Sennheisers Doppel-Mikro Blauzahn

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 00 Uhr 25 Minuten

 

Es ist ja bereits an anderer Stelle über die insgesamt eher missglückten Versuche des Einsatzes von mobilem Sprech- und Hörwerkzeugen berichtet worden. [1]

Auf der CeBIT-Preview-Veranstaltungen in München und Hamburg gab es dann aber eine so interessante Produktvorstellungen, dass das Angebot des Hauses angenommen wurde, einen nochmaligen Versuch mit einem sogenannten VOICE MAX VMX 100 Headset durchzuführen. [2]

Hier der Praxisbericht.

Die Voraussetzungen

Zur Verfügung stehen - neben einem iPhone und einem NEXUS-Google-Phone - nach wie vor ein Data-Manager-Smartphone aus dem Hause hp.

Letzteres wurde vor Beginn des Versuchs neu geladen - da das Gerät nach wie vor nicht in der Lage ist auch nur einen ganzen Tag mit einer Batterieladung durchzuhalten - die KeyGuard-Funktion deaktiviert und dann im Verbindungsmanager die Bluetooth-Funktion aktiviert.

Zwischezeitlich wurde das Headset samt Ladegerät und -Kabel aus der Verpackung entnommen und war ebenfalls - eine ganze Nacht lang - geladen worden.

Am Ende des Ladevorgangs war die Kontrollleuchten am Ladegerät und am Headset von blauer Farbe, so dass - auch ohne weitere Anleitung - davon ausgegangen werden konnte, dass auch dieses Gerät jetzt insoweit betriebsbereit sein sollte.

Die Bedienungsanleitung - die es dankenswerterweise noch in schriftlicher gedruckter Form gibt - gibt nach den üblichen einleitenden Kapiteln ab Seite 11 bekannt, wie man dieses Gerät nun in geladenem Zustand mit "Mobiltelefonen oder anderen Bluetooth-Geräten paaren" könne.

Die "Pflicht"

Das Headset wird durch das Öffnen des Bügels aktiviert, beginnt nun zusätzlich mit einer roten Leuchte zu blinken und ist damit nunmehr im "Paarungsmodus". [3]

Auf dem hp-Gerät wird die Bluetooth-Funktion aufgerufen und neben den bereits eingetragenen Geräten - einem LG HBM-755, einem Nokia BH-105 und einem Jabra BT530 - ein neues Gerät gesucht. Nach ca. 30 Sekunden wird ein "VMX 100" erkannt und die Liste aktualisiert.

Danach fragt das Smartphone, mit welchem Gerät verbunden werden soll, und das VMX 100 wird ausgewählt. "Ihr Pocket PC ist nun mit dem VMX 100 verbunden", so die Antwort. Inzwischen hat die rote Lampe am Headset ihr Blinken eingestellt. Das Smartphone fragt nach den "Partnerschaftseinstellungen" und schlägt die - bereits aktivierte Funktion "Freisprechen" vor. [4]

Soweit: so gut.

Das Aufsetzen des Hör-Sprechers erfolgt problemlos. Wird das Mobiltelefon vom Festnetz aus angerufen, wird der Anruf sowohl vom "Handy" als auf dem "Eary" signalisiert - und gleich beim ersten Versuch angenommen.

Soweit: noch besser.

Vielleicht liegt es daran, dass die ersten negativen Erfahrungen dennoch eine gewisse Gewöhnungen an die Herausforderungen des Umgangs mit den Bluetooth-Funktionen mit sich gebracht hat. Wie dem auch sei: der Einstieg mit diesem Geräte verlief bis zu diesem Punkt ganz und gar unproblematisch.

Die "Kür"

Um ganz sicher zu gehen, wird im hp-Verbindungsmanager die Bluetooth-Funktion zunächst wieder deaktiviert, um sodann auf dem hp-Compaq nx6325 Notebook mit einem Windows XP Professional Service-Pack 3 Betriebssystem wieder mit dem "Wireless Assistant" zu aktivieren.

In der Sennheiser-Bedienungsanleitung heisst es dazu lediglich: "Wenn Sie das Headset mit anderen Bluetooth-Geräten paaren möchten, dann siehe die Anleitung dieses Bluetooth-Geräts."

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Über das entsprechende Symbol wird die Funktion "Bluetooth-Gerät suchen" aufgerufen und aktiviert - aber kein Gerät gefunden. Daher wird alternativ der Set-Up-Assistent zu Rate gezogen. Dieser aber findet nach wie vor das Headset nicht, obgleich die Bedienungsanleitung behauptet, dass das Gerät "bis zu vier Paarungsprofile" zu speichern und zu bedienen in der Lage sei.

Letztendlich konnte auch dieser Wunsch umgesetzt werden. Aber der Weg zu einem solchen Erfolgserlebnis war von einer Reihe von Schwierigkeiten gepflastert, die letztendlich nur durch allerlei "trial & error" bewältigt werden konnten. An dieser Stelle wäre es gut gewesen, auch von der Sennheiser-Bedienungsanleitung mehr Informationen zu bekommen.

Zu finden war noch die Information, dass die "Paarungsbereitschaft" durch das Öffnen des Mikrofonarms bei gleichzeitigem Drücken der Wipptaste hergestellt werden könne. Der Hinweis aber, dass der sich bei Erfolg einstellende Quittungston ebenfalls durch das Bestätigen dieser Wipptaste bestätigt und damit deaktiviert werden muss, nicht.

Auch rechnerseitig gab es eine Reihe von Unstimmigkeiten, die hier nicht im Detail vorgetragen werden müssen, aber doch Anlass für die Feststellung geben, dass es schon gewisser Vorkenntnisse bedarf, um den sich hier stellenden Anforderungen gerecht werden und sein Ziel erreichen zu können.

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Der alltägliche Umgang

In diesem Teil geht es vor allem um den Bedienkomfort, um die Leistungen des Akkus, um die "Connectivity" im Alltag und die inbound und outbound gesetzten Erwartungen und Anforderungen.

Zunächst ist einmal positiv festzuhalten, dass dieses Gerät zumindest den Mindestanforderungen schon jetzt besser entsprochen hat als alle anderen bisher eingesetzten und dass es das erste Gerät ist, das aus persönlicher Sicht des Nutzers auch weiter im Rahmen der eigenen Arbeit eingesetzt werden könnte. [5]

Bedienungskomfort: das Konzept der wenige Knöpfe bei einem Mehrfachen an Leistung kommt sicherlich gut an. Und erweist sich auch im Alltag als ein gute Möglichkeit um das Teil einfach einsetzten zu können - und dann am besten zu vergessen.

Auch die Akku-Leistung ist ausreichend, allerdings nur dann, wenn man sich wirklich die Mühe macht, das Teil die ersten Male über eine lange Zeit zu laden und dann zwischendurch wieder ganz und gar zu entladen.

Ob die Vorteile des Einsatzes von zwei Mikrophonen wirklich in der Praxis zur Geltung kommt, ist schwer zu beurteilen. Zumal sich in wirklich kritischen Situationen auch mit dem Headset keine Verbesserung der Kommunikation erreicht werden konnte. Sei es nun beim Freisprechen in einer Veranstaltungshalle und all deren Nebengeräuschen, oder sei es in einer Umgebung mit Fremdeinflüssen, die einem hohen Schalldruck unterliegen.

Und der Versuch, das Set auch auf dem Fahrrad aktiv zum Einsatz zu bringen, endete insgesamt eher "suboptimal". Man muss - so wie es die STVO eh’ vorschreibt - mit dem Radl stehen bleiben, um sich dann auch ganz und gar dem Gespräch widmen zu können. Ähnliches gilt es auch von einer Versuchsfahrt mit einem offenen Mustang zu berichten, der während des letzten USA-Aufenthalts zur Verfügung stand. Das Ganze lief gut - sobald das Verdeck wieder zu und das Rauschen des Fahrtwindes nicht mehr so dominant war.

Bislang gescheitert sind alle Versuche, das Teil nicht nur zum Telefonieren zu verwenden, sondern zum Zuhören. So kann zum Beispiel das auf dem Smartphone eingespielte Internet-Radio-Signal zwar über ein Headphone auf die Ohren gegeben werden, aber nicht über das Headset. Auch hier wäre des ultimative Fahrrad-Szenario für den City-Byker die Möglichkeit, sich im Strassenverkehr fortzubewegen und dabei sogleich die Nachrichten zu hören - es sei denn, es versucht jemand, anzurufen...

Anmerkungen

[1Hier einige Beispiele:
- bei TomTom
- bei T-Mobile
- bei HP-iPAQ 910
- bei Jabra.

[2Bitte machen Sie nicht den Versuch, das hier zur Anwendung gebrachte Gerät auf der Sennheiser.com-Seite zu finden. Geht es hier doch um die durch den Zukauf nun in Dänemark beheimatete Firma: Sennheiser Communications A/S, die NUR unter der URL: Senncom.com->http://www.senncom.com/comm/home_en.nsf/root/headsets_mobile-phones_mobile-communication_Wireless_502300] erreichbar ist.

[3So steht es original im Handbuch. Die Entsprechung für dieses Wort "Paarung" ist im Englischen: "Pairing" und kommt der Sache dann doch schon etwas näher...

[4Die Aktivierung des Zugangs über das Passwort "0000" wurde nicht an- oder abgefragt.
Zur Anwendung kam die Firmversion 07.08, die Softwareversion 6.12 und angesprochen wurde die MAC-Adresse: 00:16:D4:2B:2F:17.

[5Ausserdem wird an dieser Stelle auch nochmals mit dem hp-Support zu reden sein, da die Update-Funktion seit der Inbetriebnahme des Gerätes trotz Flatrate, HSDPA- und WLAN-Verbindung nicht aktiviert werden kann.
Die Prüfsumme lautet: 80072ee7.
Die Windows Mobile ID und die Operator ID - Nummern sind ebenfalls bekannt.


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