DMMK 2009 Online

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 23 Uhr 05 Minuten

 

Minus I.

In diesem Jahr wird das nunmehr als "final" definierte Programm des Deutschen MultiMediaKongresses als PDF an dieser Stelle übernommen werden, so wie es auf der Webseite des Veranstalters www.dmmk.de freigegeben worden ist.

PDF - 2.2 MB
DMMK-Programm 2009

Einen Einblick in die Veranstaltung des letzten Jahres gibt der Bericht:
Der DMMK tagt [1]

Und dann nimmt dieser Bericht von diesem Tag einen anderen Verlauf als der vom letzten Jahr: Denn in diesem Jahr wird alles im Netz übertragen und kann auch von jeder/jedem der ca. 50 Externen im Twitter kommentiert werden. Diese vielen Notate werden live on front-stage verwaltet und so dann auf die Veranlassung der Moderatoren in die Diskussionsrunden zurückgespielt.


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Diese war - in der Tat - eine neue Qualität. Und das erleichtert den Job: Nicht so sehr als Berichterstatter dabei sein zu müssen, sondern als Kommentator dabei sein zu können. [2]
 [3]

0.

Und das war gut so. Aus alter Gewohnheit nämlich zunächst per Fahrrad zur Vertretung des Landes Baden Württemberg gefahren. Und das war die falsche Adresse - zumindest für diesen Tag. Die Workshop-Arbeitsgruppen tagten dort am Montag. Aber der Grosse Kongress fand nicht länger in diesem Hause statt, sondern im E-Werk.

Was für eine Veränderung: Dort in orangeroten Klamotten auf dem Fahrrad eingetroffen und ohne weitere Nachfragen eingelassen, wird man "begrüsst" von einer Vielzahl von Sicherheitsleuten in Schwarz und vielen langbeinigen Damen in weissen Zelten; davor ein grosser PS-starker Rennwagen, der zuschauerwirksam eingeparkt worden war. [4]

DAS ist also daraus geworden, was "wir" einst vor vielen, vielen Jahren in Heidelberg in Fahrt gebracht hatten, bevor das Ganze dann nach Stuttgart umzog um dann letztendlich doch in Berlin zu landen: Ein Main-Stream-Event, angekommen in der Wirklichkeit und geprägt von all jenen, die sich in der Welt der inzwischen schon alten neuen Medien zu installieren begonnn haben.

I.a.

Davon ist auch in der ersten Eröffnungs-Rede zu hören: Projekte, die heute gross und bekannt geworden sind - Linux und Wikipedia gehören dazu - wurden einst als Versuche mit unsicherem Ausgang gestartet, von einem Urheber und einer kleinen Gruppe von Freunden, Kollegen und "fellow-travellers".

Clay Shirky, author of the bestseller „Here
Comes Everybody“, is a provocative new
voice on all things Internet: economics
and culture, media and community, and
the open source movement. His consulting
practice is focused on the way network
technologies provide new ways for groups to
get things done, including collaboration
tools, social networks, peer-to-peer sharing,
collaborative filtering, and Open Source
development. In addition Clay Shirky is an
adjunct professor in NYU’s graduate Interactive
Telecommunications Program (ITP).
Formerly, he was the chief technology officer
of the NYC-based Web media and design firm
Site Specific. Clay Shirky has written extensively
about the Internet since 1996. His
articles apear in numerous well-known
magazines like Business 2.0, The New York
Times, The Wall Street Journal, Wired etc.

Es sei nicht die eine grosse Idee, von der man von vorherein wisse, dass sie erfolgreich sein würde. Es seien vielmehr die kleinen vielfältigen Versuche, die letztendlich zur Folge haben würde, dass einige von Ihnen dann doch zu einem Erfolg werden würden.

Es empfiehlt sich, das Interview mit dem Redner auf
- http://www.dmmk.de/index.php?id=2904
oder diesen und weitere Beiträge auf der der Seite von
- http://www.sevenload.com/dmmk
anzusehen. [5]

Nach dem Motto "horch, was kommt von draussen rein" ist und bleibt die USA "reference-point". Und es ist schon seltsam: Jetzt, wo sich die Szene "etabliert" hat, muss ihr von einem US-Kollegen erklärt werden, dass sie sich in einer grossen und nachhaltigen Herausforderung befinde.

I.b.

Aber die Dramaturgie ist gut gewählt. Mit dem zweiten Hauptredner ist jemand ausgesucht worden, der sich im deutschsprachigen Sprach- und Kultur-Raum aufgehalten und seine Sporen verdient hat:

Amir Kassaei, Chief Creative Officer,
DDB Group Germany, begann als Texter
bei TBWA und Barci & Partner. Zunächst in
gleicher Funktion tätig war er bei Springer &
Jacoby, wo er zum Creative Director und
Executive Creative Director aufstieg. Seit
2003 ist er Kreativchef und geschäftsführender
Gesellschafter der DDB Gruppe in
Deutschland. Innerhalb von zwei Jahren
katapultierte er die Agentur unter die zehn
besten weltweit . Er entwickelte Kampagnen
für Mercedes-Benz, smart, Coca-Cola,
Allianz, Apple, Adidas und arbeitet derzeit
für Volkswagen, Spiegel usw. Mit über
1.200 nationalen und internationalen Preisen
ist er einer der meistausgezeichneten
Kreativen der Welt.

In seinem Nachfolgevortrag geht es um "Digital Thinking" und damit um einen Paradigmenwechsel. Die These lautet: Mit Ausdrücken wie "Web-Zwei-Null" sei die jetzt eingreifende Veränderung in ihrer Radikalität noch nicht richtig erfasst, geschweige denn begriffen worden.

"Was wir gerade erleben, ist das letzte Zucken der alten Welt". Viele Dinge, an die wir geglaubt haben, hätten in Zukunft keine Gültigkeit haben. Die "Extinction timeline" zeige, wie sich die Dinge nicht nur verändern, sondern wie sie sich in ihren Zeit-Räumen auch wieder verlieren würden. [6]

Daher sei es heute die Aufgabe einer grossen Marke, in Zukunft nicht länger das Feuer mit Benzin löschen zu wollen, sondern anstatt "dummer Reklamesprüche" etwas zu geben, wonach die Menschen sich heute wirklich sehnen würden: Und das sei ORIENTIERUNG.

Werbung müsse in Zukunft so gut sein, dass sie nicht mehr als Werbung erkennbar sei - und damit nicht mehr länger nur nervt.

Das Thema "awareness" durch lautes wiederholtes Anbrüllen des potenziellen Nutzers sei heute tot. Heute werde auch diese Blase alsbald platzen. Stattdessen werde das Thema der RELEVANZ immer mehr in den Vordergrund drängen.

Mit den neuen Medien sei die Chance gegeben, dass diese Verhältnisse sich auch in Wirkung umsetzen lassen werden.

Mit wenigen Worten und Bildern gibt Amir Kunden-Beispiele zum Besten: von "virgin atlantic" (mit Softpornos in den Hotels an der Ostküste Nord-Amerikas), mit der "tate galery" (mit Tate Tracks), mit Volkswagen (Horst Schlemmer) und mit der Schokoladenmarke cadbury (und jenen 2 Spots, in denen die Schokolade überhaupt nicht mehr vorkommt).

Die dritte Veränderung ist die wachsende Dominanz des CONTENT gegenüber der bisherigen Diskussion um die Richtigen Medien.

II.

In diesem ersten Arbeitsgruppen-Meeting gab es als einleitenden Redner den dümmsten Klugschwätzer, den der Rezensent in diesem Jahr bisher hat zuhören müssen.

Sören Stamer, CEO, CoreMedia, verantwortet
seit 13 Jahren die Entwicklung der heutigen
CoreMedia AG. In den vergangenen 4 Jahren
hat Sören Stamer mit CoreMedia den Wandel
zu einem Enterprise 2.0 vollzogen. In seinen
Vorträgen referiert er regelmäßig u.a. über
Mitarbeiterführung, die Zukunft von Content
Business und Social Networks.

Seine Sätze selber sind schon für sich selbst ein Abgesang an jegliche Qualität des Denkens, etwa:

"Leben muss sich verändern, damit das Leben überleben kann."

"Sie können heute für Null Kosten mit eine Milliarde von Menschen weltweit kommunizieren."

"Komplexe Situationen wie das Wetter kann man nicht vorhersehen. "

"Wenn ich etwas tun will, muss ich anfangen, mit den Menschen zu reden."

"Um eine Idee zu vermitteln, brauche ich nur ein virales System. Und dann müssen die Leute damit machen dürfen, was man selbst nicht versteht."

Ein Kommentar unterbleibt - er würde Gefahr laufen, eine Klage nach sie zu ziehen. Aber zu einer öffentlichen Auseinandersetzung mit diesem Mann gäbe es durchaus die Bereitschaft: Jederzeit!

Johannes Erler, Vice President Innovation,
Swarovski, ist seit 6 Jahren Leiter des internen,
crossfunktionalen i-LAB’s, das sich
speziell mit Front End Innovation und partizipativem
Ideenmanagement beschäftigt.
Er war vorher Bereichsleiter für Produktentwicklung
und Design und befasst sich seit
über 20 Jahren mit Innovationsmanagement.

Er hat sich zumindest gut vorbereitet und ist in der Lage, seine Aussagen vom Teleprompter abzulesen.

Seine These: der nachhaltige Ideenfluss sei 24 Stunden angesagt. In Ihrem i-flash Ideen-Management-Programm wären inzwischen über 2000 Ideen produziert worden, die aus allen Unternehmensbereichen gekommen sind.

Der Ideen-Manager ist ein eigener Job, den man für das Unternehmen kreiert habe. In einem Umfeld werden Offenheit und Vertrauen sei als wichtiges Element der Unternehmenskultur Voraussetzung.

Im Mai 2008 gab es 200-400 Visits pro Monat, im April sind es mehr als das Doppelte.

Die motivierten Mitarbeiter, die Strategischen Roadmaps, die State Gate Prozesse und die Innovationsarchitektur.

Miguel Helfrich, Marketing Manager Consumer
Goods Innovation, Tchibo, studierte an
der FU Berlin BWL und startete seine Karriere
beim Beratungsunternehmen der GrundKreditBank.
Nach einigen Jahren bei einer Werbeagentur
und als Produktmanager bei Junghans
Uhren ging er 2002 zu Tchibo und gründete
dort die Ideenplattform Tchibo ideas.

Der Kunde soll sagen können, dass er eine Handtasche haben möchte, in der das Licht angeht, wenn man sie öffnet. Oder dass eine Wäscheleine gesucht wird, für die man keine Wäscheklammer mehr braucht.

Der Verbraucher kann seine Wünsche einstellen, seine Vorschläge, der kann mit anderen Verbrauchern über deren Vorschläge reden und darüber abstimmen, ob ihm etwas gefällt oder nicht.

Diese und viele andere Vorschläge - die aus den Alltagsproblemen der Leute erwachsen - sollen auf dem "Marktplatz der Ideen" vorgeschlagen werden. Auf ihrer Plattform geht es nicht nur darum, die Marke besser zu branden, sondern Nutzer und Designer in den Dialog zu bringen und zu Lösungen aufzurufen, die sich dann gemeinsam werden umsetzen lassen.

Das Misstrauen seitens der Designer als auch der Erfinder war zunächst sehr hoch. Um damit fertig zu werden, gingen die Firmen-Leute direkt in die Hochschule und reden mit den jungen Leuten. Weiters ist es notwendig, immer wieder neue Aktivitäten zu entwickeln, damit keine Langeweile aufkommt. Und, die enttäuschten User sind die dritte grosse Herausforderung. Schlussendlich ist die gute Idee eine andere Sache, ihre wirtschaftliche Umsetzung ist eine andere Sache.

Die ersten Produkte, die aufgrund einer solchen Kommunikation entstanden sind, sollen noch im Verlauf diesen Sommers in die Läden kommen.

Dr. Frank Schönefeld, Mitglied der Geschäftsleitung
der T-Systems Multimedia Solutions
GmbH, studierte Informatik an der TU Dresden.
Von 1991 bis 1995 war er für Digital
Equipment tätig. Danach leitete er die
Softwareentwicklung der Siemens Nixdorf
Advanced Technologies bis er 1998 zu
T-Systems Multimedia Solutions wechselte.

Der Sinn dieser neuen Technologien sei :
- die interaktive Kommunikation mit dem Kunden
- die Öffnung der Wertschöpfungskonfiguration
- die Einführung von sozialen Prozessen in den Arbeitsprozess.

"Talk culture, not technology." OK. Und dennoch. Die neue Klasse von "Social Software Business Suite Solutions"

.

Authentizität, Plausibilität, Transparenz - seien wichtige Elemente in dieser neuen Welt.

Interessant an der Fragerunde, dass die Präsentationen im Internet gestreamt wurden und von dort aus kommentiert werden wird


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III.

Manfred Klaus, Geschäftsführer, Agenturgruppe
PLAN.NET, verantwortet den gesamten
Online-Mediabereich, Mobile- und Performance-
Marketing sowie die internationale
Expansion. Stationen seines Werdegangs
waren die FOCUS Digital AG, Interactive
Advertising Center sowie Overture,
ein Pionier für Suchmaschinenmarketing.

Manfred gibt einen Überblick über die aktuelle Nutzung von Bewegtbildern im Internet und behauptet, dass die Bewegtbildvorteile des Fernsehens auch Online ausgespielt werden können.

Andreas Vill, Geschäftsführer, fischerAppelt,
tv.media, startete 1994 seine Karriere als
Pressereferent bei ProSieben und Ressortleiter
Medien beim Fachmagazin w&v. Danach
arbeitete er für das US-Wirtschaftsmagazin
Business 2.0. 2001 wechselte er zu Daimler
und war dort von 2004 bis 2007 Geschäftsführer
der DaimlerChrysler tv,media.

Andreas fasst die aktuellen Entwicklungen in vier Trends zusammen:
- Die neuen Medien sind da
- TV wird non-linear
- Print wird audiovisuell
- Marken machen ihre eigenen Medien

Problem: das Marken TV hat zwar eine hohe Qualität, aber nur eine eher geringe Reichweite. Also muss an der weiteren Verbreitung gearbeitet werden. Seiner Meinung nach könne man aber diese Produkte auch in den "traditionellen Umgebungen" unterbringen können.

Die Instream-Kampagnen erlauben eine zielgruppengerechte Platzierung.

Mit einer Verschiebung von 11% Reichweite gibt es 40% geringere Kosten.

Axel Schmiegelow, CEO, sevenload, ist
als Gründer und CEO der denkwerk Gruppe
mit fast 20 Jahren Erfahrung als Berater,
Agenturinhaber und Serial Entrepreneur
einer der anerkanntesten Experten für
Marketing, Medien und Start-up-Gründung.
Als Angel Investor ist er auf Gründungen
fokussiert, die echte Innovationen verfolgen.
 [7]

Weil man nicht genau sagen, welchen direkten Erfolg ein bestimmter Spot im TV hat, ist es viel spannender die "Conversion" direkt im Netz umsetzen zu können.

Es ginge nur um drei Sätze, die man sich merken solle:

- Es kommt nicht nur darauf an, dass es Video ist, es kommt auf die soziale Interaktion an, die sich daraus ergeben kann.

- Die qualifizierte Relevanz und Ansprechbarkeit bring Conversion-Rates von bis zu 19 %

- Performance-Marketing und Branding schliessen sich nicht gegenseitig aus.

Im ersten Halbjahr 2009 schon jetzt mehr Umsatz gemacht als das ganze Jahr 2008 zuvor.

Die Content-Inhaber sind aus ihrer Schutzstarre erwacht. In YouTube schalten sie die Trailer, aber die Inhalte werden denn auf Plattformen wie der eigenen vorgeführt.

Bei YouTube gibt es
- den kopierten Inhalt (mit Urheberrechtsverletzungen)
- selbst produzierte Inhalte (die manchmal besser sind als das klassische TV)

Prämium-Inhalt muss nicht das teure TV-produzierte Material sein.

Dr. Maika Jachmann, Leiterin Online-
Dienste/Parlamentsfernsehen, Deutscher
Bundestag, verantwortet seit 2008 den
Internetauftritt des Deutschen Bundestages.
Zuvor war die studierte Germanistin 11 Jahre
für die Deutsche Bahn AG als Leiterin Konzernmedien
tätig und verantwortete u.a. den
Aufbau des Unternehmenssenders Bahn TV .

Bei uns gibt es Inhalte und bei und geht es nur um diese Inhalte.

Kann ich hier Demokratie wahrnehmen? Welches ist das Bild des Politikers?

350 - 400 Tsd Nutzer sehen sich das an, ohne dass es eine redaktionelle Arbeit gibt. Das macht Phoenix.

Wenn Inhalte produziert werden, die eine Botschaft haben, dann gehen die Zahlen der Nutzer hoch.

Und: Es gibt im Sommer einen neuen Internet-Auftritt.

Jean-Pierre Fumagalli, Geschäftsführer,
Gründer und Vorstandsvorsitzender der
smartclip AG, ist für die strategische Ausrichtung
und Weiterentwicklung des Unternehmens
verantwortlich. Zuvor verantwortete
er als Managing Director Sales Lycos
Germany/International die gesamte Werbevermarktung
des Onlineportals.

27 Millionen Menschen schauen sich Online-Videos an, davon über 50% sind bei YouTube. Danach kommt: SevenOne mit 2%. Der Internet-Markt ist total zerstreut. Und es ist eine interessante Aufgabe, diesen Markt zugänglich zu machen.

Das Internet als Übertragungskanal? Ja. Aber man darf die Leute auch nicht mit diesen neuen Angeboten und Möglichkeiten überfordern.

Der Content ist von ganz entscheidender Bedeutung. "Der Content ist die Marke."

In Zukunft soll im gesamten Internet der Content von Sony Music vermarktet werden.

Der Kommentar:

Am Schluss gibt es dann doch einen öffentlichen Kommentar zum Thema: Warum wir denn nicht sehen würden, dass es sich bei dem Parlaments-TV-Angebot auch um jenen Bereich des "Content" handele, der nicht nur "user generated" sei sondern mit der direkten authentischen Meinungsmöglichkeit der öffentlichen Debatte der dafür Aus-Erwählten.

[FOLGT)

IV.

Internet - Das neue Leitmedium in der Markenkommunikation?

Sven Dörrenbächer, Senior Manager Media
Management Mercedes-Benz Cars, Daimler,
gesamtverantwortlich für die Globale Media
von Mercedes-Benz sowie allen Marken und
Geschäftsbereichen der Daimler AG. Zuvor
leitete er die Digitale Kommunikation und
war u.a. verantwortlich für die weltweiten
Mercedes-Benz-Websites und -Kampagnen.

Er hält noch einen "richtigen Vortrag". Bemühte sich um gute Bilder - und Sprachbilder. Und vom Blogger-Team als total langweilig dis-qualifiziert, zumal er seinen vorbereiteten Text ablesen würde.

Das ist ein echt interessanter Vorgang. Was der Mann nämlich sagt, hat durchaus Hand und Fuss - auch dann, wenn es vielleicht für den Insider der "Community" als schon geradezu altbacken gilt.

Und so zeigt es sich, dass selbst innerhalb dieser Besucherschar grosse Unterschiede bestehen in Bezug auf die Erwarung auf das Thema und desse Performance an sich.

Bis vor kurzem gab es noch den WERBER als denjenigen, der im Fahrersitz sitzt. Er soll Geschichten erzählen und auch in der digitalen Welt den "Faust 2.0" erfinden.

Add-Impressions sind wirklich nicht geeignet, eine qualitative Aussage über die Nutzung - und Wirkung zu treffen. Die Kommunikationsangebote an den Nutzer sind nicht die Banner, sondern die Videos.

Content - Context und Conzept müssten miteinander in Verbindung gebracht werden.

Thomas Gries, Marketingleiter, Coca Cola
Deutschland, studierte in Saarbrücken BWL
bei Prof. Kroeber-Riel und verfügt über mehr
als 20 Jahre internationale Berufserfahrung
im Marketing von führenden Unternehmen
und Marken der Konsumgüterindustrie, u.a
Blendax (Procter&Gamble), Mars (Effem),
Semper Idem Underberg AG und Kraft Foods.

Für die männlichen 14-19jährigen ist das Internet das Leitmedium. Aber eigentlich geht es um die Leitidee, um das Kommunikationsziel erreichen zu können.

Werbung kostet Geld. Und wenn ich es schon ausgeben will, dann nicht mehr durch Push, sondern durch Pull-Effekte.

Sein Leitmedium sei die Verpackung. Und von der aus sei es möglich, dann auch das Internet mit einzubinden.

In ihrer GFK-Studie habe man sehr klare Abgrenzungen zwischen den Generationen und Medien vorgenommen.

Agenturen werden nach Performance bezahlt. Und von daher ist es ein gutes Modell.

Wenn mir Google hilft, Traffic auf meinen Content zu leiten, dann zahle ich auch dafür. Und in soweit kann das Searchmarketing auch hilfreich sein.

Matthias Schmidt, Partner, Scholz & Friends
Group, studierte Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation
an der Berliner UdK.
Seine Karriere begann er als Texter bei
Scholz & Friends Berlin. Seit 2005 ist er
Geschäftsführer von Scholz & Friends Hamburg,
seit April 2008 außerdem Mitglied
des Vorstandes der Scholz & Friends Group.

Gibt es noch Welten, in denen das Internet keine Rolle spielt? Ja, natürlich gäbe es die: bei den grossen Lebensmitteldiscountern zum Beispiel.

Die Kunden haben nach wie vor Hemmungen, das Netz wirklich zu erproben. Sie haben - im Gegensatz von noch vor zwei Jahren - heute kein Spielgeld um in Projekte wie Second Life zu investieren.

Von Spezialagenturen kann man keine Ideen erwarten, wie man eine Marke über Jahre aufbauen kann.

Philipp Welte, Vorstand Verlage, Hubert
Burda Media, ist Journalist und Medienmanager.
Er machte aus BUNTE einen der
erfolgreichsten Print-Werbeträger und gründete
1999 INSTYLE, die Nummer 1 unter den
Monatszeitschriften. 2007 übernahm er den
Vorstandsvorsitz der BILD.T-Online.de AG und
kehrte 2008 zurück zu Hubert Burda Media.

- "Ich glaube, dass niemand von und da ist, wo man eigentlich gerne hinwollte."
- "Crossmedia ist ein Anachronismus."
- "Wir erleben in diesen Monaten eine digitale Revolution. Eine unglaubliche Dynamisierung. Eine Technologie neuer Qualität.
Und es ist völlig egal, auf welchem Medium sich das darstellt. Entscheidend ist, dass man interessante Geschichten erzählt."

Die Konstitution von Öffentlichkeit, das bedeute die Funktion des Leitmediums. Und das seien die Zeitschriften. Diese sind am meisten zitiert - und beraubt. Und die werden immer noch gekauft.

Und die professionellen Journalisten sind in der Lage, diese Geschichten in allen Medien-Gattungen zu erzählen.

"Lass und den Laden zuklappen und stattdessen eine Kneipe aufmachen..."? Nein. Wir müssen uns auf das Branding konzentrieren und Inhalte schaffen und nicht das tun, was Google tut: Kostprotzen [8]

Das i-Lab ist eine Einheit, die das Ziel hat, die Technologieneutralität herzustellen - auch für die eigenen Inhalte.

Vor 15 Jahren hatte die "Bunte" vielleicht 15 Wettbewerber, heute hat sie hunderttausende von Mitbewerber. Und das schaffen wir nicht nur mit der Zeitschrift, sondern mit medienübergreifenden Inszenierungen.

Uli Kramer, Geschäftsführer, pilot 1/0,
absolvierte eine Ausbildung zum Werbekaufmann
und studierte an der Berliner Hochschule
der Künste Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation.
Er arbeitete bei
DMB&B und Scholz & Friends. 1999 gründete
er pilot, eine Agentur-Gruppe für innovative
Mediakonzepte und digitale Werbung.

Ja, das Internet kann heute Leitmedium sein. Aber es muss nicht.

StudioVZ kann nicht mit Spiegel-Online verglichen werden. Das sei unfair. Die Werbeformen der Zukunft müssen sich diesen jeweiligen Formaten innerhalb des Internets anpassen.

Die Klickrate ist die dümmste Leitwährung, die man ab heute nicht mehr zu bedienen habe.

Nach gut 10 Jahren Online-Agentur: das Dreieck aus Technik, Media und Creation ist als funktionales Dreigestirn weiter zu entwickeln.

Heute reicht die gute Idee nicht.

Zu guter Letzt: die Preisverleihung=4123&tx_ttnews[backPid]=2883&cHash=011d967d17].


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Ohne Worte. Ausser:

- Es war mutig - und richtig - keine Preise zu vergeben, wenn man der Meinung war, dass keine der eingereichten Arbeiten den erwünschten Standard dafür erreicht haben.

- Es wäre zu wünschen, dass sich mehr Frauen im Deutschen Fernsehen - oder was immer danach kommen mag - sich so mutig, selbstbewusst, fröhlich und professionell ihrer Aufgaben stellen mögen, wie die Moderatorin dieses Abends.

Anmerkungen

[1Da bis zum 8. Juni 2009 noch keine Akkreditierungsbestätigung vorliegt, konnte zunächst ein Bericht über die Veranstaltung diesen Jahres noch nicht zugesagt werden.
Sehr geehrter Herr Dr. Siegert,
vielen Dank für Ihr Interesse am Deutschen Multimedia Kongress - DMMK Digitale Wirtschaft am 8./9. Juni 2009 in Berlin.
Wir werden Ihre Presseakkreditierung prüfen. In Kürze erhalten Sie von uns eine Benachrichtigung, ob Sie als Pressevertreter am 9. Juni 2009 am Kongress teilnehmen können.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr DMMK-Kongressbüro
gesendet am Freitag, 29.05.2009 19:52 Uhr
.
Eine weitergehende Zusensendung einer Zu- oder Absage erfolgte nicht. Aber "Dank" des Zuspätkommens, der orangeroten Kleidung und der Positionierung in der Nachbarschaft der Blogger-Community war im Verlauf des gesamten Tages nie nach einem Ausweis o.ä. gefragt worden. Und so konnte man seiner Arbeit ungestört nachgehen - und die Welt war dennoch in Ordnung.

[2Positiv war auch, dass das Netz in diesem Jahr wirklich stabil war und nicht so wackelig wie im letzten Jahr.

[3Dennoch kann eine vollständig überarbeitete Form dieses Textes erst zu einem späteren Zeitpunkt nachgeliefert werden: Denn nach der Preisverleihung wurde die Halle alsbald geschlossen und der Berichterstatter seines Platzes verwiesen - sei’s drum.

[4Seit dem Herr Aukes nicht mehr bei der DTAG ist, hat sich das Sport-Thema zur Affinitätsbildung zwar gehalten, aber es sind nicht mehr länge die Hochseejachten, sondern es ist jetzt die Formel 1.

[5Auch wenn man sich hier lieben einen Dialog gewünscht hätte als dass - in Unkenntnis der Publikationen des Redners - Fragen gestellt werden, die dem VIP allenfalls die Gelegenheit für eine Art "Ersatzvortrag" zu geben.

[6Hier als PDF einzusehen:

PDF - 1.2 MB
Extinction timeline
1950 - 2050

[7Axel hat das Pech, dass sein Toshiba-Rechner nicht mit dem Video-Beamer zusammenspielt. Die priffigen Kollegen von der Technik kommen schiesslich auf die Idee, den Inhalt von dem einen Rechner auf einen anderen zu übertragen und auf diesem Asus-Teil dann zum Spielen zu bringen.

[8Nein, dieses Wort hat Welte nícht gebraucht - aber laut gedacht. WS.


 An dieser Stelle wird der Text von 22390 Zeichen mit folgendem VG Wort Zählpixel erfasst:
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