Reise-Bilder: Sight-Seeing statt Location Spotting

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 12 Uhr 10 Minuten

 

0.

Dieser Tag wird mit einigen Reise-Bildern festgehalten, die am letzten Abend des Aufenthalts in der näheren Umgebung von Bernas entstanden sind.

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Ein Fingerzeig die mittelalterliche Stadt von AIGUEZE

I.

Hier zunächst einige Aufnahmen, die wir als typische Aufnahmen einer solchen Sight-Seeing-Tour anschauen - und auch wieder ablegen können:

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Der Blick in eine noch aus dem Mittelalter stammende "Hauptstrasse" von Cornillon.

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Der Ausblick vom Brunnen des Wehrdorfes auf die umgebende Landschaft.

II.

Das besondere Augenmerk dieser Darstellung bezieht sich aber auf die Tatsache, dass selbst beim Besuch der historischen Stätten die Dominanz der elektronischen Medien derart deutlich war, dass sich die ganze historische Kulisse eigentlich nur noch wie ein Potjomkinsches Dorf ausnahm, vor dem die aktuellen Bedürfnisse der Meta-Kommunikation befriedigt werden konnten.

Dabei ist das fortwährende Fotografieren ein Relikt aus den analogen Tagen, das sich auch im anbrechenden digitalen Zeitalter trotz all der neuen Anforderung an Material und Mensch fortgesetzt hat.

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Nur, dass - im Gegensatz zu "früher" - heute die Ergebnisse der Aufnahmen unmittelbar nach ihrer Fixierung auf dem Speicher vor-gezeigt werden können.

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Und das alles ist kinderleicht und auch den Kindern heute schon geläufig.

III.

Das Fotografieren mit der elektronischen Kamera ist aber nur das letzte Relikt aus den Tagen Analogiens. Und das gelegentlich elektronisch reproduzierte Klick-Geräusch eines so nicht mehr existierenden mechanischen Kameraverschlusses hinterlässt in dieser historischen Umgebung einen besonders bizarren Eindruck.

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Noch viel beeindruckender ist aber der fortwährende Griff zum Mobiltelefon, der Vielen umso notwendiger erscheint, da es in der Umgebung immer noch viele Punkte gibt, an denen kein Empfang möglich ist.

IV.

Wer sich das zuvor dargestellt Foto genau anschaut, entdeckt auf der rechten Seite ein Reihe von Anschlussbuchsen. Diese sind Teil eines Grossbildmonitors, der direkt vor dem Ausblick auf die die Schlossmauern umgebende Landschaft angebracht ist.

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Dies zu erleben war der eigentliche Höhepunkt des ganzen Besuchs.

Wobei von einigen der Besucher dieser Höhepunkt als höchst zweifelhaft angesehen wird. Das sei doch wohl unglaublich, dass der Blick in die Landschaft auf ein solche Art und Weise kolportiert, ja konterkariet werde.

Auf dem linken der beiden Monitore ist der gleiche Landschaftsblick zu sehen, wie er im Original das Auge anspricht - nur, dass in dieser Darstellung dieser Blick im Zeitraffer eines ganzen Tages zu erleben ist.

V.

Dieses ist das erste Mal, dass die üblichen auf Tafeln angebrachten Darstellungen an solchen Aussichtspunkten durch einen solchen Monitor ersetzt wurde.

Obwohl "ersetzt" eigentlich nicht das richtige Wort ist. Denn auf dem intakten Monitorbild wird nichts erklärt oder auch nur illustriert, sondern der Augen-Blick wird mit einem zeitlich gedehnten Blick auf die Landschaft in Bezug gesetzt, wie er nur unter Zuhilfenahme eines solchen Mediums möglich ist.

Ob damit das historische Gemäuer "verunglimpft" wird oder nicht, mag der Meinung eines jeden Betrachters überlassen bleiben. Das Ganze ist auf jeden Fall mutig, neu - und ausbaufähig.

Auf jeden Fall ist das Ganze ein wunderbares Sinn-Bild für den inzwischen so viel zitierten Begriff der augmented reality.

PS.

Zum Abschluss dieser Geschichte noch ein "Bild für die Götter":
Das Gratis-Park-Angebot vor der Kirche von Cornillon:

PPS.

Und hier eine Abbildung der Ahnentafel an den Schlossmauern von Cornillon mit vielen vielen de Siberts die die Chatelains (Hausherren) dieses Anwesens waren:

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