Pop? Komm!

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 15. Januar 2015 um 21 Uhr 40 Minuten

 


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I.

Keynote - Wim Wenders, Film Producer & Director

Moderator: Emmanuel Legrand Editor, Impact Magazine, GREAT BRITAIN

Speaker: Wim Wenders Director, Film Producer, GERMANY

Wim Wenders is internationally one of the best-known and most celebrated German movie directors. As one of the most influential representatives of the New German Cinema in the Seventies, his films include “The American Friend” (1978), “Paris, Texas” (1984), “Wings of Desire” (1987) and “Buena Vista Social Club” (1999). They have received numerous prestigious awards. A large selection of his photographs, entitled “Pictures from the Surface of the Earth”, has been exhibited in numerous museums and art institutions around the world since 2001. Wim Wenders has also published many books of essays and photographs. He is President of the European Film Academy and a recipient of the order Pour le Mérite. In his new film “Palermo Shooting” Campino, singer with German band Die Toten Hosen, is starring along with Giovanna Mezzogiorno and Dennis Hopper. Also appearing with them, in a guest role, is Lou Reed. The filmmaker, who has shown a particular affinity with music throughout his work, will be opening “Creation”, the second group of topics at the Popkomm Conference in a Q&A session with Emmanuel Legrand, editor of Impact, the magazine for the music publishing community.

Soweit der Textauszug aus der Popkomm-2008-Programmankündigung

II.


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Auf der Suche nach einem aktuellen Foto für diese Seite: Hier ein Eintrag, der am 29. September 2008 um 18:54 zusammen mit dem Kommentar "... beautiful music ... auf der MySpace.com-Deutschland-Seite von Ruben Gonzalz unter dem Abschnitt: "Kommentare von Freunden" eingestellt wurde.
 [1]

III.


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Und aus eigener Hand dazu eine - von Michael Ley gefertigte - Montage von eigenen Aufnahmen, auf denen Wim und Dieter gemeinsam mit der Gruppe BAP aus Anlass der Premiere des Films "VIEL PASSIERT" [2] auf der Bühne des Kant-Kinos zu sehen - und im fröhlichen Miteinander zu erleben - waren: Am 14. Februar 2002.

IV.


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Am Ende des von Emmanuel Legrand souverän geführten Gesprächs kommt Wim auf eines seiner Lieblingthemen zu sprechen: Film als Rock’n Roll. Und davon, dass es fast ein Tabu sei, in diesem Zusammenhang sich dem Thema des Todes anzunehmen. Und dass er es dennoch getan habe.

Da aus aktuellem Nacherleben dieses Thema an diesem Vormittag noch ganz im Vordergund stand, wird das Angebot am Ende der Moderation, noch eine Frage stellen zu dürfen, spontan aufgenommen. Und - auf den Tod als Referenz und aktuelle Erfahrung bezogen - gefragt, was dieses Thema im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Welt bedeute - und erst recht für die Zeit danach.

"Danach", so Wim, "werde ich nicht mehr von dieser Welt sein". Einen Satz, den er im Englischen mit einem Satz zwischen "I’ll be gone" und "deleting ourselves" zum Ausdruck brachte. [3]

V.

Und so soll hier der Versuch unternommen werden, den nachfolgend als Flash-File dokumentieren Teil dieser Antwort in "mein geliebtes Deutsch" zu übertragen [4] und dabei mit einigen eigenen Annoationen zu versehen.

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[…] Es ist seltsam [„funny“], dass Du [„you“] mir diese Frage über das Digitale Zeitalter stellst, und dass dies mit einer digitalen Kamera aufgezeichnet wird – [ja, ja,] ich habe das wohl gesehen [5]. Schau: Ich kann mir die Kontaktstreifen jener Bilder ansehen, die ich als kleiner Junge von sieben, acht Jahren gemacht hatte. Ich hatte eine Rollei-Kamera.

Und diese Kontaktstreifen sprechen zu mir und sagen: Schau, an diesem Tag bist Du in den Zoo gegangen. Und ich habe viele Fotos gemacht. Von den Lamas und den Guerillas und all diesem Getier ["stuff"]. Und dann und wann siehst Du meine Mutter oder jemand der mit mir war. Und Du siehst die Autos, so wie sie damals ausgehen haben und die Spiegelungen in den Scheiben. Und Du siehst den kleinen Jungen als Photographen. Und das ist alles in einer Anordnung, weil es auf dem Kontaktstreifen ist. Und die Negative haben Nummern: Und so kannst Du den Verlauf eines [ganzen] Tages im Jahr [– sagen wir - ] 1954 verfolgen.

Heute tun die Kinder das[selbe] mit ihren digitalen Kameras. [Aber] Es wird gelöscht sein oder verloren gegangen sein, wenn es eine neue Kamera gibt oder ein neues mobiles Telefon – denn viele dieser Bilder werden [heute schon] auf mit einem mobilen Telefon aufgenommen – oder aber sie werden auf irgend einer Festplatte verschwinden und niemand wird mehr in 10 Jahren noch in der Lage sein, diese Platte noch zu laufen zu bringen oder das Format auszulesen [in dem diese Bilder gespeichert wurden]. Von daher glaube ich, dass vieles von diesem überdokumentierten Zeitalter von selbst dabei ist, sich andauernd [auch wieder] zu löschen.

Auch die Idee von Erinnerung ist schon so gut wie ausgelöscht [„going“]. Wenn wir heute von „Memory“ sprechen, dann denkt keiner mehr daran, dass damit das Erinnerungsvermögen im Kopf gemeint sein könnte, sondern „Memory“, das bedeutet: Speicherplatz [„storage space“]. Ist es nicht so? Und das wird noch so weitergehen. Und das ist unverantwortlich. Denn diese Art [technischer] Speicherplatz kennt uns nicht. Und so wird etwas verschwinden. Unser Erinnerungsvermögen ist dabei sich [mehr und mehr] auflösen.

Also, einige Philosophen werden mit dieser Frage [noch] sehr viel radikaler vorgehen als ich […]

VI.

Nachfolgend einige Einträge, die im Zusammenhang mit diesem Thema und Wim Wenders stehen:

- Das schwarze Rauschen

- Schlüssel-Figuren setzen uns ins Bild

- Heute um 10: Den muss ich sehn!

- « Don’t Come Knocking »

Weitere Zusammenhänge zu diesem Thema können aber auch einfach durch das Eintragen des entsprechenden Suchwortes und/oder Namens in dem in feinem Blau umrahmten Kasten aufgespürt werden.

WS.

Anmerkungen

[1im Vergleich dazu ein damit vergleichbares Berlinale-Foto auf den Internet-Seiten der Deutschen Welle.
Ausgesucht wurden diese Aufnahmen, weil sie sich sehr gut mit den ausgewählten Portraits in Verbindung bringen lassen die für den Beitrag vom 14. August 2008 Der Portrait-Rahmen ausgewählt worden sind.

[2.
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[3Und der - wenn man den Redner im Deutschen verständlich machen und nicht nur übersetzen will - einem aberlagt, das "gone" eben nicht einfach mit dem Wort "weggegangen" wiederzugeben.

[4Gemäss dem Faust-Satz: "Mich drängt’s, den Grundtext aufzuschlagen, | Mit redlichem Gefühl einmal | Das heilige Original | In mein geliebtes Deutsch zu übertragen"

[5Lacher im Publikum


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