re:publica 20:12 (III)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 19. Januar 2015 um 16 Uhr 38 Minuten

 

re:publica 12

Auch dieser Tag heute wird einen anderen Verlauf nehmen, als zunächst geplant.

Einen Einblick in einige der Programmpunkte hatten in einer Aufzeichnung am Abend zuvor Philip Banse "Du kannst ruhig mich ansehen, das ist kein Fernsehen, das ist Internet" - und Markus Beckedahl - "Es gab von ihrem Stab das Angebot, sich mit Netzaktivisten zu treffen und das nehmen wir natürlich gerne an und werden uns nach ihrem Vortrag eine Stunden lang in einem sozusagen "off-Gespräch" ohne Journalisten da mal austauschen und versuchen, unsere Position zu vermitteln - und sie wird wahrscheinlich versuchen, ihre Position zu erklären" - gegeben:

So wird der Vormittag am Bildschirm des Rechners verfolgt. Zum Abschluss wird dann der Weg nochmals aufs Gelände führen.

Eingeladen war für diesen Morgen die europäische Beauftragte, Kommissarin und Vizepräsidentin der Kommission in Brüssel zum Thema: Digital Agenda: Neelie Kroes [1]

Wie aus dem letzten Bericht über ihren Auftritt anlässlich der Buchmesse in Frankfurt zu ersehen war [2], ist für sie der gute Auftritt immer auch eine Sache des guten Outfits. Und dass sie gebeten worden war, vor ihrem Auftritt on stage die Ohrringe abzulegen, hatte sie sicherlich alles andere als erfreut.

Aber sie ist Profi und blendet sich mit diesem Thema ein, um sogleich zu ihrem Lieblingsthema zu kommen: den persönlichen Freiheiten.

Wir man später in der Aufzeichnung wird nachhören können, spricht sie über die unterschiedlichen Aspekte dieses Freiheitsbegriffs. Und bezieht dabei auf die Diskussion über die Zukunft des Internets in diese Betrachtung mit ein: "Yes: the Internet should be open - and it should be free" . Aber dies sei nicht die Freiheit des Wilden Westens.

Sie spricht von einer Welt ohne SOPA und ohne ACTA, aber auch von den vielen Angriffen, den diese Freiheit ausgesetzt ist. [3]

Sie spricht von der Freiheit im Online-Bereich als Quelle für Innovation.
Sie behauptet: "Web interpreneurs are the key to the future of this economy" und erklärt sich bereit, diesen Leuten zu helfen. Denn sie bräuchten Anerkennung, "credits" und "innovation hubs". Die Leute bräuchten Transparenz und Neutralität im Netz. Und das Ziel seien: "open standards for open markets".

Aber es gäbe noch viele Hindernisse auf diesem Weg. Denn die Freiheit einer solchen Entwicklung führe zu neuen Formen von Wirklichkeit im Netz. Das habe die Musikindustrie schon vor einer ganzen Reihe von Jahren erfahren, andere werden folgen.

All das könne mit den "out-of-date-rules" wie jenen des Copyrights nicht mehr bewältigt werden.
Das freie Internet benötige eine "open culture" - und das gelte vor allem für die open-data-szene.

Und sie fordert alle Anwesenden auf: "WENN SIE IDEEN HABEN,WIE MAN DIESE NEUEN HERAUSFORDERUNGEN MEISTERN KANN: LASSEN SIE ES MICH WISSEN!"

Sie erinnert an den Tag der Pressefreiheit. Sie spricht vom Recht auf die Freiheit der eigenen Meinung als einem fundamentalen Grund-Recht.

Dort, in den Ländern, wo für Demokratie gekämpt wird, dürften die Menschen nicht von der Kommunikation abgeschnitten werden.

Die Begriffe von Freiheit und Sicherheit dürften nicht im Gegensatz stehen, sondern gehörten zusammen.

Und die Sicherung der Rechte der Kinder sei ihr ein wichtiges Anliegen.

Fragen?

Was sei die Zukufunft angesichts der Monopolpositionen von Facebook und Google?

Dieses Thema sei ihr aufgrund ihrer früheren Rolle in der Kommission wohlbekannt. Aber man müsse klären, was die Rolle dieser "Monopole" wirklich sei. All die hier genannten Firmen seine globale Gesellschaften, die ebenso "the rules of the games" zu folgen haben.
Sie habe keine Angst vor Schwierigkeiten. Und sie fragt erneut nach "food for thought", wie man mit dieser Bedrohung umgehen solle. Es sei an dieser Stelle mehr zu tun als nur für Transparenz zu kämpfen.

Wenn wir das Internet schützen wollen, wie sollen wir das tun?

Es gibt nach wie vor 41% der Italiener, die bis heute keinen Gebrauch vom Internet machen. Und allgemein in Europa sind das immer noch mehr als 30%.

Hier gelte es zu fördern und zu fordern: die Spielregeln müssen berücksichtigt werden.

Was beunruhigt am meisten?

- Urheberrechtsfragen
- die Rolle der Kinder

Es folgen Fragen nach Netzneutralität und dem Eingriff von Staaten:

- Netzneutralität: Jeder solle teilhaben können, auch bei begrenzten Resourcen. Es werde dafür ein Vorschlag vorbereitet werden. Es gebe keine Bevorzugung von Niemandem. Wenn man sich nicht rechtmässig behandelt fühlt, solle man die Chance haben zu wecheln.

- Staateingriff: Dazu bedarf es Standards. Und dieser sollten international sein.

- Cloud computing: Auch dazu wird es einen Strategie-Vorschlag geben. Wenn das nicht geschehen würde, gebe es die Gefahr, von anderen bevormundet zu werden - und das gelte auch für SME’s und für den Bürger an sich.

Frage nach der Rolle der "webkids" gegen ACTA?

Die Kommissarin:
"I would love to be at the end of my term to be the web-mother."
Beide Seiten bräuchten die andere Seite. Das mit der Verweigerung von ACTA war ein "wake-up-call".
Das Ergebnis: "Dont worry about ACTA any more..."
Auch wenn man sie deswegen in Brüssel schelten werde, aber sie bräucht dort dann keinen neuen Job mehr"

 [4]

Dazu wurden ausgesucht:

Um 14:15 auf der Bühne 2:

Ein Vortrag von Dr. Till Kreutzer zum Thema:

Urheberrecht 2037 – Eine Vision

Geschäftsmodelle, Technik und Regulierung liefern sich derzeit einen Wettstreit um die Zukunft. Wo stehen wir in 25 Jahren, wie sieht die Welt 2037 aus? Gibt es tatsächlich nur noch Laienkultur oder können Künstler und Unternehmen noch immer mit kreativem Schaffen Geld verdienen? Und wenn, was waren die Gründe hierfür? Wie wurden die Weichen im Urheberrecht mittlerweile gestellt? Haben die Sopa/Pipa/Acta-Befürworter sich durchgesetzt und das Netz wird vollständig überwacht, reglementiert und gesteuert? Oder wurde der kulturelle Aufschwung eher durch regulative Zurückhaltung, Deregulierung und Liberalisierungsansätze herbeigeführt? Wie könnten solche Ansätze aussehen? Und welche Mittel sichern mittlerweile das Auskommen von Kreativen und Produzenten? Der Versuch einer Vision.

Um 16:15 Uhr gibt es auf der gleichen Bühne 2 ein Gespräch zwischen
1. Marietje Schaake, D66, European Parliament,
2. Olaf Boehnke, ECFR
3. Dan Meredith, Radio Free Asia
4. Ehsan Norouzi, Deutsche Welle
zu dem Thema:

Digital Diplomacy: Reinventing foreign policy?

Ever since the protests of the “Green Movement” in Iran (2009) and the “Arab Uprising” (2011), Western foreign policy makers realized that a new phenomenon might have the impact of changing their well-known world of diplomacy and international relations: information and communication technology or just ICT. And while the U.S. Department of State launched their respond to this global development already in 2009 – called ‘The 21st century statecraft’ – both, European governments and the European institutions still seem to wonder what we are talking about.

But as a matter of fact, Europe’s diplomatic services are already facing a new challenge: what is digital diplomacy or digital foreign policy and how should Europe respond to the new digital hemisphere? What are the main issues? What can be new benefits and what are new threats for modern diplomacy? Who is Europe’s new digital constituency and to what extent is Europe responsible for the digital world and its users outside Europe?

Und dann wechseln wir um 17:00 Uhr auf die Bühne eins und treffen auf Kathrin Passig mit hoffentlich ebenso amüsanten wie durch den Humor treffenden Ausführungen zum Thema:

Standardsituatio­nen der Technologie­begeisterung

Das fehlende Gegenstück zu meinem 2009 im “Merkur” erschienenen Text “Standardsituationen der Technologiekritik“. Ob Eisenbahn, Maschinengewehr, Radio, Telefon, Fernsehen oder Internet: Es findet sich immer jemand, der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Weltfrieden für quasi automatisch eintretende Folgen der neuen Technologie hält. Wir machen uns gemeinsam über diese Gestalten lustig und tun so, als hätten wir nicht selbst schon das halbe Internet mit solchen Behauptungen gefüllt.

gefolgt, an gleicher Stelle, von der

Verabschiedung

Anmerkungen

[1Hier als Link im WhoisWho der Europäischen Union und auf der WhoisWho-Seite des Veranstalters.

[2Siehe: "Buchmesse: Protokoll"

[3Siehe dazu auch die eigenen Positionen des Autors, die sich vor allem in der folgenden Darstellung ablesen lässt:
— DLF-Diskussion über das Urheberrecht
und davor schon an anderer Stelle zur Darstellung gebracht wurde:
— Das Recht auf ein Urheberrecht. Rede und Gegenrede
— Anti Piracy seen by Google & Co.

[4Weitere Stichworte, die noch ausgeführt werdne müssen:

Actors... need a decent living for their work.

Copyrith needs to be filled in with the new technology in mind.

No borders any more,

If I have enemies... these are the collectors societies...

Und diese tun nichts anderss merh als ihre eigenen Strukturen zu sichern.

95 in Deutschland bekommen weniger als 1000 Euro pro Jahre.

Da muss was faul sein in diesem Staate...

Diese Demo hat uns aufgeweckt.

FRage: Copyricht ist die Vorausserzung für die Kunst? Nein!
(es gibt Applaus)

und für die Position von NK auch!

Klar, mit den neuen Tools können die Künstler kreativer sein als je zuvor.

Nein, sie sei keine Hardcore-Copyright-Verteidiger.

Mit Spottify und anderen Beispielen werde gezeigt, wie man damit heute umgehen kann.

Und damit geht es nicht gegen die "freedom-of-speach"-Position.

Be creative and give us th

- Woflgang Engels will eine Neue Collecive Societey gründen.

- Copyright ist nicht das Thema, sondern das Proble ist, dass der Künstler mit dem bisherigen System kein Geld vür seine Arbeit bekommt.

NK: C. dabei geht es darum, dasmm an von seiner Arbeit leben kann.

Aber für die Creative-Industries gibt es keine Verwnawortung Seitens der EU. Das sein Ländersache.

Dazu wird es eine Positin von "4 Weisen" geben.


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