CeBIT & Daimler: Der Mercedes auf der IT-Strecke?

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 19. Januar 2015 um 15 Uhr 21 Minuten

 

Heute findet, zum dritten Mal in Folge, auf der CeBIT der Automotive-Day statt.

Wer den Autor kennt, weiss, dass es zu seinen grossen Leidenschaften gehört, Mercedes-Autos zu fahren - und zu pflegen -, die zu Zeiten ihrer Konstruktion und langährigen Betriebes (noch) nie ein Stückchen IT gesehen, geschweige denn implementiert bekommen haben. [1]

Umso spannender wird die Begegnung mit allen jenen Managern und Machern sein, die das Haus unter dem Motto:

Is it IT ? Digital Life @ Daimler AG

an diesem Tag auf der CeBIT 2012 vertreten sein werden.

Ihr Credo:

Die Informationstechnologie ist heute unverzichtbarer Bestandteil in allen Prozessen eines Wirtschaftsunternehmens. Der Bereich IT übernimmt dabei Verantwortung als Technologietreiber, Prozessgestalter, Integrator und Sicherheitsmanager und bedient sich innovativer Lösungen.
Die physische und digitale IT-Welt wachsen bei Daimler zusammen. IT unterstützt Lösungen für individuelle Mobilität und vernetzt weltweit Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten – ‚Digital Life’ wird bereits gelebt.

Im Raum 11 des Congress Center werden ab 11 Uhr als Sprecher zur Verfügung stehen:

- Helfried Scharf, Research, Development and Environmental Communication & ITM, Daimler AG
- Dr. Michael Gorriz, CIO Daimler AG

Danach werden die folgenden Themen präsentiert werden:
— Next Workplace – Hochmoderne Arbeitsplätze und standardisierte IT
— Virtual/Mixed Reality – Durchgängig im Entwicklungsprozess
— Mercedes-Benz Point of Sale – Der integrierte Verkäuferarbeitsplatz
— Genius – IT-Begeisterung für den Nachwuchs wecken
— Life-Demonstrationen von car2go und COMAND Online (vor dem Congress Center)

[HIerzu wurde ein ausführliches Interview geführt.
Auch die anschliessenden Veranstaltung von AUDI wurde besucht und ebenfalls dokumentiert.]

 [2]


In dem Eintrag Full House auf den CGC! ist davon die Rede, dass an diesem Tag mehr als 1500 Besucher anwesend gewesen wären - und das trotz des Streiks der ÖPNV-MitarbeiterInnen. ZITAT:

Tolle Vorträge von Google, Daimler und Carpooling zum Thema "Connect your Lifestyle" erwarteten unsere Besucher. Mikael Hed eroberte mit seiner Präsentation über die Entstehung und der Hintergründe zum Kultspiel "Angry Birds". Zum Ende seines Slots verschenkte Mikale Hed einen Angry Bird an einen unserer Teilnehmer.
Zwei hochinteressante Diskussionsrunden zum Thema "Connected Home & Work Space" und "Always on - your Life in the cloud" rundeten das Programm ab.

Das war, mit Verlaub gesagt, nicht alles. Hier daher ein kurzer Nachtrag für den Nachmittag mit dem folgenden Schwerpunkt-Thema:

CGC Satellite: Fem@le Leadership Summit

Und den folgenden Teilnehmerinnen:

- Natalya Kaspersky , InfoWatch Group of Companies Chief Executive Officer, Kaspersky Lab co-founder, InfoWatch Group of Companies:

Frauen müssen zwangläufig eine Reihe von Männerrollen übernehmen, um erfolgreich sein zu können.

Männer, die sich wirklich in der Familie den Kindern zuwenden, um damit den Frauen das Leben leichter zu machen, seien - nach wie vor - die grosse Ausnahme.

In Russland seien die Frauen in den technischen Hochschulen zumeist besser als die Männer. Aber das Programmieren bleibt eine Domäne der Männer. Das Prüfen dagegen sei mit 30% des Personals immer noch eine Rolle der Frauen.

- Vera Meyer, Executive Vice President, Global Supply Chain, Siemens Enterprise Communications Deutschland:

Sie habe keine eigenen Kinder, aber vielen Patenkinder und würde sich dennoch zutrauen, zu dem Thema kompetent Stellung beziehen zu können.

Es habe lange gedauert, bis Männer sich getraut hätten, auch für eine Frau zu arbeiten.

Frauen seien klar in der Sache und deutlich in der Ansage ihrer Ziele, aber in Krisensituationen seien Frauen auch deutlich verständnisvoller.

Fast alle Frauen, die eine Ausbildung durchgemacht und abgeschlossen haben, hätten sich danach besser behaupten können als Männer.

- Dr. Christine Haupt, Mitglied der Geschäftsleitung - Prokuristin, Computacenter AG:

Die Eltern hätten Sie nie als Mädchen erzogen, sondern als Kind.

Aber ihr Physiklehrer im Grundkurs habe ihr gesagt, dass das überhaupt nicht gehe, dass ein Mädchen dieses Fach studieren würde.

"Die Leute kommen von der Universität und mit denen kann ich erst einmal nicht viel anfangen. Die kommen erst einmal in die Trainee-Programme."

- Barbara Wittmann, Geschäftsführerin, Dell Deutschland:

Ja, Männer berichten anders. Es sei wichtig, auch informell zu berichten. Frauen seien eher motivierend und organisieren mehr: als careing leaders.

Man müsse authentisch bleiben. Nur dann werde man auch als Führungskraft akzeptiert. Das geschieht nicht allein durch die Rollenzuweisung im Unternehmen.

An ihrem Standort können alle Frauen nach der Kinderzeit auch wieder in die Vollzeit zurückkommen. Und sie kommen zumeist auf Positionen zurück, die sogar besser sind als die, die sie verlassen haben.

- Jaimi Cyrus, Geschäftsführerin, Hewlett-Packard GmbH:

Es gäbe viele unterschiedliche Lebensentwürfe. Aber wenn man das will, dann habe man auch die Chance, das umzusetzen.

In ihrem Hause sei das Ergebnis wichtig, und nicht der Ort und die Zeit, an dem und zu der die Arbeit ausgeführt werde.

Sie sei gegen die Quote. Man müsse das Problem aus dem Unternehmen heraus lösen.

Fast jedes der Unternehmen habe für sich Massnahmen eingeleitet. Und diese Bemühungen würden von der Chefetage unterstützt.

SUMMA SUMMARUM [3] [4]

- WIR BRAUCHEN KEINE QUOTE, WIR BRAUCHEN MEHR KRIPPENPLÄTZE
- DIE GROSSEN BEMÜHUNGEN MÜSSEN JETZT, NACH DEN NOCH KLEINEN ERFOLGEN, GENAUSO INTENSIV FORTGESETZT WERDEN
- MÄNNER HABEN EINE WICHTIGE ROLLE ALS MENTOREN
- WIR BRAUCHEN NICHT NUR FRAUENRUNDEN, SONDERN FRAUEN IN DEN MÄNNERRUNDEN

Ja, insbesondere der letzte Satz sei dem Veranstalter mit auf den Weg gegeben:
Auch wenn die Unternehmen das Vorschlagsrecht auf die Besetzung - der von ihnen oft gesponserten Positionen - haben, sollte darauf geachtet werden, dass ab 2013 auch hier endlich eine Mindestfrauenquote erfüllt wird.

Anmerkungen

[1Siehe dazu den Artikel: Der Firmenwagen.

[2Im Nachgang zu diesem Eintrag erfolgten Hinweise auf zwei Sendungen des Deutschlandfunks bzw. von Deutschlandradio Kultur vom 14. März 2012 mit den Themen:

Software mit Todesfolge von Michael Engel
Elektronische Welten: Wenn Autoelektronik zum Problem wird

und

Ein Auto, das zum Zug kommt von Remko Kragt
Verkuppelte Elektro-Autos

[3Die gesamte Diskussion wurde nicht vor Ort, sondern im Pressezentrum am Rechner mitverfolgt. Und von dort aus auf der Twitter-Wall mit den folgenden Kommentar versehen:
"@lupusdigit
Sitze als schreibender Mann (Journalist) im Presszentrum und freue mich, dass es endlich möglich ist, mit Substanz zu sprechen. BRAVO ! WS
."
Dieser Kommentar wird von Bing Translator übersetzt in:
"Sit as a writer man (journalist) in the press centre and am delighted that it is finally possible to speak with substance. BRAVO! WS."
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[4Als sich dann aber bis zum Ende der Veranstalter in den inzwischen sehr stark ausgedünnten Sitzreihen trotz mehrmaliger Aufforderung kein einziger Mann bereit fand, Rede und Antwort zu stehen, führte der Weg des Berichterstatters doch noch aus dem Pressezentrum quer durch das Kongresszentrum in den Saal zwei, um zumindest abschliessend den Beteiligten das bereits per twitter eingespielte Kompliment auch persönlich mitzuteilen.


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