Workshop on 3D Media (II)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 23 Uhr 46 Minuten

 

Nachfolgend ein erster Überblick über das Programm, das an diesem zweiten Tag unter dem Titel

Workshop on 3D Media, Applications and Devices

fortgesetzt wird.

Die letztendlich gültige Version des Programms findet sich auf der Website:

3D Media Workshop Programme

Dort werden auch die Beiträge dieses Tages nach und nach eingestellt werden, so dass es möglich sein wird, sich diesem Thema in seiner ganzen Breite und Tiefe wirklich nähern zu können.

Denn hier treffen sich wirklich DIE Wissenschaftler, Ingenieure und Fachleute, die mit den Aufgaben der Forschung und Entwicklung im Umfeld dieses Themas betraut worden sind. Und die sich hier in einem zweitägigen Informations- und Meinungsaustausch befinden.

Am Ende der Tagung wurde gefragt, ob eine solche Begegnung im nächsten Jahr wiederholt werden soll und ein Grossteil der Anwesenden stimmte diesem Votum zu.

Auf die Frage, ob sich dieses Mal - nach den gescheiterten Anläufen in den 50er- und 80er-Jahren - das ganze Unternehmen von einem dauerhaften Erfolg gekrönt sein könnte, da gab es natürlich niemanden, der oder die sich - zumindest öffentlich - dieser Annahme zu widersetzen wagte.

Aus den Ausführungen dieses Tages wurde aber deutlich, dass es nicht nur ein Reihe von mathematischen, technischen und physikalischen Herausforderungen zu überwinden gilt, sondern dass auch die Frage der Produktion und Rezeption noch alles andere als geklärt ist.

Als Positivum wird vermerkt, dass sich auf einer - wenn auch nicht repräsentativen - Umfrage auf der IFA 2009 herausgestellt hat, dass die Verwendung einer Brille als Voraussetzung zum Betrachten von 3D-Filmen nicht wirklich ein Hindernis darstellt, zumal bei den jüngeren TeilnehmerInnen an dieser Umfrage.

Ebenfalls erstaunlich der Wert, dass sich von den unter Zwanzigjährigen schon mehr als die Hälfte einen 3D-Film oder ähnliches dieser Art selber gesehen und zumeist für gut befunden haben.

Auf die Frage, ob es in Zukunft auch sogenannten "user generated content" in 3D geben werde, war die Antwort ebenso klar: ein Nein. Die Produktion solcher Inhalte sei technisch viel zu aufwendig, als das jemals eine Perspektive für die zukünftigen interaktiven Endverbraucher sein werde.

Öffentlich vorgetragen wurde allerdings auch die Skepsis an einem anderen Punkt, die sich vor allem auf die wirtschaftliche Bedeutung dieser neuen Technik bezieht. Auch wenn derzeit bis zu drei Euro pro Kinovorführung mehr an der Kasse eingenommen werden könne, so sei überhaupt nicht sicher, dass dieses auch noch in Zukunft so sein werde. Derzeit gelte die Attraktivität des Neuen, damit werde es in Zukunft irgendwann vorbei sein. Und dann?

Vielleicht noch nicht im nächsten Jahr, aber irgendwann wird sich die Welt der Wissenschaft, auch der Wirtschaftswissenschaft, mit den Fragen der Produktion und Nutzung dieser neuen Darstellungsform beschäftigen müssen.

Derzeit wird viel Geld in dieses Thema investiert, von Seiten der US-Studios ebenso wie auch von nationaler und europäischer Seite, wobei diese Mittel zum grossen Teil aus der öffentlichen Hand kommen.

Irgendwann aber wird es nicht mehr reichen, die Erfolgsgeschichte des eigenen Tuns und wohlgesetzten Worten und stimmigen Excel-Sheets zu belegen, auch die feucht-fröhliche Verleihung des Ritterordens von Spandau an den EU-Verantwortlichen aus Brüssel mag dazu beitragen, dass auch in Zukunft die Fördermittel weiterhin reichlich in diese Richtung ausgegeben werden.

Der Erfolg oder Misserfolg wird trotz all dieser Bemühungen nicht allein an dieser "Front" der Forschung und wissenschaftlichen Durchdringung des Themas entschieden werden.

Und es gab eigentlich nur sehr wenige Momente, wo das in der Auswahl der Vortragsbeiträge auch schon hätte deutlich werden können. Am Vortag gab es zumindest einen Hinweis darauf, wer sich alles um das Thema der Standardisierung bemüht, vor allem wenn es um die Frage des Konsums von 3D-Produkten in den eigenen vier Wänden geht.

Und am heutigen Tag gab es eine ebenso missglückte wie spannende Präsentation zu sehen, in der zumindest ansatzweise nacherlebt werden konnte, was uns alles noch bevorstehen könnte, wenn dieses Thema "3D" wirklich in all seinen Dimensionen zur Entfaltung gebracht wird. Auf jeden Fall sollte es sich lohnen, nochmals den Experimenten von E. Joris und seiner CREW nachzuspüren: hier wird es nämlich möglich, den in der Wissenschaft so gern in diesen Tagen zitierten Begriff der Immersion wirklich werden zu lassen, in dem die Beteiligten sich wirklich und scheinbar wahrhaftig IN das Video_Kunst_Werk hinein begeben und dort Dinge erleben, die nur in einer solchen virtuellen Welt möglich werden: selbst die Begegnung mit sich selbst.

09:00 Note from BMWi - A. Goerdeler (BMWi)

Projects and Initiatives (cont’d)
09:15 PRIME - S. Gick (Fraunhofer IIS)

Displays and Rendering
Chairs: Hopf, Barré, Fraunhofer HHI

09:45 MUTED and HELIUM3D: Two Approaches to Laser-Based Stereo I. Sexton (De Montfort Univ.)
10:05 3D Display Research at NHK - M. Okui (NHK)
10:25 Coffee & Technical Demonstrations
10:55 Autostereoscopic Displays with Extended Eye Tracking - U. Leiner (Fraunhofer HHI)
11:15 Technologies for Auto-Stereoscopic 3D Displays - N. N.
12:00 All-3D Imaging Mobile Phone (3D-Phone) - A. Barsi (Holografika)

3D Business Models
Chair: M. Christmann (Flying Eye)
12:20 Market Research with 3D Models and Displays- B. Horst (FH Merseburg)
12:40 t.b.d - N. N.

13:00 Lunch & Technical Demonstrations

Applications
Chair: V. López - Barcelona Media
14:30 Nect Generation Telepresence: 3D Video Conference Systems - O. Divora Escoda (Telefonica)
14:50 At the Heart of the Experience: Translating Omni-Directional Video into Strategies of Perfomativity - E. Joris (CREW)
15:10 3D Graphics Streaming for Remote Gaming - H. David (Exent)

Human Factors in 3D
Chair: W. Ijsselsteijn (TUe)
15:30 User-Centered Quality of Experience of Mobile 3DTV- S. Jumisko-Pyykö (TU Tampere)
15:50 Human Factors Research in 3D Media - W. Ijsselstejn. (Tue)
16:10 Audio-Visual Cross-Modality in Immersive 3D Video-Conferencing - A. Kohlrausch (Philips)
16:30 3D from a Viewer’s Perspective: Results of Quantative and Qualitative Research - J. Jockenhövel, C. Wegener (HFF Potsdam)

16:50 Conclusions & Goodbye - T. Wiegand (Fraunhofer HHI)

Am Ende dieser zwei Tage auch noch eine Tagungskritik zu schreiben ist echt eine Herausforderung. Zumal es dem Schlussredner gelungen ist, in Kürze und Würze das Thema und seine Zukunft nochmal auf den Punkt zu bringen.

Kurz und gut: Es ist hier ist es auf hohem Niveau gelungen in diesem Kontext von Wissenschaft und Forschung, von Entwicklung und ersten Anwendungen ein Zeichen zu setzen, einen Markstein, an dem sich die weiteren Bemühungen in diesem Bereich werden orientieren müssen.

Es gab einen hohen internationale Anteil bei den Teilnehmern, eine sehr hohes Niveau der fachliche Kompetenz der Anwesenden - und es gab sogar das "Problem", dass sich zu viele im Vorfeld der Tagung angemeldet hatten.

So kam es im Verlauf dieses Tages mehrfach zu Gesprächen zu der Frage, ob es denn richtig gewesen sei, einige der Anfragen abzulehnen, weil es einfach keine Möglichkeit gegeben habe, mehr Gäste als die jetzt empfangenen 130 Personen zuzulassen.

Die Antwort ist ein eindeutiges "Ja". Denn solange das Ganze zwar mit einem hohen Aufwand, aber im Grunde mit "Bordmitteln" gefahren wurde, ist man letztendlich auch bereit über den einen oder anderen Regiefehler hinwegzusehen, die man bei einem professionellen Veranstaltungsservice so nicht hätte durchgehen lassen dürfen.

Dazu das "Kaffee-Thema" als pars pro toto: für all jene, die es wirklich an diesem Morgen geschafft hatten, rechtzeitig zu Beginn des zweiten Tages auf den Beinen und vor Ort zu sein, gab es zwar ein freundliches Lächeln der Veranstalter und die Frage, ob man das "Social Event" in der Nacht zuvor gut überstanden habe - aber nicht einmal einen Kaffee zur Begrüssung. [1]

Und zu Mittag gibt es einen liebevoll gedeckten kollektiven Mittagstisch mit zwei Suppen und allerlei Fingerfood. Aber keines der Angeboten an warmen Speisen ist für Vegetarier geeignet. Und ebenfalls unglaublich, aber wahr: neben dieser Theke mit all den Speisen steht auch eine voll funktionsfähige Kaffee-Maschine, die aber mit einem Handtuch leicht verhängt und offensichtlich weder am Morgen noch am Mittag für den "Kaffee danach" zum Einsatz vorgesehen ist.

Sorry Folks: Welche Gründe auch immer den Gastgeber dazu bewogen haben mögen, sich hier einer solchen Zurückhaltung zu befleissigen - zumindest sollten solche Peinlichkeiten dann nicht auch noch sichtbar werden können.

Anmerkungen

[1Wie gut, dass zumindest die Besucher aus den USA an diesem Morgen noch nicht anwesend waren.


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