TomTom Go 930 Traffic

VON Dr. Wolf SiegertZUM Freitag Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 22 Uhr 07 Minuten

 

0.

Am letzten Sonnabend war an dieser Stelle von einem Gerät der Firma D-Link die Rede [1] das nicht den vorgegebenen Erfordernissen entsprach.

Diesen Sonnabend geht es um ein Neuerwerbung eines TomTom-Navigationsgerätes zu einem Preis von 400 Euro, das - per Default - ohne Netzladegerät ausgeliefert wird.

1.

Wer den neuesten TomTom Navigator kaufen will, der ist heute mit einem GO 940 LIVE sicherlich gut und teuer bedient. Wer aber diesen LIVE-Service länger als drei Monate nutzen will, muss dafür in einem Abo-Vertrag extra bezahlen. Und das sich 9,95 Euro pro Monat. [2]

Hinzu kommt ein Abo-Dienst für all diejenigen TomTom-Kunden, die an einer Aktualisierung ihrer Karten interessiert sind. Dieser Dienst wird mit einem Preis von 9.95 Euro pro Quaral berechnet. [3]

2.

Wer sich mit nicht mit diesen Kosten belasten will, der sollte sich das TomTom 930 Gerät - mit der Softwareversion 8.014 oder höher - ansehen. Dieses wurde von den Lesern der Zeitschrift "connect" zum besten mobilen Navigationssystem des Jahres gewählt. [4] - und vom NaviMagazin mit der "Empfehlung der Redaktion" ausgezeichnet.


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Der wichtigste Grund, auf diese Geräte zu setzen war aber die Tatsache, dass dieses - im Gegensatz zu den Nachfolgegeräten - noch über einen RDS/TMCpro- Verkehrsinfo-Empfänger verfügt. Und dieser verarbeitet die zur Verfügung stehenden Daten gratis. [5], auf der deutschen TomTom-Website zum Preis von Euro 399,- angeboten und zu diesem Preis in einer der Grosshandelsketten erworben.

Also: kein Presserabatt, kein VIP-Service...

3.

Und: Kein Ladegerät!

Dieses ist die grösste und mehr als unangenehme Überraschung beim Auspacken des Gerätes.

Nach dem Kauf wurde es über die Dockingstation über Nacht an einen laufenden Rechner angehängt. Und am nächsten Vormittag war die Ladekontroll-Leuchte immer noch nicht verlöscht.

In der auf CD mitgelieferten Bedienungsanleitung ist zu lesen:
Wir empfehlen Ihnen, Ihren TomTom GO beim ersten Anschließen an Ihren
Computer vollständig aufzuladen. Es dauert bis zu 2 Stunden, bis der Akku
vollständig aufgeladen ist.

Eine Nachfrage beim Fachgeschäft ergab, dass es sich hierbei n i c h t um einen Defekt handele, sondern für die Ladung des Gerätes ausserhalb des Autos das Laden über eine USB-Schnittstelle nicht genügend Kapazität für eine vollständige Ladung erlaube sondern vielmehr eine extra Ladegerät als Zubehör hinzugekauft werden müsse.


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Dieses wird auf der TomTom-Website zum Preis von Euro 34.95 angegeboten. Das wären, nach alter DM-Währung, 70 Deutsche Mark. Für ein Ladegerät, ohne dem sich der Betrieb ausserhalb des Wagens gar nicht ermöglichen lässt.

Diese ist nicht nur eine Irreführung des Käufers, sondern schlicht und einfach eine Frechheit. [6] [7] [8]


4.

Wer ob solcherlei Unbill aufmerksam wird auf mögliche Abstriche bei der Leistungsbereitschaft des Hauses findet in den AGB’s den Hinweis, dass auf das Gerät nur ein Jahr Garantie gewährt wird. - War da nicht in den letzten Jahren davon die Rede, dass alle Geräte jetzt grundsätzlich eine Garantie von zwei Jahren hätten? Haben wir da was in den falschen Hals bekommen - oder schlicht nicht richtige verstanden?

5

Wer sich über die im Gerät bereits vorgegebenen MP3-Audio-Files zu informieren wünscht, bekommt - in amerikanischem Englisch - die Ansage, das es sich bei diesem Gerät um eines aus der Baugruppe 910 handeln würde (und nicht, wie die Aufschrift sagt, aus der 930er Gruppe.

Ebenfalls ist es nach der ersten An- und Einsicht nicht nachvollziehbar, we es sich mit der Einrichtung des sogenannten Fleet-Management-System verhält. Laut Angaben der Firma Lexware soll(te) es nämlich die Möglichkeit gegen, die abgefahrenen Routen sich aufzeichnen zu lassen und dann als Streckenfiles in deren Reisekostenabrechnung einbinden lassen. Doch: Keiner weiss Genaueres. [9]

6.

Und hier noch ein Zitat aus dem letzten Nutzer-Beitrag auf der am 12. Dezember 2008 um 19:30 aktualisierten Heise online "Preisvergleich"-Seite, der am 10. Dezember 2008 mit dem folgenden Text eingestellt wurde:

"Oh je ..."
Nach ein paar Tagen als "glücklicher" TomTom-Nutzer (und Quervergleich zu ein paar Navigons 21xx max im Freundeskreis) kann ich zusammenfassen:

Wer ein unausgereiftes Spielzeug mit Ärgerpotential sucht kauft den TomTom, wer ein ordentliches Navi will greift zum Navigon.

Negativ:
=====
- TMC nur mit externem Empfänger mögich (Navigon hat einen internen bzw. nutzt das Ladekabel als Antenne)
- Computerstimmen stottern ohne Ende (vermutlich ist die CPU zu schwach da das Problem gehäuft bei komplexeren Verkehrssituationen auftritt)
- Kartendarstellung ruckelt, Bildwiederholrate sackt teilweise auf 1Bild/Sekunde ab (Navigon locker 2-3x so schnell))
- Kartendarstellung pixelig (Navigon sieht dank Kantenglättung besser aus)
- gegenüber Navigon deutlich weniger Details in der Kartendarstellung
- TomTom (Tele Atlas) Karten besonders bei Geschwindigkeitsbegrenzungen ungenauer als die von Navigon
- eigene Mapshare-Änderungen werden manchmal "vergessen"
- eigene Mapshare-Änderungen gehen bei Kartenupdate verloren
- Warnton bei Geschwindigkeitsüberschreitung fix auf 5km/h zu schnell gesetzt, keine Einstellung wie beim Navigon möglich
- es fehlt eine "Optimale Route" Option, um Kilometer-weite Umwege nur um 30Sekunden zu sparen zu vermeiden (siehe Navigon)
- sporadische Abstürze und Neustarts

Positiv:
====
+ großer interner Speicher für Karten
+ nette Multimedia-Gimicks wie mp3 Playback über FM-Transmitter
+ innovative Features wie MapShare und IQRoutes
+ Zeit für GPS-Fix sehr kurz
+ sehr gute Gehäuseverarbeitung

Liebe TomTom, bevor ihr euch weiter in Spielereien und neuen Features verliert ... besinnt euch mal auf die Kernfunktion eines Navi und schaut euch ein paar nette Dinge (wie bereits bei RealityView geschehen) von Navigon ab ...
auch von der Geschwindigkeit und schönen Kartendarstellung könnt ihr euch gerne eine Scheibe abschneiden ...

6.

Auch die aktuelle Ausgabe des ct-Magazins # 26 vom 8. Dezember 2008 hat sich nochmals dieses Themas angenommen:
- Daniel Lüders:
Leiten mit System.
Mit neuer Navi-Technik auf der Überholspur
, S. 160-163
- Oberklasse-Navis im Test , S. 164-169

Oder aber man erfreut sich an der RITSCH-RENN-Karrikatur von Harald Ritsch und Marcus Renn auf der Seite 17 eben dieser Ausgabe 2008/26 in der sich die drei heiligen Könige auf dem Weg nach Betlehem ihrer Navis bedienen...

Nachtrag vom 18. Dezember 2008

Von autorisierter und kompetenter Seite wurden wir inzwischen darüber unterrichtet, dass

- die Ladelampe am Netzteil nie erlischt, sondern von Rot auf Grün wechselt. [10]

- die Europäische Richtline die Gewährleistung regelt, nicht die Garantie. Das sei - juristisch betrachtet - ein wesentlicher Unterschied und die Garantie des Herstellers sei immer freiwillig und nicht gesetzlich geregelt. "Selbstverständlich bietet TomTom aber die europaweit vorgeschriebene 2-jährige Gewährleistung" [11]

Anmerkungen

[1Siehe: D-Link lügt.

[2Siehe dazu die TomTom News vom 18. November 2008.

[3Wobei mit dem allseits bekannten "*" am Ende des Satzes erklärt wird: Preis hängt von der Kartenversion und dem Gerätetyp des Kunden ab. - So nachzulesen in den TomTom News vom 30. September 2008.

[4So die TomTom News vom 14. April 2008

[5Wer auf diese Verkehrsinfo-Dienste ganz verzichten kann, dem sei der Kauf einer sogenannten "refurbished"-Version des TomTom 910 zum Preis von EURO 249,- empfohlen, denn dieses Gerät wird als das Letzte seiner Art noch mit einer 20 Gigabyte grossen Festplatte ausgeliefert.

Das Geräte wird auf der US-Amerikanischen Website zum Preis von USD 449,95 angeboten [[Zusammen mit Tasche für USD 479.95.
Aber Vorsicht: nicht jeder Barkauf in den USA ist ein "Schnäppchen. So gilt das TMC-Verkehrsinformations-Abo in den USA nur für ein Jahr, hier in Deutschland "lebenslang".

[6Und es ist erstaunlich, dass dieser Umstand weder bei der Bewertung durch die NaviMagazin-Redaktion noch der über zehntausend "connect" LeserInnen und Leser als Negativum vermerkt worden ist.

[7Und selbst beim Einsetzen eines solchen Gerätes mit für 5 V und 1 A stellt sich heraus, dass die grüne Ladeleuchte sich selbst nach 12 Stunden nicht abschaltet.

[8Auch findet sich in auf der Bedienungsoberfläche keine Funktion, auf der sich der Ladestand der Batterie ablesen lassen kann - jedes noch so billige mobile Telefon verfügt heute über eine solche Anzeige. Unter der Rubrik "Akku-Einstellungen" findet sich nur eine Auswahl zwischen den Funktionen
* "Display nie abschalten"
* "Display zwischen den Anweisungen abschalten"
- was leider auch nicht richtig funktioniert -
* "Display immer abschalten"

[9Wir werden daher im Hinweis auf diese Anwendungen beiden Firmen - und dem Vertrieb - diese Frage nochmals "ans Herz legen". Sollte es dazu keine ausreichenden und technisch umsetzbaren Antworten geben, ist schon jetzt eine Rückgabe vereinbart und die Frist bis weit in den Januar 2009 hinein verlegt worden. Das spricht für den Verkäufer und die Politik seines Hauses.

[10Richtig. Aber wenn man versucht, das Gerät über die Docking-Station zu laden, so wie es in der Bedienungsanleitung vorgeschlagen wird, schaltet die Leuchte am Monitor die Farbe nicht um. Und es gibt nach wie vor keinen Hinweis darauf, wo man den Ladestand des Akkus über das Display abrufen kann. WS.

[11Also doch: Danke! WS.


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