Anne schreibt - Geld tötet

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 23 Uhr 06 Minuten

 

Am Vorabend des Gedenkens an Anne Frank gibt es einen Festakt im Deutschen Theater:

ARD "tagesschau", 11. Juni 2009, 20 Uhr
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Heute wäre sie 80 Jahre alt geworden. Gestern schon hatten sich die Über-Lebenden und Nachgeborenen um sie herum versammelt.

Persönlich noch aus den sechziger Jahren des Theaters am Goetheplatz bekannt: Buddy [Bernhard/"Bernd"] Elias [2]. Hier im Gespräch mit dem Deutschlandradio Kultur in der "Ortszeit" ab 8:38 Uhr:

Buddy Elias: "Mit dem Schicksal von Anne Frank können sich die Menschen identifizieren" [3]

Zitat DRK: "Ich habe meine Cousine Anne Frank nicht gekannt, bis ich ihr Tagebuch gelesen habe." [...] Er habe sie vor allem als lustiges vergnügtes junges Mädchen erlebt, das davon träumte, nach dem Krieg mit ihm als Eiskunstläufer-Paar aufzutreten. In der ZeitungDie Weltversucht Elias zu erklären, warum Anne Frank in der Geschichte des Holocaust so eine wichtige Rolle spielt. Sie habe den sechs Millionen ermordeten Juden ein Gesicht gegeben. Geradezu verehrt werde seine Cousine zum Beispiel in Japan. Dort es gebe eine Anne-Frank-Rose und in manchen Städten sogar Statuen. Anne Frank wurde 1945 von den Nationalsozialisten im KZ Bergen-Belsen ermordet, heute wäre sie 80 Jahre alt geworden.

Auch heute wird an allen Orten aus diesem - weltweit vielleicht bekanntesten Tagebuch - öffentlich vor-gelesen, auch in Bergen-Belsen.

Susanne Schrammer hat im Deutschlandfunk gleich in zwei Beiträgen auf dieses Datum aufmerksam gemacht.

In: "Das war der Tag" am 23:29 Uhr
- "Anne Frank wäre heute 80 geworden - Lesung in Bergen-Belsen" [4]
Und in: "Deutschland heute" um 14:22 Unr
- "Dauerlesung Tagebuch Anne Frank in Bergen-Belsen" [5]

Gottfried Bohls einfach nur "Anne Frank" [6] genannter Beitrag in "Tag für Tag" ab 9:55 will zeigen, wie junge Menschen in Annes Alter heute auf diese Texte reagieren:

Gefunden - und damit "gerettet" - wurde das Tagebuch von Miep Gies nach der Razzia der Geheimpolizei vom 4. August des Jahres 1944.

Das wird kurz und doch beeindruckend nacherzählt im Beitrag "Anne Frank wäre heute achtzig Jahre geworden" von Ludger Kazmierczak in der DRK-Sendung "Fazit" ab 23:46 Uhr [7]

Zwei Stimmen machen diesen Beitrag so besonders:
— Die des Vaters, Otto Frank, der davon berichtet, dass er lange gebraucht habe, sich dieser Hinterlassenschaft seiner Tochter anzunehmen. Und dass der in diesem Aufzeichnungen ein ganz anderes Mädchen angetroffen habe als das, das er als seine Tochter kennengelernt habe.
— Die einer Mitbewohnerin, die über den Verrat des Verstecks berichtet und das Motiv, das ihm zugrunde lag: Geld.