CeBIT: Und was gibt’s Neues?

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 19. Januar 2015 um 15 Uhr 22 Minuten

 

Zumindest an einem der CeBIT-Tage soll es möglich sein, sich im eigenen Interesse auf den Weg durch die Hallen zu machen. Einige dieser Produkte und Dienstleistungen, die auch im Rahmen der Redaktionsarbeit von konkretem Nuten sein könnten, werden an dieser Stelle - zumindest exemplarisch - vorgestellt:

Speach-to-Text

Im Verlauf dieser Woche wurden eine ganze Reihe von hochwertigen Tonaufnahmen gemacht, die es - zumindest in Teilen - zu verschriftlichen gilt.


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Wie vom Himmel geschickt kam zum Auftakt der Messe eine Mail aus den Hause Linguatec, in der behauptet wird, dass nunmehr ein solches Produkt fertiggestellt worden sei. [1]

Nach Rücksprache mit der Autorin in München stellt sich heraus, dass sie zwar das Produkt im digitalen Dialog anzupreisen ausgewählt wurde, aber nicht selber auf der Messe präsent sein wird.

Also wird die Gelegenheit gesucht, sich persönlich auf den Stand A50 im Rahmen des Bayerischen Gesamtstandes in der Halle 26 zu begeben, um dort die Anwendung vorgestellt zu bekommen.

Dort gibt es gleich zwei Überraschungen: statt mit der Autorin zu reden, kommt es sogleich zu einem Kontakt mit dem Geschäftsführer.
Und er führt jene Anwendungsbeispiele vor, die bereits auf der Seite www.spracherkennung.de aufgeführt wurden.

Und wie, so die sich daran anschliessende Frage, wie können jetzt die eigenen Files nach dem gleichen Verfahren analysiert und bearbeitet werden? Ob denn diese Software für einen Probelauf schon out of the box zu erhalten wäre?

Nein, das mit der Box, die es da auf dem werblichen Auftritt zu sehen gäbe, das dürfe nicht missverstanden werden. Dieses Angebot sein kein klassisches Softwarepaket mehr, sondern eine browserbasierte Anwendung.

Und über diese würden die Files dann auch eingespielt und die generierten Texte ausgespielt werden?

Ja, in Zukunft schon. Aber jetzt sei man noch in der Erprobungsphase. Und es wäre gut, wenn es möglich sei, einige Aufnahmen aus der eigenen Praxis zur Verfügung zu stellen, damit diese dann - aber erst nach der Messe - bei ihnen vor Ort durch den Rechner geschickt werden könnten.

Der Traum, diese aktuellen Interviews sogleich hier auf der Messe mit dieser neuen Lösung bearbeiten und sogleich für die Leser und Hörer anzubieten zu können, ist damit zunächst einmal geplatzt. [2]

Stattdessen wird, nach einem weiteren Standbesuch, am letzten Messetag ein 8 GB USB-Stick abgeliefert, mit einer Reihe von Arbeitsproben: von Aufnahmen, die direkt über die Splitbox vom Tonmischpult abgegriffen wurden, aber auch von solchen, die von einem Lautsprecher oder auch in der Nähe der Sprecher mit einem Mikrophoneingefangen wurden.

Speach-to-Ear

Auch die Visibilität der Firma Plantronics ist nicht gerade gross. Aber sie hat immerhin zu einer Pressekonferenz eingeladen, um die Geräte und die auf deren Grundlage entwickelten und darin integrierten Anwendungen vorzustellen.


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Die Ergebnisse dieser Bemühungen lassen sich bereits auf den Online-Seiten von Publikationen wie der PC-WELT oder der Funkschau nachlesen.

Und es sei an dieser Stelle als Ergebnis des Eigenversuchs bestätigt, dass sich in diesen Messe-Tagen das Teil als ausgesprochen bequem, zuverlässig und bedienungsfreundlich erwiesen hat. [3]

Aber auch hier ist nicht alles Gold was auf den ersten Anschein gut zu glänzen vermag. Das stellt sich vor allem beim Einsatz der plantronics eigenen sogenannten Spokes-Software-Anwendung auf einem hp Compaq Laptop nx 6325 heraus.

Bereits die Implementiertung unter Windows XP Pro Build 2600.xpsp_sp3_gdr. (Service Pack 3) war alles andere als einfach oder selbsterklärend.

Und als es dann darum ging, über diese Software weitere Tonquellen zu Gehör zu bringen, bedurfte es einer Reihe von veränderten Funktionseinstellungen, die in der beigelegten Installationsdokumentation nicht beschrieben worden waren.

Noch schwieriger war die propagierte Anwendung im Zusammenhang mit dem Skype-Programm der aktuellsten für Windows XP gültigen Version 3.3.32.155:


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Bis es gelang, das Ganze auch auf Skype zum Laufen zu bringen, war eine knappe halbe Stunde vergangen [4]

Speach-to-Eye

Noch nicht implementiert, aber angekündigt ist die Optimierung der iMeet-Software für den Pantronics Voyager Pro. Diese rein browserbasierte und "hardwareagnostische" Software der Firma PGi wird ebenfalls auf der plantronics PK vorgestellt von John P Keane, Director Product Management, nachdem das ganze Team zuvor bereits auf einem Pressegespräch der Deutschen Telekom AG zugegen war, um dort als exklusiver Partner in den neuen Cloud-Lösungen zu erscheinen.

Auch das scheint einen Versuch wert zu sein, aber erst nach der Rückkehr von der CeBIT Messe.

In der Zwischenzeit kann man sich ja schon einmal die Pressemeldung vom 6. März 2012 ansehen, in der es - gemäss dem Motto: "Nobody is perfect" - in der Überschrift heisst: PGi Partners with Deutsche Telekom: iMeet® Users Say “Auf Wiedersehen” to to Lifeless Meetings.

Oder man schaut sich das Interview mit PGi CEO Boland Jones an, das am 11. Oktober 2011 auf CNBC erstmals gesendet wurde. Oder sein Gespräch mit Pimm Fox vom 4 Mai auf Bloomberg:

http://bloom.bg/ieODLk#ooid=w4Nm9mMjqwaFIIEkR5SfURqNZTLvgYHn [5]

PS.

Von einem alten Freund kam der Hinweis auf eine gläserne DVDs, die seit wenigen Monaten von einer deutschen Start-up-Firma zum Stückpreis von ca. 150 Euro in absolut staubfreien Räumen produziert würden, um darauf "für immer und ewig" zu dokumentierende Datensätze zu speichern und so für die Nachwelt bereitzuhalten.

Bei der Internetsuche fällt stattdessen dabei der Blick auch auf das neue "gläserne" Ultrabook von hp, das ebenfalls im Vergleich mit all den anderen Ultrabooks von ASUS, Dell, HP, Lenovo, Samsung und Toshiba in der Halle 23 am Stand A01 ausgestellt worden war und sich angeblich - so notebookinfo.de auch für Vielschreiber eignen soll. [6]

Anmerkungen

[1Unter der Überschrift "Interviewtranskription" ist zu lesen:
"Sie sind Journalist oder im journalistischen Umfeld tätig?
Ein lang gehegter Traum geht in Erfüllung: Dank Sprecherunabhängigkeit, dem Wegfall mühsamer Trainingsprozesse und dem Registrieren von Gesprächspausen ermöglicht Voice Pro Enterprise die automatische Transkription von Interviewsituationen.
Lassen Sie bequem Ihre Interviews oder Reportagen per Knopfdruck mit Voice Pro Enterprise in Text umwandeln und entscheiden Sie selbst, ob und wie Sie die Sprechpausen angezeigt bekommen möchten
."

[2Dabei wäre es sogar möglich gewesen, mit den hier generierten Sound-Files das Audio Format WAV 16bit 16 KHz bereitzustellen, damit es dann sofort in das Spracherkennungssystem hätte übergeben werden können.

[3Siehe dazu auch den Bericht vom 20. Februar 2010 über das VMX 100 von Sennheiser, das bisher als Referenz gegolten und ebenfalls in einem Eigenversuchs zur Anwendung gebracht worden war: Sennheisers Doppel-Mikro Blauzahn .
Wobei hinzuzufügen ist, dass jetzt im Nachgang sich auch dieses Sennheiser-Geräte vom Nexus One von htc mit der Android-Version 2.3.6 sofort und unproblematisch hat erkennen lassen. Danach war der Dialog per Telefon auch sofort möglich, die Übertragung von auf dem mobilen Smartphone abgelegten Musiksignalen dagegen nicht.

[4Was vielleicht auch daran gelegen haben mag, dass auf diesem Rechner noch ein Software-Version 2.00 von PerSono installiert war, die ebenfalls aus dem Hause Plantronics für den Betrieb eines DSP-400-Headsets mitgeliefert worden war, das zwar heute nicht mehr im Verkauf ist, sich aber nach wie vor einer hohen Beliebtheit erfreut - und mit dem im Frühjahr 2006 die erste "on-air-radio-show" auf Radio Eins aus einem fliegenden Flugzeug realisiert worden war. [[Da diese Aufnahme auf der Seite des Senders nicht mehr vorgehalten wird, hier der Link auf die "DaybyDay"-Seite vom 6. Mai 2006: Radio Eins bringt’s.

[5

[6Im Vergleich dazu gibt es auch ein HP Folio 13 zu sehen, das viele gute Eingenschaften in sich versammelt, wie die notebookinfo.de-Tester bestätigen (nachdem das Teil im Heise-Vergleichstest überhaupt nicht mit aufgerufen worden war*), das sich aber durch den spiegelnden und lichtschwachen Bildschirm und eine nicht überzeugende Tastatur leider dann doch nicht als die optimale Business-Lösung anzubieten scheint. Siehe dazu auch den Computerbase-Bericht vom 2. Februar 2012.
Aber vielleicht hilft ja das Warten auf weitere Verbesserungen, eine grössere Platte und eine Windows 7 - Version, die mehr zu bieten hat als eine "Home"-Edition... .
* Der Test wurde in der c’t-Ausgabe 7 auf den Seiten 102ff. nachgeholt. Und bestätigt im Wesentlichen die hier bereits vorgetragenen Ansichten.


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