Vater & Sohn im ZDF

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 12 Uhr 58 Minuten

 

"Wetten daß" ist im besten Sinne des Wortes ein Stück Familien-unterhaltungs-geschichte. Und selbst wenn die Tocher heute längst aus dem Haus ist, kommen beim Betrachten der Show Erinnerungen hoch an jene Jahre, wo Vater und Tochte die Sendung am Abend zusammen gesehen hatten.

Heute wird die Sendung nicht mehr regelmässig geschaut. Aber am vergangenen Sonnabend wurde bei dem Versuch der Aufzeichnung eines DVBT-Signals mit einem 3sat-Programm durch Zufall auch das ZDF-Programm aufgerufen. Und das justament, als es zu jener spektakulären Wette kam, in der ein junger Mann über auf ihn zufahrende Autos springen sollte - und wollte.

Als es dann nach den ersten Sprüngen [1] hiess, im nächsten Auto würde der Vater des jungen Mannes auf diesen zufahren, zeichnete sich der dieser besonderen Herausforderung inneliegende Konflikt bereits vor dem geistigen Auge des Betrachters ab.

Der Rechner war auf Aufzeichnung gestellt, und was er dann das Geschehen aufnahm, das war dies vor allem Eines: eine Kamera, die sich vom Ort des Geschehens abwandte und stattdessen fortwährend in das Publikum schaute.


Am Ende dieser Woche, am Freitag, den 10. Dezember 2010 ab 13:40 Uhr gab der Stern zu Protokoll: "Wetten, dass..?"-Unfall:
Task Force soll Sturz von Samuel Koch überprüfen

[...] Der schwere Unfall bei der "Wetten, dass..?"-Show am vergangenen Samstag soll nach dem Willen von ZDF-Intendant Markus Schächter von internen und externen Fachleuten überprüft werden. Eine "Task Force", die von einem Mitarbeiter des ZDF-Justiziariats geleitet werde, solle den Unglücksfall "in allen Details" dokumentieren, sagte Schächter am Freitag nach einer Sitzung des ZDF-Fernsehrates in Mainz. "Zweitens haben wir eine unabhängige externe Expertise beauftragt." Dabei sollen der Unfall und seine Ursache anhand der Kameraraufzeichnungen untersucht werden. Außerdem werde die Berufsgenossenschaft die Arbeit des Sicherheitsingenieurs überprüfen, sagte der Intendant. [...]


Bereits zu Beginn der Woche hatten sowohl Uwe Kamman
am 5. Dezember 2010

als auch
Steffen Grimberg im Gespräch mit Jasper Barenberg
am 6. Dezember 2010
mit Besonnenheit auf dieses Ereignis regiert und das ZDF vom Vorwurf der "Quotenhuberei" freigesprochen.

Mit Sicherheit wird dieses, auch bei Uwe Kamman angesprochene Vater-Sohn-Thema jenseits der aktuellen Berichterstattung nochmals aufgegriffen werden - und dann auch an dieser Stelle zitiert.


Als dieser Artitel schon im Netz stand, kommt der Hinweis aus der Leserschaft, dass es bereits einen anderen Text mit dieser Überschrift gäbe.

Und siehe da: es gibt ihn.

Er lautet "Intendant über "Wetten, dass ..?"-Unfall. Der Vater, der Sohn und das ZDF"; er ist von Christopher Keil und Claudia Tieschky und seit heute um 17:09 Uhr auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung
nachzulesen.

So informativ er auch ist: Leider wird das, was der Titel anklingen lässt, nicht weiter zum Gegenstand der Ausführungen gemacht.

Anmerkungen

[1Koch war der erste Wettkandidat des Abends und seine Wette war von Co-Moderatorin Michelle Hunziker als "sehr gefährlich" angekündigt worden. Um die Wette zu gewinnen, sollte der 23-Jährige mit Sprungfedern an den Füßen über Autos springen, die ihm entgegenfuhren. Den zweiten Versuch brach der junge Mann ab, der dritte gelang, schließlich gab er das Signal für das vierte Auto - das sein eigener Vater steuerte.
Auszug aus dem Programm des Deutschlandradios vom 6. Dezember 2010: Debatte um "Wetten, dass ...?" entbrannt.


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