7 Tage sind relativ viel Zeit...

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 01 Uhr 08 Minuten

 

... um sich einen TV-Film im Netz nochmals anzusehen, den man bei der Live-Ausstrahlung verpasst hat.

So konnte denn heute das zunächst gesetzte Ziel nicht mehr erreicht werden.

Am 13. Mai 2010 wurde im ZDF in der Reihe TERRA X eine Sendung über die "Relativität der Zeit" ausgestrahlt.

Weil nichts schneller als das Licht sein kann, dehnt sich nach der Relativitätstheorie die Zeit bei sehr hohen Geschwindigkeiten nahe Lichtgeschwindigkeit. Schwer vorstellbar, aber wahr!

Eine der dort ebenso aufwendig wie verständlich dargestellten Filmsequenzen hätte in einer der nächsten Vorlesungen zum Einsatz gebracht werden sollen.

Also wird in der ZDF mediathek das Wort "Zeit" eingegeben - und tatsächlich auch noch ein Hinweis auf diese Sendung gefunden. Allerdings nur noch mit einer kurzen Animations-Sequenz von 00:45 Sekunden.

"Pech gehabt"? Selbst als einer der Starthelfer des Privaten Fernsehens in Deutschland tätig gewesen stellt sich die Frage, ob zur Sicherung der Position der Verleger eine solche Art der fremdverordneten Selbst-Zensur richtig ist. Selbst wenn sie derzeit so rechtens sein sollte.

Unter dem gleichen Stichwort fand sich weiters ein Hinweis auf die Sendung:

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DIGITAL NATIVES
DIE EINGEBORENEN DES WORLD WIDE WEB

Buch und Regie: Gabi Glasstetter | Uta Meyer

Dramaturgische Beratung: Friedemann Hottenbacher

Montage: Birgit Vogt

[...]

Produktion: Gregor Streiber

Redaktion: Ralph Benz

eine werwiewas medienproduktion im Auftrag von ZDF 3 sat

"Online" ist zum Synonym geworden für "am Puls der Zeit" oder "mitten drin". Wer "offline" ist, der ist abgehängt. Wie leben die "Digital Natives", die Ureinwohner des World Wide Web?

Nach dem Abrufen der Sendung im Netz wurde über das auf der Seite angebotene Mail-Kontakt-Fenster werden zwei Dinge veranlasst:

1. Die Nutzung der Empfehlungs-Mail-Funktion:

Hallo!
der Absender der Mail möchte Ihnen den Beitrag:

Digital Natives

aus dem Angebot der ZDFmediathek empfehlen.
_Wenn Sie auf den folgenden Link klicken, können Sie den Beitrag starten:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1041780/Digital-Natives

Sollte der Link nicht funktionieren, kopieren Sie die URL und fügen diese in die Adresszeile Ihres Browsers ein.

Gute Sendung. Ansehen!

Viele Grüße und bis bald bei zdf.de!
Ihr ZDFmediathek-Team
http://www.zdf.de/mediathek .

Das ZDF ist für Texte, die vom Sender eingetragen wurden, nicht verantwortlich.

2. Die Nutzung der Anfrage-Funktion an die Redaktion:

Sind echt begeistert von diesen neuen Möglichkeiten.
Und würden gerne den Film über die DIGITAL NATIVES auch noch länger als nur sieben Tage nach-sehen und -hören können. WIE geht das?
Gruss aus Berlin
wolf.siegert@iris-media.com

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Als die Sendung im Netz abgerufen wurde, konnte diese gerade mal noch für 31 Minuten aufgerufen werden.

Die Sendung wurde nach Auskunft des Kurzeintrages zu letzten Mal in der 3sat-Reihe "neues" am 20. Mai um 0:50 Uhr ausgestrahlt. Ja: richtig? Um kurz vor Ein Uhr nach Mitternacht?! [1]

Solange solche Sendungen so spät und fast ohne Publikum ausgestrahlt werden, was und wem nützen dann so gute Programme wie diese?

Es kann also schon fast als gesetzt gelten, dass eine Rezeption fast nur noch über ein solches Portal wie das der ZDF-Online-Bibliothek möglich und angesagt ist. Aber das nur eine Woche ab dem Zeitpunkt der Ausstrahlung?

Heute also, kurz vor 12 Uhr Mittag ist "high noon". Und endgültig Schluss für ein so gutes Programm?!

PS:

Auch die Möglichkeit eines Downloads - wie früher etwa mit Programmen wie dem "downloadhelper" - ist nicht (mehr) gegeben.

Daher wurden in der kurzen verbleibenden Zeit zumindest einige Screenshots gesammelt von einem der dort angesprochenen Themen, das auch auf dem Erfahrungshintergrund der eigenen Arbeits- und Redaktionspraxis von grosser Bedeutung ist: die inspirierte und inspirierende "Buero"-Arbeit:

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In einer der Schwerpunkte der Sendungen wird auf das Projekt "Palomar 5" verwiesen und von deren Workshops berichtet

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als auch von der Abschlusspräsentation - damals noch im Beisein eines seiner Urheber, Herrn Christopher Schläffer, zu seiner Zeit "Chief Product and Innovation Officer, Deutschen Telekom AG"

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Auch hier die Frage, was wird aus einem solchen Projekt wie diesem? Was aus seiner Dokumentation - als Impulsgeber für Neue Zeiten?

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PPS:

Die ersten Leser-Antworten auf diesen Beitrag liessen nicht lange auf sich warten: Inklusive eines Heinweises auf die KINO.TO-Website, auf der dieser Beitrag nach nach dem Ende der 7-Tages-Frist noch zu finden ist - und zum Download bereitsteht.

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Dieser Fall ist ebenso "grenzwertig" wie exemplarisch: Vielleicht sollte man neben dem ZDF auch bei der werwiewas medienproduktion anfragen und auch deren Meinung dazu einholen.

WS

Nachtrag:

Auch eine Woche nach diesem Eintrag hat es weder vom ZDF novh von der Produktionsfirma eine Reaktion gegeben.
Wohl aber von anderen LeserInnen.
Einer der Verweise bezieht sich auf die Seite 204 der Ausgabe 11/2010 vom 10.05.2010 der Zeitschrift "c’t". Dort wird unter der Überschrift "Fernsehführer für Vergessliche" auf die Website mit dem Namen www.sendungverpasst.de hingewiesen.
Von Seiten eines Online-Verantwortlichen eines öffentlich-rechtlichen Senders war zu hören, dass nach seiner Erfahrung die 7-Tage-Regelung ganz und gar ausreichend sei. Hohe Zugriffszahlen würden vor allem in den ersten 48 Stunden nach der ersten Ausstrahlung zu verzeichnen.

Anmerkungen

[1Und ein Thema, das den Sender in diesem Jahr bereits Anfang Februar zwei ganze Themen-Tage in Atem gehalten hatte.


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