem Stichwort "UMTS" sind insgesamt bis dato 37 Beiträge abrufbar.

[4Siehe dazu den Link zur Presse-Erklärung Huawei Commercially Launches World’s First Triple-Mode LTE Modem.

[5Hier nochmals im Wortlaut die Presse-Erklärung vom 1. Juli 1992:

Telekom startet Mobilfunk D1
D1-Vorwahl: 0171
Keine Grundgebühren bis Ende des Jahres

Die Telekom gab heute den offiziellen Startschuß für D1, ihr digitales Mobiltelefonnetz. Die Technik dieses Netzes beruht auf einer europäischen Norm, dem sogenannten GSM-Standard und ermöglicht Internationalität und hohe Teilnehmer-Kapazität. Hierbei spielt Deutschland deutlich eine Vorreiterrolle. Bis zum Jahr 2000 will die Telekom als Marktführer rund drei Millionen D1-Kunden in ihrem Netz betreuen.

Die aktive Vermarktung von D1 im eigenen Vertrieb wird nach den Worten von Telekom Mobilfunk-Vorstand Klaus Hummel "in den Regionen begonnen, die von Anfang an eine ausreichende Versorgung gewährleisten". Alle D1-Kunden werden in der gesamten versorgten Fläche, das sind insbesondere die Verkehrswege und Ballungsgebiete, mit hoher Sicherheit eine gute D1Qualität vorfinden, betonte Hummel. Denn das D1-Netz werde bereits bis Ende dieses Jahres 60 Prozent der Fläche abdecken und damit rund 80 Prozent der Bevölkerung versorgen können. Bis Ende 1993 wird D1 annähernd flächendeckend in den alten Bundesländern zur Verfügung stehen. Eine Flächendeckung im europäischen Netz -18 Länder werden den gemeinsamen Standard anbieten -wird für 1995/96 erwartet. Während des Einführungsbetriebes bis Ende des Jahres verzichtet die Telekom auf die Berechnung des monatlichen Grundpreises von dann 79,00 DM inkl. Mehrwertsteuer.

Hummel erinnerte auch an die Schwierigkeiten bei der Zulassung der GSM-Telefone (GSM = Global System for Mobile Communication): "Das Thema Endgeräte und ihre zulassung war in der Vergangenheit immer ein Ärgernis". Diese Probleme sind nun weitgehend gelöst. Zum D1 Start stehen den Telekom-Kunden 10 000 Geräte von zwei Herstellern zur Verfügung, bis Jahresende werden es rund 38 000 sein. "Diese Verfügbarkeit der Endgeräte sowie die lange Vorbereitungszeit unserer Vertriebspartner werden zum Vertriebsstart zu einer großen Nachfrage nach D1 führen", betonte Hummel. Erhältlich sind zunächst die Portables 324 zum Preis ab 3190 DM inkl. Mehrwertsteuer sowie 334 zum Preis von 3850 DM. Festeinbaugeräte für das Auto sind ca. 500 DM billiger. Das Portabel 314 zum Preis ab 3250 DM sowie die ersten Handgeräte mit ca. 3980 DM stehen ab Herbst zur Verfügung.

Die bislang europaweit zugelassenen Endgeräte verfügen alle über eine vorläufige, bis zum 31.12.92 gültige Zulassung (Interim Type Approval, ITA). Auf diese Interims-Zulassung haben sich alle beteiligten europäischen Staaten geeinigt, um weitere Startverzögerungen der digitalen Mobilfunknetze zu vermeiden. Alle Telekom-Funktelefone werden diese Zulassung erhalten. Notwendige Umrüstungen sind für Telekom-Kunden kostenlos.

Neben attraktiven Geräten bietet D1 Dienstleistungen, die über das reine Telefonieren weit hinausgehen. Diese sogenannten Sprachmehrwertdienste gelten als ein entscheidendes Wettbewerbskritierium. In Kooperation mit dem Branchenführer Varta wird D1 einen Travel-Service für D1-und C-Netz-Kunden anbieten. Neben Informationen über alle im Varta-Führer enthaltenen Hotels und Restaurants bietet dieser Dienst auch einen Buchungsservice für die Hotels (teilweise mit Sonderkonditionen) und Mietwagen, einen Auskunftsdienst, der über Flugpläne informiert und sogar Buchungen vornehmen kann. Bis Jahresende ist eine qualifizierte Auskunft mit weitervermittlung, ein Verkehrsinformationsdienst und ein Sekretariatsdienst eingeplant.

Bei D1 kooperiert die Telekom neben der eigenen Organisation im Direktvertrieb erstmals mit Diensteanbietern, sogenannten Service Providern, die D1 im eigenen Namen und auf eigene Rechnung vermarkten. Insgesamt verfügen diese Diensteanbieter derzeit über 5000 Verkaufs-und Servicestellen. Auch der Fachhandel ist in die neue Vertriebsstrategie eingeschlossen.

Unter der kostenlosen Rufnummer 0130-0171 steht allen Kunden rund um die Uhr zu allen Mobilfunktelefon-Fragen ein Telekom-Berater-Team zur Verfügung. Ein flächendeckendes Netz von 40 Service-Zentren ist für technischeBeratung, Einbau und Störungsbearbeitung fürs nächste Jahr geplant.

Mobilfunk-Vorstand Klaus Hummel erinnerte daran, daß die Telekom ihre Kompetenz und Leistungsfähigkeit in Sachen Mobilfunk schon im C-Netz unter Beweis gestellt hat, in dem heute fast 700.000 Kunden registriert sind. Der enorme Zuwachs, 1991 waren es fast 100 Prozent, zeige die ständige steigende Bedeutung der mobilen Kommunikation. Das digitale Telefonieren wird "nun eine vollkommen neue Qualitäts-und Leistungsdimension bringen und für den eigentlichen Durchbruch zum Massengeschäft sorgen", betonte Hummel.


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