Statt: "br-online.de": "BR.de" online

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 16 Uhr 03 Minuten

 

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Heute gibt es noch einen "Nachklapp" zur Münchner Medientage-Trilogie:
Desaster - Recovery - Concept.

Denn der Bayerische Rundfunk hat offensichtlich in dieser Woche sein neues Online-Portal ans Netz gebracht: Ganz klamm und leise wurde umgeschaltet, anstatt auf diese doch wichtige (Er-)Neuerung aus diesem Anlass hinzuweisen, wie gleich noch ausführlicher beschrieben werden wird.

Oder hat man sich in diesen Tagen, wo die deutschsprachige Medien-Fachwelt in München versammelt war, nochmals diskret und leise durch das versteckte Präsentieren einer "final-beta-version" den einen oder anderen Rat geholt?

1.

Schauen wir also zunächst nochmals bei der elektronischen Pressestelle vorbei: Dort findet sich unter dem Stichwort Intendant das vor der Eröffnung von Andreas Bönte mit seinem Intendanten geführte Gespräch als Videoclip zum Nachschauen und -hören.

Aber weder unter diesem Stichwort noch unter den Stichworten Pressemitteilungen | Pressemappen | In Produktion | Hintergrund | Journalisten exclusiv | findet sich irgendeine Ankündigung oder begleitende Erläuterung zu diesem Thema.

Und der Eintrag der Worte "Neuer Internetauftritt des Bayerischen Rundfunks" führt zu gerade mal einem Treffer:

http://www.br.de/studio-franken/mainfranken/mainfranken-messe-2011-DID1315803174828/mainfranken-messe-2011-vorabbericht-07102011-ID1315801964734.xml

In der im Cash dargestellten Intro-Zeile ist gerade noch zu lesen
"12. Sept. 2011 – Neuer Internetauftritt des Bayerischen Rundfunks | Bild: BR-Mainfranken/Marcus Filzek. Aus br-online.de wird br.de: Derzeit erneuert der ..."

Ist nur zu hoffen, dass die RedakteurInnen und Programmierer daran gedacht haben, die bisher als "br-online" referenzierten Links in die "br"-Nomenklatur der neuen URL zu übersetzen und weiterzuleiten.

2.

Wer weiter nachforscht, findet dann doch noch den einen oder anderen Hinweis, etwa auf Dienstleister wie die SKY TEC AG, die am bisherigen Portal unter dem Einsatz der imperia Software - mit dem Stichwort: "prozessorientiertes Content Management kinderleicht" - mitgearbeitet hat.

Wer aber dem technischen Direktor am Rande der Medientage auf der Veranstaltung dem sogenannten Executive Briefing des Hauses AVID beigewohnt hat, wird festgestellt haben, dass mit diesem neuen Internetauftritt nicht nur an einer besseren Aussenwirkung des Senders gearbeitet wurde, sondern dass dies auch Ausdruck einer ganz massiven und danach auch nicht mehr rückholbaren Veränderung innerhalb des Senders ist, die damit Hand in Hand gehen wird.

3.

Nach all diesen Nachforschungen und trotz all diesen Ergebnissen erscheint es kaum denkbar und nachvollziehbar, dass der Sender nicht doch auf so deutlichen und nachhaltige Veränderungen aufmerksam macht.

Also wird schliesslich nicht auf den Presse- sondern auf den Unternehmens-Seiten nachgeschaut. Und diese da: hier findet sich der vermutete Link - uns das mit einem Titel, der dem an dieser Stelle oben schon gesetzten sehr ähnlich ist:

Von BR-online zu BR.de
Radio und TV multimedial und interaktiv

Darin wird betont, dass die "hochwertigen Audios und Videos aus unseren Radio- und Fernsehredaktionen" noch "stärker in den Mittelpunkt" gerückt wurden und diese nunmehr das Internetangebot "wesentlich" "bestimmen" würden.

Ein sowohl von der Sache als von von der politischen Aussage her geschickter Schachzug. Man wird damit nicht nur multimedialer, sondern erbringt sogleich den Nachweis, dass gerade der von den Verlegern so gern als für ihre Arbeit hinderlich zitierte hohe Textanteil immer mehr in den Hintergrund rückt - und das sinn-optisch auf jeden Fall.

4.

Besonders interessant gegen Schluss des Textes die Anregung und Aufforderung an die Zuhörer und Zuschauer:

"Sagen Sie uns Ihre Meinung!
Bisher mussten wir darauf vertrauen, dass Sie uns Ihre Gedanken zu einem Thema per Mail, Brief, sozialem Netzwerk oder Telefon mitteilten. In Zukunft wird es dafür auch die Kommentarfunktion geben: Bei besonders kontroversen Themen können Sie direkt im Anschluss an einen Artikel mitreden.
"

Quod erat demonstrandum.

PS.

Der bisherige Download-Link zu den Beiträgen des Medienmagazins ist nach wie vor aktiv.

Die neue Audio-Mediathek gewinnt zwar durch die zusätzliche Einbindung der Fotos an Attraktivität und ermöglicht es, sich direkt in eine aktuelle Sendung einzuklicken.

Aber die eigentlich mit diesem Begriff verbundene Assoziation eines Zugriffs auf die weiter zurückliegenden Sendungen wird damit nicht bedient.

Oder ist auch das nur ein "Anfängerfehler"?

Die Antwort ist: "Ja": Um auf die bereits ausgespielten bzw. gesendeten Beiträge zu kommen, muss man nicht den "Audio"-Button drücken, sondern den Podcast-Button.

Danach muss man dann allerdings wissen, dass das Medienmagazin auf B5 aktuell zu finden ist, denn in der kurzen Textzeile "Alle MP3-Downloads und Podcasts von B5 aktuell im Überblick. Reinhören, runterladen und abonnieren. Zum Beispiel: Das Computermagazin, das Fitnessmagazin, die Landespolitik, das Gesundheitsmagazin und vieles mehr" ist es nicht namentlich aufgeführt - noch nicht.

Denn wenn man als Nutzer wüsste, wie viele Zugriffe die einzelnen Sendungen haben, könnte man sich vielleicht leichter orientieren. Solche Werte öffentlich zu machen, wäre immer noch attraktiver und effizienter als jedweder "Gefällt mir"-Button.


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