TXL<->LAX: richtig gecheckt?

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 19. Januar 2015 um 15 Uhr 49 Minuten

 

Today

I.

Eine der besten Flug-Suchmaschinen war die "travelIQ.de"-Seite.

Inzwischen ist diese aufgekauft worden und wird nun unter dem Dach von CHECK24 eingesetzt.

Bei der ersten Nutzung ist das Ergebnis dennoch gleich Null: danach gibt es mit Abflug in Berlin am 11. Mai 2012 nach Los Angeles und Rückkehr am 19. Mai 2012 (mit einer Option auf bis zu 2 Tagen) keinen einzigen Flug im Angebot: unglaublich aber wahr.


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Darauf die Beratungsnummer 0800-755 455 442 von CHECK 24 angerufen. Und gewartet, und gewartet, und gewartet.... ohne Erfolg.

II.

Also wird zum Suchen statt: "Alle Flughäfen" in Los Angeles die Endung "LAX" eingegeben. Und das führt zum Erfolg.

Diese Suche wurde zweimal ausgeführt.

Das erste Mal gab es keinen Flug unter 1.300 Euro.

Das zweite Mal ab 800 Euro.

Was wir daraus lernen müssen: diese Angebote sind alles andere als optimal. Man muss wissen, was sich hinter den Suchmasken verbirgt, um die wirklich zu guten Ergebnissen kommen zu können.

Und man muss mehr als einmal das Gleiche tun, um Vergleichsmöglichkeiten zu haben.

III.

Und dann geht es noch besser: AirBerlin bietet mit dem Flug AB 7022 am 11. Mai einen Direktflug an und am 21. Mai mit dem Direktflug AB 7023 einen Rückflug für insgesamt 724,55 Euro an.

Aber auch hier misslingt der erneute Versuch einer telefonischen Kontaktaufnahme. Selbst nach einer halben Stunden Wartezeit meldet sich niemand am anderen Ende der Leitung.

Damit ist CHECK 24 gestorben. Als Informant ebenso wie als Handling Agent.

IV.

Aber damit ist noch lange nicht aller Tage Abend. Denn dieser Eco-Flug wird natürlich auch auf der Seite von AIR BERLIN angeboten: zum Preis von 750,53 Euro. [1]


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Die Reaktion auf dieses Angebot ist geradezu euphorisch. Und in der ersten Version dieses Eintrags war an dieser Stelle zu lesen:

"Leute, da kann einem doch selbst die HON-Karte egal sein: es gibt ihn endlich: DEN direkten Flug von Berlin nach Los Angeles - und retour :-) "

Und der Entschluss war getroffen: Damit der auf dem Flugplan bleibt, da war sich unser Büro mit unserem Travel Agent einig, ist Air Berlin - zumindest auf dieser Strecke - ab sofort ein MUST!

Follow-up

Man soll ja nicht nachtragend sein. Aber es ist im Nachgang nicht möglich, diesen Eintrag von diesem Tag hier so stehen zu lassen.

Auch wenn an dem hier Gesagten so nichts mehr geändert wird, ist es die Pflicht und Schuldigkeit des Berichterstatters auch auf die Schattenseiten dieser Entscheidung zu verweisen.

V.

Am nachfolgenden Montag, den 30. April 2012 betrug die Wartezeit für einen Anruf bei AIR BERLIN über eine Stunde.

Dabei konnte in Erfahrung gebracht werden, dass es auf diesen Flügen in beiden Richtungen auch noch sogenannte Bulkhead-Seats gibt. Das sind Sitze wie die Exit-Seats, die zumindest eine besondere Beinfreiheit versprechen - und zu einer Gebühr von Euro 60.- pro Strecke dazugebucht werden können.

Aus alter Verbundenheit mit dem Reisebüro gleich nebenan wurde vereinbart, dass diese direkt von dort aus gebucht werden, samt dem Flug.

Und dann kommt das Unvorstellbare. Im gesamten weiteren Verlauf dieses Tages gelang des dem Travel Agent nicht, einen Kontakt zu AIRBERLIN herzustellen. [2]

Das Ergebnis: die Exit-Seats waren irgendwann auch vergeben.

VI.

Dieser gesamte Vorgang wurde, samt einem Link auf diese Seite, der Pressestelle zur Kenntnis gebracht, mit der Bitte um eine Stellungnahme.

Die erste Reaktion an dieses - insgesamt an fünf verschiedene Personen gerichtete Schreiben - traf zum Ende der Woche ein. Mit der Anfrage, mit welcher Buchungsnummer denn nun ein Flug gebucht worden sei.

Verkehrte Welt? Wir wollten erfahren, wieso ein HandlingAgent keinen eigenen telefonischen Zugang zur Fluggesellschaft hat und werden stattdessen nach einer Buchungsnummer gefragt. [3]

VII.

Das Ergebnis vom Freitag, den 4 Mai 2012: Auf dem Hinflug ist kein Exit-Seat mehr zu bekommen. Für den Rückflug wurde statt des 21. Mai der 18. Mai gewählt, da auf dieser Maschine - erstaunlich genug- noch drei solcher Plätze angeboten wurden.

Mit der Buchungen wurde, nach nochmaliger Rücksprache, erneut das Reisebüro in Anspruch genommen. Und dieses Mal dem Buchungsvorgang selber beigewohnt.

Wenn auch selber nicht vom Fach, so war das dort vor Ort erlebte doch kaum nachvollziehbar. Dabei soll hier gar nicht mehr von den Wartezeiten die Rede sein, sondern von der Zeit, die notwendig war, dass diese Buchung zwischen den beiden Agenten durchgeführt und abgeschlossen werden konnte.

Allein dieser Vorgang bedurfte von der ersten Kontaktaufnahme bis zum allfälligen Abschluss des Vorgangs 48 (achtundvierzig!) Minuten.

Und damit die im Reisebüro für diesen Vorgang verbrauchte Zeit weit über eine Stunde. Für einen Flug von Berlin nach Los Angeles und zurück.

Und das war - wie der vorangegangene Bericht zeigt - nur die Spitze des Eisbergs, an dem selbst so mancher "PowerUser" zerschellt wäre.

Unglaublich? Aber wahr.

Outlook

IX.

Aufgrund der Reaktionen auf diesen an dieser Stelle publizierten Text wird es nach dem Ende der Reise am 19. Mai einen zweiten zusammengefassten "on-the-fly-report" geben, nachzulesen unter: "TXL->LAX: Hollywood ohne Hub".

X.

Bis dahin wird dieser Text als Stellvertreter auch an diesem Datum eingestellt werden.

Anmerkungen

[1In der Pressemitteilung vom 8. März "Start des BER: airberlin fliegt fünf Langstreckenverbindungen" war zwar davon die Rede, dass es neben Abu Dhabi, Miami, New York und Windhoek auch eine direkte Verbindung nach LA geben werde, nicht aber, dass diese schon vor der Öffnung des neuen Flughafens eingerichtet sein würde.

[2Angeblich haben die Firmen keine eigene Rufnummer, um einen schnelleren Zugang zu den AIRBERLIN-KollegInnen zu erhalten.

Wir haben das nachgeprüft und bis zu Beginn der KW 19 folgende zusätzliche Infos erhalten:
Dass es neben der Kunden-Nummer 01805-737800 auch eine öffentlich bekannte Partner-Nummer 030-34342222 gäbe, sowie eine eigene Website unter der URL: http://partner.airberlin.com.

[3Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Dieser Text wird nicht aufgesetzt, weil den Journalisten auf dieser Linie kein Rabatt mehr gewährt wird. Auch ist es nicht das Ziel, auf diesem Wege einen Semi-VIP-HON-Status zu erhalten, sondern es war der ehrliche Versuch, eine besondere Leistung besonders würdigen zu können.


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