ZDF digital

VON Dr. Wolf SiegertZUM Sonnabend Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 21 Uhr 58 Minuten

 

I.

Im Verlauf dieses Sonnabend-Abends gab es gleich mehrere geplante wie ungeplante Programm-Momente, die der nochmaligen Erwähnung wert sind:

- der Bella-Block Krimi "Falsche Liebe", der sich vor allem dieses Mal durch das ganz hervorragende Drehbuch von Katrin Bühlig hat besonders gut in Szene setzen lassen. [1]

Dieses ist der 25. "Bella Block" Film für die Protagonistin Hannelore Hoger. Unglaublich und doch wahr zu sehen, wie Leistungswillen und Spielfreude ineinandergreifen. Glückwunsch!

- das Fussballer-Interview im aktuellen ZDF sportstudio, in dem der Debütant der Nationalmannschaft, Hoffenheims Marvin Compper, ausführlich zu Wort kam - samt seinem Jugendtrainer aus "Bühl" [2]

- das gut gemeisterte Pannen-Szenarium im aktuellen ZDF sportstudio, in dessem Verlauf nicht länger einfach eine MAZ neu eigestartet werden konnte, sondern ein Rechner neu gebootet werden musste

- ein wunderbarer Beitrag im heute-journal [3] aus Japan von einem Polizisten, der aus seinem Beruf nach seiner Pensionierung eine Berufung gemacht hat.

II.

Um einen Teil dieser Erfahrungen an dieser Stelle nochmals darstellen und dokumentieren zu können, wurde am Sonntag, den 23. November 2008 die Seite www.zdf.de aufgerufen.

Von dort aus gabe es die Möglichkeit, oben den grauen Reiter ZDFmediathek abzuklicken oder auf der linken Seite anstatt des Buttons "heute" oder "morgen" den mit der Überschrift "gestern" anzuklicken.

Der "heute-journal" Beitrag wird mit folgendem Text annonciert:

Leben oder Tod
Die Selbstmörder-Klippe am japanischen Meer

Dazu ein Bild von Claus Kleber.
Von Gundula Gause ist kein Bild zu sehen.

Auf der rechten Seite gibt es einen Hinweis auf die ZDFmediathek

Video Japan: Rentner verhindert Selbstmorde

Unter dem Reiter "Beschreibung" ist geschrieben:
Der japanische Küstenort Tojinbo ist nicht nur bei Touristen beliebt - auch Selbstmordgefährdete zieht es zu den Klippen. Oft kann der pensionierte Polizist Yukio Shige das Schlimmste verhindern.

Zum Abspielen des Video werden alternativ die bereits installierten VLC- oder der Quicktime-Player angeboten. Oder der MS-Player wird zum Download angeboten.

Bei der Nutzung des VLC-Players kommt es nach einer gewissen Verzögerung zu einer guten Darstellung. Aber der Fluss der Bilder und Töne lässt sich nicht anhalten.

Daraufhin wird über das Schraubenschlüssel-Symbol die Einstellung geändert und statt der VLC-Software die aus dem Hause Apple als Default-Einstellung aktiviert.

Danach aber bleibt der Bildschirm grau. Daraufhin wird in den Quicktime-Einstellungen nach möglichen Aktualisierungen gesucht, diese werden eingespielt und dann wird ein neuer Versuch gestartet. Mit dem gleichen, negativen "Erfolg".

Also wieder die Umschaltung auf den VLC-Player. Nach dem Verlöschen des Signals: "[no video]" wird dann der Beitrag erneut ausgespielt - aber ohne dass der Fehler hätte behoben werden können.

III.

Alle diese Vorgänge wurden in der aktuellen Version des Mozilla Firefox Browsers Version 3.0.3 abgespielt.

Nunmehr wird stattdessen der Microsoft Browser Internet Explorer in der Version 7.0.6730 geöffnet und darin die gleiche Prozedur durchgeführt.

Automatisch werden vor dem Abspielen der Videos erneut die Einstellungen aufgerufen. Und dieses Mal werden als Player alternativ der Windows Media Player und Quicktime - nicht jedoch VLC - angeboten.

"Quicktime" und "DSL-Verbindung" werden in der Auswahl aktiviert und übernommen. Und in diesem Fall wird das Video sofort eingestartet. Es lässt sich auch als Standbild anhalten. Und es gelingt, davon einige Screenshots anzufertigen.


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IV.

Dass eine solche Darstellung erst jetzt zur Ausstrahlung kommt, wo angesichts der Finanzkrise auch die Krisen vieler persönlicher Existenzen noch ungleich härter und schärfer werden als zuvor, gibt doppelt zu denken: Dass hier ein Mensch etwas Gutes tut, wäre in guten Zeiten wahrscheinlich keinen Slot im heute-journal Wert gewesen - oder doch?

PS.

Dieser Text war noch keine 24 Stunden im Netz und schon kam Leserpost zurück,
— ob der schönen Bilder
— ob des mehrfachen Serverausfalls im Verlauf der "sportstudio"-Sendung
— ob der technischen Anwenderprobleme und den Möglichkeiten ihrer Behebung.
Dazu heisst es u.a.:

" [...] den VLC musste ich deinstallieren und erneut einspielen. In der nun aktiven Version bietet er ein FF Addon und ein IE/Active X Control.
Außerdem kann er jetzt endlich in Flashvideos bestimmte Stellen direkt ansteuern ohne abzustürzen.

Meiner Erfahrung nach, kann es bei der Installation passieren, dass manche Einstellungen nicht richtig geschrieben werden und anschließend nicht alles funktioniert.
In diesem Fall sollte man die klassische Vorgehensweise wählen:
- Alle Programme beenden
- Installation starten
- Rechner neu starten
- Funktionen im Systemkontext testen"

Anmerkungen

[1Da wir Gefahr laufen, diesen "sendebegleitenden Beitrag nur noch sieben Tage im Netz nachlesen zu können, hier ein Auszug auf den Reflektionen der Autorin zu diesem Thema:

Mundus vult decibi - ergo decipiatur (die Welt will betrogen sein, daher sei sie betrogen): Mehr sein als wir sind, das wünschen sich die meisten von uns. Deshalb reizen uns Hochstapler. Wir bewundern sie wegen ihres frechen Mutes und ihrer Geschicklichkeit. Sie trauen sich etwas, leben etwas, das wir uns versagen, weil es asozial, unmoralisch und gesetzeswidrig ist. Und trotzdem, es reizt uns.

Schamloste Sozialschmarotzer

Doch nicht alle Hochstapler sind nur charmant, nett und geschickt. Darunter sind rücksichtslose, ja manchmal sogar sadistische Soziopathen, die nicht die geringsten Skrupel haben, andere Menschen bis in den Tod hinein zu vernichten. Sie sind Sozialschmarotzer, leben auf Kosten der gut Gläubigen und nutzen ihr Vertrauen schamlos für den eigenen Vorteil aus.

Um eine besondere Form der Hochstapler geht es in unserem Film, nämlich um Heiratsschwindler. Früher waren reiche Männer die Opfer von gierigen Frauen. Die machten ihnen zuerst schöne Augen, und dann nahmen sie sie aus wie Weihnachtsgänse. Heute ist das anders. Frauen haben es mittlerweile geschafft, beruflich erfolgreich und damit finanziell unabhängig zu sein.

Die Kehrseite des Erfolgs

Allerdings hat dieser Erfolg auch eine Kehrseite, denn er ist oft mit dem Verzicht auf ein Privatleben, auf eine Liebesbeziehung verbunden. Und um genau dieses Defizit wissen diese Männer. Früher versprachen sie die Ehe, mit zunehmender Emanzipation brauchen sie das heute gar nicht mehr. Heute reicht ein "Ich liebe Dich" zur richtigen Zeit gesagt, ein paar schöne Worte und die richtigen Gesten, um an das Geld der Frauen zu gelangen.

Heiratsschwindler sind bei weitem nicht so harmlos, wie sie in den Medien oft dargestellt werden. Sie sind gerissene Betrüger, die mit Charme, Bildung und perfekten Umgangsformen Leben zerstören können. Denn sie nehmen den Frauen nicht nur ihre materielle Existenz, sondern auch ihr Selbstwertgefühl und schlimmer noch, ihr Vertrauen. Vertrauen zu missbrauchen ist eine äußerst perfide Form von Betrug, aber strafrechtlich schwer zu erfassen. Den Opfern von diesen Betrügern wird stets eine eigene Schuld eingeräumt. Sie hätten sich ja nicht auf diese Männer einlassen müssen.

Der Egoismus in unserer Gesellschaft

Aber es ist nicht die "Dummheit" der Opfer, sondern die Gerissenheit der Täter, die Frauen auf diese dreisten Typen hereinfallen lassen. Jeder weiß, dass man im Geschäftsleben aufpassen muss, um nicht von einem anderen über den Tisch gezogen zu werden. Im privaten Bereich, zumal wenn es sich um Liebe handelt, lässt man diese Vorsicht natürlich beiseite. Schließlich ist das gegenseitige Vertrauen doch das Fundament der Liebe. Und genau das nutzt der Heiratsschwindler schamlos aus.

"Bella Block - Falsche Liebe" widmet sich dem Thema Heiratsschwindler, um auf einen gesellschaftlichen Missstand hinzuweisen. Indem wir über einen äußerst charmanten Heiratsschwindler erzählen, erzählen wir gleichzeitig über den zunehmenden Egoismus in unserer Gesellschaft. Darüber, dass es "schick" und fast selbstverständlich geworden ist, auf Kosten von anderen zu leben ...

[2Wo bitte liegt denn Bühl nun wirklich? Nachdem im Verlauf der Sendung verschiedene Lokationen genannt wurden, schauen wir nochmals im Internet nach unter www.buehl.de/, eine Website, die die "Optimale Darstellung mit Internet Explorer 5.5 oder Netscape 6.0" [sic!] garantiert.

[3Aufgepasst, meine Damen und Herren:
aus einem Beitrg von Marshall Kirkpatrick vom 21. November 2008, 12:15 PM wird den Nachrichten im Internet mehr geglaubt als den im Rundfunk: Internet Now Considered More Reliable Than TV, Radio News.
Er bezieht sich auf eine Studie von Zogby International und schreibt:

A survey of more than 3000 people performed in the two days after the US Presidential Election found that 37.6% of respondents considered the Internet the most reliable source of news, 20.3% consider national TV news most reliable and 16% said that radio is the most reliable source.

The survey found that most people find all the news biased in some way and there were a number of other interesting findings. It’s quite striking, though, that we’re at a point in history where the internet is trusted more than TV and the Radio! [...]

The survey was commissioned by the Independent Film Channel for the IFC Media Project. The full details will be posted on the IFC site later tonight.

Zogby is a reputable polling firm but they have come up with some very interesting results before in other surveys. Last fall we wrote about a Zogby poll in which 24% of respondents said the Internet could serve as a replacement for a significant other and 11% of respondents said they were very or somewhat likely to "implant a device into your brain that enabled you to use your mind to access the internet if it could be done safely." That’s a really bad idea.

A Turning Point in History

This fall we wrote about how Google is changing political debate like nothing else ever has before. It may or may not be particular Internet news sources that are trusted by the respondents to this latest poll - it may just be the world of searchable information that makes for a richer and more informed understanding of the news. That’s pretty hard to argue with.

Either way, this is an historic turning point. The Internet, the medium most famous for being untrustworthy, at this time when it’s more characterized than ever by the ability for anyone to publish, is now more trusted that professional TV and Radio news! [...].


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