Hauptstadt Journalisten & Protagonisten ...

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 22 Uhr 07 Minuten

 

... finden sich heute bis spätestens 17 Uhr im Hotel ABION am Spreebogen, direkt neben dem
Bundesinnenministerium ein, um an der Vorstellung des Buches
HAUPTSTADTJOURNALISMUS – Journalismus [in] der Hauptstadt
aus Anlass des 60-jährigen Geburtstages des DJV-Berlin teilzunehmen.

Dieses Buch ist eine Publikation des Deutschen Journalistenverbandes Berlin. Es informiert - auch mit Fotos und Faksimiles - über die journalistische Arbeit in Berlin der vergangenen 60 Jahre, es macht eine Bestandsaufnahme von heute und wagt einen Ausblick: "offen, humorvoll, analytisch, manchmal bissig und natürlich politisch."

Weiter heisst es in dem Flyer:
"Hier in Berlin wurde Geschichte geschrieben:
ob John F. Kennedy, Ernst Reuter, Willy Brandt oder Klaus Wowereit, die Berlin-Blockade oder der Mauerfall, die Berlinale oder die Fußball WM, alles was von Deutschland aus die Welt bewegte, fand in Berlin statt und die vielen Mitglieder des Deutschen Journalistenverbandes Berlin haben darüber berichtet.
Bedeutende Politiker, ehemalige Regierende Bürgermeister der Stadt, Diplomaten, Medienwissenschaftler, Journalisten, Intendanten, Redakteure und Autoren melden sich zu Wort.
 [1]

„Die Antwort auf die Frage, wo wir stehen und wohin wir wollen, hängt auch davon ab, woher wir kommen. Das gilt besonders für Journalisten, seien sie Einzelkämpfer oder Mitglieder in einem Berufsverband.“
(Peter Pistorius, Vorsitzender DJV Berlin)
"

UND HIER: Einige kurze vielversprechende Auszüge, die die Redaktion vorab zur Publikation Verfügung gestellt hat:

- „Die Journalisten waren es, die in allen diesen Monaten für die Freiheit Berlins gekämpft und unvergesslich über die Veranstaltung vor dem Reichstag und die Rede von Ernst Reuter berichtet haben. Vor allem der RIAS und die Tageszeitungen. Durch sie wurde der dringende Weckruf aus Berlin in die gesamte Welt hinaus getragen.“ Edzard Reuter, Sohn von Ernst Reuter, ehemaliger Bürgermeister von Berlin

- „Und damit brach die Alliierte Kommandantur auseinander und die Stadt wurde gespalten, auch wenn es zunächst noch keine Mauer gab. Man konnte noch rüber und wir von der SPD haben noch einen Teil unserer Leute rübergeholt mit Reisepässen oder Personalausweisen von anderen.“ Klaus Schütz, ehemaliger Bürgermeister von Berlin

- Die Sowjets hatten selber schon geplant Honnecker zu entmachten, da gab es eine KGB Arbeitsgruppe mit Valentin Falin. Aber das sollte erst im Mai 1990 passieren, doch dann haben wir das sozusagen selber erledigt, denn das war eine Intrige von uns. Günter Schabowski ehemaliges DDR Politbüromitglied

- „28 Jahre lang haben wir drauf gewartet. Als ich das in der Abendschau sagte, sind die Menschen hin zur Grenze und haben gesagt: „Schabowski hat gesagt, wir können rüber und Momper hat es auch gesagt, wir sollen nur die Trabis zu Hause lassen. Das hat dann diesen Druck hinter der Grenze gemacht, bis die dann aufgemacht haben.“ Walter Momper, während des Mauerfalls Bürgermeister von Berlin

- „Willy Brandt war im Bundestag, ich zu hause. Wir waren uns einig, daß der Tanz auf der Mauer der Anfang vom Ende der DDR war. Brandt sagte: „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.“ Egon Bahr, SPD

- „Ich glaube, daß wir bereit sein müssen, es uns etwas kosten zu lassen. Ich hoffe sehr, daß die Menschen in der Bundesrepublik das dann auch mit tragen, aber das geht nur, wenn in der DDR nicht nur politisch sich etwas ändert, sondern wenn auch das Wirtschaftssystem angepaßt wird.“ Willy Brandt, ehemaliger Bürgermeister von Berlin, am Morgen des 10. November 1989

- „Knapp 20 Jahre nach dem Fall der Mauer ist Berlin heute weltweit nicht nur das Symbol für das Ende der Block - Konfrontation, sondern auch dafür, dass politische Veränderung möglich ist und dass es sich lohnt, global zu kooperieren.“ Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin

- „Man muß in der Stadt Raum lassen. Für mich war immer wichtig, schon während der geteilten Stadt, daß Trassen für Verkehrsanbindungen frei bleiben Ich wollte die Möglichkeiten sichern, daß man in zehn oder zwanzig Jahren dort noch bauen kann.“ Eberhard Diepgen, ehemaliger Bürgermeister von Berlin

- „Es gab früher einen Hauptstadt-Journalismus, der sich als westdeutsch titulierte, immer mit einem wunderbaren Lippenbekenntnis zur Einheit.“ Dietrich Stobbe, ehemaliger Bürgermeister von Berlin

- „Das entscheidende Argument für mich und nicht wenige andere war, dass man nicht über Jahrzehnte versprechen kann, Berlin wird wieder Hauptstadt werden, und dann, in dem Augenblick, in dem es möglich wird, sagt man ‚April, April‘.“ Hans-Jochen Vogel, ehemaliger Bürgermeister von Berlin

- „Der Stellenwert Berlins definiert sich jetzt in erster Linie über den Stellenwert Deutschlands im Weltgeschehen. Und der ist hoch.“ Vladimir V. Kotenev, Botschafter Russische Föderation

- „ Wenn man in Deutschland etwas wirklich wahrnimmt, dann ist das in der internationalen politischen Debatte ein großes politisches Gewicht. Von Deutschland geht viel Kraft aus.“ Cita Högnaba, Finnische Botschaft

- „Kennedy hat, als das Flugzeug in Tegel startete und er noch einen letzten Blick auf Berlin warf, zu seinem Pressesprecher Ted Sörensen gesagt,:„wie lange wir auch noch leben werden, so etwas werden wir nie wieder erleben wie diese Begeisterung der Berliner hier.“ Tragisch, ein halbes Jahr später vielen die Schüsse in Dallas.“ Harals Karas, rbb Abendschau

- „Wir haben hier nicht irgendwelche Gefühle künstlich zu erzeugen, wir haben einfach zu informieren.“ Fritz Pleitgen, WDR

- „Wir haben hier eine Berichterstattung in einer Masse, einer Konzentration, wie wir sie in Bonn, selbst zu Krisenzeiten, nie hatten, die Geschwindigkeit und die Schlagzahl der Nachrichten hat sich enorm erhöht. Das führt manchmal dazu, daß man Montags ins Studio kommt und schon gar nicht mehr weiß, womit man sich letzten Freitag oder letzte Woche beschäftigt hat.“ Ulrich Deppendorf, ARD Hauptstadtstudio

- „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man eine gute Zeitung machen kann mit lauter mundtoten, angepassten Journalisten.“ Viviane Reding, EU Kommissarin für Medien „Der Journalist ist beruflich nicht zum Lob verpflichtet. Er hat zu recherchieren, zu berichten, zu kritisieren, Schweinereien aufzudecken und eine Meinung zu haben. Das sollte man gerade als Kulturschaffender wissen, der oft Gegenstand der Kritik ist, oder wenn die Programme, die man kuratiert hat, niedergeschrieben werden. Auch Verletzungen muss man systemkorrekt wegstecken und daraus seine Schlüsse ziehen.“ Dieter Kosslick, Berlinale Geschäftsführer

- „Wenn Sie ein Drehbuch schreiben wollen, aber die zündende Idee für eine Geschichte noch fehlt, brauchen Sie sich keine Gedanken über die Welt oder die Menschheit zu machen und es muß nicht unbedingt ihr zerrüttetes Privatleben eingebaut werden. Lesen Sie einfach die Zeitung.“ Michael Falk, Producer Ufa

- „Fußball und die Medien das ist zweifelsohne eine Zweckgemeinschaft. Das ist wie in einer Ehe, mal geht es gut, mal kracht es halt ein bißchen.“ Dieter Hoeneß, Hertha BSC

- „Halten wir also fest: Provinz sind immer die anderen.“ Dagmar Reim, rbb „Das ZDF ist in Berlin angekommen, die Anstalt mit dem Sitz in Mainz, zeigt in Berlin Flagge wie keine andere.“ Peter Frey, ZDF

- „Wenn die Medien pennen, regieren die Lobbyisten.“ Ulrike Winkelmann
taz, die tageszeitung, Parlamentsbüro

- „Die medien-politischen Lager haben sich aufgelöst zugunsten einer sensationsorientierten Nachrichten -Maschinerie mit Leitmedien wie Bild und Spiegel Online, die Ton und Takt für viele in diesem Geschäft vorgeben, und die oft selber Politik machen wollen.“ Holger Schmale, Berliner Zeitung

- „Netzgeboren: es hat eine Weile gedauert, bis auch ich, dem von einer schrankenlosen Freiheit im Netz beseelten dämmerte, dass bei aller Liebe zur Freiheit auch das Netz kein rechtsfreier, kein regulierungsfreier Raum bleiben konnte.“ Norbert Schneider, Landesmedienanstalt NRW

- „Gedanklich spielen Redakteure die politischen Entwicklungen oft schon so früh durch, dass sie gelangweilt sind, wenn die Dinge tatsächlich geschehen. Und geradezu beleidigt, wenn die Wirklichkeit es wagt, unter ihren vorauseilenden Deutungen wegzurobben.“ Siegfried Weischenberg

- „Die Dramaturgie im Aktualitätswettkampf fördert Verzerrungen statt klarer Informationslinien. In einer Internetkultur, in der alles Information werden kann, sind Journalisten nur noch eine Gruppe unter den vielen Produzenten. Umso wichtiger wird es, dass sich Journalisten selber darüber klar werden, welche Leistungen sie bringen können und welche Leistungen sie anstreben wollen. Deshalb gibt es keinen Journalismus ohne eine Organisation der Journalisten.“ Ulrich Pätzold

- „In Berlin lauern statistisch hinter jedem Abgeordneten 1,5 Journalisten und noch mal 1,5 Lobbyisten – mindestens. Da geht es nicht nur um Informationen, sondern auch um Einfluß und Meinungsmacht.“ Werner Kolhoff, ehemaliger Senatspressesprecher

- Pressefreiheit heißt heute, daß so ziemlich jeder seine Meinung öffentlich machen kann, was uns täglich unendlichen Medien Müll, eine wahre Flut von Sprechblasen-Meinungen und eine Verseuchung durch Infotainment eingebracht hat.“ Jutta Rabe, DJV Berlin

- „Artikel 5 unseres Grundgesetzes wurde nicht sofort am ersten Tag der Schöpfung geschrieben.“ Michael Konken, DJV

- „Journalisten kontern den rhetorischen Stoßseufzer eines Kritikers: „Muß die Presse so sein?“ mit einem selbstbewußten und leidenschaftlichen „Ja“, weil Presse das ist, was sie immer sein muß: schnell, zuverlässig, kritisch, auch fehlbar, aber mit der Fähigkeit, es immer besser zu machen.“ Peter Pistorius, DJV Berlin

Anmerkungen

[1In diesem Band finden sich Interviews und Beiträgen u.a. von:
Willy Brandt, Egon Bahr, Edzard Reuter, Klaus Wowereit, Eberhard Diepgen, Klaus Schütz, Dietrich Stobbe, Hans-Jochen Vogel, Walter Momper, Günter Schabowski, Vladimir V. Kotenev, Harald Karas, Dagmar Reim, Peter Frey, Viviane Reding, Dieter Kosslick, Ulrich Deppendorf, Dieter Hoeneß,
Fritz Raff, Markus Schächter, Peter Frey, Fritz Pleitgen, Werner Kolhoff, Klaus Kundt, Ulrich Pätzold, Ulrike Winkelmann, Rainer Schubert, Peter Kolbe, Holger Schmale, Cita Högnaba, Norbert Schneider, Kristian Müller, Michael Konken, Aiden White, Siegfried Weischenberger, Peter Pistorius, Almut Zimdahl, sowie von den beiden Herausgebern: Maksut Kleemann und Jutta Rabe.

UND: viele der hier benannten Autoren bzw. Interviewpartner werden auch selber anwesend sein: darunter auch die ganze Riege der ehemaligen Bürgermeister dieser Stadt.


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