Grün, Gelb, Rot auf Weiss

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 13 Uhr 40 Minuten

 

Manchmal gibt es Agenturfotos, die man wahrlich selber gerne geschossen hätte.

Es zeigt die grünen Luftballons der Atomkraftgegner vor dem Hintergrund der Bäume des Tierparks in Berlin, versehen mit den gelben "Atomkraft nein Danke" Aufklebern samt ihres roten Mittel-Punktes, der wiederum in sinn-optischer Konvergenz mit dem roten Mittelpunkt auf der weissen japanischen Flagge [1] [2] [3] steht.

Da das hier angesprochene Foto unter dem "dpa"-Label für die multiplizierenden Presse zur Verfügung gestellt wurde [4] kann es auf dieser Seite aus Gründen des Urheberrechtsschutzes nicht übernommen werden - oder vielleicht doch als Zitat?

Bleibt zu hoffen, dass es auf anderen Quellen und Servern [5] möglichst lange zugänglich bleibt, stellt es in einer kaum noch zu übertreffenden Prägnanz den Zusammenhang zwischen dem Atomkraft-Thema in Japan und in Deutschland dar.


Gesucht und bislang nicht gefunden:

Die signifikanteste aller Darstellungen wäre jene, die die Verwandlung des roten Punktes in einen roten Bluttropfen und oder eine rote Träne zeigen würde. Ist so ein symbolisches Amalgam wirklich noch nicht erfunden worden?

Doch siehe da:

Es gibt doch einen Beitrag, der auf die aktuellen Enwicklungen in Japan mit einer Reihe von Darstellungen Bezug nimmt, in denen auch das Symbol der japanischen Flage zum Einsatz kommt. Er wurde am 23. März 2011 von Cate Blouke publiziert und lautet Japan’s Catastrophe: Reading the Cartoons.

Hier findet sich auch ein Verweis auf jene Darstellung, die bisher nur imaginiert worden war:


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Sogar ihr Sub-Text greift diese Assoziations-Bild-Welt auf und besagt:
This thoughtful post explores a manipulation of the Japanese flag in which the rising sun has morphed into a tear drop. That image highlights the sorrow of the tragedy – evoking global sympathy for a nation in crisis. Yet from another perspective, the image could also represent a drop of blood – acting as either a memorial for those who died or, theoretically, a call to arms. Though I doubt those readings are intended, I merely want to point out that even fairly straightforward images can be fuel for argument.