5 years ISSN 1860-2967 @ DLD 2010

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2015 um 00 Uhr 17 Minuten

 

I. Ein Jubiläum

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Am 25. Januar 2005 schreibt

Die Deutsche Bibliothek

an Herrn Dr. Wolf Siegert

die folgenden Mail an

Berlin@IRIS-Media.com:

Zuteilung der ISSN

Sehr geehrter Herr Dr. Siegert

das Nationale ISSN-Zentrum für Deutschland teilt Ihnen für Ihre Zeitschrift/zeitschriftenartige Reihe/Schriftenreihe (Serie) mit dem Titel "Day by day" die ISSN 1860-2967 zu.

Der key title wurde nach der gültigen Rechtschreibung angesetzt. Die Vorlageform "DaybyDay" erhält einen Nebeneintrag."

[...]

Bitte beachten Sie, dass die ISSN oder Publikation solange zugeteilt bleibt, wie sich die oben angegebene Titelfassung nicht ändert. [1]

II. Backgrounder

Im Gründerblatt-Tip zum Thema "Vergabe von ISSN-Nummern für Online-Publikationen"heisst es in einer von Frau Betina Graf-Deveci am 16.07.2005 publizierten und am 19.08.2005 aktualisierten Fassung unter anderem:

Die ISSN (International Standard Serial Number) ist eine international verbindliche Standardnummer und dient der kurzen und unverwechselbaren Identifikation von Publikationen, die in gedruckter oder anderer Form (z. B. CD-ROM, Internet) fortlaufend erscheinen.

Und bereits in der Einleitung zu diesem Text wird darauf hingewiesen, dass die Vergabe dieser Nummer sehr restriktiven Kriterien unterläge:

Infolge des großen Aufwands für die Bearbeitung, der großen Zahl von Netzpublikationen und der sehr begrenzten Arbeitskapazität des Nationalen ISSN-Zentrums werden derzeit nur in beschränktem Umfang die ISSN-Zuteilung für Netzpublikationen vorgenommen.

Und weiter:

Nach den geänderten internationalen Richtlinien für die ISSN-Zuteilung werden gemäß Beschluss der ISSN-Direktoren-Konferenz für bestimmte Arten von Netzpublikationen keine ISSN zugeteilt. Das betrifft zum Beispiel Weblogs, Mailinglisten, Newsletter und Websites.

Der in diesem Artitel genannte Link auf das ISSN-Faltblatt der Deutschen Bibliothek führt allerdings ins Leere [2]

Die Empfehlung des Herausgebers lautet: entweder den Weg an die deutschen Partner über das internationale in Paris beheimatete Büro zu gehen

- http://www.issn.org/2-22666-National-Centres.php?id=2

oder sich direkt in Deutschland zum Thema "Netzpublikationen" unter der folgenden Adresse zu unterrichten:

- http://www.d-nb.de/netzpub/index.htm

III. Talk to the Founders

Dieser Tag fällt zusammen mit dem zweiten Konferenztag von DLD
(Digital - Life - Design) is a three-day experience gathering 800 entrepreneurs, investors, philantropists, scientists, artists and creative minds from all over the world. With global diversity in attendees and an interdisciplinary perspective of digital, media, design, art, science, brands, consumers and society, the conference is known as the European forum for the "creative class".

Zu dieser Konferenz laden seit dem Jahr 2005 ein:
- Hubert Burda "owner of Hubert Burda Media and art historian"
und
- Yossi Vardi "serial digital investor".

Beide Persönlichkeiten sind dem Herausgeber seit langem bekannt:
— Hubert Burda: seit dem Pilotprojekt "Zugmieze" [3], in dessem Verlauf erstmals eine digitale Foto-Datenbank-Strecke zwischen Paris und München erprobt und seit dem Start des "Focus" im Jahr 1993 eingesetzt wurde [4]

— Yossi Vardi, seit der ersten Begegnung auf Vermittlung von Hubert Burda bis hin zur Einladung in sein Haus in Tel Aviv im Jahr 2008 [5]

Am Sonntag, dem ersten Eröffnungstag der Veranstaltung war es möglich, mit beiden Persönlichkeiten zu sprechen. Und das war gut so.

IV. Comments but No Access

twitter-Kommentar von NiceBastard am Folgetag, Montag, den 25. Januar 2010, 16:00 Uhr:
Wie, schon der zweite Tag DLD und immer noch kein stabil funktionierendes WLAN? Das fördert doch die face-to-face-Kommunikation

Da von Seiten der Presse-Verantwortlichen für diesen Montag kein Zugang gewährt wurde, gab es nur die Alternative, den Fortgang der Präsentationen und Diskussion im Internet zu verfolgen.

Dieses Unterfangen, von draussen an dieser Diskussion teilzuhaben erweist sich allerdings als wenig attraktiv, trotz der folgenden Ankündigung:

So gibt es einen DLD10 live Blog aber die dort eingestreuten Anmerkungen, Hinweise und Kommentare machen eigentlich nur für die-/denjenigen Sinn, die/der auch an der jeweiligen Veranstaltung selber teilnehmen kann, sei es im Saal oder sei es vom Pressezentrum aus [6]
Diskussionen wie hier zum Marketing Panel wie jene zwischen
TE: erverything is digital (15:49)
und
DK: The majority of media will be digital (15:48)
sind weder prickelnd noch hilfreich.

Spannendere Insights liefert da schon die twitter-Welt im tinker-Umfeld auf:
http://www.tinker.com/event/Tinker/dld_conference_3/.

Da kann zum etwa gleichen Zeitpunkt nachgelesen werden:

UlrikeLoth RT @TanjaGabler: Marken zerfallen. Große Firmen sind zu behäbig für den Wandeln. Die Verbraucher lügen. Thesen des #DLD10 http://tinyurl ...
1264435081

Und wer Interesse hat, tiefer einzusteigen, erhält den Rat:

juliabrewing
So many great,inspiring and open-minded people here-that’s really amazing! Join the DLD Group on XING soon and keep in touch #dld10 #xing
1264434982

Oder aber, er ergreift die Gelegenheit beim Schopf und berichtet über das Erlebte um 16.15 Uhr wie folgt:


bjoern Das Virtuelle ins Reale gewandelt und mich bei @TanjaGabler vorgestellt. #brav #DLD10

V. Im Netz und auf doppeltem Boden

Geschichten, die das Leben schreibt. Und das Leben, das ist nicht mehr der oder die Eine, das sind sich immer wieder verändernde Gruppen von Menschen, die sich an einem realen und zugleich an einem virtuellen Ort zusammenfinden. Die sind "allways on" sitzen oft nebeneinander und begegnen sich dennoch zunächst im Netz.

Jetzt steigen die technischen Anforderungen noch weiter: jetzt muss endlich dafür gesorgt werden, dass die Mikrophonie den Sprech von der Bühne ins Publikum transportiert - und später auch im Netz verständlich sei wird. Zugleich muss dafür gesorgt werden, dass die Öffentlichkeit ein öffentlich zugängliches Online-Netz zur Verfügung gestellt erhält.

Die Membran zwischen Offline und Online, vor allem zwischen denen die am gleichen Ort sind, wird auf diese Weise dünner, flexibler, transparenter. Und zugleich müssen neue "Firewalls" aufgebaut werden. Bestimmte Räume - in diesem Jahr nicht mehr die Lufthansa, sondern die Mercedes-Lounge - dürfen nur mit besonderer Genehmigung betreten werden und die Produktion braucht ihrerseits ihr eigenes Online-System, aber ein gut verschlüsseltes bitteschön.

Dennoch: Die Masse der Anwesenden ist nicht mehr (so) anonym. Die Möglichkeiten der Kontaktaufnahmen vermannigfachen sich. Sie unterliegen nach wie vor den alten Ritualen von der Einlassgenehmigung bis zur Raucherecke im Freien. Aber sie zeigen auch an, dass es neue Profile für Souveränität gibt: zum Beispiel gleichzeitig "Thinker" und bei "Tinker" zu sein.

VI Speed up!

Hier nochmal ein "bjoern" Zitat aus einem Eintrag von der Eröffnungsrunde am Vortag:

Das Wikipedia-Erfolgsrezept: Jimmy Wales tippt sehr schnell. Wow ;-) #DLD10 5:47 AM Jan 24th from TweetDeck

Und hier (s)ein Hinweis und Dank für die Organisation und Durchführung des Bloggertreffens am Sonntag-Abend:

Bjoern Sievers [7] :

# Schließe mich an: RT @fiene: @klauseck danke für die tolle orga! toll die ganzen nasen getroffen zu haben! #bloggertreffen

Ab Abend des Bloggertreffens kam es zu einem interessanten Dialog mit einem dynamisch auftretenden noch jugendlich wirkenden Mann. Er hatte bis vor kurzem eine heute gross gewordene Video-Plattform aufgebaut und inzwischen verkauft hatte. [8]

Seiner Meinung nach gehe in Deutschland alles viel zu langsam. Und wir hätten so immer weniger Chancen mit einer solchen Haltung und Einstellung im internationalen Markt noch kompetitiv sein zu können.

Die Gegenpostition dazu war ein "Ja - aber..." und lautet etwa so:

Ja, wir sind zu langsam. Aber Schnelligkeit an sich ist auch noch kein Wert. Ja, mit der uns eigenen Gründlichkeit verbauen wir uns allzu oft die Chance via "trial & error" flink und fleissig neue Erfolgswege zu beschreiten. Aber wir müssen und auch zubilligen, dass in einem Land ohne jegliche Kontinuität in seiner historischen Entwicklung die Langsamkeit ein gleichsam konstitutives Element dieser Gesellschaft sei um sich vor sich selbst schützen zu können.

VII. All in One

Wer jenseits dieser Feeds und Tweets wissen will, was denn nun wirklich in diesen Tagen dort "abgegangen" ist, dann sollte vielleicht die Seite des bereits oben zitierten FOCUS-Online-Magazins aufgesucht werden:

http://www.focus.de/digital/internet/dld-2010/

Und es sei diesen Kolleginnen und Kollegen gerne zugestanden, dass ihnen an diesem Tag eine Anwesenheitsprio eingeräumt worden ist.

Vieles, was an diesem Montag in der Öffentlichkeit vor Ort vorgetragen und diskutiert worden ist, hätte sicherlich auch das Interesse des Autors gefunden.

Aber diese Erfahrung ist auch eine Mahnung, lernen zu können, dass nicht Alles immer allgegenwärtig und auch online verfügbar sein kann - und sein wird.

Die wichtigste Lektion dieses Tages: Auch einmal aussetzen können, einmal aufhören zu können mit dem "allways on", warten zu können auf die Dokumentation und nach dem Studium derselben nochmals gezielt das Gespräch suchen.

Anmerkungen

[1Weitere Infos zu diesem Thema wurden in der hier nachfolgend eingestellten Broschüre bereitgestellt:

PDF - 40 kB
Broschüre zum Thema ISSN

[2_ The requested URL /professionell/pdf/issn_2.pdf was not found on this server.
Additionally, a 404 Not Found error was encountered while trying to use an ErrorDocument to handle the request.
Apache Server at www.deutsche-digitale-bibliothek.de Port 80

[3Toll, patent oder pervers? Der online dargestellte Beitrag von Hans-Jürgen Jakobs: ’’Focus’’: Markwort setzt auf ’’Projekt Z’’ Das Zucken der Zugmieze vom 14.05.2009, 17:07 Uhr CEST+0200 wird nach dem ersten Absatz und einem dpa-Foto mit einem Portrait des "große[n] Kater[s] des modernen Journalismus: Helmut Markwort" unterbrochen von einem Bewegtbildtrailer für die Katzen-Tiernahrung der Firma "whiskas".

[4Siehe dazu auch die kurze Beschreibung der Zusammenabeit mit der France Télécom-Tochter auf der IRIS Media Projektbeschreibung aus dem Jahr 1992: http://www.iris-media.com/spip.php?article86.

[5Hier ein Protokoll über den Verlauf dieses Tages Reise nach Digitalien (6).
Und hier ein Überblick über die auf Einladung des Israel-Export-Instituts geführten Interviews Das war Digitalien: Die Videos.

[6zu dem für diesen Tag ebenfalls kein Zugang gewährt wurde.

[7"Was bleibt? Das Bild wird immer diffuser. Ein paar Leute aus meiner digitalen Umgebung sind immer schon da, wenn ich in eine neue Site springe. Andere kommen nach wie vor nicht mit dem nicht-öffentlichen Teil meines Flickr-Feeds klar (das erste Foto habe ich am 1.1.2005 hochgeladen). [...]

Unterm Strich bleibt die Feststellung: Es wird nicht einfacher. Und: Nichts ist ewig. Aber haben wir eine Alternative? Nein. Zumindest diejenigen unter uns nicht, die nicht gelernt haben, mit ihren Händen zu arbeiten.

[8Dieses Foto

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stammt von Kira Song

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wurde am 24. Januar um 22:47 ohne Blitz mit einer sehr lichtempfindlichen Canon-Kamera aufgenommen und am 25. Januar 2010 mit 199 weiteren Aufnahmen auf flickr hochgeladen. Und am gleichen Abend der Urheberin zur Freigabe in dieser Publikation vorgelegt.
Weiter Aufnahmen von diesem Abend sind auf der Website des Social Media Club München zu finden.


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