On: IPv6 | Off: KINO.to

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 14 Uhr 13 Minuten

 

Geschrieben aus Anlass des World IPv6 vom 8. Juni 2011.

Was nützte es, man würde mit einer Mail die ganze Welt erreichen und doch Schaden nehmen ...

In der Massen-Mail-Aussendung eines unbekannten Adressaten heisst es am Ende:

"For what is a man profited, if he shall gain the whole world, and lose his own soul?"

Und beendet wird dieser Text mit der Zeile:

"Personal Number -
aRsDGAEICgYRMRMcGFsVGBUFSE9PTU8DsbO0sviwsrH0uL-zv7m7tqSnoY4f
".

Und warum das Ganze hier überhaupt als Zitat?
Als Erinnerung und "to do" daran, dass es notwendig ist, sich noch eine feste IP-Adresse aus dem Zahlenspektrum der IP4-Adressen zu besorgen, bevor die zwangsläufige Umstellung auf den IPV6 Standard auch unser Büro erreicht haben wird.

PS.

Wobei - einmal mehr - klar wird, dass es sich bei der "IP"-Nummer im eigentlichen Sinne nicht um die eines Internet- sondern die eines Interface-Protokolls handelt....

Dazu sei an dieser Stelle John Day zitiert, der dieses seit langem bekannte Problem erneut auf der Europäischen Future Internet Konferenz in Budapest [1] angesprochen hat.

Dazu sei zitiert aus einem Bericht von Mariann Unterluggauer aus dem Programm des Deutschlandfunks vom 21. Mai 2011.

Was dem Internet fehlt, hat einen Namen: Multihoming. Damit wird das Adressierungsproblem in Netzwerken angesprochen, das bereits 1972 erkannt, kurz darauf gelöst, aber nicht implementiert wurde: Auch nicht beim Internet-Protokoll Version 6. IPv6, so John Day, löst nicht das Problem der Adressierung, sondern erweitert nur den Adressraum.

"Das ist ein weiteres Problem: Was wir heute als Internet-Protokoll bezeichnen, ist kein Internet-Protokoll. Es gibt keine Adresse auf der Ebene des Internets an, sondern es benennt eine Schnittstelle. Es ist ein Schnittstellen-Protokoll, kein Internet-Protokoll."

PPS

Und es sei auf den Beitrag von Maximilian Schönherr im Deutschlandfunk unter dem Titel: Staatstragend und vielversprechend.
Das neue Internetprotokoll IPv6 in der Praxis-Phase
vom 11. Juni 2011 verwiesen und auf das Gespräch mit dem Redakteur Manfed Kloiber, das er an diesem Tage geführt hat.


Sicher nur ein Zufall: dass heute, an eben diesem Tag, das deutschsprachige Kino.to - Portal abgeschaltetet wurde?


© all rights reserved

Dazu ein Gespräch mit Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur bei der c’t auf Radio Wissen vom 14. Juni 2011.

Seine These: "Im Prinzip ist die Filmindustrie dumm."

Denn: Kino.to ist nur die Spitze des Eisbergs, denn jetzt werden andere Adressen mehr Zulauf finden: alluc.org oder Cine24.tv oder g-stream.in oder kinodeutschland.com oder mega-stream.to oder Movie2k.to oder MovFilm.net oder stream-tv.de oder streamload.in.
Und auch auf denen wird sich die gleiche Mischung aus Porn und Popcorn in den Vetrieb bringen lassen wie bisher auch.

Bis dann endlich die Industrie auch in Europa begriffen haben wird, dass solche Angebote wie die auf HULU oder NETFLIX mit ihren Win-Win-Konzepten durchaus Sinn machen... wird ihnen auch dieser Zugriff auf den internationalen Markt aus der Hand genommen worden sein.

WS.

Anmerkungen

[1

PDF - 2 MB
Programm: Future Internet Congress Budapest Mai 17. 2011

 An dieser Stelle wird der Text von 6313 Zeichen mit folgendem VG Wort Zählpixel erfasst:
c10dbe5765cb512f28ce4e5b547616