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VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 16 Uhr 17 Minuten

 

Lesen Sie nach, was heute der Bundesminister für Finanzen zum Thema Wirtschaftswachstum zu sagen bzw. in "Christ und Welt" geschrieben hat:

Dazu in der Nachrichtensendung des Deutschlandfunks vom Mittwoch, den 14. Dezember 2011, 18 Uhr:

Bundesfinanzminister Schäuble tritt dafür ein, das Wirtschaftswachstum in den Industrieländern zu begrenzen. Er schreibt in einem Gastbeitrag für die ZEIT-Beilage "Christ und Welt", die westlichen Volkswirtschaften hätten eine gewisse Saturiertheit - also Sättigung - erreicht. Schäuble warnte vor dem Glauben an ein immerwährendes ökonomisches Wachstum. Die globale Ökonomie enthalte zu vielen Menschen das vor, was sie wirklich brauchten und nähre zugleich ein ungebremstes Begehren, das auch angesichts von Reichtum und Überfluss noch anhalte, kritisierte der CDU-Politiker.

Dazu der TV-Sender N24 mit seinem Bezug auf die Agentur AFP heute, den 14.Dezember 2011 ab 13:03 Uhr:

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) macht die "menschliche Maßlosigkeit" für die Euro- und Finanzkrise mit verantwortlich. "Die Krise der Banken und später der Wirtschaft und ganzer Staaten, mit der wir seit 2008 konfrontiert sind, wurde nicht zuletzt durch die grenzenlose Gier nach immer höheren Gewinnen an den Kapitalmärkten ausgelöst", erklärte Schäuble in einem Gastbeitrag für die "Zeit"-Beilage "Christ & Welt". Auch wenn das Prinzip der Marktwirtschaft erfolgreich sei, so beruhe es doch auf Mechanismen, die "unmenschliche Konsequenzen" hervorbringen könnten, wenn sie nicht kontrolliert würden.

Und weiter:

Schäuble warnte vor einem Glauben an ein "immerwährendes ökonomisches Wachstum". Das grenzenlose Profitstreben, "für das es keinen automatischen Haltepunkt gibt", erzeuge in der Konsumgesellschaft immer neue Bedürfnisse, die auch zu Lasten der natürlichen Ressourcen gingen. Auch bei der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban sei es letztlich um die Unfähigkeit des Menschen "zum Maßhalten und zur Selbstbegrenzung" gegangen. Der Mensch müsse deshalb immer wieder auf seine Grenzen hingewiesen werden.

"Die Tatsache, dass unsere Wachstumsraten nicht mehr mit denen von Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien mithalten, bedeutet nicht, dass unsere Wirtschaftspolitik erfolglos ist, sondern dass wir bereits einen erheblichen Wohlstand für einen großen Teil der Bevölkerung erwirtschaftet haben und dass andere das erst noch erreichen müssen", erklärte Schäuble. Die westlichen Staaten, die "ein gewisses Maß an Saturiertheit" erreicht hätten, müssten nun dafür sorgen, "Unterschiede und daraus resultierende Spannungen nicht übermächtig werden zu lassen".

Und weiter:

Schäuble sprach sich für eine Begrenzung des Wirtschaftswachstums in den Industrieländern aus. "Sosehr wir uns für die Beseitigung des Hungers überall in der Welt einsetzen müssen, sosehr sollten wir uns andererseits in unseren eigenen westlichen Ländern für eine Begrenzung des Wirtschaftswachstums einsetzen", führte er aus.

Das gegenwärtige Weltwirtschaftssystem sei "an beiden Enden verbesserungswürdig": Zu vielen Menschen werde das Allernötigste vorenthalten, während es auf der anderen Seite "ein unbegrenztes und ungebremstes Begehren" nähre, "das auch angesichts von Reichtum und Überfluss noch anhält".

Und in der Online-Ausgabe der WELT ist heute ab 17:13 Uhr u.a. zu lesen:

Die westlichen Volkswirtschaften hätten eine gewisse Saturiertheit erreicht, so Schäuble. Jetzt liege ihre Aufgabe darin, „Unterschiede und daraus resultierende Spannungen nicht übermächtig werden zu lassen“. Das „gegenwärtige Weltwirtschaftssystem“ charakterisierte Schäuble als „verbesserungsfähig“.

Die globale Ökonomie „enthält zu vielen Menschen das vor, was sie wirklich brauchen, und gleichzeitig nährt es ein unbegrenztes und ungebremstes Begehren, das auch angesichts von Reichtum und Überfluss noch anhält“, kritisierte der Christdemokrat.

In seinem Gastbeitrag warnte er vor einem Glauben an ein „immerwährendes ökonomisches Wachstum“. Der Glaube an Gott erinnere daran, „dass solche Auffassungen immer falsch und gefährlich sind“, erklärte der Minister.

Es sei wichtig, „dass wir an unsere Grenzen erinnert werden“. Auch für die Euro- und Finanzkrise machte der Minister die „menschliche Maßlosigkeit“ und mangelnde Kontrollmechanismen verantwortlich. „Die Krise der Banken und später der Wirtschaft und ganzer Staaten, mit der wir seit 2008 konfrontiert sind, wurde nicht zuletzt durch die grenzenlose Gier nach immer höheren Gewinnen an den Kapitalmärkten ausgelöst“, so Schäuble.


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