Ragù alla bolognese 2.0

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 23 Uhr 13 Minuten

 

Heute gibt es die Möglichkeit an jenen Ort zurückzukehren, an dem vor nunmehr 5 (fünf) Jahren das Gesuch eingereicht wurde, für "DaybyDay" eine ISSN Nummer zu erhalten: Die Deutsche Nationalbibliothek [1]

Zusammen mit dem Campus Westend der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main sollte heute ein Kongress zum Thema: "Moderne Management- und Marketingstrategien" als Teil der ZEIT KONFERENZ in Kooperation mit MLP veranstaltet werden.

Am 19. März 2009 wurde diesbezüglich an den Veranstalter ConVent Kongresse geschrieben und angefragt, ob eine Akkreditierung zur Berichterstattung über diese Veranstaltung möglich sei. Diesem Anliegen ist in vollem Umfang entsprochen worden. Und daher war auch die Anreise aus Berlin - unmittelbar nach der Rückkehr aus Tel Aviv - vertretbar und lohnend.

Hier das PDF-File mit dem letztendlich gültigen Programm:

PDF - 937 kB
ZEIT Konferenz Programm
Hochschule & Bildung

Und hier der Text der Einladung des Herausgebers Josef Joffe...

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,

während der ZEIT KONFERENZ Bildung wollen wir darüber sprechen, wie Deutschland zu einer Bildungsrepublik werden kann, was die Wirtschaft von den Hochschulen erwartet und wie die Universitäten ihr Management verbessern können, um „marktfähig“ zu bleiben. Bloß: Sehr schnell werden wir dann bei der Frage landen, wie diese wunderbaren
Ziele zu finanzieren seien.

Bildung und Innovation sind die Schlüsselthemen der Zukunft – darüber sind sich Politik, Medien und Öffentlichkeit einig. Doch lassen die trüben wirtschaftlichen Fakten daran zweifeln, ob hochwertige Bildung tatsächlich eine Hauptrolle in der Zukunftsplanung für den Wirtschaftsstandort Deutschland spielt.

Nehmen wir die allerjüngste Zeit. Mit den Konjunkturprogrammen fließen Milliarden in die Wirtschaft, aber die Summen, die dabei für Schulen und Hochschulen vorgesehen sind, gehen nicht in Forschung und Lehre, sondern sind für Renovierungs- und Baumaßnahmen bestimmt. Es besteht die Gefahr, dass Gelder, die langfristig für mehr Professoren, Assistenten und Tutoren vorgesehen waren, aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage erneut Sparmaßnahmen zum Opfer fallen.

Aber wir wollen nicht immer wieder von „Vater Staat“ reden. Fundraising, Networking und Alumni-Arbeit gewinnen bei der Finanzierung hochklassiger Bildung wachsende Bedeutung. Denn sie tragen neben den unmittelbaren finanziellen Vorteilen dazu bei, den in Deutschland immer noch vernachlässigten Kontakt zwischen Hochschulen und Wirtschaft zu verbessern.

Die Agenda für diese Konferenz ist also reichlich und spannend. Über diese Fragen wollen wir mit Experten, Unternehmern und Politikern diskutieren. Und natürlich mit Ihnen, liebe Gäste. Bringen Sie Ihre Ideen mit, damit der Austausch so lebhaft wie lehrreich sein wird.

... der sich dann durch den Geschäftsführer des Verlages, Dr. Rainer Esser vertreten liess.


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Und er machte seine Sache gut, in dem er die eigenen Erfahrungen zu Beginn seines Hochschulstudiums in den USA verweist, auf die Unmenge an Vorurteilen, mit dennen der nach Athens, an die University of Georgia zunächst eingereist war und dem Wunsch, auch nach einem Jahr dort noch länger verbleiben zu können.

Er berichtet von all den aus seinem Rückblick heute guten Dingen, die ihm dort widerfahren sind. Nicht nur das Studentenleben selbst, sondern und vor allem das Studentenlernen: in kleinen Gruppen, mit grosser Begeisterung und unter Leitung von hoch renommierten Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, die ihm dort auf seine Fragen Rede und Antwort gestanden hätten.

Esser setzt mit diesen eingangs erzählten Erinnerungen – vielleicht sogar gegen das eigene Wollen – einen Trend, der sich danach durch die ganze Veranstaltung wie ein roter Faden zu ziehen begann: der Blick auf das „Vorbild“ USA, auf jenes Land in dem es gelungen sei, auch dann die Freiheit von Forschung und Lehre nicht nur zu verteidigen sondern auch aktiv zu praktizieren, obwohl die Abhängigkeit auch der führenden Hochschulen des Landes von privaten Geldgebern um ein fast unvergleichliches Mass grösser sei als hierzulande.


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Wie das erklärt werden kann, darauf gibt – ebenfalls wohl ohne es so zu wollen – Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, seines Zeichens heute
Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt mit seinen zwischen den Zeilen ausserordentlich offenen Hinweisen und Anmerkungen einen deutlichen Fingerzeig.

Er verweist gleich eingangs darauf, was die Hochschulen - Gott sei Dank - nicht mehr seien: Ein Hort der Ordinariate und von "zerstreuten Professoren", auch wenn diese dafür „heute andere Ausfälle“ aufzuweisen hätten. Aber auch all das seien sie nicht mehr: die "civitas academia", die Bürgeruniversität, der Verbund zur Organisation zweckfreier Neugier, ein Ort der Kontemplation für junge Leute - und jener Humboldt-Gemeinschaft, der er auch jetzt noch einen so hohen Wert beimessen würde „und sei es auch nur aus Nostalgie“.

Und was dann kommt ist schon recht starker Tobak nach dem Motto: "Bologna - gut gedacht, schlecht gemacht".

An den Hochschulen mit ihren vielen „Bindestrich-Studiengängen“ würde heute mehr denn je die Frage gestellt, wo diese Institution noch für die Schaffung von Grundlagen für das allgemeine Bildungsprinzip gebraucht werden würden. Denn heute sei es schwieriger denn je noch Grenzen überschreiten zu wollen, und zu können, wenn man vorher nicht anderes gelernt habe, eben solche zu ziehen.

Er macht die folgenden 3 Problemfelder aus und stellt sie kurz vor:

Erstens: Wirklich Spitzenforschung habe überhaupt erst identifiziert werden müssen „Wir haben enorme Disparitäten in unserer Studienlandschaft. In Sachsen Anhalt können die Plätze 1 an den Hochschulen oft nicht mehr besetzt werden, so Olbertz, und sei es „nur“ weil diese Nominierungen von den Kandidaten in Anspruch genommen werden würden, um sich bei den Bleibeverhandlungen an der „eigenen“ Hochschule besser und alsdann erfolgreich platzieren zu können.

Zweitens: Die Liaison mit der Politik würde die Kulturen der Wissenschaft mehr und mehr verschwimmen lassen. Partnerschaften wie die im Wissenschaftsrat seien sicherlich gewollt und wichtig, aber wenn man sich im „inneren Dialog“ schliesslich einander angenähert habe, dann sei von dem eigenen Profil kaum noch etwas übrig geblieben.

Und Drittens: Die „wissenschaftsadäquate Steuerung“ würde die Professoren mehr und mehr in die Pflicht nehmen, genauso wie die zunehmenden Anforderungen an die Länderminister, die nach dem Prinzip: „Verteile doch, die bist so schön“ handeln würden.

Bereits nach diesen ersten Ausführungen war klar, wohin die Reise an diesem Tage gehen würde: Bis hin zu der Frage, ob es sich wirklich „gelohnt“ habe, die bisher so hochwertigen Diplom-Titel gegen den eines Bachelors eingetauscht zu haben [2].


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Die Debatte in den grossen Runden ist dann alles andere als ermutigend: Nein, man wisse, dass man das Rad nicht mehr rückwärts werde drehen können, man wisse, warum man die trans-nationale Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen als Voraussetzung für die freie Studienplatzwahl in allen EU-Ländern anstreben wolle. Und doch stünde mehr denn je in Frage, was denn die „ordentlichen Bildung“ für „unsere jungen Leute“ in Zukunft würde bedeuten können.

Ja, in den siebziger und achtziger Jahren, da hätten die Bildungssystemiker noch nach einer gesamtgesellschaftliche Orientierung gesucht und sich dafür stark gemacht – heute sei die Bildung an de Hochschulen kaum noch mehr „als ein System von Ziel- und Leistungs-Vereinbarungen“.

Schon damals habe es eine Reihe von Defiziten gegeben. Und es sei nicht gut, wenn das Unvermögen, diese behoben zu haben, nun noch zusätzlich als eine der Auswirkungen der Umsetzungen der Bologna-Vereinbarungen an den Pranger gestellt werden würde.

Würde man heute die Investitionen in den Hochschulbereich in der Schweiz mit denen in der Bundesrepublik vergleichen, dann stände diese heute sogar besser da als ihr Nachbar im Süden. Und dennoch könne die Schweiz heute – vor allem international – die weitaus besseren Ergebnisse und Rankings aufzeigen. Dass dem so sei, sei nicht dem Bologna-Prozess anzulasten, sondern der Tatsache, dass mit der den Forschungseinrichtungen wie Helmholtz , Planck und Fraunhofer zugewiesenen Finanzausstattung „den Unis das Blut aus den Adern“ gezogen würde.

Das Erschreckende an dieser Debatte: dass all diese Verhältnisse zwar offen als „ungenügend“ zur Sprache gebracht werden, dass aber eben die für diesen Prozess selbst mit Verantwortlichen so tun, als ob – trotz ihrer Leitungspositionen – allein die davon Betroffenen seien und nicht die Verantwortlichen.

Nein, es ist, als wenn sich letztendlich keiner der Anwesenden selbst wirklich in der Verantwortlichkeit dafür sieht, was von ihnen so einhellig verurteilt wird: eine „Prüfungsmaschinerie“ die nur noch als „absurd“ bezeichnet werden könne, „ein Präkariat von Hochschullehrern“, Webekampagnen um Studenten [3] die aber auch gar nichts mit den Leitbildern der jeweils werbenden Uni zu tun hätten, und: Ein Kampf um die Exzellenz, der letztendlich zu einem „Mehr an Konformität“ geführt habe.

Und damit nicht genug: die Liste der unvollbrachten Wunder wird im Verlauf der Debatte immer länger und länger und endet in den Aussagen, dass letztendlich zwei der entscheidenden Zielvorgaben nicht erreicht worden seien: weder hätten sich die Verweilzeiten an den Hochschulen verkürzt, noch sei es wirklich gelungen, diese Zeit ökonomischer zu gestalten als bisher. Und dann die letzte Strophe all dieser Klagelieder in der gesagt wird, dass man es vor allem und zu guter Letzt nicht geschafft, die Chance nicht genutzt habe, die Herausforderungen dieses Bologna-Prozesses zu nutzen auch wirklich neue Studienfelder zu implementieren, die sich nicht länger nur an Sachthemen, sondern an Problemfeldern orientieren würden. Stattdessen sei all dies zu einem reinen Reparaturbetrieb verkommen, in dem mit nicht mehr als neuen Zuschnitten, Komprimierungen und Streichungen gearbeitet worden sei – womit der beklagte Mangel letztendlich eher noch verstärkt würde und nicht überwunden.

Diese Zwischenbilanz ist ehrlich – und das ist gut. Und sie ist fast vernichtend – und das ist nicht gut.

So kommt es an diesem Tag zu der fast schon absurden Situation, dass die aktuellen Akteure im Namen von Idealen argumentieren, die in den Jahren ihres aktiven Handelns und Entscheidens mehr und mehr „den Bach heruntergegangen“ sind. Es ist gerade so, auch wenn das an diesem Tage so nicht expressis verbis gesagt wurde, dass sich der Wunsch, ja eine geradezu verzweifelte Hoffnung auf ein „Bologna 2.0“ abzuzeichnen beginnt: Denn neben den hier exemplarisch aus den Gesprächsrunden zitierten Mängeln kamen auch immer wieder die Wünsche hoch, die sich grösstenteils immer noch an den alten klassischen deutschen Werten einer echten Bildungs-Einrichtung à la Humboldt und Hegel anlehnen wollen: an einer Hochschule, die in der Lage sei, „Weg zum Ziel“ als das Ziel selbst zu proklamieren und zu realisieren. Und an einer Institution, in der der Mut zur Individualität im Einklang stünde mit der Forderung nach einer Durchlässigkeit des Systems.

Es mag sein, dass vieles des hier Beschriebenen und Beobachteten auch schon in einer Vielzahl der sicherlich grossartigen und analytisch scharfgesichtigen Texte in der ZEIT zur Sprache gekommen ist. Das Entscheidende – und auch ein Verdienst der Veranstaltung dieses Tage – war, hier miterleben zu können, wie hier die Handelnden selber zu Wort kamen und in einem fast vertauschten Rollenspiel erlebt werden konnten: Nicht als Täter, sondern als Opfer des von ihnen selbst mit ausgestalteten Systems.

Schliesslich habe man doch alles unter den herrschenden Bedingungen getan, um zumindest die grössten Beeinträchtigungen dieser neuen Entwicklungen abmildern zu können… [4] das Erschreckende an diesem Tag waren nicht alleine die erneute Kenntnisnahme über all jene Wahrheiten, die da erneut auf den Tisch gepackt und von einem am Schluss der Tagung heftig angenervten Publikum mit Verve und vielen Praxisbeispielen den Verantwortlichen in ihr Aufgabenheft als das Unerledigte diktiert wurde – das, was noch weit über diesen Tag hinaus mehr als nur Kopfzerbrechen machen wird ist diese seltsame Verkehrung von Urasche und Wirkung.

Auch wenn dieses verletzend sein mag: das Bittere an diesem Tag war zu erleben, wie immer wieder die nicht mehr erfüllbaren Anforderungsprofile aus der Versenkung der eigenen Hoffnungslosigkeit an das Ohr der Öffentlichkeit gezerrt wurden, von den selbständigen, innovativen, konflikt- und verantwortungsbewussten Studenten gesprochen und zugleich „à la cantonade“ den Anwesenden klar gemacht wurde, dass man sich selber nicht mehr gewachsen sähe, diesen Anforderungen noch entsprechen zu können. [5].

Auch wenn die Verletzungen der hier Anwesenden dem Publikum nicht gerade offensichtlich auf der Bühne vorgeführt wurde, sie waren sie doch so deutlich im Raum zu spüren, dass es sich das Publikum nicht nehmen liess, in der Schlussrunde noch mal von sich aus all die jeweils erfahrenen Verletzungen und Verwundungen offen zur Sprache zu bringen.

Was hier passiert und beschrieben wird, geht sicherlich weit über das aktuelle Ereignis hinaus, und ist doch Teil desselben. Dazu abschliessen drei Streiflichter:

Erstens: Draussen vor der Tür stehen die Studenten und begehren Einlass um die Forderungen ihre aktuellen Streiks zu Gehör bringen zu können. Und weil ihnen das verwehrt wird, ja, weil der neue Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main Prof. Dr. Werner Müller-Esterl sogar den Empfang in seinen Räumen absagt – und dies stattdessen vor Ort vor dem versammelten Tagungspublikum begründet hat –


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stellt eine der beiden studentischen Fraktionen einen modernen Lautsprecherwagen vor der Tür auf und versucht so mit aller elektroakustischen Gewalt auf die Anwesenden einwirken zu können,


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während sich die andere Fraktion


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mit einer Delegation zum abendlichen Stehempfang der Teilnehmer – und dort auch vom Vorsitzenden des Vorstands der MLP AG, Dr. Uwe Schroeder-Wildberg
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zu einem eigenen Termin in seinem Hause - eingeladen wird.

Zweitens: gerade hat in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" der aktuelle Chef des Hauses Springer gefordert, "dass sich die uneinsichtigen Protagonisten der 68er-Bewegung mal bei unserem Haus [zu] entschuldigen" hätten. Denn das "Unrecht“, das ihnen damals in dieser Auseinandersetzung widerfahren sei, würde sich noch bis heute „negativ auf unser Haus“ auswirken. Alles weitere dazu kann – auch online – bei Reinhard Mohr in seinen am 2. Juli 2009 publizierten Zeilen nachgelesen werden:

- Springer lädt 68er zum Tribunal
- Döpfner fordert "differenzierte Auseinandersetzung"

Die Koinzidenz dieser beiden Ereignisse ist mehr als nur ein Zufall. Es ist, als wenn uns in dem Brennglas einer zeitlichen Korrelation vorgeführt wird: Wie wir aus den Wunden der Vergangenheit versuchen Kapital zu schlagen, während die Notwendigkeit der Verwertung auch aller menschlichen Werte nicht davor zurückhalten kann, nach einem Menschenbild zu rufen, dass sich in der Zukunft auf keine vorgelebte Vergangenheit mehr wird beziehen können.

Drittens: im ganzen Verlauf dieser Veranstaltung war kein einziger mobiler Rechner bei den Teilnehmern zu sehen. Und es war an keinem Punkt der Vorträge oder der Diskussion von den Herausforderungen der Erziehung, der Aus- und Fortbildung durch die digitale Durchdringung unseres Lebens- und Arbeitsraumes die Rede. Nur an einem einzigen Punkt war in der Diskussion darüber die Rede, dass wir uns in Deutschland noch so sehr dem internationalen Vergleich verweigern mögen, dass dieses aber vom „Ausland“ so nicht nachvollzogen werden würde. Wir unterliegen diesem inter-nationalen Vergleich. Und der findet heute mehr und mehr in den Netz-Welten statt.

Wenn wir also schon an der Umsetzung des Freizügigkeitsgebotes des Bologna-Prozesses zu scheitern drohen, dann sind wir vielleicht im internationale Vergleich schon längst ins Abseits gedrängt worden – nur, dass wir es noch nicht gemerkt haben.


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"Die Universitaet des Kapitals"
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Anmerkungen

[1Und der Besuch in diesem Hause brachte nicht nur die räumliche Nähe mit sich, sondern in mehreren Gesprächen und einer Begegnung konnte auch persönlich über die Zukunft der Identifizierung und Katalogisierung digitaler Werke gesprochen werden. Dafür an dieser Stelle den daran beteiligten Mitarbeiterinnen nochmals ein ausdrücklicher Dank des Herausgebers. WS.

[2„Wissen Sie,“ so raunte ein Konferenzgast in der Kaffeepause, „Wissen Sie, wir wissen immer noch gar nicht, was wir da mit dem Diplom freiwillig als Qualitätssiegel zur Prägung von Lehre und Leuten an unseren Hochschulen aufgegeben haben, heute, wo auch eine Krankenschwester ihre Ausbildung mit einem Batchelor abschliessen kann.“

[3von den Unis mit den schönsten Rasenflächen bis hin zum Verschenken von Notebooks an potenzielle Erstsemester

[4Dabei wäre es doch möglich, zumindest in den „kleinen Dingen“ am Schluss eines solchen Studiums etwas richtig zu machen. Selbst von der Bühne gab es mehr als eine Stellungnahme in der beschrieben wurde, mit welcher Lieblosigkeit, mit wie wenig Respekt vor den Studenten und ihren Leistungen – und letztendlich auch sich selber gegenüber als Hochschule – die Zeugnisse ausgeteilt worden werden: als abgestempelte fotokopierte Zettel, per Post zugestellt, nur gegen einen Aufpreis von 150 Euro in einem „vernünftigen Format“ als Sonderleistung erwerbbar…

[5Und das ist hier nicht nur so dahergeredet und –geschrieben, die in den Kaffeepausen eingesammelten „Testimonials“ gerade zu diesem Punkt waren ebenso beeindruckend wie niederschmetternd. Einer der Podiumsteilnehmer berichtet, dass dies die dritte Veranstaltung dieses Genres in Folge gewesen sei, und dass er nunmher absolut keinen Glauben mehr daran habe, dass sich in der Folge dieses Prozesses – und schon gar nicht als Folge einer solchen Konferenz - noch etwas massgeblich zum Besseren ändern würde.


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