ObD: Oldie but Goldie?

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 15 Uhr 40 Minuten

 

Hier eine Auszug aus der aktuellen Tagespresse aus der hervorgeht, dass immer mehr Rentner in Deutschland einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nachgehen.

Aber warum? Weil es am Geld fehlt? Oder an Beziehungen? Oder an Beidem?

Dazu die BERLINER ZEITUNG:

"Es gibt immer mehr Rentner, vor allem immer mehr gesunde, und viele fühlen sich fit genug zum Arbeiten. Den einen mag es um Zuverdienst gehen. Vielen aber geht es um eine Form des Kontaktes zu anderen Menschen. Einsamkeit im Alter ist eines der traurigsten Phänomene der individualistischen Gesellschaft; sie ist viel häufiger als Altersarmut"

Dazu die SÜDWEST-PRESSE:

"Die Einschätzung des Bundesarbeitsministeriums, es gebe akut keine Altersarmut, ist falsch. Alte Menschen, die am Glascontainer warten, weil vielleicht jemand Pfandflaschen hineinwirft, sind keine Seltenheit mehr. Und dass die Zahl der über 65-Jährigen, die staatliche Grundsicherung erhalten, rasant steigt, ist ein deutlicher Hinweis auf gestiegene Bedürftigkeit. Geht es die nächsten zehn Jahre so weiter, wird Altersarmut kein Randthema mehr sein, sondern ein Massenproblem"

Dazu die NEUE WESTFÄLISCHE:

"Altersarmut ist in Deutschland noch immer kein großes Pro- blem", findet hingegen die NEUE WESTFÄLISCHE aus Bielefeld.
"Es sind viel mehr junge Menschen, vor allem Alleinerziehende, von einer finanziell prekären Lage betroffen. Deshalb ist der Trend zum Nebenjob bei Rentnern nicht allzu dramatisch, zumal neben der puren Notwendigkeit es viele Gründe gibt, sich ein paar Euro hinzuzuverdienen
"

Dazu der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER:

"Wenn Ministeriale den Kommentar abgeben, die Zunahme der mini-jobbenden Rentner habe nichts mit Armutsrisiko zu tun, dann ist das wohl etwas selbstgerecht. Für einen Beamten, der aktuell mit durchschnittlichen Pensionsansprüchen in Höhe von 2.570 Euro rechnen kann, mag das kein Problem sein. Doch ein ’Standardrentner’, wie Versicherungsmathematiker einen 45 Jahre lang gesetzlich Versicherten mit Durchschnittseinkommen bezeichnen, kann heute nur mit 1.236 Euro Altersbezügen rechnen. Die wirkliche Rentner-Realität sieht jedoch so aus, dass im Westen schon heute fast 3,7 Millionen Rentenbezieher - davon Dreiviertel Frauen - nicht einmal 300 Euro Rente bekommen"


Zu diesem letzten Blick auf die Online-Ausgabe des Reutlinger Generalanzeigers drei - scheinbar voneinander unabhängige - Eindrücke, die sich ob des Webdesigns und der Anlage der Artikel sofort aufdrängen:

1.

Auf der gleichen Seite dieser Zeitung gibt es Bilder vom Berliner Bahnhof Friedrichstrasse, auf dem ein 18jähriger Schüler einen Handwerker aus Bayern in der Nacht von Karfreitag auf Ostersamstag krankenhausreif geschlagen hat - und seit heute wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung vor dem Landgericht angeklagt ist.


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2.

Die Zahlungen, die der Autor dieser Zeilen zum Zeitpunkt seines Renteneintritts zu erwaren haben wird, werden nicht einmal die Hälfte dessen erreichen, womit der "Standardrentner" angeblich rechnen kann. Und das, obwohl zeitlebens "eingezahlt" wurde.

Das Manko liegt in der langen Zeit der Ausbildung: vom ersten Volontariat bis zur Promotion zum "Dr.phil." - aus der Sicht der Rentenanstalt samt und sonders verlorene Jahre...

3.


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Und auch DAS findet sich gleich rechts auf der Seite 1 der Hompage des Reutlinger Generalanzeigers wieder:

Zusammen mit der Aufforderung der Bytro Labs GmbH aus Hamburg auf der spieleigenen Homepage:

"Erlebe packende Spannung. Tauche ein in die Welt des ersten Weltkriegs. Baue ein neues Reich auf, schmiede Bündnisse und bestehe den Kampf!"


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