Kontrast-Programm

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 12 Uhr 04 Minuten

 

I.

Wie kann man nur so viel Zeit für solche Dinge investieren wie:

- die Mängel der Service Angebote bei einem Navigationssystem?

- das Versagen von Hardware ob mangelnder Software-Updates?

- die - nachfolgend kurz skizzierte - Kooperation zwischen dem sogenannten Prosumer und dem klassischen Fachhandels-Service?

II.

Auch dieser Fall ist schnell erzählt: der Arbeitsrechner HP Compaq nx6325 zeigte ein Reihe von Farben nicht an, ohne dass der Grund dafür hätte identifiziert werden können.

Schliesslich wird beim Service die Hauptplatine samt Grafikkarte getauscht, doch der Fehler ist dadurch nicht behoben.

Dann kommt des Wochenende - und der Wille, des dennoch einmal aus eigener Kraft versuchen zu wollen.
Die Recherche und das Trial&Error-Testing nehmen in etwa 4 Stunden in Anspruch.
Die einzelnen Schritte - bis hin zu Treiber-Updates und -Downgrades werden hier nicht im Einzelnen dokumentiert.
Berichtet werden soll aber davon, dass in einem der vielen durchforsteten Foren - auf PCtipp.ch - ein vergleichbares Problem beim Aufrufen einer Excel-Anwendung gemeldet und dieser auf einen entsprechenden Artikel beim Microsoft-Support [1] verweist, in dem eine mögliche Lösung dafür angesprochen wird.

Und: dass im Nachvollzug dieser Lösung das Problem hat beseitigt werden können!

III.

Jetzt hat zum Wochenbeginn der alter Rechner
- ein neues Motherboard
- wieder seine alten Einstellungen
- und die Fachfirma nach wie vor einen guten Service-Techniker, für dessen Einsatz hier nochmals ausdrücklich Dank gesagt werden soll.

IV.

Jetzt aber nochmals zu der Frage, ob es richtig war, so viel Zeit in für die Lösung eines solchen Problems zu investieren?

Dazu sollen die drei hier dargestellten Fälle nochmals aufgerufen werden.

In dem hier zuletzt genannten wurde alles an der Hardware unternommen, um dem Schaden auf die Spur zu kommen. Dass es sich dann doch um ein Software-Problem gehandelt hatte und dass dieses letztendlich von einem erfahrenden Anwender hat gelöst werden können spricht zumindest dafür, dass heute das Eine nicht mehr ohne das Andere in der Gesamtheit seiner Funktionsfähigkeit gesehen und evaluiert werden kann.

In dem zuvor genannten Fall zeigte es sich auf andere Weise, dass eine noch so gut gemachte Hardware allein nichts auszurichten vermag, wenn die Software nicht mehr den Anforderungen der Zeit entspricht.
PS1: Die Firma Logitech bietet sogar an, die alte Hardware gegen neue zu ersetzen und bietet dem Kunden dafür einen Rabatt von 20% an. Aber man muss sehr, sehr genau hinsehen wenn man verstehen will, dass diese Reduktion erst für jenen Teil des Preises in Kraft liegt, der oberhalb eines Betrages von knapp Euro 50 liegt.
PS2: Wer erinnert sich noch an die alten Siemens T-View 100 Bildtelefone, die selbst nach dem Zusammenbrechen des Dienstes einen hohen Wert in Sammlerkreisen hatten, da die dort eingebauten Kameras wegen der Güte ihrer Optiken ein weiterhin hochbegehrtes Objekt der Drittnutzung waren.

In dem erstgenannten Fall geht es darum, dass für das Extra-Software-Angebot eine monatliche extra Zahlung notwendig wird, nachdem der Dienst für die ersten drei Monate "free-of-charge" angeboten wurde.
Wer dieses nicht will und nach dem notwendigen Stück Hardware fragt, das notwendig ist, um den gleichen Dienst mit geringerer Genauigkeit aber dafür kostenfrei nutzen zu wollen, wird mit allerlei Problemen überzogen die vor allem eines klarmachen, dass diese Alternative zurück die "alte Welt" vom Hersteller alles andere als die von ihm favorisierte sei.

V.

Es ist zu einfach, die Hardware noch als das Relikt der Analogen die Software als die Repräsentanz der Digitalen Welt kennzeichnen zu wollen.

Wichtiger ist es schon nachvollziehen zu können, wie die Software zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Hardware geworden und diese mit Gedeih’ und Verderb auf die einwandfreie Funktion derselben angewiesen und damit von ihr abhängig geworden ist.

Und das alles im Verlauf von weniger als einer Generation.

Und das alles zu einem Zeitpunkt, in dem die Spezialisierung dafür sorgt,
— dass gar nichts mehr läuft (siehe das Navi-Beisiel)
— dass gar nicht mehr laufen darf (siehe das Kamera-Beispiel)
— dass gar nichts mehr sicher ist, wenn es um die Fehleranalyse geht.

So schwer das auch alles zu verstehen ist, so deutlich zeigt diese Zeit ein neues Anforderungsprofil auf, wonach es not-wendig ist, das Eine zu tun und doch das Andere nicht zu lassen: Die Technik noch zu warten und doch zugleich die Zuverlässigkeit der Software zu prüfen.

Das Alles ist weder besonders neu noch originell. Und doch sind es manchmal diese uns eigentlich ganz selbstverständlich erscheinenden Sachen, deren konsequente Analyse uns endlich dazu bringen können, Konsequenzen aus diesem Dilemma zu formulieren und zu formen, die uns wirklich nach vorne bringen.

Denn was hier in diesen drei gezeigten Beispielen gezeigt wurde macht exemplarisch deutlich wie viel Zeit dadurch verloren geht, dass dieser hybride Zustand allenfalls noch "suboptimal" bewältigt werden kann.

Wir leben mit diesen Gerätschaften, die noch die Stilmerkmale der analogen Welt tragen in einer Zeit, in der längst die Welt des digitalen Zugriffs auf unsere Kompetenzen obsiegt hat. Aber wir leben zugleich in einer Zeit, in der sich der Pardigmenwechsel immer noch in der Maske des Althergekommenen versteckt: so wie die früher Autos immer noch aussahen wie Pferdedroschken ohne Pferde...

WS.

Anmerkungen

[1Das Verhalten tritt nur auf, wenn Excel 2002 unter den o. g. Betriebsystemen installiert und wenn "hoher Kontrast" in der Eingabehilfe der Systemsteuerung aktiviert ist. Um diese Option zu deaktivieren, gehen Sie bitte wie folgt vor:

Klicken Sie bitte auf START-SYSTEMSTEUERUNG-EINGABEHILFEN und hier wechseln Sie auf die Registerkarte ANZEIGE. Deaktivieren Sie bei HOHER KONTRAST die Option KONTRAST AKTIVIEREN. Bestätigen Sie diese Änderung mit ÜBERNEHMEN und klicken Sie danach auf OK.


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