T-Customer Care

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 22 Uhr 38 Minuten

 

Dass man im Marketing der DTAG, der Deutschen Telekom AG, fast verlernt hat, Deutsch zu sprechen, hat sich inzwischen herumgesprochen.

Selbst auf den vom eigenen Hause "gebrandeten" Telefonen ist die deutsche Sprache "out": es gibt auf diesen Geräten zwar eine eigene rote T-Taste, die dann zu verschiedenen voreingestellten Rufnummern führt, die werden dann aber nicht mit ihren Ziffern angezeigt, sondern mit Texten codiert wie "call-by-call" oder "hotline" oder "T-Customer-Care".

Wenn also des Nachts während des Dialoges mit den USA die ausgehenden Anrufe vor lauter Knartschgeräuschen drüben nicht mehr verstanden werden könen und auch der DSL-Zugang nicht mehr läuft, dann ist dafür die "T-Customer-Care" Nummer zuständig.

14. März 2009

Dort angerufen - muss man warten: Auch nach einer Stunde noch - nichts als warten.

Und dann gibt es, Nachts um 1 Uhr, aber auch noch am Morgen danach, nichts anderes mehr zu hören als die Meldung: "Diese Rufnummer ist von Ihrem Anschluss nicht erreichbar."

Zur Überprüfung wird aus dem Speicher des Telefons nochmals die Nummer ausgelesen: 08003301000 und über ein Mobiltelefon angerufen. Die Ansage lautet: "Zur Zeit ist diese Rufnummer nicht erreichbar, bitte rufen Sie später wieder an."

Da diese nicht erreichbar ist, wird über das Mobiltelefon eine andere Service-Nummer angerufen, die 0800 3300172.

Dort wird einem in netten Worten von einer weiblichen Telefonstimme mitgeteilt, dass es ihr Leid tue, aber die Aktion sei leider beendet und man möge sich doch bitte einmal auf der T-Home-Web-Seite umschauen.
 [1]
Und dann wird das - sehr einseitige - Gespräch abgebrochen.

Auf dem Weg ins Büro wird die Strasse von einem Laster der BSR, der Berliner Stadtreinigung verstellt. Dort wird Haus für Haus der Müll abgeholt. Und hier kann man zumindest - und sei es durch die zeitweise Behinderung - zumindest mitbekommen wenn es heisst: "we care for you".

15. März 2009:

Um 10 Uhr des Folgetages wird ein neuer Versuch unternommen. Dieses Mal ist die Nummer erreichbar und es wird eine Verbindung mit der Störungsstelle hergestellt. Die Seviceannahme richtet ein "Ticket" ein und verspricht eine Benachrichtigung. Die Dame im Call-Center macht das alles ganz korrekt, ist freundlich und lässt einen positiv spüren, das nicht nur bei der DTAG kein Deutsch mehr spricht, sondern man in Baden Württemberg alles andere kann - "Ausser Hochdeutsch". [2]

Auch am Servicedesk ist man um- und weitsichtig, auch wenn es von dort aus nicht gelingt, wirklich die Ursachen des ständigen Ab- bzw. Zusammenbruchs der SSL- / VPN-Verbindungen zu finden. Jetzt soll erst einmal ein Splitter ausgetauscht weden. Und dann sehen wir weiter.

19. März 2009

Der "T-DSL Splitter (ohne CD)" ist eingetroffen.

Und wie, bitte, wird dieser eingebaut? Und wer macht das? Die auf dem Lieferschein genannte Rufnummer 0421-109.0 gibt auf Anfrage bereitwillig immer nur die gleiche Meldung ab, die da lautet:
"Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen Sie es später wieder."

Später am Tag wird es dann erneut mit der T-Customer-Service-Nummer 08003301000 probiert:
"Bitte haben Sie noch etwas Geduld. Der nächste freie Kundenberater ist für Sie reserviert."

Und dann meldet sich ein Herr B. Nein, eine Fern-Hilfestellung - auch per Telefon - sei als Dienstleistung so nicht vorgesehen. Wenn aber einer der Servicetechniker vorbeikäme, dann würde das mit ca. 60 Euro zu Buche schlagen.

Der Mann klingt aber so, als ob er einst mal selber noch mit seinem Bautrupp durch die Gegend gefahren wäre - und so gelingt es doch Dank seiner Erläuterungen selber Hand und Kreuzschlitz anzulegen.

Also wird die das Kabel mit der roten Litze vom Fern-AMTs-Sockel "a" abgezogen und auf dem entsprechenden Sockel "a" des Austauschgerätes fixiert und anschliessend geschieht das Gleiche mit der blau ummantelten Litze von "b" auf "b".

Es klappt. Die "Operation" ist gelungen. Aber der "Patient" ist nunmehr noch töter als zuvor: Die Verbindung ist so langsam wie noch nie...

Eine erneute Rückfrage - bei zufällig dem gleichen Herren - ergibt den Wert: 1536 Kilobit pro Sekunde sei das Maximum, egal für was wir bezahlt hätten. Mehr gäbe die Leitung nicht her. Sie habe entweder einen zu geringen Querschnitt oder eine zu grosse Länge. Die Dämpfung sei einfach zu gross.

Und eine VDSL-Verbindung im Rahmen eines Entertain-Paketes? Dürfe nach wie vor nicht über den Geschäftskundenvertrieb verkauft werden, sondern nur an Privatpersonen. [3].

Aber warum hat man gute Berater? Mit deren Vokabular gut ge"brieft" wird noch eine letzte Frage gestellt und gefragt, ob nicht - erneut ein englisches Wort - der "FastPass" aktiviert werden könne?

Und - höre und staune - er kann: Ab dem 20. März 2009 könne er mit 512 Kb/s für den "upstream" eingerichtet werden.

Anmerkungen

[1"Herzlich willkommen im Kunden-Service der Telekom. Tut mir leid, dass der Aktionszeitraum leider abgelaufen ist. Aber wir haben neue und interessante Aktionen für sie, über die sie sich im Internet über www.t-home.de oder telefonisch unter 08003301000 informieren können. Vielen Dank für Ihren Anruf und auf Wiederhören."

[2Siehe dazu auch den YouTube-Beitrag von Philcomputing vom 6. Oktober 2006.
Und den Kommentar von wapi6, der da schreibt:
"jo mey des verschdohsch als SChwoab jo garret!"

[3Frage an die DTAG-Pressestellen: Sind Journalisten nun Privatpersonen oder nicht?


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