Reise-Bilder: China in Amsterdam

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 12 Uhr 20 Minuten

 

Im öffentlichen Teil des Konferenzprogramms der IBC wurde für den heutigen Tag das folgende Thema angekündigt:

China: Big hurdles, big potential. How the world’s biggest media and technology market is shaping up.

Sponsored by Irdeto, this is a business briefing session with leading figures from the media and technology sectors in China looking at how the world’s biggest media and technology market is shaping up and how to be part of it.

Google has recently been re-awarded its license to operate in China after angering the censors, and although there are big hurdles to doing business in China there are also tremendous opportunities.

With some 400 million TV homes and another 170 million cable TV homes, China dwarfs other markets. Its internet usage at 470 million users today is already more than double that of the USA and its online video usage is growing at an amazing pace. Consultants BDA China predict that internet users will reach 800 million by 2014, with mobile phone subscriptions reaching over 1 billion.

With China’s regulatory architecture facing challenges from the rapid growth of broadband and technological advances, many western companies have experienced difficulties in navigating China’s media sector yet all recognise the importance of gaining a foothold in this dynamic market.

Unter der Ägide von Kate Bulkley gesellten sich auf dem Podium die folgenden Experten:

Session Participants
- Duncan Clark, chairman, BDA, China
- Phil Colby, vice president, technology, Liberty Global, China
- Harry Hui, president, Ash Studio Ltd., China
- Graham Kill, chief executive officer, Irdeto, China
- Rebecca Yang, chief executive officer, IPCN, China

Kate weiss, wie man moderiert: indem sie sich nicht zu den Gästen dieses Tages auf das Podium dazugesellt, sondern sich vor ihnen im Zuschauerraum aufbaut und sie - die Mittelgang auf- und zurückgehend - mit ihren Fragen verbal in Bewegung hält.

Gegen Ende der Session werden mehrere Fragen zugelassen, solange sie klar gestellt werden und nicht allzu viel in Anspruch nehmen.

Dennoch gelingt es, in diesem Rahmen auf darauf in Frageform aufmerksam zu machen, dass all diese mit so viel Dynamik und Kenntnis vorgetragenen Antworten für jene gelten, die sich auf den Dialog mit den Chinesen und in China eingelassen haben.

Sie beklagen sich nicht, sondern preisen die Opportunitäten, die sich bei der Entwicklung des Landes und seiner Bereitschaft, westliche Technologie zu adaptieren, ergeben.

Dabei wird klar, dass

— bei den aktuellen Stand der Entwicklung von Land und Leuten auch nicht mehr das Zweitbeste gut genug sei, sondern man mit seinen besten Angeboten und Qualitäten in diesen Wettbewerb einzusteigen habe

— es nach der Fixierung der Partnerschaften für die grossen Metropolen nun um die Eroberung der Mittelstädte ging, wo sich noch viel Raum für Entwicklung abzeichnen würde

— der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens aus dem Westen, gleich welcher Herkunft, nur dann eingefahren werden könne, wenn dieses in Partnerschaft mit einem oder mehreren chinesischen Unternehmen geschähe. Und wenn man diese dabei nachhaltig an dem eigenen Erfolg teilhaben lassen würde

— es bei allen Unterschieden in Kultur und Sprache, Geschichte und Lebensweise eine entscheidende Voraussetzung sei, dass man zueinander Vertrauen gefasst habe, dass man die Beziehungen des Anderen in Anspruch nehmen und nützen könne. Und dass man dabei die Spielregeln des Anderen zu akzeptieren habe.

Auf die Frage des Autors, warum es so viele Beispiele gäbe, dass diese Dynamik der Entwicklung nicht von staatlicher Seite vermittelt und unterstützt werde, gibt es vom Podium keine Antwort. Ausser die, dass man das ja im Anschluss an die Diskussion bilateral besprechen könne.

Aber es gelingt eines: während der Frage werden alle Beteiligten um Zustimmung gebeten, dass ihre Aussagen auch am Abend des gleichen Tages als Ton-/Bild-Aufzeichnung mit nach Shanghai genommen werden dürften. Um sie dort den Exekutiv-Master-Studenten zur Verfügung zu stellen, die sich am Beginn der Folgewoche für eine Exkursion in dieser Stadt aufhalten würden.

Und: Diese Zusage war Gold wert. Während der eigens vom Veranstalter engagierte Produzent des Mitschnitts auch nach eigenem Bemühen noch keine Freigabe des Material erhalten hat, und nachdem auch die hoch aufgerüstete Technik in dem Kongresszentrum auf niemand wirklich Verantwortlichen verweisen konnte, war aufgrund der langjährigen Erfahrung dennoch festzumachen, dass es einen Audiomitschnitt dieses Panels gab und dieser auch auf einem zentralen Server inhouse abgelegt worden ist.

Danach dauert es nochmals fast zwei Stunden, bis das es gelingt, diesesen Stream als Low-Resolution-MP3-File auch endlich in den eigenen Händen zu haben. Dass dieses schliesslich dennoch gelang, kommentierte einer der beteiligten Techniker nach erfolgter Übergabe so: "Sie haben alles richtig gemacht. Sie sind hier nicht reingeplatzt und haben lauthals gefordert, dass sie das haben wollen und am besten sofort. Sondern sich sie haben sich Zeit genommen, bis wir auf sie zugegangen sind, sie haben sich technisch ausgekannt, sie haben nicht locker gelassen, sie haben die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt gestellt. Und sie haben alle Verantwortlichen in diesem Zusammenhang mit eingebunden und ihnen die Möglichkeit zu lassen, zu ihrem Anliegen Stellung zu beziehen. Und: Sie haben offensichtlich ihren Wunsch bereits auf der Veranstaltung öffentlich zur Kenntnis gegeben. Und damit ein Level gesetzt, hinter dem die anderen Beteiligten nicht mehr zurück konnten."

Das Audio-File, das daher auch in Absprache mit dem Veranstalter an dieser Stelle auch nicht öffentlich gemacht werden wird, ist gewisser Weise der Ersatz für die vom Panel nicht beantwortete Frage. Und damit ein Beispiel dafür, dass das Nicht-Beantworten einer Frage, das Nicht-Erfüllen eines Wunsches noch lange nicht gleichbedeutend sei mit einer Missachtung eben dieses und dem daraus erwachsenen Gefühl einer Niederlage.

China in Amsterdam. Die nächste Lektion war gelernt.


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