K 54: 312 -> L 3: 304

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 19. Januar 2015 um 16 Uhr 49 Minuten

 

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Wer trotz dieser Überschrift diesen Artikel geöffnet hat, hat das Anrecht auf einen kleinen Einblick in die Büchse der Pandora.

Diese heisst jetzt nicht mehr Deutsche Telekom (oder doch?), sondern Telekom Deutschland GmbH.

Es ist in ihrem Beritt [1], dafür Sorge zu tragen, dass der Telefonanschluss mit der Nummer 46200660 - und neun weiteren - mit dem Büro aus der Kantstrasse 54 in Berlin 10627 in die Leistikowstrasse 3 in Berlin 14050 umzieht.

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Um es zunächst einmal positiv zu sagen: es ist gelungen, am Abend dieses ersten Arbeitstages in den neuen Räumen sowohl über einen Telefonanschluss als auch über einen DSL-Anschluss zu verfügen.

Dafür sei allen ausdrücklich an dieser Stelle gedankt, die sich - in ihrer jeweiligen Rolle und Funktion - dafür mit eingesetzt haben.

Für die- oder denjenigen, die / der jetzt weiterliesst, wird sich allerdings dieses Bild deutlich eintrüben: Denn allein diese Danksagung bringt zum Ausdruck, dass es eines besonderen Einsatzes von besonders motivierten Menschen bedurft hatte, um dieses Ziel erreichen zu können.

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Hier in Stichworte einige der Hürden, die es zu bewältigen gab [2]

- es ist nicht möglich, mit den gewählten Nummern auch jeweils die für das eigene Profil zuständigen Stellen zu erhalten.
Die uns übermittelte # 0800-330-2870 gilt nur für Grosskunden der T-Systems.
Die uns übermittelte # 0800 330 1000 gilt nicht für Geschäftskunden, muss aber dennoch gewählt werden, wenn es um einen "Umzug" geht.
Die uns übermittelte # 0800 330 2524 ist nur für Online-Dienste zuständig, nicht aber dafür, wenn diese nicht funktionieren.

- es ist nicht möglich, das bisher gebuchte Leistungspaket an den neuen Standort mit zu übernehmen.
Statt der VDSL-50 Strecke könne nur eine ADSL-6000er Leitung geschaltet werden. [3]
Mit dieser Veränderung, die so nicht gewollt ist, wird ein neuer Vertrag fällig, der wiederum erneut eine Laufzeit von 2 Jahren implizit voraussetzt - was aber nicht gesagt wird.
Auch nach mehrstündigen Recherchen und über mehr als 10 Anrufen gibt es keine Auskunft darüber, welche Dienste welcher Güte nun definitiv angeliefert werden können.

- es ist nicht (mehr) möglich, eine unterbrechungsfreie Aufschaltung von dem alten auf den neuen Standort durchzuführen:
Bei der ursprünglichen Beantragung des Umzugs war diese noch möglich, jetzt aber kann dieser Leistung nicht mehr erbracht werden.
Warum? Angeblich kann darüber aus Datenschutzgründen keine Auskunft erteilt werden, ob an der neuen Adresse bereits ein Anschluss vorliegen würde oder nicht.
Es stellt sich aber letztendlich heraus, dass das eigentliche Hindernis darin verborgen ist, dass nur mit dem alten, im Grund noch DOS-basierten CRM-System solche Schaltungen möglich sind, mit den neuen nicht mehr.

- Die Liste dieser Probleme liesse sich noch um eine Reihe von Punkten erweitern. Lösungen sind nur auf höchst unkonventionelle Art und Weise möglich:
Bei den mehr als 20 (zwanzig!) Einzelgesprächen sprechen auch zwei der Agenten die Lage ganz offen an: einer lebt bereits in der "inneren Emigration" der andere hat bereits gekündigt und gibt ein Reihe von Hinweisen, die aus Nutzersicht von Vorteil sind.
Es ist wichtig, den Agenten Zeit zu lassen, sie freundlich und zuvorkommend zu behandeln, auch wenn einem die schiere Wut über die offensichtlichen Mängel in der Geschäftskundenbetreuung alle Nerven rauben.
Man muss sich selber sachkundig machen, in Erfahrung bringen, in welchen Anschlussbereich man gehört, ob man an eine EWSD oder einer S 12 angeschlossen ist, ob die Verteiler schon mit der Out-Door-Technik ausgestattet sind, und dass es 762 Meter bis zum nächsten Hauptverteiler sind.

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- Zu guter Letzt noch die folgenden kleinen Geschichten:
Beim Anschluss der eigenen Strecke werden - offensichtlich versehentlich - andere Anschlüsse im Hause deaktiviert. Da kommt Freunde auf und die nachbarschaftliche Kommunikation in Schwung.
Als am Abend des gleichen Tages dieser Schaden wieder gerichtet wird, kommt es zu einem Gespräch "unter Dreien" mit dem hierfür abgestellten Kollegen. Dafür wird das tagsüber getragene Hemd mit einem hausinternen T-T-Shirt ausgetauscht. Und die so signalisierte Insider-Nähe wirkt Wunder...

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Nachtrag vom Abend des 12. Juni 2012

Der ganze Fall ist weiter eskaliert.

Es gibt neue Tickets:
- W 00000140141068, weil einige der zugewiesenen Rufnummern nicht angesprochen werden konnten.
Die Probleme können im Verlauf des Tages nach intensiver Zusammenarbeit mit dem Diagnoseplatz in Braunschweig gelöst werden, nachdem die Weiterleitung direkt von der Vermittlungsstelle - nach einem Neustart einer der Baugruppen auf einer EWSD - eingerichtet wurde.
- NIMIC0008014167, da nun endlich von Seiten eines Teamleiters entschieden wurde, in diesem "Notfall" die Güte der Verbindung ab dem 15. Juni 2012 von sechs- auf sechzehntausend MB/sec. zu erhöhen.
Weitere Bemühungen wurden angekündigt.

Nachtrag vom Morgen den 15. Juni 2012

Um 8 Uhr in der Frühe klingelt im Büro des Telefon.

Es meldet sich eine aufgezeichnete Sprecherinnen-Stimme von der "Telekom" und beginnt eine längere Ansage mit dem Satz:

"Wir haben Ihnen Ihren DSL-Zugang betriebsbereit geschaltet. [...]"

Anmerkungen

[1Diese Wort ist auch im aktuellen DUDEN nicht als eigener Eintrag zu finden - (sic!).

[2Wer mehr darüber erfahren will, kann sich ja nun auch wieder telefonisch über o.g. Büronummer mit dem Autor in Verbindung setzen. WS.

[3Das geschieht mit der Begründung, dass man erst auf dieser dann neu geschalteten Leitung die Dämpfung messen wolle, bevor eine höhere Güte angeboten werden könne. Und dass man sich das als Deutsche Telekom im Gegensatz zur Konkurrenz sogar zu Gute halte, dass man nicht sogleich jeden neuen Anschluss "bis zum Anschlag vorknallt" um dann zu sehen, ob das auch wirklich funktionieren würde oder nicht.
Das mag ja alles schön und gut sein: aber selbst die automatisch vorgenommene und als Kunde bei einem Neuanschluss angerufene automatische Bearbeitung gibt schon die Güte einer sechzehntausender Leitung als Leistungsmerkmal vor. Dennoch kommt keiner im Vertrieb auf die Idee, übergangsweise zumindest diese Güte dem Kunden anzubieten. Unglaublich - aber wahr.


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