Medien in Köln: Real & Digital

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 19. Januar 2015 um 16 Uhr 53 Minuten

 

Hier das für den heutigen Tag ausgewählte Programm des Medienforums NRW. [1]


10:00 - 12:30

Medienforum.TV

Der Vormittag im Raum Eins wird bestimmt von der Eröffnung des 24. Medienforum.NRW und steht unter dem Motto

Schöne neue Medienwelt: vernetzt, offen, mobil.

Zum Auftakt des Kongresses werfen wir bei der Eröffnung einen genauen Blick auf die Zukunft des Fernsehens – das umgeben ist von der neuen digitalen Konkurrenz. Wie stellen sich öffentlich-rechtliche und private Anbieter auf Player wie Facebook und Google ein? Gelingen gemeinsame Positionierungen? Welchen Effekt hat die Content-Allianz bislang? Welche gemeinsamen Ziele sind schon erreicht, welche geplant? Und: Wie reagieren Unternehmen wie Apple, Google und Facebook auf solche Versuche, Stärke und Einheit zu demonstrieren? Hybride Fernsehformen gelten als Herausforderung für die Werbefinanzierung des Fernsehens. Gleichzeitig steigt die Zuwendung zu den klassischen Fernsehangeboten noch immer. Warnungen vor dem Ende des Fernsehzeitalters stehen meist gleich neben dem Heilsversprechen mit Blick auf eine rosige Fernsehzukunft. Was also muss die Agenda der Fernsehunternehmen künftig bestimmen?

Der Kongress zum 24. Medienforum.NRW stellt die schöne neue Medienwelt mit ihren wesentlichen Charakteristika in den Mittelpunkt der Diskussion: vernetzt, offen, mobil. Er fragt nach Bedingungen und Konsequenzen der drei Entwicklungen. Welche Folgen haben diese Imperative für die langfristige Entwicklung der Medienarten, für Inhalte, ihre Kreation oder auch Beschäftigungsverhältnisse in den Medien, für Finanzierung und Regulierung, für Distribution und Rechtefragen wie etwa Urheberrecht, Leistungsschutz oder Netzneutralität, den Schutz der Daten, ihre Sicherheit und nicht zuletzt für jene, die längst kontinuierlich wechseln zwischen Konsum von und aktiver Beteiligung an Kommunikationsprozessen.

Den Strategien der Medienunternehmen kommt dabei in der Debatte eine ebenso große Bedeutung zu wie den politischen Rahmenbedingungen. Traditionell legt die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen durch Ministerpräsident oder Ministerpräsidentin zum Auftakt ihre medienpolitische Agenda offen und stellt sie zur Diskussion. Wie kann Regulierung als Staatsvertrag, nationale Initiative oder europäisches Vorhaben auch künftig noch gelingen, welche Bedeutung haben landespolitische Initiativen für die großen Fragen nach dem Schutz und der Sicherheit von Daten und Rechnern? Brauchen wir neutrale Netze? Wer harmonisiert die Interessen von Urhebern und Nutzern? Wer bändigt die immense Finanzmacht der digitalen Konzerne?

Begrüßung und Einführung //
— Dr. Jürgen Brautmeier, Direktor, Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), Düsseldorf

Medienpolitische Grundsatzrede //
— Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Keynote, Interview und Diskussion mit //
— Richard Allan, Director of Policy Europe, Facebook, London, Großbritannien //
— Dr. Thomas Bellut, Intendant, ZDF, Mainz //
— Jürgen Doetz, Präsident, Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Berlin //
— Helmut Heinen, Präsident, Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, Berlin //
— Monika Piel, ARD-Vorsitzende/ Intendantin, WDR, Köln //
— Jürgen Roters, Oberbürgermeister, Stadt Köln //
— Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin, Mediengruppe RTL Deutschland, Köln

Moderation //
— Leo Busch, freie TV-Journalistin, Moderatorin und Produzentin, Krems
— Werner Lauff, Unternehmensberater und Publizist, Düsseldorf 


14:00 - 14:10

Medienforum.Film

Der Nachmittag schliesst an die Gespräche an, die auf und am Rande des 7. Film Gipfels in Berlin geführt wurden.

Wobei die Themen des Internationalen Filmkongress 2012: Filmpolitik und Digitale Distribution im Raum Sechs in einer halben Stunde wohl nur gestreift werden können: während Frau Müller für ihren Part zehn Minuten bekommt, wird Herrn Dr. Marc Jan Eumann zumindest das Doppelte an Zeit eingestellt:

Am Montag, 18.06., diskutiert der Filmkongress die notwendigen filmpolitischen Weichenstellungen für die digitale Welt und zieht Zwischenbilanz der aktuellen Debatten um FFG-Novelle und Urheberrecht. In diesem Zusammenhang geht es im Anschluss um den Stand der digitalen Distribution, um neue Vertriebsplattformen und ihre Geschäftsmodelle und nicht zuletzt um Chancen und Herausforderungen neuer Verwertungsmöglichkeiten für die Filmwirtschaft.

Eröffnung //
— Petra Müller, Geschäftsführerin, Film und Medienstiftung NRW, Düsseldorf

Moderation //
— Ulrich Höcherl, Chefredakteur, Blickpunkt:Film, München

14:10 - 14:30

Medienforum.Film

Filmpolitik im Internetzeitalter

Die Debatte zur deutschen Filmpolitik wird derzeit von zwei Themen beherrscht: FFG-Novelle und Reform des Urheberrechts. Dabei geht es um nicht weniger als die grundlegenden Weichenstellungen für Deutschlands Filmkultur und Kinolandschaft in der digitalen Welt, um eine zukunftsfähige Förderarchitektur und die Schaffung von Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Filmwirtschaft. In zahllosen Podien und Expertenrunden ringen Politik und Branche um tragfähige Ansätze und Formulierungen, die nicht zuletzt auch in Europa überzeugen müssen. Die Positionen innerhalb der Branche sind markiert, jetzt liegt der Ball im Feld der Filmpolitiker. Gleichzeitig fehlt nach wie vor eine übergreifende Perspektive für eine zeitgemäße Netz-, Medien- und Filmpolitik, aus der heraus adäquate gesetzliche Rahmenbedingungen für die Medien- und Kreativwirtschaft und die gesellschaftliche Kommunikation im Internetzeitalter zu entwickeln wären.

Keynote //
— Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf


14:00 - 15:15

Medienforum.TV

Dann aber wird kein Bleiben sein, da sich parallel dazu im Raum Drei - nein: aktuell Vier - eine Reihe von wohlgescheiten Herren öffentlich Gedanken machen zu dem Thema:

Linked, open, mobile?
The future of television.

“Content is King”—broadcasters such as HBO in the US demonstrated how to be successful with outstanding productions. TV Stations have a very clear strategy: put the focus back on exclusive contents as well as on technology.TV Executives put the focus back on exclusive contents but technology must be taken into consideration as linked and mobile use of content become more and more important. Now, will it change the TV industry if platforms such as Amazon and Google more and more often become content producers? Could it be any more obvious than to involve these three internationally renowned experts for quality and acceptance of TV programs into a debate on strategies and current plans for audiovisual content?

Discussion //
— Alain Clert, CEO, Son et Lumière, Paris, France //
— Bruce L. Paisner, President/CEO, International Academy of Television Arts & Sciences, New York, USA //
— Claude Schmit, CEO, Super RTL, Köln

Moderation //
— Prof. Knut Foeckler, CEO, newturn, Munich

"Dieses Panel", so ist weiter im Programm zu lesen, " findet in englischer Sprache statt und wird nicht übersetzt." [2]


Über den weiteren Verlauf des Tages ist noch nicht entschieden, da zwei Veranstaltungen das besondere Interesse ob seiner Themen als auch seiner Teilnehmer wachrufen:

15:30 - 16:45

Medienforum.Digital in Raum Eins

Von Wunsch und Wirklichkeit.
Qualität in neutralen Netzen
:

Das jährliche Datenvolumen des deutschen Breitband-Internetverkehrs hat sich in den vergangenen vier Jahren auf mittlerweile mehr als 4,3 Milliarden Gigabyte fast verdoppelt. Kein Wunder, dass manchmal die Bilder von YouTube-Videos, Livestreams oder Skype-Gesprächen ein wenig ins Stottern geraten, wenn die abendliche Online-Primetime beginnt. Immer mehr kapazitätsintensive Dienste erfordern große Bandbreiten. Durch solche Kapazitätsengpässe droht das zurzeit geltende Best-Effort-Prinzip, nach dem alle eingehenden Datenübermittlungsanfragen unabhängig von Absender, Inhalt oder Adressat schnellstmöglich bearbeitet und bedient werden müssen, unter Druck zu geraten. Neue Techniken erlauben es Online-Providern längst, Datenpakete zu analysieren und sie anschließend beschleunigt oder verzögert auf die Reise zu schicken. So soll der Datenverkehr optimiert werden. Was bedeutet das für die Verbreitung von Bewegtbildern, deren Qualität immer höhere Kapazitäten erfordert? Oder ist die Argumentation mit engen Kapazitäten nur ein Mythos?

Transport- und Zugangsbedingungen aber könnten auch meistbietend versteigert werden – eine Gefahr für die Netzneutralität? Wer könnte von nicht neutralen Modellen profitieren, für wen entstehen Gefahren? Können auf zunehmend digitalisierten Übertragungswegen durch Differenzierung nach Inhalt und (Medien-)Angebot Gefahren für Demokratie und Meinungsfreiheit entstehen?

Begrüßung //
— Dr. Angelica Schwall-Düren, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Interview //
— Dr. Christian P. Illek, Geschäftsführer Marketing, Telekom Deutschland, Bonn //
— Prof. Dr. Mario Martini, Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften, Speyer

Interview //
— Lutz Schüler, CEO, Unitymedia, Köln
— Brian Sullivan, Vorstandsvorsitzender, Sky Deutschland, Unterföhring

Diskussion //
— Claus Grewenig, Geschäftsführer, Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Berlin //
— Dr. Christian P. Illek, Geschäftsführer Marketing, Telekom Deutschland, Bonn //
— Lutz Marmor, Intendant, NDR, Hamburg // Lutz Schüler, CEO, Unitymedia, Köln //
— Brian Sullivan, Vorstandsvorsitzender, Sky Deutschland, Unterföhring

Moderation //
— Werner Lauff, Unternehmensberater und Publizist, Düsseldorf


15:30 - 17:00

Medienforum.Film, weiterhin in Raum Sechs

Neue Anbieter, neues Publikum, neue Geschäftsmodelle?
Digitale Distribution
:

Digitale Technologien haben die Produktion und Präsentation von Filmen vollkommen verändert, nun befinden sich Verbreitung und Rezeption von Medieninhalten, das gesamte Geschäftsmodell der Verwertung und damit die Marktstrukturen in einem Transformationsprozess. Netflix und Hulu sind in den USA erfolgreich, Google hat für 2012 den Markteintritt von Web-TV-Suchmaschinen bzw. Download-Portalen angekündigt. Ein öffentlich-rechtliches Video-on-Demand-Portal steht ebenfalls vor dem Start. Lange prognostiziert hat das Publikum mit neuen Geräten und Angebotsformen eine neue Erwartungshaltung eingenommen: Jederzeit und überall lautet die Anforderung der Zuschauer an Information und Unterhaltung mit Bewegtbild-Inhalten. Gleichzeitig werden die Stimmen nach neuen Auswertungsfenstern, die den Bedürfnissen der Nutzer entgegenkommen und den illegalen Medienkonsum eindämmen, immer lauter. Wie sieht er aus, der Markt der digitalen Verbreitung? Welche Anbieter sind mit welchen Geschäftsmodellen aktiv? Wie müssen sich Produzenten, Verleiher und Vertriebe und nicht zuletzt die Kinowirtschaft darauf einstellen?

Marktüberblick //
— Prof. Dr. Klaus Goldhammer, Geschäftsführer, Goldmedia, Berlin

Diskussion //
— Robert Franke, Head of Content, Magic Internet, München //
— Kai Henniges, Geschäftsführer, Viewster, Zürich //
— Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing und Medien, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster //
— Michael Loeb, WDR mediagroup, Köln //


Der letzte Termin vor der Rückreise nach Berlin ist ebenfalls ein "must":

17:00 - 18:30

Medienforum.TV Raum Eins

Festakt und Empfang
25 Jahre Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)

Im Frühsommer des Jahres 1987 wurde die Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen gegründet. 25 bewegte und spannende Jahre später ist die heutige Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) eine feste Größe in der nordrhein-westfälischen wie auch in der bundesweiten Medienregulierung. Längst sind Zulassung und Aufsicht um Förderung und Qualitätssicherung ergänzt worden. Und gegenwärtig erleben wir, wie die Digitalisierung die Medien und ihre Nutzung tiefgreifend beeinflusst. Die Rahmenbedingungen und die Perspektiven der zukünftigen Arbeit der LfM verändern sich damit fundamental. Die Frage nach der Ausgestaltung der Medienregulierung stellt sich also deutlicher denn je. Ein Rückblick und Ausblick.

Der deutsche Autor und Filmemacher Alexander Kluge gilt nicht nur als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films. Filme wie Abschied von gestern oder Die Patriotin definieren den Autorenfilm. Der „dokumentarische Geschichtenerzähler mit Mut zur Fiktion“ (Bruckmaier) prägt seit den fünfziger Jahren das kulturelle Leben der Bundesrepublik. Seine Bücher, Filme, Hörspielproduktionen und Fernsehbeiträge erhielten Preise wie den Goldenen Löwen, das Filmband in Gold, den Georg Büchner Preis oder den Theodor W. Adorno Preis. Eng verbunden mit der Lizensierung und weiteren Entwicklung des privaten Fernsehens in Deutschland ist der promovierte Rechtsanwalt Kluge durch seine Development Company for Television Program (dctp), die als Drittlizenznehmer Sendezeiten im privaten Fernsehen erhält und Kulturmagazine produziert.

Eröffnung //
— Dr. Jürgen Brautmeier, Direktor, Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), Düsseldorf

Begrüßung //
— Dr. Angelica Schwall-Düren, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Festrede //
— Bernd Neumann, Staatsminister, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, Berlin

Keynote //
— Prof. Dr. Alexander Kluge, Filmemacher und Autor, dctp, Düsseldorf

Schlusswort //
— Dr. Frauke Gerlach, Vorsitzende der Medienkommission der LfM, Düsseldorf

Musikalische Begleitung //
— Thomas Beckmann, Cello, Düsseldorf

Moderation //
— Mara Bergmann, ZDF WISO und WDR, Köln


Hier der Link zu den Highlights der Mediennutzung aus der Sicht der GFM Nachrichten vom 26. Juni 2012.

Anmerkungen

[1Die An- und Abreise erfolgt mit dem Zug.
Der erste Weg führt vom Bahnhof Köln Messe/Deutz zum sogenannten Staatenhaus am Rheinpark: zu Fuß (Dauer ca. 5-7 Minuten) oder mit dem Bus der Linie 150 Richtung Thermalbad.

[2Was an den netten Teil jener Zeilen des Heise-Verlages erinnert, der für eine seiner Zeitschriften mit dem Titel wirbt: "versteht nicht jeder - ist auch besser so". Ein Titel mit dem Namen "iX", der sich seit mehr als 20 Jahre auf dem Markt hat behaupten können.


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